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Schweden am Vorabend des Großen Nordischen Krieges

Termpaper, 2003, 16 Pages
Author: Chrstiane Baltes
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Die Nordischen Kriege und die Öffnung des Moskauer Reiches
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Geschichtswissenschaften)
Tags: Schweden, Vorabend, Großen, Nordischen, Krieges, Nordischen, Kriege, Moskauer, Reiches
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 16
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V119814
ISBN (E-book): 978-3-640-23390-8
ISBN (Book): 978-3-640-23399-1
File size: 158 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Situation Schwedens am Vorabend des Großen Nordischen Krieges. Die Frage nach der Ausgangsposition des Landes und deren Zusammenhang mit dem Ergebnis dieses Krieges soll dadurch in Ansätzen beantwortet werden. Das Thema umfasst dabei den groben zeitlichen Rahmen des 17. Jahrhunderts. Da es sich hier um ein sehr breit gefasstes Spektrum an Ereignissen, Entwicklungen und Personen handelt, werde ich mich nur auf die für die Fragestellung relevanten Aspekte beschränken. Demnach beginne ich im zweiten Kapitel mit einer Skizzierung der politischen Entwicklungen im Schweden des 17. Jahrhunderts, wobei ich besonders auf die Wirtschaft und den Ostseehandel, den Reichsrat und Reichstag und die Zentralverwaltung eingehe. Im dritten Kapitel werden die Auseinandersetzungen im Ostseeraum aus schwedischer Sicht behandelt. Dazu erläutere ich den Beginn der schwedischen Expansion im Baltikum und den Verlauf sowie das Ergebnis des Ersten Nordischen Krieges. Anschließend beschäftigt sich das vierte Kapitel mit der Person König Karl XII. und dem Schwerpunkt seiner Politik, dem Einteilungswerk. Über die Darstellung der damit zusammenhängenden Reduktionspolitik Schwedens gelange ich schließlich zur Darstellung der geheimen anti-schwedischen Koalitionsbildung. Das fünfte Kapitel bildet die abschließende Beurteilung, in der ich zu den vorher angeführten Punkten Stellung nehme. Aufgrund des eher allgemeinen Charakters dieser Arbeit, habe ich jeweils ein ‚Fazit’ an das Ende jeden Kapitels gesetzt, um so eine größere Orientierung zu bieten und Zwischenergebnisse festhalten zu können. Bei der Zusammenstellung der Literatur habe ich besonders auf Aktualität und Ausgewogenheit der Titel geachtet. Peter Ericsson liefert die umfangreichste und konkreteste Darstellung aus der Sicht Schwedens, so dass ich mich im vierten Kapitel überwiegend auf ihn beziehe. Zernacks Aufsatz in der Historischen Zeitschrift bot einen umfassenden Überblick über Schweden im 17. Jahrhundert, was durch die ‚Geschichte der skandinavischen Länder’ von Kan gut ergänzt werden konnte.


Excerpt (computer-generated)

Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Geschichtswissenschaften

PS Die Nordischen Kriege und die Öffnung des Moskauer Reiches

SS 2003

Schweden am Vorabend

des Großen Nordischen Krieges





















eingereicht von:

Christiane Baltes

MA Geschichte/Skandinavistik

4. Fachsemester


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2. Politische Entwicklungen in Schweden im 17. Jahrhundert 4

2.1. Wirtschaft und Ostseehandel 5

2.2. Reichsrat und Reichstag 5

2.3. Zentralverwaltung 6

2.4. Fazit 6

3. Auseinandersetzungen um die Stellung im Ostseeraum 7

3.1. Der Beginn der schwedischen Expansion im Baltikum 7

3.2. Der Erste Nordische Krieg 8

3.3. Fazit 9

4. Karl XII. von Schweden 10

4.1. Das Einteilungswerk 10

4.2. Die Reduktionspolitik 11

4.3. Die geheime anti-schwedische Koalitionsbildung 12

4.4. Fazit 13

5. Abschließende Beurteilung 13

Literaturverzeichnis 15


2


1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Situation Schwedens am Vorabend des

Großen Nordischen Krieges. Die Frage nach der Ausgangsposition des Landes und deren

Zusammenhang mit dem Ergebnis dieses Krieges soll dadurch in Ansätzen beantwortet

werden. Das Thema umfasst dabei den groben zeitlichen Rahmen des 17. Jahrhunderts. Da es

sich hier um ein sehr breit gefasstes Spektrum an Ereignissen, Entwicklungen und Personen

handelt, werde ich mich nur auf die für die Fragestellung relevanten Aspekte beschränken.

Demnach beginne ich im zweiten Kapitel mit einer Skizzierung der politischen

Entwicklungen im Schweden des 17. Jahrhunderts, wobei ich besonders auf die Wirtschaft

und den Ostseehandel, den Reichsrat und Reichstag und die Zentralverwaltung eingehe.

Im dritten Kapitel werden die Auseinandersetzungen im Ostseeraum aus schwedischer Sicht

behandelt. Dazu erläutere ich den Beginn der schwedischen Expansion im Baltikum und den

Verlauf sowie das Ergebnis des Ersten Nordischen Krieges.

Anschließend beschäftigt sich das vierte Kapitel mit der Person König Karl XII. und dem

Schwerpunkt seiner Politik, dem Einteilungswerk. Über die Darstellung der damit

zusammenhängenden Reduktionspolitik Schwedens gelange ich schließlich zur Darstellung

der geheimen anti-schwedischen Koalitionsbildung.

Das fünfte Kapitel bildet die abschließende Beurteilung, in der ich zu den vorher angeführten

Punkten Stellung nehme.

Aufgrund des eher allgemeinen Charakters dieser Arbeit, habe ich jeweils ein ,Fazit′ an das

Ende jeden Kapitels gesetzt, um so eine größere Orientierung zu bieten und

Zwischenergebnisse festhalten zu können.

Bei der Zusammenstellung der Literatur habe ich besonders auf Aktualität und

Ausgewogenheit der Titel geachtet. Peter Ericsson liefert die umfangreichste und konkreteste

Darstellung aus der Sicht Schwedens, so dass ich mich im vierten Kapitel überwiegend auf

ihn beziehe. Zernacks Aufsatz in der Historischen Zeitschrift bot einen umfassenden

Überblick über Schweden im 17. Jahrhundert, was durch die ,Geschichte der skandinavischen

Länder′ von Kan gut ergänzt werden konnte.

3


2. Politische Entwicklungen in Schweden im 17. Jahrhundert

Der Staat Schweden und seine politische Macht waren im 17. Jahrhundert abhängig von

einem effizient funktionierenden Militärsystem1. Von der Regierungszeit Gustav II. Adolfs

bis zu Karl XII. standen immer wieder Heeresreformen, die durch die jeweiligen

Kriegssituationen erforderlich waren, im Mittelpunkt der schwedischen Innenpolitik. Zu den

wichtigsten militärischen Veränderungen gehörte das erste Einteilungswerk (indelning) unter

der Herrschaft Gustav Vasas von 1611 bis 1632. Darin waren mehrere Reformen zusammen

gefasst, die den Rossdienst des Adels, die Bauernaushebung und die Werbung ausländischer

Söldner und Landsknechte betrafen. Trotz dieser wohl durchdachten militärischen

Organisation konnte die schwedische Armee zu dieser Zeit noch nicht als ,,stehendes Heer"

bezeichnet werden. Die Differenzen zwischen der bäuerlichen Landwehr, den angeworbenen

Söldnertruppen und den Expeditionstruppen waren zu groß und ließen sich nur schwer

zugunsten einer einheitlichen Armee überwinden2. Die vorhandenen unterschiedlichen

Truppen hatten allerdings den Vorteil, dass sie äußerst flexibel einsetzbar waren.

Im Dreißigjährigen Krieg, in den Schweden unter Gustav Vasa 1625 eintrat, erzielte diese

Heeresorganisation besondere Erfolge. Der Kriegseintritt sollte ein weiteres Vordringen der

deutschen Truppen zur Nord- und Ostsee verhindern und damit dem Verlust der

schwedischen Vormachtstellung im Ostseeraum zuvorkommen3. Als Schweden am Rhein und

der oberen Donau 1631/32 siegte, wurde Gustav Vasa zum ,,mächtigsten Herrscher

Europas"4, dessen Militärreform Früchte getragen hatte.

Ab 1644 wurden die schwedischen Kriegsziele durch den Regentschaftsrat mit dem

königlichen Kanzler Axel Oxenstierna an der Spitze eingeschränkt: Die Herrschaft im

Ostseeraum sollte gesichert werden, während von weiteren Eroberungen in Deutschland

Abstand genommen wurde. 1648 wurde Schwedens Großmachtstellung durch den

Westfälischen Frieden am Ende des Dreißigjährigen Krieges offiziell: Schweden erhielt

Vorpommern mit Stettin, Rügen, Usedom, Wollin, Wismar, Bremen und Verden. Die

schwedischen Besitzungen reichten nun bis unmittelbar an die Südgrenze Schleswig-

Holsteins5.

1 ZERNACK, Klaus: Nordosteuropa. Skizzen und Beiträge zu einer Geschichte der Ostseeländer, Lüneburg

1993, S. 229.

2 Ebd., S. 233.

3 KAN, A. S.: Geschichte der skandinavischen Länder (Dänemark, Norwegen, Schweden), Berlin 1978, S.

65/66.

4 Ebd., S. 66.

5 Ebd., S. 67.

4



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