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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 30 Pages
Author: Torsten Kühne
Subject: Politics - International Politics - Topic: European Union
Details
Institution/College: Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg (Institut für Politische Wissenschaft)
Tags: Umsetzung, Lissabon-Strategie, Frankreich, Rolle, Frankreichs, Großbritanniens, Bundesrepublik, Deutschland
Year: 2008
Pages: 30
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 31 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-23238-3
ISBN (Book): 978-3-640-23259-8
File size: 100 KB
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Abstract
In der deutschen wissenschaftlichen Literatur und den Dokumenten der Europäischen Union findet sich zwar viel über die Maßnahmen der Lissabon-Strategie und den Fortschritt, beziehungsweise den Rückstand ihrer Implementierung in Frankreich, aber wenig darüber, warum dieser Rückstand existiert und welche Einflussvariablen bei der Umsetzung eine Rolle spielen. Die vorliegende Arbeit soll deswegen diesen Themenkomplex beleuchten und hat das Ziel Informationen über die Umsetzung der „Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung“ in Frankreich und über die (politischen) Hintergründe welche diese beeinflussen, zusammen zu tragen. Sie geht dabei der Frage nach, wie die in der Lissabon-Strategie festgelegten Ziele in Frankreich angenommen werden und welche politischen und gesellschaftlichen Faktoren die Umsetzung beeinflussen. Um an das Thema hinzuführen werden in Kapital zwei die Rahmenbedingungen des Entstehens der Lissabon-Strategie und die in ihr enthaltenen Ziele dargestellt. Darauf folgt eine Erläuterung der französischen Position zur Wirtschaftspolitik der Europäischen Union und der darin enthaltenen Konfliktherde. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Analyse der Position Frankreichs zur Lissabon-Strategie unter 3.2 ein. Basierend auf den hierbei erhaltenen Ergebnissen wird in Abschnitt vier ausgearbeitet wie die Lissabon Strategie in Frankreich umgesetzt wird und welche Faktoren die Implementierung der einzelnen Ziele beeinflussen. Dabei werden Anhand des Nationalen Reformprogramms und der Dokumente der Europäischen Union sowohl die Maßnahmen, mit denen Frankreich sich die Lissabon-Strategie zu eigen machen möchte, als auch die Resultate die damit bisher erzielt wurden, benannt und bewertet. In Abschnitt fünf erfolgt abschließend eine Zusammenfassung der gewonnen Erkenntnisse und ein daraus abgeleiteter Ausblick was hinsichtlich der Umsetzung der Lissabon-Strategie in nationale Maßnahmen in Zukunft von Frankreich zu erwarten ist.
Excerpt (computer-generated)
Die Umsetzung der Lissabon-Strategie in
Frankreich
Torsten Kühne
Das vorliegende Werk wurde im Sommersemester 2008 an der Friedrich
Alexander Universität Erlangen Nürnberg als Hauptseminararbeit zum
Seminar: ,,Die Rolle Frankreichs, Großbritanniens und der Bundesrepublik
Deutschland in der EU", am Institut für Politische Wissenschaft vorgelegt.
Torsten Kühne studiert seit dem Sommersemester 2005 an der Friedrich
Alexander Universität Erlangen Nürnberg Politikwissenschaft (Dipl.) und
Volkswirtschaftslehre. Er ist Studentische Hilfskraft am Institut für Politische
Wissenschaft, Professur für Internationale Beziehungen, Prof. Dr. S. Fröhlich.
3
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 4
1. Einleitung 5
2. Lissabon-Strategie 6
2.1 Hinführung 6
2.2 Implementierung 10
3. Frankreich und die Lissabon-Strategie 11
3.1 Frankreichs Position zur EU Wirtschaftspolitik 11
3.2 Frankreichs Position zur Lissabon-Strategie 15
4. Umsetzung der Lissabon-Strategie in Frankreich 18
5. Schlussfolgerungen und Ausblick 25
Literaturverzeichnis 28
Internetquellen 30
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Beschäftigtenquote in Prozent der Bevölkerung 20
Abbildung 2: Bruttoinlandsausgaben für F&E in Prozent des BIP 22
Abbildung 3: Elektrizitätserzeugung aus regenerativen Energiequellen am
Bruttostromverbrauch in Prozent 23
4
1. Einleitung
In der deutschen wissenschaftlichen Literatur und den Dokumenten der
Europäischen Union findet sich zwar viel über die Maßnahmen der Lissabon-
Strategie und den Fortschritt, beziehungsweise den Rückstand ihrer
Implementierung in Frankreich, aber wenig darüber, warum dieser Rückstand
existiert und welche Einflussvariablen bei der Umsetzung eine Rolle spielen.
Die vorliegende Arbeit soll deswegen diesen Themenkomplex beleuchten und
hat das Ziel Informationen über die Umsetzung der ,,Lissabon-Strategie für
Wachstum und Beschäftigung" in Frankreich und über die (politischen)
Hintergründe welche diese beeinflussen, zusammen zu tragen. Sie geht dabei
der Frage nach, wie die in der Lissabon-Strategie festgelegten Ziele in
Frankreich angenommen werden und welche politischen und gesellschaftlichen
Faktoren die Umsetzung beeinflussen.
Um an das Thema hinzuführen werden in Kapital zwei die Rahmenbedingungen
des Entstehens der Lissabon-Strategie und die in ihr enthaltenen Ziele
dargestellt. Darauf folgt eine Erläuterung der französischen Position zur
Wirtschaftspolitik der Europäischen Union und der darin enthaltenen
Konfliktherde. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Analyse der
Position Frankreichs zur Lissabon-Strategie unter 3,2 ein. Basierend auf den
hierbei erhaltenen Ergebnissen wird in Abschnitt vier ausgearbeitet wie die
Lissabon Strategie in Frankreich umgesetzt wird und welche Faktoren die
Implementierung der einzelnen Ziele beeinflussen. Dabei werden Anhand des
Nationalen Reformprogramms und der Dokumente der Europäischen Union
sowohl die Maßnahmen, mit denen Frankreich sich die Lissabon-Strategie zu
eigen machen möchte und die Resultate die damit bisher erzielt wurden
benannt und bewertet. In Abschnitt fünf erfolgt abschießend eine
Zusammenfassung der gewonnen Erkenntnisse und ein daraus abgeleiteter
Ausblick was hinsichtlich der Umsetzung der Lissabon-Strategie in nationale
Maßnahmen in Zukunft von Frankreich zu erwarten ist.
5
2. Lissabon-Strategie
2.1 Hinführung
Um die Jahrtausendwende drohte die Europäische Union in ihrer Funktion als
Wirtschaftsmacht gegenüber anderen Regionen an Boden zu verlieren und vor
allem, von den USA überflügelt zu werden (Centre d`Analyse strategique 2008).
Zudem zeigte sich, dass es für die Mitgliedsländer mit der voranschreitenden
Globalisierung immer schwieriger wurde der Weltwirtschaft Schritt zu halten.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, beschloss der Europäische Rat
am 23. und 24. März 2000 in Lissabon ein Maßnahmenpaket das die
Europäische Union binnen zehn Jahren zum florierendsten Wirtschaftsraum der
Welt werden lassen sollte (Metz 2005, S.1). Diese Zielsetzung, welche
zwischenzeitlich als äußerst überzogen angesehen wurde, basierte auf der
damals positiven Einschätzung über die wirtschaftliche Lage der Europäischen
Union (EU) und den viel versprechenden Prognosen über die weitere
wirtschaftliche Entwicklung (Göler 2007, S.148). So fiel der Beschluss über die
Lissabon-Strategie in den Boom der New Economy. Man verband damit bei der
EU die Hoffnung die gute Wirtschaftsentwicklung zu verstetigen (ebda.)
Die dieser Idee zugrunde liegenden Annahmen waren: erstens die Erwartung,
dass in den wissensbasierten Wirtschaftszweigen das größte
Wachstumspotential steckt und zweitens die Hoffnung mit einem Abbau der
Handelshemmnisse der Wirtschaftsentwicklung weiter Auftrieb zu verschaffen
(ders. S.149). Sogar von einem, Vollbeschäftigung kreierenden BIP-Wachstum
war die Rede (ebda.). Konkret ging es bei der Lissabon-Strategie von 2000 um
acht Hauptziele welche sich in 120 Nebenziele aufteilten und fast alle
Politikfelder nationaler und supranationaler Politik umfassten (Metz 2005, S.5).
Kurz nach der Verabschiedung der Lissabon-Strategie änderten sich jedoch die
Rahmenbedingungen grundlegend. Mit dem Platzen der New Economy Blase
verlor die europäische Wirtschaft an Dynamik und die Wachstumsraten brachen
ein (Göler 2007, S.151). Als Konsequenz daraus ging die Lissabon-Strategie
6
ihrer zentralen Zielsetzung, dem verstetigen einer positiven Situation, verlustig.
Dass sich die USA von dem Schock schneller erholten als die Staaten der EU
verdeutlichte die strukturellen Defizite der letztgenannten, welche durch die
Lissabon-Strategie behoben werden sollten. Die Lissabon-Strategie war jedoch
kein auf Krisenmanagement ausgerichtetes Konzept sondern sollte bei guter
Wirtschaftslage notwendige Anpassungen ermöglichen.
Entsprechend ernüchternd fiel dann auch die Halbzeitbilanz aus. Die
Sachverständigengruppe um Wim Kok erkannte neben den schlechten
Rahmenbedingungen noch weitere Defizite. So hätten zu umfangreiche
Maßnahmen ebenso wie miteinander kollidierende, beziehungsweise
antagonistische Ziele zur deutlichen Unterschreitung aller, für die Zielerreichung
notwendigen, Entwicklungspfade beigetragen (ders. S.155). Darüber hinaus
war die mangelhafte Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen durch die
Mitgliedstaaten, gefördert durch die lose Koordinierung der einzelstaatlichen
Aktionen, der Zielerreichung abträglich (Randzio-Plath 2006, S.3; sowie: Göler
2007, S.155).
Im Anbetracht dieser Resultate beschloss der Europäische Rat am 22. und 23.
März 2005 ein Umsteuern bei der Lissabon-Strategie. Um die Umsetzung zu
vereinfachen und den neuen Gegebenheiten Rechnung zu tragen wurde die
Anzahl der Ziele deutlich reduziert und die Schwerpunkte wurden neu gesetzt.
Sie lagen nun auf der Wachstums- und Beschäftigungsförderung (Göler 2007,
S.150). Es wurde also davon abgegangen alle Ziele für gleich wichtig
anzusehen und die Doppelstrategie aus Strukturreformen und
"makroökonomischen Politikoffensiven" (Randzio-Plath 2006, S.2) wurde
aufgegeben (ebda. u.: ders. S.10). Um den Erfolg abzusichern wurde auch das
Implementierungsverfahren geändert. Der Europäische Rat übernahm die
Führungsrolle, die Mitgliedsstaaten sollten mit Reformprogrammen Farbe
bekennen und die Kommission sollte anhand dieser und den
Umsetzungsberichten der Staaten die Fortschritte beurteilen und bewerten
(Göler 2007, S.156).
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