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Subtitle: China auf dem Weg zur Weltmacht
Scholary Paper (Seminar), 2008, 19 Pages
Author: Alexander Sperl
Subject: Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations
Details
Institute: Führungsakademie der Bundeswehr
Tags: Folgen, Transformationsprozesses, Beispiel, Green, Olympics“, Seminar, China, Weltmacht, Olympia, Umwelt
Year: 2008
Pages: 19
Grade: 2,5
Bibliography: ~ 40 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-24105-7
ISBN (Book): 978-3-640-24797-4
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Abstract
“Beijing chenggong le!” (Beijing hat gewonnen!) Die Freude hunderttausender Chinesen, die sich in Peking am 13. Juli 2001 erwartungsvoll versammelt hatten, kannte keine Grenzen, als offiziell durch das International Olympic Committee (IOC) bekannt gegeben wurde, dass Beijing zur Ausrichtung der Sommerspiele 2008 ausgewählt worden war . Während anlässlich der fehlgeschlagenen Bewerbung für die Olympischen Spiele 2000 dem Thema „Umwelt“ seitens Beijings keinerlei Beachtung gewidmet wurde, enthielt bereits die Bewerbung für das Jahr 2008 umfassende Pläne zur umweltfreundlichen Ausrichtung der Stadt. Mit dem Konzept „Green Olympic“ wurden die umfangreichen umweltpolitischen Herausforderungen zu einem ehrgeizigen Projekt, dessen Erfolg maßgeblich die Wahrnehmung des ganzen Landes in der Welt bestimmen wird. Im Rahmen der wissenschaftlichen wie journalistischen Berichterstattungen kristallisieren sich zunehmend zwei konträre Positionen und Deutungen heraus. – Während einerseits die Erfolge zur umweltpolitischen Umgestaltung Beijings insbesondere seitens offizieller chinesischer Stellen hervorgehoben werden, konstatieren kritische Studien, dass die Fortschritte regional auf die Stadt Beijing beschränkt seien und sich zudem lediglich auf die Zeit der Spiele konzentrieren. Gegenstand dieser Ausarbeitung ist daher die Frage nach dem „Environmental Challenge“, dem sich Beijing nach der Vergabe der olympischen Spiele zu stellen hatte und immer noch zu stellen hat. Die konkreten Maßnahmen der Stadt zur massiven Verbesserung der Umweltsituation werden hieran anknüpfend dargestellt. In einem abschließenden, wenngleich zentralen Kapitel wird die Frage analysiert, inwiefern die vollzogenen Maßnahmen dauerhaften Charakter haben oder lediglich auf die Zeit der Olympischen Spiele begrenzt sind. Zudem gilt es zu klären, ob die Aktionen auf die Olympiastadt Beijing konzentriert bleiben oder vielmehr Auswirkungen auf die gesamte chinesische Nation haben werden – Symbolcharakter der „Environmental Challenge“.
Excerpt (computer-generated)
Seminarthema
China auf dem Weg zur Weltmacht
Thema der Seminararbeit
Ökologische Folgen des chinesischen
Transformationsprozesses
am Beispiel
,,The Green Olympics"
von
Alexander Sperl
2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. ,,The Environmental Chal enge" als Symbol für China 4
3. Konzepte und konkrete Aktionen der chinesischen Regierung 6
4. Die Dauerhaftigkeit der Maßnahmen anhand ausgewählter Beispiele 8
Kurzfristige Auswirkungen auf die Stadt Beijing 8
Langfristige Auswirkungen auf die Stadt Beijing 9
Die nationale Dimension der Umweltschutzmaßnahmen 10
Die globale umweltpolitische Wahrnehmung Chinas 11
5. Schlussbetrachtung 12
6. Anhang 13
6.1 Anmerkungen 13
3
1. Einleitung
"Beijing chenggong le!" (Beijing hat gewonnen!)
Die Freude hunderttausender Chine-
sen, die sich in Peking am 13. Juli 2001 erwartungsvol versammelt hatten, kannte
keine Grenzen, als offiziel durch das International Olympic Committee (IOC) bekannt
gegeben wurde, dass Beijing zur Ausrichtung der Sommerspiele 2008 ausgewählt
worden war1.
Während anlässlich der fehlgeschlagenen Bewerbung für die Olympischen Spiele
2000 dem Thema ,,Umwelt" seitens Beijings keinerlei Beachtung gewidmet wurde,
enthielt bereits die Bewerbung für das Jahr 2008 umfassende Pläne zur umwelt-
freundlichen Ausrichtung der Stadt.2 Mit dem Konzept ,,Green Olympic" wurden die
umfangreichen umweltpolitischen Herausforderungen zu einem ehrgeizigen Projekt,
dessen Erfolg maßgeblich die Wahrnehmung des ganzen Landes in der Welt
bestimmen wird.
Im Rahmen der wissenschaftlichen wie journalistischen Berichterstattungen kristal i-
sieren sich zunehmend zwei konträre Positionen und Deutungen heraus. Während
einerseits die Erfolge zur umweltpolitischen Umgestaltung Beijings insbesondere sei-
tens offiziel er chinesischer Stel en hervorgehoben werden, konstatieren kritische
Studien, dass die Fortschritte regional auf die Stadt Beijing beschränkt seien und
sich zudem lediglich auf die Zeit der Spiele konzentrieren.
Gegenstand dieser Ausarbeitung ist daher die Frage nach dem ,,Environmental Chal-
lenge", dem sich Beijing nach der Vergabe der olympischen Spiele zu stel en hatte
und immer noch zu stel en hat. Die konkreten Maßnahmen der Stadt zur massiven
Verbesserung der Umweltsituation werden hieran anknüpfend dargestel t. In einem
abschließenden, wenngleich zentralen Kapitel wird die Frage analysiert, inwiefern die
vol zogenen Maßnahmen dauerhaften Charakter haben oder lediglich auf die Zeit der
Olympischen Spiele begrenzt sind. Zudem gilt es zu klären, ob die Aktionen auf die
Olympiastadt Beijing konzentriert bleiben oder vielmehr Auswirkungen auf die ge-
samte chinesische Nation haben werden Symbolcharakter der ,,Environmental
Chal enge".
Das Thema der Ausarbeitung ist dank zahlreicher in das Englische übersetzter chi-
nesischer Quel en auch trotz offensichtlicher Sprachbarrieren meines Erachtens
darstel bar. Weiterhin haben sich insbesondere die Arbeiten von Frau Heidi Haugen,
Frau Eva Sternfeld, Frau Inken Denker und Herrn Björn Conrad als besonders auf-
schlussreich erwiesen, da diese Autoren die Ereignisse in einem weitgefassten Zu-
4
sammenhang betrachten und trotzdem der Komplexität des Themas gerecht wer-
den.3
2. ,,The Environmental Challenge" als Symbol für China
Das Thema ,,Eniviroment" wurde im Zusammenhang der Olympischen Spiele bereits
Ende der 80er Jahre zu einem wichtigen Aspekt. Erstmals wurde das Konzept einer
,,Green Winter Games" für die olympischen Winterspiele in Lil ehammer 1994 veröf-
fentlicht und angewandt. Seit 1996 ist der Bereich des Umweltschutzes in den offi-
ziel en Katalog des IOCs aufgenommen worden und somit Teil einer jeden Bewer-
bung.4
Auch bei Vergabe der Olympischen Spiele an Peking gaben die durch das IOC veröf-
fentlichten Dokumente vor, welche Bereiche im Rahmen einer Bewerbung besondere
Berücksichtigung erlangen,5 wenngleich sich im Vorfeld der Olympia- Bewerbung die
Umweltbelastungen Beijings als eine der größten, wenn nicht gar als die größte Her-
ausforderung einer erfolgreichen Bewerbung der Stadt erwiesen.6
Wurde insbesondere die Luftqualität seitens der übrigen Bewerber genutzt, um Bei-
jings Erfolgsaussichten zu schmälern,7 stel te das ,,Beijing Organizing Committee for
the Games of the XXIX Olympiad" (BOCOG), das im Zentrum der organisatorischen
Olympiavorbereitung steht, gar die Zielvorgabe auf, Peking bis 2008 zu einer ,,um-
weltverträglichen Stadt umzubauen, welche von grünen Hügeln, klarem Wasser,
Grasflächen und blauem Himmel geprägt ist"8.
Angesichts der gravierenden Herausforderung bezeichnet es Björn Conrad in seiner
in der Zeitschrift Internationale Politik veröffentlichten Analyse überaus zutreffend als
,,überraschend", dass ,,ausgerechnet die Volksrepublik China die Ausrichtung um-
weltbewusster Spiele zum zentralen Aspekt ihrer Olympiabewerbung machte"9.
Hierbei ist die Umweltsituation in China im Speziel en und Beijing im Besonderen in
umfassenden Studien zusammengefasst. Einen eindrucksvol en und konzentrierten
Überblick über die zunehmende Entwaldung, den Wassermangel sowie die Wasser-
verschmutzung, die mangelnde Luftqualität und nicht zuletzt die Emission von Treib-
hausgasen gibt beispielsweise Eva Sternfeld in ihrer in der Reihe ,,Aus Politik und
Zeitgeschichte" veröffentlichten Analyse.10 Mit der beschleunigten Industrialisierung
der Wirtschaft und einer immer schnel eren Verstädterung in den letzten Jahren ist
der Widerspruch zwischen ökonomischem Wachstum und ökologischer Nachhaltig-
keit in der Einschätzung Inken Denkers stetig gewachsen. Auch sie nennt als größte
Probleme die Luft- und Wasserverschmutzung, kontaminierte Böden, Bodenerosion
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