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Ansätze zur vergleichenden Religionswissenschaft und zu den Begriffsstudien von Wilfred Cantwell Smith

Scholary Paper (Seminar), 2007, 15 Pages
Author: Josephine Ernst
Subject: Theology - Comparative Religion Studies

Details

Event: PS „Einführung in die Religionswissenschaft – Religionswissenschaftliche Klassiker“
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Institut für Religionswissenschaft)
Tags: Ansätze, Religionswissenschaft, Begriffsstudien, Wilfred, Cantwell, Smith, Religionswissenschaft, Religionswissenschaftliche, Klassiker“
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 15
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V120407
ISBN (E-book): 978-3-640-24704-2
ISBN (Book): 978-3-640-24769-1

Abstract

In dieser Hausarbeit soll es um den (Welt-) Theologen, Orientalisten, aber vor allem Religionswissenschaftler und - phänomenologen Wilfred Cantwell Smith gehen. Im Folgenden soll das Hauptaugenmerk auf seinen in dem von Mircea Eliade und Joseph Mitsuo Kitagawa herausgegebenen Sammelband „Grundfragen der Religionswissenschaft“ veröffentlichtem Aufsatz „Religionswissenschaft: wohin – warum?“ gehen. Des Weiteren soll ein kurzer Abriss über seine Begriffsstudie zur Definition seiner Vorstellung ‚Glauben’ gegeben werden, die einen wesentlichen Teil seiner phänomenologischen Ansätze der Religionswissenschaft ausmacht. Seine Religions- und Glaubensstudien lassen sich gleichsam als „eine späte Umsetzung dessen“ interpretieren, was „Schleiermacher in der Einleitung zu ‚Der christliche Glaube’“ anfänglich geplant hatte. Sein Wirken wurde maßgeblich am Lehrstuhl für vergleichende Religionswissenschaft in McGill an der theologischen Fakultät geprägt. Zu dieser Zeit wendete sich Smith von seinen sozialgeschichtlichen Untersuchungen über den indischen Islam mehr der „religionswissenschaftlich-verstehenden Betrachtungsweise“ zu. Diese islamwissenschaftliche Forschung bildet auch den Ausgangspunkt seines Glaubens- und Religionsverständnisses. In Deutschland ist Wilfred Cantwell Smith wenig rezipiert worden. Das kann schon an dem Sachverhalt festgestellt werden, dass man sogar heute wenige Übersetzungen seiner Arbeit finden kann. Außerdem zählt Smith wohl zu den meist kritisierten Wissenschaftlern seines Faches. Bleeker und Per Kværne zum Beispiel beanstanden Smiths Einseitigkeit seiner „personalistische[n] Methodik“, während andere diese Begrenztheit auch seinem faith-Konzept vorwerfen. Der einzige der wohl Smiths Programmatik aus „Religionswissenschaft: wohin – warum?“ übernommen und versucht hat weiterzuführen, war wohl Jacques Waardenburg. In seinen Ausführungen sind Kritiken, Änderungsvorschläge und andere Begrifflichkeiten zu verzeichnen. [...]


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Schiller-Universität Jena

PS ,,Einführung in die Religionswissenschaft ­ Religionswissenschaftliche Klassiker"

WS 2006/07

Ansätze

zur vergleichenden Religionswissenschaft

und

zu den Begriffsstudien

von Wilfred Cantwell Smith

Josephine Ernst

2./3. Semester LaR Deutsch/Ethik

Datum: 12.03.2007


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. ,,Personalistische Methodik" der vergleichenden Religionswissenschaft 3

3. Der Begriff

faith

­ ,Glaube′ im religionsphänomenologischen Kontext 8

5. Schlussbetrachtung 11

6. Literaturverzeichnis 12

1


1. Einleitung

In dieser Hausarbeit soll es um den (Welt-) Theologen, Orientalisten, aber vor allem

Religionswissenschaftler und - phänomenologen Wilfred Cantwell Smith gehen. Im

Folgenden soll das Hauptaugenmerk auf seinen in dem von Mircea Eliade und Joseph

Mitsuo Kitagawa herausgegebenen Sammelband ,,Grundfragen der

Religionswissenschaft" veröffentlichtem Aufsatz ,,Religionswissenschaft: wohin ­

warum?" gehen. Des Weiteren soll ein kurzer Abriss über seine Begriffsstudie zur

Definition seiner Vorstellung ,Glauben′ gegeben werden, die einen wesentlichen Teil

seiner phänomenologischen Ansätze der Religionswissenschaft ausmacht. Seine

Religions- und Glaubensstudien lassen sich gleichsam als ,,eine späte Umsetzung

dessen"1 interpretieren, was ,,Schleiermacher in der Einleitung zu ,Der christliche

Glaube′"2 anfänglich geplant hatte.

Sein Wirken wurde maßgeblich am Lehrstuhl für vergleichende Religionswissenschaft

in McGill an der theologischen Fakultät geprägt. Zu dieser Zeit wendete sich Smith von

seinen sozialgeschichtlichen Untersuchungen über den indischen Islam mehr der

,,religionswissenschaftlich-verstehenden Betrachtungsweise"3 zu. Diese

islamwissenschaftliche Forschung bildet auch den Ausgangspunkt seines Glaubens- und

Religionsverständnisses.

In Deutschland ist Wilfred Cantwell Smith wenig rezipiert worden. Das kann schon an

dem Sachverhalt festgestellt werden, dass man sogar heute wenige Übersetzungen

seiner Arbeit finden kann.

Außerdem zählt Smith wohl zu den meist kritisierten Wissenschaftlern seines Faches.

Bleeker und Per Kværne zum Beispiel beanstanden Smiths Einseitigkeit seiner

,,personalistische[n] Methodik", während andere diese Begrenztheit auch seinem

faith

-

Konzept vorwerfen.

Der einzige der wohl Smiths Programmatik aus ,,Religionswissenschaft: wohin ­

warum?" übernommen und versucht hat weiterzuführen, war wohl Jacques

1 Grünschloss, Andreas:

Religionswissenschaft als Welt-Theologie. Wilfred Cantwell Smiths interreligiöse
Hermeneutik.

Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1994. S. 203.

2 Ebd.

3 Ders. S. 129.

2


Waardenburg.4 In seinen Ausführungen sind Kritiken, Änderungsvorschläge und andere

Begrifflichkeiten zu verzeichnen.5

2. ,,Personalistische Methodik" der vergleichenden
Religionswissenschaft

In diesem Abschnitt werden nun Kriterien wie Voraussetzungen, Aufgaben, Methoden

und Ziele Smiths vergleichender Religionswissenschaft auf der Grundlage seines

Aufsatzes ,,Religionswissenschaft: wohin ­ warum?" dargelegt.

Wilfred Cantwell Smith geht davon aus, dass eine neue Zeit in der Erforschung der

Religionen angebrochen sei. Nachdem sich die Wissenschaftler im 19. Jahrhundert,

dessen Höhepunkt er mit der ,,Encyclopaedia of Religion and Ethics" festmacht6,

vornehmlich mit Texten und Berichten über fremde Völker auseinandergesetzt haben,

sei nun7 das ,,Jahrhundert der Völkerverständigung"8 angebrochen. Dieses gründe sich

vor allem auf die nach 1945 ,,veränderte Weltlage"9, die es verlange, die Religionen nun

durch die Menschen zu erfassen. Diese politische, soziale und kulturelle Situation

versucht Wilfred Cantwell Smith auf wissenschaftliches Territorium, also das der

Religionswissenschaft, zu übertragen. In einer Frage formuliert bildet dies die

Ausgangsfrage Smiths Ausführungen.10 Er betrachtet es als seine Aufgabe, die

Religionswissenschaft in einem gewissen Sinne auf die Ebene der Humanwissenschaft

zu erheben, die vor allem auf ständiges Kontrollieren und Korrigieren, sowie akribische

Akkuratheit basiere.11

Wilfred Cantwell Smith unterscheidet die Religionen und deren Erforschung in

,,äußere" und ,,innere Aspekte".12 Trotz der Wichtigkeit der ,,Symbole, Institutionen,

4 Vgl. Grünschloss, Andreas:

Religionswissenschaft als Welt-Theologie. Wilfred Cantwell Smiths
interreligiöse Hermeneutik.

a.a.O. S. 148f.

5 Vgl. Ders. S. 249ff.

6 Vgl. Smith, Wilfred Cantwell:

Vergleichende Religionswissenschaft: wohin ­ warum?.

In: Mircea

Eliade und Joseph Mitsuo Kitagawa:

Grundfragen der Religionswissenschaft

. Salzburg: Otto Müller,

1963. S. 75.

7 ca. 1963

8 Smith, Wilfred Cantwell:

Vergleichende Religionswissenschaft: wohin ­ warum?.

a.a.O. S. 77.

9 Ders. S. 78.

10 Ders. S. 77f.

11 Vgl. Ders. S. 81.

12 Ders. S. 80f.

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