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Subtitle: Einfluss der kulturellen Unterschiede am Beispiel deutscher und chinesischer Manager
Diploma Thesis, 2008, 75 Pages
Author: Yuan Wang
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance
Details
Tags: Kultur, Entscheidungsverhalten, Wertketten
Year: 2008
Pages: 75
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 111 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-26021-8
ISBN (Book): 978-3-640-26051-5
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Abstract
Dank des technologischen Fortschritts und der neoliberalen Politik ist die Welt immer offener aber gleichzeitig auch „kleiner“ geworden. Sowohl die großen Unternehmen als auch die mittleren und kleinen Unternehmen werden von der Globalisierung direkt oder indirekt beeinflusst. In globalen Wertketten ist der Kontakt mit ausländischen Firmen und Managern unvermeidlich geworden und in Zukunft wird dieser Kontakt sicherlich noch weiterhin intensiviert. Durch eine jahrtausende Entwicklung der Menschheit ist die Kultur der unterschiedlichen Länder jedoch sehr verschieden geworden. Um das Verhalten der Konkurrenten, der eigenen Mitarbeitern und auch das der ausländischen Partner verstehen zu können, müssen vor allem vorerst die unterschiedlichen Kulturen verstanden werden. Deshalb wird in dieser Arbeit zuerst danach gefragt, welche Einflüsse die Kultur auf das Verhalten von Managern hat und welche Unterschiede zwischen den Kulturen existieren. Der niederländische Experte für Kulturwissenschaften, Prof. Hofstede, erklärt die Kulturunterschiede anhand von fünf Kulturdimensionen. Durch diese fünf Dimensionen werden die hauptsächlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen kategorisiert. Allerdings hat er bei seinen Untersuchungen den Einfluss der fremden Kulturen bei steigender Kontakthäufigkeit mit ausländischen Kulturen vernachlässigt. Sowohl durch die Medien, das Internet als auch durch persönliche Kontakte kann man sich heutzutage immer einfacher über fremde Kulturen informieren. Obwohl es je nach Mensch unterschiedlich ist, sind die Einflüsse von fremden Kulturen deutlich spürbar. Sie sind auch eine wichtige Determinante des Verhaltens. Deswegen wird unter Berücksichtigung dieser Einflüsse und der fünf Dimensionen von Hofstede nach einer Erklärung für die Beziehung zwischen der Kultur und das Verhalten gesucht. Die Frage, die durch diese Arbeit beantwortet werden soll, ist, wie eine fremde Kultur das Verhalten von Menschen, insbesondere von Managern beeinflusst?[...]
Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Marketing Department
Diplomarbeit
zur Erlangung des Grades
einer Diplom-Kauffrau
Kultur und Entscheidungsverhalten in
globalen Wertketten
-- Einfluss der kulturellen Unterschiede am Beispiel
deutscher und chinesischer Manager
(Marketing Department)
von cand. rer. pol. Yuan Wang
Ort/Datum Berlin,
den
25.09.2008
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Grundlagen 3
2.1
Entwicklung der globalen Wertkette 3
2.2
Abgrenzung der nationalen Kultur 4
2.3
Globalisierung, Kultur und das Verhalten des Managers 6
3 Systematisierung von Kulturunterschieden durch Hofstede′s
Studien 9
3.1
Grundkonzept 9
3.2
Kulturdimensionen von Hofstede 10
3.2.1 Machtdistanz 10
3.2.2 Individualismus vs. Kollektivismus 11
3.2.3 Maskulinität vs. Femininität 13
3.2.4 Unsicherheit 14
3.2.5 Langfristige vs. Kurzfristige Orientierung 15
3.3
Hofstede′s Modell in der Kritik 16
4 Interkulturelle Lernprozesse 17
4.1
Allgemeine Lernprozesse 17
4.1.1 Lernen 17
4.1.2 Individuelle Lerntheorien 19
4.1.3 Soziale Lerntheorien 21
4.2
Einflussfaktoren vom interkulturellen Lernen 26
4.2.1 Grundlage 26
4.2.2 Anreize und Ziele 27
4.2.3 Erfahrungen 27
4.2.4 Fähigkeit und Persönlichkeit 28
4.2.5 Zugängigkeit der fremden Kulturen 30
4.2.6 Dauer der Kontakte 31
4.3
Entwicklung der interkulturellen Sensitivität 32
4.3.1 Grundlage 32
4.3.2 Ethnozentrische Phasen 34
4.3.3 Ethnorelativistische Phasen 35
4.4
Interkulturelle Interaktion 38
5 Zwischenfazit 41
6 Beispiel 42
6.1
Kulturunterschiede zwischen deutschen und chinesischen
Manager 42
6.1.1 Historische Ursprünge des chinesischen Charakters 42
6.1.2 Kulturunterschiede zwischen deutschen und
chinesischen Managern nach Hofstede′s Modell 44
6.1.3 Kulturelle Unterschiede im deutsch-chinesischen
Geschäftsleben 49
6.2
Der Prozess des Kennenlernens einer fremden Kultur 55
6.2.1 Chinesen in den Augen von Deutschen 55
6.2.2 Deutsche in den Augen von Chinesen 57
6.2.3 Einfluss der fremden Kultur 59
7 Fazit und Ausblick 60
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Einfluss zwischen Verhalten und Kultur 7
Abb. 2 Drei Ebenen der mentalen Programmierung des Menschen 10
Abb. 3 Der vollständige Denkakt von DEWEY 20
Abb. 4 Ablauf des Modell-Lernens 23
Abb. 5 Beispielhafte Ausprägungen der kulturellen Offenheit von Individuen 30
Abb. 6 Die U-Kurve der interkulturellen Anpassung 32
Abb. 7 Entwicklung der interkulturellen Sensitivität 34
Abb. 8 Beziehungen des Managers mit einer fremden Kultur 38
Abb. 9 Deutschland vs. China anhand der fünf Kulturdimensionen 45
Abb. 10 Gesetzesmoral vs. Beziehungsmoral 50
Abb. 11 westliche vs. östliche Kommunikationsstile 51
Abb. 12 Monochrone vs. Polychhrone Planung 52
Abb. 13 Formelle Informationswege vs. informelle Informationswege 54
1
1 Einleitung
Dank des technologischen Fortschritts und der neoliberalen Politik ist die Welt
immer offener aber gleichzeitig auch ,,kleiner" geworden. Sowohl die großen
Unternehmen als auch die mittleren und kleinen Unternehmen werden von der
Globalisierung direkt oder indirekt beeinflusst. In globalen Wertketten ist der
Kontakt mit ausländischen Firmen und Managern unvermeidlich geworden und in
Zukunft wird dieser Kontakt sicherlich noch weiterhin intensiviert. Durch eine
jahrtausende Entwicklung der Menschheit ist die Kultur der unterschiedlichen
Länder jedoch sehr verschieden geworden. Um das Verhalten der Konkurrenten, der
eigenen Mitarbeitern und auch das der ausländischen Partner verstehen zu können,
müssen vor allem vorerst die unterschiedlichen Kulturen verstanden werden.
Deshalb wird in dieser Arbeit zuerst danach gefragt, welche Einflüsse die Kultur auf
das Verhalten von Managern hat und welche Unterschiede zwischen den Kulturen
existieren. Der niederländische Experte für Kulturwissenschaften, Prof. Hofstede,
erklärt die Kulturunterschiede anhand von fünf Kulturdimensionen. Durch diese fünf
Dimensionen werden die hauptsächlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen
Kulturen kategorisiert. Allerdings hat er bei seinen Untersuchungen den Einfluss der
fremden Kulturen bei steigender Kontakthäufigkeit mit ausländischen Kulturen
vernachlässigt. Sowohl durch die Medien, das Internet als auch durch persönliche
Kontakte kann man sich heutzutage immer einfacher über fremde Kulturen
informieren. Obwohl es je nach Mensch unterschiedlich ist, sind die Einflüsse von
fremden Kulturen deutlich spürbar. Sie sind auch eine wichtige Determinante des
Verhaltens. Deswegen wird unter Berücksichtigung dieser Einflüsse und der fünf
Dimensionen von Hofstede nach einer Erklärung für die Beziehung zwischen der
Kultur und das Verhalten gesucht. Die Frage, die durch diese Arbeit beantwortet
werden soll, ist, wie eine fremde Kultur das Verhalten von Menschen, insbesondere
von Managern beeinflusst?
2
Die Lösung dieser Frage ist Lernen. Sowie man die eigene Kultur erlernt, lernt man
auch die fremden Kulturen kennen. 1 Diese Arbeit geht von der Perspektive eines
Individuums aus, das mit fremder Kultur in Kontakt gekommen ist. Die
Komponenten der fremden Kultur werden vom Individuum durch Lernen in den
Kopf aufgenommen und bearbeitet. Das möglicherweise dadurch entstandene neue
Verhalten ist der Output. Deswegen kann der Lernprozess des Individuums hier
genutzt werden, um zu verstehen, wie die fremde Kultur (Input) das Verhalten
(Output) beeinflusst.
Im Kapitel 2 wird zuerst die Grundlage der mit dieser Arbeit verbundenen
Definitionen vorgestellt. Einführend in die Thematik wird ein kurzer Überblick über
das Business-to-Business Marketing bzw. die Entwicklung der globalen Wertketten
geliefert. Der Begriff der Kultur wird dann in Bezug auf das Thema abgegrenzt.
Außerdem wird noch die Bedeutung der Kultur in diesem Zusammenhang deutlich
gemacht. Danach wird im Kapitel 3 eine Beschäftigung mit dem Kulturmodell von
Hofstede erfolgen, wodurch ein grundlegendes Wissen über die Beziehung zwischen
Verhalten und Kultur klargestellt werden soll.
Beim darauf folgenden Kapitel 4 handelt es sich um den Hauptteil dieser Arbeit.
Zuerst wird geklärt, wie die Individuen lernen (Kapitel 4.1). Dann werden die
Einflussfaktoren des Lernens in dem interkulturellen Kontext nochmal abgeleitet
(Kapitel 4.2). Danach kann der Entwicklungsprozess des Individuums durch den
Einfluss der fremden Kultur veranschaulicht werden (Kapitel 4.3). Schließlich sollen
die möglichen Beziehungen zwischen dem Individuum und der fremden Kultur
zusammengefasst und dadurch die Art und der Umfang des fremdkulturellen
Einflusses auf das Verhalten des Menschen geklärt werden. Im fünften Kapitel wird
eine Zusammenfassung der vorher erläuterten Theorie erfolgen.
Danach wird diese im Kapitel 6 durch ein Beispiel der Kulturunterschiede zwischen
deutschen und chinesischen Managern überprüft und konkretisiert. Die Überprüfung
und Konkretisierung erfolgen durch mehrere Interviews mit chinesischen und
deutschen Managern, die in Deutschland und China Erfahrungen mit ausländischen
1 Vgl.: Breitenbach(1979), S.1
3
Menschen und Kulturen gemacht haben. Das Kapitel 7 mit dem Fazit sowie einem
Forschungsausblick wird die Arbeit abschließen.
2 Grundlagen
2.1 Entwicklung der globalen Wertkette
In den letzten 30 Jahren hat die Wirtschaftsstruktur der Welt sich wegen des
Aufstiegs zahlreicher Einwicklungsländer wie China und Indien verändert. Für
diesen entsprechenden Prozess wurde der Begriff der Globalisierung geprägt, über
den seit einigen Jahren weltweit sehr viel diskutiert wird. Das Phänomen der
,,Globalisierung" in Bezug auf die Wirtschaft beschreibt die Integration der
nationalen Wirtschaft durch Handel, ausländische direkte Investition, Kapitalfluss,
Migration und Ausbreitung der Technologie zu einer internationalen Wirtschaft.2
Globalisierung hat es ermöglicht, alles, jederzeit und überall auf der Welt
produzieren zu können.3
Andererseits sind die Produktlebenszyklen in nahezu allen Branchen immer kürzer
geworden, hohe Marktvorleistungen werden gefordert und die bisher auf getrennten
Märkten agierenden Branchen verschmelzen immer mehr. Die Fixkosten steigen
aufgrund des hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwands sowie der notwendigen
Investitionen für die Produktion. Um die Kosten zu decken werden hohe
Absatzzahlen gefordert, die jedoch allein auf den Home-Märkten nicht mehr zu
erzielen sind und das führt quasi zu einem Zwang zur Internationalisierung. Die
Firmen können dadurch ihre Güter dort herstellen, wo dies am kostengünstigsten ist
und dort verkaufen, wo dies zu den höchsten Preisen möglich ist.4
Eine direkte Folgerung dieser Wanderung präsentiert sich beispielsweise bei der
Entwicklung des neuen Beatle von VW. Das Design stammt aus Kalifornien, die
Ingenieurstechnik aus Deutschland, die Motoren aus Ungarn und zusammenmontiert
wird das Auto in Mexiko. Um das Auto auf den europäischen Markt zu bringen,
2 Vgl.: Bhagwati (2004)
3 Vgl.: Thurow (1996), S. 32
4 Vgl.: Schneider/Hirt (2007), S. 2, Weiber/Adler (2002), S.325ff und Thurow (1996), S. 32
4
bedarf es noch der internationalen Logistik, der dementsprechenden
Marketingstrategie, der lokalen Vertriebskanäle und der After-Sales-
Dienstleistungen.5 Zusammengefasst lässt sich hier eine globale Wertkette bilden,
die aus unzähligen Firmen besteht und einen sehr großen geografischen
Einzugsbereich besitzt. Die Globalisierung der Wertkette ist immer öfter zu
beobachten, da einerseits die Unternehmen dadurch effizienter produzieren können,
andererseits immer mehr Unternehmen sich auf eine Kernkompetenz konzentrieren
und viele Produktionsschritte outsourcen.6
Outsourcing der industriellen Produktion ist seit Jahren der Trend. Dennoch sieht es
so aus, dass dieser Trend sich von dem Produktionssektor um den Sektor der
Dienstleistungen und die sonstigen hochwertigen Branchen erweitert. Der
ausländische Standort wird nicht mehr nur als reiner Anbieter billiger
Produktkomponenten sondern auch als einen wichtigen Absatzmarkt geschätzt. 7
Deshalb ist die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern und Kunden vielfältig
geworden. Dadurch ist auch das Verständnis über die jeweilige lokale Kultur und das
Verhalten von dortigen Managern bei internationalen Geschäften zur Notwendigkeit
geworden.
2.2 Abgrenzung der nationalen Kultur
,,
Kultur
lat. Cultura> Pflege (des Körpers und Geistes) Landbau cultum > bebauen(be)wohnen pflegenehrenemsig beschäftigt
seindie, -/-en." (Brockhaus Enzyklopädie 1990, zwölfter Band, S. 580)
Bis zu den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es schon über 160
Definitionen des Kulturbegriffes. 8 Eine der bekanntesten Definitionen liefert der
Gründer der Kulturanthropologie Sir Edward Burnett Tylor. Er bezeichnete die
Kultur als den Komplex von Kenntnissen, Glaubensvorstellungen, Moralauffassung,
Recht, Kunst, Bräuchen und alle anderen Fähigkeiten und Sitten, die der Mensch als
5 Vgl.: Schneider/Hirt (2007), S. 5
6 Vgl.: OECD (2007), S. 5
7 Vgl.: OECD (2007)
8 Vgl.: Kroeber, F. R./Kluckhohn, F. R. (1952). S. 1-223
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