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Examination Thesis, 2008, 100 Pages
Author: Julia Behnk
Subject: Nutritional Science
Details
Tags: Leistungs-, Grundlagen, Sport, Ernährung
Year: 2008
Pages: 100
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 58 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-23661-9
ISBN (Book): 978-3-640-23857-6
File size: 3646 KB
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Abstract
Seit dem Beginn der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts betreibt ungefähr jeder vierte Bundesbürger Sport [GEIß/ HAMM 2000]. Dieser Trend, maßgeblich durch die von den USA nach Europa eingeführte Fitnesswelle beeinflusst, brachte mit der sportlichen Betätigung ebenfalls ein neues Lebensgefühl in Zusammenhang. Somit stand Sport plötzlich in enger Beziehung zu Gesundheit und Wohlbefinden. Unabhängig davon, aus welchen Gründen Menschen Sport betreiben, sind die ausschlaggebendsten Voraussetzungen für körperliche Aktivität die Leistungs-bereitschaft und die Leistungsfähigkeit des Organismus. Um Erfolge zu erlangen gelten optimales Training, die mentale Einstellung und eine sportartgerechte Ernährung als Grundvoraussetzungen für die bestmögliche Leistungsfähigkeit des Körpers. Gerade durch eine bedarfs- bzw. sportartgerechte Ernährung lassen sich Leistungssteigerungen bis zu 15 % erzielen [GEIß/ HAMM 2000]. Das Wesen der Sporternährung besteht jedoch nicht in der Empfehlung von Nährstoffrelationen, viel wichtiger sind hier die bedarfsgerechte Ernährung (in Hinsicht auf die verschiedenen Anforderungen an einzelne Sportartengruppen) und die Sicherung der Regeneration. In vorliegender Examensarbeit soll auf wesentliche und für den Sportler nützliche Anhaltspunkte in Bezug auf die Ernährung innerhalb der Trainings- und Wettkampfphasen aufmerksam gemacht werden. Ferner wird auf leistungs-physiologische und medizinische Grundlagen der Sporternährung, insbesondere den Energiestoffwechsel, den Grundumsatz und die Muskelarbeit eingegangen. Im Kapitel der ernährungsphysiologischen Grundlagen der Sporternährung finden die Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Vitamine, Mineralstoffe, die Flüssigkeitsaufnahme im Sport sowie verschiedene Wirkstoffe besondere Berücksichtigung; außerdem werden innerhalb dieses Kapitels die allgemeinen Bedeutungen der Kohlenhydrate, Fette und Proteine in der Ernährung dargelegt. Des Weiteren wird auf die verschiedenen Ernährungsformen in verschiedenen Sportartengruppen sowie Risikogruppen in der Sporternährung eingegangen.
Excerpt (computer-generated)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
Abkürzungen 5
2. Leistungsphysiologische und medizinische Grundlagen 6
2.1 Energiestoffwechsel 6
2.1.1 Energiebedarf 6
2.1.2 Energiebilanz 9
2.1.3 Energetische Sicherung der Muskelarbeit 10
2.2 Grundumsatz 11
2.3 Arbeits- und Leistungsumsatz 12
2.4 Muskelarbeit 14
2.4.1 Funktion, Struktur und Aufbau des Muskels 14
3. Ernährungsphysiologische Grundlagen 15
3.1 Kohlenhydrate 16
3.1.1 Die al gemeine Bedeutung der Kohlenhydrate in der Ernährung 17
3.1.2 Aufbau der Kohlenhydrate 18
3.1.3 Stoffwechsel 21
3.1.4 Bal aststoffe 26
3.1.5 Kohlenhydrate im Sport 27
3.1.5.1 Kohlenhydrataufnahme vor körperlichen Belastungen 28
3.1.5.2 Kohlenhydrataufnahme während des Trainings und Wettkämpfen 30
1
3.1.5.3 Kohlenhydrataufnahme während der Regeneration 32
3.2 Fette 33
3.2.1 Die al gemeine Bedeutung der Fette in der Ernährung 34
3.2.2 Aufbau der Fette 34
3.2.3 Fette im Sport 36
3.3 Proteine 38
3.3.1 Die al gemeine Bedeutung der Proteine in der Ernährung 38
3.3.2 Aufbau der Proteine 39
3.3.3 Biologische Wertigkeit 41
3.3.4 Proteine im Sport 42
3.4 Vitamine 43
3.4.1 Die al gemeine Bedeutung von Vitaminen im Leistungssport 44
3.4.2 Die Vitamine A, D, E, K 46
3.4.3 Die Vitamine B1, B2, B6, B12 50
3.4.4 Vitamin C 52
3.4.5 Biotin, Folsäure, Niacin, Pantothensäure 53
3.5 Mineralstoffe 56
3.5.1 Die al gemeine Bedeutung der Mineralstoffe im Leistungssport 56
3.5.2 Mengenelemente: Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor,
Eisen, Zink 59
3.5.3 Spurenelemente: Selen, Kupfer, Chrom, Jod 65
3.6 Flüssigkeitsaufnahme im Sport 67
3.6.1 Flüssigkeitsaufnahme und Leistungsfähigkeit 69
2
3.6.2 Flüssigkeitsaufnahme bei verschiedenen Sportarten 70
3.6.2.1 Kampfsportarten 70
3.7 Wirkstoffe 74
3.7.1 Aminosäuren 75
3.7.2 L- Carnitin 77
3.7.3 Coenzym Q 10 79
3.7.4 Taurin 80
3.7.5 Koffein 80
3.7.6 Kreatin 81
4. Ernährungsformen im Sport 83
4.1 Risikogruppen in der Sporternährung 83
4.1.1 Muskelaufbau 84
4.1.2 Halten von niedriger Körpermasse 85
4.1.3 Häufige Masseveränderungen 86
4.1.4 Langzeitausdauerleistungsfähigkeit 87
4.2 Ernährungsweisen in verschiedenen Sportartengruppen 89
4.2.1 Fitnesssport 89
4.2.2 Ausdauersport 91
4.2.3 Schnel kraftsport 92
5. Schlussbetrachtung 93
Tabel enverzeichnis 95
Abbildungsverzeichnis 95
Literaturverzeichnis 96
3
_____________________________________________________________________Einleitung
1. Einleitung
Seit dem Beginn der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts betreibt ungefähr
jeder vierte Bundesbürger Sport [GEIß/ HAMM 2000].
Dieser Trend, maßgeblich durch die von den USA nach Europa eingeführte
Fitnesswel e beeinflusst, brachte mit der sportlichen Betätigung ebenfal s ein
neues Lebensgefühl in Zusammenhang. Somit stand Sport plötzlich in enger
Beziehung zu Gesundheit und Wohlbefinden.
Unabhängig davon, aus welchen Gründen Menschen Sport betreiben, sind die
ausschlaggebendsten Voraussetzungen für körperliche Aktivität die Leistungs-
bereitschaft und die Leistungsfähigkeit des Organismus. Um Erfolge zu
erlangen gelten optimales Training, die mentale Einstel ung und eine
sportartgerechte Ernährung als Grundvoraussetzungen für die bestmögliche
Leistungsfähigkeit des Körpers. Gerade durch eine bedarfs- bzw.
sportartgerechte Ernährung lassen sich Leistungssteigerungen bis zu 15 %
erzielen [GEIß/ HAMM 2000].
Das Wesen der Sporternährung besteht jedoch nicht in der Empfehlung von
Nährstoffrelationen, viel wichtiger sind hier die bedarfsgerechte Ernährung (in
Hinsicht auf die verschiedenen Anforderungen an einzelne Sportartengruppen)
und die Sicherung der Regeneration.
In vorliegender Examensarbeit sol auf wesentliche und für den Sportler
nützliche Anhaltspunkte in Bezug auf die Ernährung innerhalb der Trainings-
und Wettkampfphasen aufmerksam gemacht werden. Ferner wird auf leistungs-
physiologische
und
medizinische
Grundlagen
der
Sporternährung,
insbesondere den Energiestoffwechsel, den Grundumsatz und die Muskelarbeit
eingegangen. Im Kapitel der ernährungsphysiologischen Grundlagen der
Sporternährung finden die Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Vitamine,
Mineralstoffe, die Flüssigkeitsaufnahme im Sport sowie verschiedene Wirkstoffe
besondere Berücksichtigung; außerdem werden innerhalb dieses Kapitels die
al gemeinen Bedeutungen der Kohlenhydrate, Fette und Proteine in der
Ernährung dargelegt. Des Weiteren wird auf die verschiedenen
Ernährungsformen in verschiedenen Sportartengruppen sowie Risikogruppen in
der Sporternährung eingegangen.
4
Abkürzungen
ADP = Adenosindiphosphat
ATP = Adenosintriphosphat
BCAA = (engl.) Branched Chain Amino Acids
(verzweigt kettige Aminosäuren)
BMI = Body Mass Index
bzw. = beziehungsweise
ca. = circa
DGE = Deutsche Gesel schaft für Ernährung
dl = Deziliter
ebd. = ebenda (Bezug auf vorangegangene Literaturquel e)
g = Gramm
GI = glykämischer Index
h = (engl.) hour: Stunde
kcal = Kilokalorien
KG = Körpergewicht
kg = Kilogramm
mg = Mil igramm
min = Minuten
ml = Mil iliter
RDA = Recommended Dietary Al owances
WHO = Weltgesundheitsorganisation
z.B. = zum Beispiel
µg = Mikrogramm
5
________________________________Leistungsphysiologische und medizinische Grundlagen
2. Leistungsphysiologische und medizinische Grundlagen
Folgendes Kapitel dient der Klärung einzelner Grundbegriffe, die in den
nachfolgenden Kapiteln in Bezug auf die Sporternährung von Bedeutung sind.
2.1 Energiestoffwechsel
2.1.1 Energiebedarf
Biologisch betrachtet ist der menschliche Körper ein Zusammenschluss von
Zel en, die in einem Verband von funktionel en Einheiten im Körper
verschiedene Arbeiten verrichten. Hierzu zählen der Aufbau und die Erhaltung
von Organ- und Zel strukturen, die Erhaltung und die Bildung des intra- und
extrazel ulären Flüssigkeitsmilieus, mechanische Arbeit (verschiedene
Bewegungsabläufe), neurogene Koordination (Steuerung verschiedener
Bewegungsabläufe im Sinne einer Signalabgabe und die Aufnahme von Reizen
und Impulsen aus der Umwelt), chemische Arbeit (zum Beispiel die Biosynthese
der Hormone) sowie die osmotische Arbeit.
Um anfangs genannte Arbeitsleistungen verrichten zu können, sind die
menschlichen Zel en auf chemische Energie angewiesen, die in Form von
Nahrung aufgenommen werden muss. Über komplexe Stoffwechselprozesse
wird die über die Nahrung aufgenommene chemische Energie im Organismus
in biologische Energie umgewandelt. Das eigentliche Substrat dieser
biologischen Energie ist das ATP (Adenosintriphosphat).
Stoffwechselprozesse, die zur Lieferung, also zur Bildung von ATP beitragen,
werden in den Energiestoffwechsel eingeordnet; Stoffwechselprozesse, die
ATP verbrauchen, werden dem Leistungsstoffwechsel zugeordnet [GEIß/
HAMM 2000].
Der menschliche Energiebedarf setzt sich aus vier Faktoren zusammen:
1. Aus dem Grundumsatz
2. Aus dem Leistungsumsatz
3. Aus der spezifisch- dynamischen Wirkung der Grundnährstoffe
4. Aus dem Verdauungsverlust
Sowohl der Grundumsatz als auch der Leistungsumsatz finden in den Kapiteln
2.2 und 2.3 nähere Erläuterungen.
6
________________________________Leistungsphysiologische und medizinische Grundlagen
Unter der spezifisch- dynamischen Wirkung der Grundnährstoffe versteht man
,,den infolge der Nahrungsaufnahme erhöhten Sauerstoffverbrauch und
Energieumsatz, der je nach Art und Menge der aufgenommenen
Grundnährstoffe unterschiedlich ist." (KONOPKA 1985, S. 46).
Die spezifisch- dynamische Wirkung wird auch als ,,kalorigene Wirkung"
bezeichnet. Hierunter versteht man die durch die Verarbeitung von
Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen entstehende Stoffwechselsteigerung
oder den daraus resultierenden Energieverlust. Dieser beträgt bei
Kohlenhydraten ca. 6 %, bei Fetten ca. 3 % und bei Proteinen ca. 16-20 % des
Brennwertes.
Folglich ist die ATP- Ausbeute nicht bei al en Nährstoffen gleich.
Grundsätzlich kann man bei einer normalen Mischkost ca. 10 % des Grund-
umsatzes für die Verarbeitung der aufgenommenen Nährstoffe berechnen. Bei
einer Ernährung, die hauptsächlich oder fast ausschließlich aus Proteinen
besteht, kann ein Energieverlust bzw. eine Stoffwechselsteigerung von bis zu
20 % des Brennwertes erfolgen. Dieses Effekts bedienen sich einige
Reduktionsdiäten bzw. einige Ernährungsformen im Sport [KONOPKA 1985].
Unter dem Verdauungsverlust wird die Nahrungsenergie verstanden, die durch
die Verdauungsarbeit (Verdauungs- bzw. Abbauvorgänge und Transport-
prozesse) verbraucht wird. Hier handelt es sich bei einer durchschnittlichen
Mischkost um ca. 5-6 % der mit der Nahrung aufgenommenen Energie. Bei
einer erhöhten Proteinzufuhr (bei einer Abdeckung von mehr als 15 % des
täglichen Energiebedarfs durch Proteine) sind die Umsatzsteigerung und die
Dauer der Verarbeitung deutlich erhöht. Als Ursache dafür gilt, dass zur
Aufrechterhaltung des Betriebsstoffwechsels mehr Energie verbraucht wird, als
bei kohlenhydrat- oder fettreicher Ernährung [GEIß/ HAMM 2000].
Die im Rahmen der Sporternährung besonders wichtige muskuläre Leistungs-
fähigkeit hängt bei längeren sportlichen oder körperlichen Belastungen von
einer konstanten Energieversorgung ab.
Die relevantesten Energieträger stel en hier die Kohlenhydrate und Fette dar,
deren unterschiedlicher Verbrauch sich jedoch nach der Intensität und der
Dauer der ausgeübten Tätigkeit richtet. Generel liegt der Energiebedarf eines
7
________________________________Leistungsphysiologische und medizinische Grundlagen
Sportlers bei über 3580 kcal pro Tag, während Trainings- und Wettkampf-
phasen kann der Energiebedarf auf ca. 7200 kcal täglich ansteigen. Der
Tagesenergiebedarf von Sportlerinnen liegt im Al gemeinen 5 bis 10 % unter
dem von Sportlern [SCHLIEPER 1998].
Entscheidend für den Energieverbrauch sind die Intensität und die Anzahl der in
Anspruch genommenen Muskelfasern. Eine Belastung der Muskelfasern führt
zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf, der sich in einer erhöhten Herz- und
Atemfrequenz ausdrückt. Das, beispielsweise beim Bodybuilding übliche
einseitige und ausdauernde Training gezielter Muskelgruppen, stel t im Sinne
des Energieverbrauchs keine Extrembelastung dar und erhöht somit den
Energieverbauch nur unwesentlich.
Klassischerweise wurde der Energieverbrauch durch die direkte Kalometrie
ermittelt. Hier stel t eine geschlossene, isoliert und kontrol iert belüftete Kammer
ein geschlossenes System dar,
,,[...] in dem der Energieerhaltungssatz gilt: Al e erzeugte Energie muß
letztlich in Wärme umgewandelt werden."
(BIESALSKI/ GRIMM 2002, S. 24).
Da diese Messung aufwendig und teuer ist, kommt heutzutage fast nur noch die
indirekte Kalometrie zum Einsatz. Diese Messung basiert auf der Grundlage,
,,[...] daß zur Produktion einer Energiemenge eine definierte
Sauerstoffmenge benötigt wird." (edb.).
Der Energieverbrauch lässt sich somit aus der Messung des Sauerstoff-
verbrauchs ermitteln.
In folgender Tabel e wird der Energiebedarf von Sportlern (in kcal pro kg
Körpergewicht pro Stunde und in kcal pro Tag bei 70 kg Körpergewicht), beim
Ausüben verschiedener Sportarten dargestel t.
8
________________________________Leistungsphysiologische und medizinische Grundlagen
Tab. 1: Energiebedarf von Sportlern
(eigene Darstel ung, in Anlehnung an: SCHLIEPER 1998)
Energiebedarf in
Energiebedarf in kcal
Sportart
kcal pro kg KG pro h pro Tag bei 70 kg KG
Gymnastik, Fechten, Reiten,
ca. 2
3490-4060
Sprinten
Geräteturnen, Rudern,
Hockey, Fußbal ,
2-3
3990-4490
Schwimmen (Sprint)
Radfahren (Straße),
Schwimmen (Langstrecke),
ca. 3
4490-5020
Ringen, Skilaufen,
Eishockey
2.1.2 Energiebilanz
Unter der Energiebilanz versteht man das Verhältnis zwischen Energiezufuhr
und Energieverbrauch. Über den Konsum von Lebensmitteln nimmt der Mensch
energiereiche Nährstoffe auf, die im Organismus mit Hilfe von Sauerstoff zu
energieärmeren Stoffwechselprodukten abgebaut werden. Hierbei handelt es
sich um den Prozess der Oxidation. Bei der Oxidation ist der physikalische
Brennwert eines Lebensmittels (ein im Labor experimentel ermittelter
Brennwert, bei dem die gleiche Menge an Wärme und Kohlendioxid freigesetzt
wird, die auch im menschlichen Körper bei der Verbrennung einzelner
Nährstoffe freigesetzt wird) ausschlaggebend.
Ermittelt wurden folgende Werte: Der durchschnittliche Brennwert eines
(durchschnittlichen) Kohlenhydratgemisches liegt bei 4 kcal/ g, der durch-
schnittliche Brennwert für ein Fettgemisch liegt bei 9 kcal/ g und der
durchschnittliche Brennwert für Proteine liegt bei 6 kcal/ g [GEIß/ HAMM 2000].
Führt man dem menschlichen Körper mehr Energie (in Form von Nahrung) zu,
als er täglich verbraucht, wird die Energiebilanz positiv. Im Umkehrschluss dazu
führt eine reduzierte Nahrungsaufnahme zu einer negativen Energiebilanz. Die
Energiebilanz hat einen wesentlichen Einfluss auf das Körpergewicht: Somit
9
________________________________Leistungsphysiologische und medizinische Grundlagen
führt eine positive Energiebilanz zu einer Steigerung des Körpergewichts,
unabhängig davon, ob die überflüssige Nahrung in Form von Kohlenhydraten,
Fetten oder Proteinen aufgenommen wurde. Wird eine Gewichtsreduktion
angestrebt, ist auf eine negative Energiebilanz zu achten. Überschreitet der
Verbrauch die durch die Nahrung aufgenommene Energie, greift der Körper die
Fettreserven an, um dieses Defizit auszugleichen. Hierbei erweist sich
sportliche Betätigung als hilfreiches Instrument, denn durch körperliche Aktivität
wird der Grundumsatz des Menschen gesteigert.
Die Energiebilanz ist in der Sporternährung dahingehend von Bedeutung, dass
in verschiedenen Sportartengruppen Massenveränderungen zum Tragen
kommen, die in Kapitel 6 näher erläutert werden.
2.1.3 Energetische Sicherung der Muskelarbeit
Bei Muskelkontraktionen wird das energiereiche ATP in die energieärmere
Phosphatverbindung ADP (Adenosindiphosphat) abgebaut und die bei diesem
Abbau frei werdende Energie wird für die Muskelarbeit genutzt. Bei der
Resynthese von ADP zu ATP stehen mehrere Substrate zur Verfügung. Bei
diesen vorhandenen Substraten handelt es sich um Kreatinphosphat, Glukose,
freie Fettsäuren und einige Aminosäuren, die zu Glukose synthetisiert werden
können. Bei der Nutzung eines Substrats zur ATP-Resynthese sind die
Intensität und die Dauer der Muskelbelastung ausschlaggebend. Zum Beispiel
eignet sich bei längeren und intensiveren Belastungen für die schnel e ATP-
Resynthese ausschließlich das Muskelglykogen, das über die Glykolyse
abgebaut wird.
Der Energiegewinn kann aerob und anaeorb erfolgen, wobei die Muskelarbeit
ohne ausreichende Sauerstoffversorgung nur über wenige Sekunden mithilfe
der energiereichen Phosphate ausgeführt werden kann. Folglich sind
dauerhafte Ausdauerleistungen ohne kontinuierliche Sauerstoffversorgung nicht
möglich. Der Sauerstoffbedarf des Körpers steigt mit Beginn der Muskelarbeit
stark an. Um einen Ausgleich des Sauerstoffdefizits zu schaffen, gewinnt der
Körper aus dem Kreatinphosphat und über den anaeroben Glykogenabbau (die
Glykolsye) Energie [NEUMANN 2007].
Die menschlichen Fettreserven lassen sich bei Dauerbelastungen nicht
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