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Descartes über klare und deutliche Ideen der körperlichen, geistigen und göttlichen Substanz

Essay, 2008, 5 Pages
Author: Christine Natterer
Subject: Philosophy - Early Modern Philosophy (approx. 1350 - 1600)

Details

Event: Geschichte der Philosophie "Substanz und Kausalität in der Philosophie der frühen Neuzeit"
Institution/College: University of Göttingen
Tags: Descartes, Ideen, Substanz, Geschichte, Philosophie, Substanz, Kausalität, Philosophie, Neuzeit
Category: Essay
Year: 2008
Pages: 5
Grade: gut
Bibliography: ~ 2  Entries
Language: German
Archive No.: V120048
ISBN (E-book): 978-3-640-24038-8


Abstract

In diesem Essay werde ich zu Descartes These, wir hätten jeweils klare und deutliche Ideen der denkenden Substanz, der körperlichen Substanz und von Gott als ungeschaffener Substanz Stellung beziehen. Zunächst werde ich vorstellen, welche Gründe er für seine Behauptung nennt. Anschließend werde ich untersuchen, ob es Gründe gibt, die man darüber hinaus geltend machen könnte und welche Gründe eher gegen seine Behauptung sprechen. Schließlich werde ich mich mit der Frage auseinandersetzen, ob diese These letztlich überzeugend ist.


Excerpt (computer-generated)

Georg-August-Universität Göttingen

Philosophische Fakultät

Philosophisches Seminar

1.FS. 2-Fächer-Bachelor

PS: Substanz und Kausalität in der Philosophie der frühen Neuzeit

Wintersemester

(Philosophie/Rechtswissenschaften)

Essay-Aufgabe (zur Abgabe am 19.11.2008)

In diesem Essay werde ich zu Descartes These, wir hätten jeweils klare und deutliche

Ideen der denkenden Substanz, der körperlichen Substanz und von Gott als

ungeschaffener Substanz Stellung beziehen. Zunächst werde ich vorstellen, welche

Gründe er für seine Behauptung nennt. Anschließend werde ich untersuchen, ob es

Gründe gibt, die man darüber hinaus geltend machen könnte und welche Gründe eher

gegen seine Behauptung sprechen. Schließlich werde ich mich mit der Frage

auseinandersetzen, ob diese These letztlich überzeugend ist.

Schon durch seine einzelnen Definitionen arbeitet Descartes auf die Gründe für seine

Theorie hin, welche ich im Folgenden einzeln ansprechen möchte:

Zunächst erklärt Decartes in § 54, dass wir klare und deutliche Grundbegriffe von der

geschaffenen denkenden und der körperlichen Substanz erlangen können, wenn wir

alle Attribute des Denkens sorgfältig von den Attributen der Ausdehnung

unterscheiden. Diese Verbindung von Substanz und Attribut begründet er in der

Aussage, dass wenn ein Attribut als anwesend erfasst werden kann,

notwendigerweise auch ein existierendes Ding, also eine denkende oder körperliche

Substanz, anwesend ist, der das Attribut zugesprochen werden kann. So macht die

Ausdehnung in Länge, Breite und Tiefe die körperliche Substanz und das Denken an

sich die denkende Substanz aus. Legt man dieses Schema über alles, was erfasst

werden kann, so erhält man laut Descartes die klare und deutliche Perzeption der

genannten Substanzen. Er betont, dass es sich nicht nur um klare Erfassungen, die er

als ,,jedem aufmerksamen Geist gegenwärtig und zugänglich" definiert, handelt,

sondern auch explizit um deutliche, laut Descartes ,,Erfassungen, die, weil sie klar

sind, von allen anderen so unterschieden sind, dass sie schlichtweg nichts anderes als

das, was klar ist, in sich enthalten".

Als Begründung für seine denkende Substanz führt Descartes in seinen Prinzipien an,

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dass es zwar möglich ist, dass man urteilt, etwas zu berühren, dass nicht existiert,

aber nicht, dass man dieses Urteil fällt, und der Geist, der dieses Urteil fällt, nicht

existiert. Die klare und deutliche Erfassung dieser denkenden Substanz wäre somit

immanent.

Descartes unterteilt die denkende Substanz weiterhin in die geschaffene denkende

Substanz und die ungeschaffene denkende Substanz Gottes. Der Mensch ist

grundsätzlich zu den denkenden Substanzen zu zählen, da alles, also sogar der

eigenen Körper, bezweifeln werden kann, nur seine Existenz und damit sein Geist

nicht. Descartes führt an, dass in jedem Menschen die Gewissheit vorhanden ist, dass

es eine ungeschaffene und unabhängig denkende Substanz gibt und fügt hinzu, dass

diese nicht außer durch die völlige Unkenntnis Gottes bestritten werden kann. Will

heißen: Solange der menschliche Geist auch nur Kenntnis von einem

vollkommenden Wesen hat, ist, so Descartes, auch gleichzeitig die Idee Gottes in

ihm verwurzelt.

In den ersten Erwiderungen wird hier eingeharkt und gefragt, wie man Gott in seiner

unendlichen Vollkommenheit überhaupt deutlich Begreifen kann. Hierzu erwidert

Descartes, dass es nicht notwendig sei, diese Vollkommenheit in ihrer

Vollständigkeit deutlich zu erkennen, sondern es durchaus ausreiche zu erkennen,

dass sie grenzenlos sei und einen Teilaspekt zu beachten und zu versuchen, von

diesem erfasst zu werden.

So baut Descartes seine Begründungen zum Einen auf der Erfassung der Umwelt

(also eigentlich der Sinneswahrnehmung) und zum Anderen auf einer inneren

Überzeugung auf.

Als zusätzliche Gründe könnte man anführen, dass der Mensch schon aus

Evolutionsgründen gezwungen war, seine Umwelt sowohl klar, als auch deutlich

wahrzunehmen. Die von Descartes getroffene Einteilung in denkende und

ausgedehnte Substanzen erscheint durchaus verständlich, da gerade die geistigen

Fähigkeiten, also sowohl, das Denken, Glauben, Wollen und Empfinden zu den

Dingen gehören, die uns von anderen Lebewesen unterscheiden und Gott in seiner

dargestellten Form annähren.

Desweiteren könnte man hinzufügen, dass alles, was der Wahrnehmung unterliegt,

ob nun Attribut, die Wesenheit, allgemeine oder spezielle Details ­ alles was der

ausgedehnten Substanz zugeordnet wird, von uns auch eingeordnet werden kann. So

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