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Kaufentscheidungen von Landwirten bei Liegeboxenbelägen, Liegeboxenabtrennungen und Laufflächenbelägen

Diploma Thesis, 2008, 73 Pages
Author: M. Sc. Agr. Christina Schleifenbaum
Subject: Agrarian Studies

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2008
Pages: 73
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 43  Entries
Language: German
Archive No.: V120009
ISBN (E-book): 978-3-640-23679-4
ISBN (Book): 978-3-640-23868-2
File size: 797 KB

Abstract

Der Anspruch, nicht nur seitens der Verbraucher, an die dem Tier entsprechenden Haltungsvorrichtungen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Das öffentliche Interesse wuchs und die Forderung, Tiere artgemäßer zu halten, ebenfalls. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass Landwirte aufgrund ökonomischer Restriktionen zur Mechanisierung und Rationalisierung der Tierproduktion gezwungen werden, was im Zeitverlauf zu einer landwirtschaftlichen Nutztierhaltung führte, die nach Aspekten der artgerechten Tierhaltung mehr und mehr kritisch beurteilt wurde (HOPPE, 2005). Vor diesem Hintergrund wird seit einigen Jahren immer wieder über die Einführung eines Prüfverfahrens nachgedacht. Dabei stellt sich die Frage, in welcher Form, fakultativ oder obligatorisch, ein Prüfverfahren sinnvoll ist, um den Tierschutz in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung sicherzustellen. In Deutschland wird der Tierschutz im Wesentlichen durch das Tierschutzgesetz (TSchG) und die darauf aufbauenden Rechtsverordnungen sichergestellt. § 13a II TSchG regelt nach HIRT et al. (2003) die Einführung eines obligatorischen Prüf- und Zulassungsverfahrens, § 13a hingegen die Umsetzung einer fakultativen Zulassungsprüfung. HIRT et al (2003) konstatieren, dass ein Prüfgegenstand erst diverse Bedingungen erfüllen muss, bevor er dem Anliegen des Gesetzgebers gerecht wird. Ziel dieser Arbeit war es, zu ermitteln, auf welcher Entscheidungsgrundlage Landwirte Stalleinrichtungen und Aufstallungssysteme kaufen. Hierzu wurde ein Fragebogen erstellt, der an Landwirte in Hessen und Nordrhein-Westfalen übermittelt wurde. Grundlage der Befragung waren drei Produktgruppen, die bereits in größerem Umfang der freiwilligen Prüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) unterzogen werden: Liegeboxenbeläge, Laufflächenbeläge und Liegeboxenabtrennungen. Es sollten Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung von Landwirten ermittelt werden. Abschließend soll eine Empfehlung gegeben werden, ob ein fakultatives Prüfverfahren den gewünschten Nutzen bringen und mit der Ökonomie in Einklang zu bringen sein wird.


Excerpt (computer-generated)

CHRISTINA SCHLEIFENBAUM

Kaufentscheidungen von Landwirten bei

Liegeboxenbelägen, Laufflächenbelägen

und Liegeboxenabtrennungen

Masterarbeit im wissenschaftlichen Studiengang

Agrarwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen

Fakultät für Agrarwissenschaften

Studienrichtung: Nutztierwissenschaften

Angefertigt im Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Georg-August-Universität

Göttingen

Abgabetermin: 05.11.2008


II

INHALT

VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN III

VERZEICHNIS DER TABELLEN IV

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V

1

EINLEITUNG 1

2

LITERATURÜBERSICHT 2

2.1

Liegeboxenlaufstäl e 2

2.1.1 Liegeboxenbeläge 5

2.1.2 Liegeboxenabtrennungen 8

2.1.3 Laufflächenbeläge 10

2.2

Rechtliche Gegebenheiten 12

2.3

Das freiwil ige DLG-Prüfverfahren 13

2.3.1 Obligatorisches oder fakultatives Prüfverfahren? 16

2.4

Aktuel e Diskussionen 17

2.5

Kaufentscheidungen 22

2.5.1 Typologie von Kaufentscheidungen 22

2.5.2 Formen von Kaufentscheidungen 26

3

MATERIAL UND METHODEN 32

3.1

Aufbau des Fragebogens 32

3.2

Durchführung der Befragung 33

3.3

Auswertung der Fragebögen 34

4

ERGEBNISSE 35

5

DISKUSSION 48

6

ZUSAMMENFASSUNG 54

LITERATURVERZEICHNIS VI

ANHANG


III

VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN

Abb. 1:

Ablauf der fakultativen DLG-Prüfung (Hoppe, 2005) 15

Abb. 2

:

Model des Kaufprozesses in fünf Stadien (Huber, 2004) 24

Abb. 3:

Zusammenhänge von Kaufentscheidungen abhängig von Parametern

wie sozialer Schicht, Familie, Kultur sowie Meinungsführern 31

Abb. 4:

Absoluter Anteil der Altersgruppenverteilung der Betriebsleiter 35

Abb. 5:

Verteilung der Ausbildungsabschlüsse der Betriebsleiter 36

Abb. 6:

Anteil der Betriebe an den Betriebsgrößenklassen 37

Abb. 7:

Relativer Anteil der Betriebe an den verschiedenen

Milchleistungsklassen in Prozent 38

Abb. 8:

Nutzungsdauer der Milchkühe in Laktationen und Prozent 39

Abb. 9:

Relativer Anteil der Informationsbeschaffung zum Stal bau bezogen auf

die drei Produktgruppen Liegeboxenbeläge, Laufflächenbeläge sowie

Liegeboxenabtrennungen 41

Abb. 10:

Prozentuale Verteilung der Informationsgrundlagen für Landwirte

bezogen auf landwirtschaftliche Zeitschriften 42

Abb. 11:

Zufriedenheitsskala der Entscheidungsgrundlage bzgl.

Liegeboxenbelägen 43

Abb. 12

:

Zufriedenheitsskala der Entscheidungsgrundlage bzgl.

Laufflächenbelägen 44

Abb. 13:

Zufriedenheitsskala der Entscheidungsgrundlage bzgl.

Liegeboxenabtrennungen 45

Abb. 14:

Prozentuale Verteilung des Einbezugs der DLG-Prüfergebnisse bei

vergangenen Kaufentscheidungen 46

Abb. 15:

Prozentuale Verteilung des Einbezugs der DLG-Prüfergebnisse bei

zukünftigen Kaufentscheidungen 46


IV

VERZEICHNIS DER TABELLEN

Tabel e 1:

Liege-Komfort-Stal test zur Selbstüberprüfung des Parameters

Tiergerechtheit 4

Tabel e 2:

Liegeboxenbelagsbewertung der LVAT Groß Kreutz bzgl. Befestigung,

Maßhaltung, Zustand, Deckschicht, Muldenbildung sowie Elastizität

(LVAT Groß Kreutz, 2005) 8

Tabel e 3:

Vor- und Nachteile eines fakultativen und obligatorischen Prüfverfahrens

(Hoppe, 2005) 16

Tabel e 4:

Argumente für und wider fakultative bzw. obligatorische Prüfverfahren

(Hoppe, 2005) 20


V

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abb.:

Abbildung

Abs.:

Absatz

bspw.:

beispielsweise

bzgl.:

bezüglich

bzw.:

beziehungsweise

ca.:

circa

CDU:

Christlich-Demokratische Union

d.h.:

das heißt

DLG:

Deutsche Landwirtschafts-Gesel schaft

DLZ:

Die landwirtschaftliche Zeitung

et al.:

et ali = und andere

evtl.:

eventuel

ggf.:

gegebenenfal s

HF:

Holstein Frisian

Hrsg.:

Herausgeber

i.d.R.:

in der Regel

k.A.:

keine Angabe

kg:

Kilogramm

ldw.:

landwirtschaftlich(e)

LVAT:

Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung

o.g.:

oben genannt

sog.:

sogenannte

SPD:

Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Tab.:

Tabel e

TSchG:

Tierschutzgesetz


VI

TschNutztV:

Tierschutznutztierhaltungsverordnung

u.a.:

und andere

u.U.:

unter Umständen

vgl.:

vergleiche

z.B.:

zum Beispiel


EINLEITUNG

1

1 EINLEITUNG

Der Anspruch, nicht nur seitens der Verbraucher, an die dem Tier entsprechenden Hal-

tungsvorrichtungen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Das öffentliche Interes-

se wuchs und die Forderung, Tiere artgemäßer zu halten, ebenfal s. Hinzu kommt die

Erkenntnis, dass Landwirte aufgrund ökonomischer Restriktionen zur Mechanisierung

und Rationalisierung der Tierproduktion gezwungen werden, was im Zeitverlauf zu ei-

ner landwirtschaftlichen Nutztierhaltung führte, die nach Aspekten der artgerechten

Tierhaltung mehr und mehr kritisch beurteilt wurde (HOPPE, 2005). Vor diesem Hinter-

grund wird seit einigen Jahren immer wieder über die Einführung eines Prüfverfahrens

nachgedacht. Dabei stel t sich die Frage, in welcher Form, fakultativ oder obligatorisch,

ein Prüfverfahren sinnvoll ist, um den Tierschutz in der landwirtschaftlichen Nutztierhal-

tung sicherzustel en.

In Deutschland wird der Tierschutz im Wesentlichen durch das Tierschutzgesetz

(TSchG) und die darauf aufbauenden Rechtsverordnungen sichergestel t. § 13a II

TSchG regelt nach HIRT et al. (2003) die Einführung eines obligatorischen Prüf- und

Zulassungsverfahrens, § 13a hingegen die Umsetzung einer fakultativen Zulassungs-

prüfung. HIRT et al (2003) konstatieren, dass ein Prüfgegenstand erst diverse Bedin-

gungen erfül en muss, bevor er dem Anliegen des Gesetzgebers gerecht wird.

Ziel dieser Arbeit war es, zu ermitteln, auf welcher Entscheidungsgrundlage Landwirte

Stal einrichtungen und Aufstal ungssysteme kaufen. Hierzu wurde ein Fragebogen ers-

tel t, der an Landwirte in Hessen und Nordrhein-Westfalen übermittelt wurde. Grundla-

ge der Befragung waren drei Produktgruppen, die bereits in größerem Umfang der

freiwilligen Prüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesel schaft (DLG) unterzogen

werden: Liegeboxenbeläge, Laufflächenbeläge und Liegeboxenabtrennungen. Es sol -

ten Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung von Landwirten ermittelt werden. Ab-

schließend sol eine Empfehlung gegeben werden, ob ein fakultatives Prüfverfahren

den gewünschten Nutzen bringen und mit der Ökonomie in Einklang zu bringen sein

wird.


LITERATURÜBERSICHT

2

2 LITERATURÜBERSICHT

2.1 Liegeboxenlaufställe

In der Milchkuhhaltung sind Tretmist-, Tiefstreu- sowie Boxenlaufstäl e die am meist

verbreitete Haltungsform im Bereich der Laufstäl e. Durch einen begrenzten Arbeits-

kräftebesatz der Betriebe sowie durch wirtschaftliche Zwänge wurde ein Strukturwan-

del hin zu größeren Bestandsgrößen ausgelöst. Zeitsparende und auch arbeitserleich-

ternde Möglichkeiten sind notwendig, um die Milchkuhhaltung ökonomisch und renta-

bel zu gestalten (KÖGLER, 2005).

Die Vorteile eines Boxenlaufstal s gegenüber anderen Haltungssystemen sind unter

Anderem, dass die Tiere, insbesondere rangniedere, die Möglichkeit haben, ungestör-

ter zu liegen, der Platzbedarf ist geringer verglichen mit Tief- oder Tretmiststäl en und

der Strohverbrauch ist gleichermaßen niedriger. Al erdings gibt es auch Nachteile, die

vor al em darin liegen, dass die Liegeboxen lediglich für einen Teil der Herde optimal

gestaltet werden können, da es in inhomogenen Gruppen Größenunterschiede gibt, die

durch die Bauweise nicht ausgeglichen werden können. Des Weiteren ist das Platzan-

gebot zum Abliegen in einem Liegeboxenlaufstal durch die Abtrennungen geringer als

in einem Tretmist- oder Tiefstreustal . Tiere, die neu in die bestehende Herde eingeg-

liedert werden, müssen das Abliegen zuerst erlernen. Es besteht die Gefahr, dass

mangelhafte Abmessungen der Liegeboxenabtrennungen und Steuerungseinrichtun-

gen zu erhöhter Verletzungsgefahr führen können (GESELLSCHAFT FÜR ÖKOLOGISCHE

TIERHALTUNG E.V., VEREIN ARTGERECHTER TIERHALTUNG E.V., 2003). Daher ist das Ziel,

die Liegeboxenform, -abmessung sowie -ausführung so zu gestalten, dass sowohl das

größte als auch das kleinste Tier der jeweiligen Herde sich problemlos ablegen und

wieder aufstehen kann. Bei dem Bau ist zu beachten, dass die Tiere sich in die ge-

streckte Seitenlage begeben können müssen, ohne sich Verletzungen zuzuziehen.

Desweiteren ist zu beachten, dass eine Doppelbelegung, ein rückwärtiges Eintreten

sowie ein Umdrehen in der Liegebox nicht möglich sein dürfen. Ein weiterer Parameter,

auf den geachtet werden muss, wenn die Liegeboxen gebaut werden, ist, dass die

Bauweise so gestaltet sein sol , dass sich die Tiere nicht festlegen oder verkeilen kön-

nen, wenn sie ihre Ruhepositionen einnehmen. Sind die Liegeboxen zu kurz oder zu

schmal gestaltet, werden sie von den Tieren gemieden; sind sie andererseits zu breit

und haben gangseitig zu niedrige Trennbügel, könnten sie sich umdrehen, was nicht



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