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Studienarbeit, 2008, 63 Seiten
Autor: Andreas Sauer
Fach: Wirtschaftsingenieurwesen
Details
Tags: Bestimmung, Regelenergie, Ausgleich, Windenergie
Jahr: 2008
Seiten: 63
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 53 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-24219-1
ISBN (Buch): 978-3-640-24806-3
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Zusammenfassung / Abstract
Die massive Zunahme des Anteils der Windenergie an der Stromerzeugung stellt die Frage nach den Auswirkungen der Integration großer Windstrommengen in das Stromversorgungssystem in Deutschland. Infolge der fluktuierenden und mit Prognosefehlern behafteten Windstromeinspeisung (WSE) kann die installierte Windkapazität nicht konventionelle Kraftwerkskapazität ersetzen. Dennoch ist zu bedenken, dass jede kWh Windstrom, konventionell erzeugten Strom ersetzt und damit fossiler oder nuklearer Brennstoff eingespart wird. Doch ein nicht ständig verfügbares Windangebot und die teilweise starke Überlastung von Stromnetzen stehen den Schadstoffminderungen entgegen. Elektrizität lässt sich nur bedingt speichern. Es ist somit Aufgabe der Übertragungsnetzbetreiber ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Nachfrage herzustellen. Da Windenergie eine fluktuierende Energiequelle ist, muss sie durch Leistungsreserven ausgeglichen werden. Hier ist ein Neuer Markt, der Handel mit Minutenreserven entstanden. Anfang 2005 erschien mit der Dena-Studie eine große wissenschaftliche Untersuchung zum Thema „Energiewirtschaftliche Planung für die Netzintegration von Windenergie in Deutschland an Land und Offshore bis zum Jahr 2020“ diese analysiert die Auswirkungen des Windenergieausbaus auf das Elektrizitätssystem bezüglich der langfristigen energiewirtschaftlichen Planbarkeit und behandelt unter anderem das Thema der Regel- und Reserveenergie zum Ausgleich der Windenergie. In diesem Kapitel der Dena-Studie wird ein mathematisch-statistisches Verfahren zur Bestimmung der insgesamt erforderlichen Regel- und Reserveleistung beschrieben, welches auch Grundlage der Regelenergie- Berechnungen dieser Studienarbeit ist.
Textauszug (computergeneriert)
I
Technische Universität Darmstadt
Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik
Fachgebiet Regenerative Energien
-
Studienarbeit -
Bestimmung der Regelenergie zum Ausgleich der Windenergie
Bearbeitet von:
Andreas Sauer
Studiengang: Wirtschaftsingenieurwesen
Fachrichtung Elektrotechnik und Informationstechnik (Diplom)
Sperling
I
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1
Einleitung 1
1.1
Motivation 1
1.2
Ziel der Arbeit 2
1.3
Aufbau der Arbeit 3
2
Ausgangssituation und Grundlagen 4
2.1
Der Strommarkt 5
2.2
Bilanzkreise 8
2.3
Regelenergie 10
2.3.1
Primärregelleistung 12
2.3.2
Sekundärregelleistung 14
2.3.3
Minutenreserven 16
2.3.4
Zusammenfassung 21
2.4
Integration von Windenergie in das deutsche Stromnetz 22
2.4.1
Windfluktuation 23
2.4.2
Windenergieprognoseverfahren 24
2.4.3
Probleme bei sehr hoher Windstromeinspeisung 25
2.5
Regelenergiemarkt 25
2.6
Last 26
2.6.1
Lastgang 26
2.6.2
Lastprognose 27
3
Regel- und Reserveenergie heute 31
3.1
Methodisches Vorgehen 31
3.2
Ungeplante, nicht disponible Kraftwerksausfälle 32
3.3
Lastprognosefehler 36
3.4
Windprognosefehler 37
3.5
Berechnung 38
3.6
Kosten der Regelenergievorhaltung 40
4
Regel- und Reserveenergie 2020 42
4.1
Szenariodefinitionen 42
4.2
Lastprognosefehler 2020 43
II
4.3
Windprognosefehler 2020 44
4.4
Szenarioberechnung für das Jahr 2020 46
4.5
Kosten der Regelenergievorhaltung 48
5
Fazit 50
6
Literaturverzeichnis 53
III
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis
Abb Abbildung
BKV Bilanzkreisverantwortlicher
CO2 Kohlendioxid
EEG Erneuerbare Energien Gesetz
EEX European Energy Exchange
EnWG Energiewirtschaftsgesetz
EU Europäische Union
EVU Energieversorgungsunternehmen
GW Gigawatt
GWh Gigawattstunde
IWR Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien
MW Megawatt
nMR negative Minutenreserve
pMR positive Minutenreserve
StromNZV Stromnetzzugangsverordnung
TLP Tagesleistungspreis
ÜNB Übertragungsnetzbetreiber
UCTE Union pour la Coordination du Transport de l′Ectricité
VNB Verteilnetzbetreiber
WEA Windenergieanlage
WSE Windstromeinspeisung
& und
§ Paragraph
§§ Paragraphen
Vgl Vergleiche
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Ausbau regenerativer Energien in Deutschland bis 2030 aus der BMU-
Leitstudie (2007) und der dena-Netzstudie. 1
Abbildung 2 zukünftiger Regelenergiebedarf. 3
Abbildung 3 Entwicklung der Rahmenbedingungen des Wettbewerbs seit 1997. 4
Abbildung 4 Bilanzkreis. 9
Abbildung 5 Ausschreibungen der Regelenergie auf www.regelleistung.net. 11
Abbildung 6 Kostenaufteilung der Regelenergie 12
Abbildung 7 Primärregelleistung der Regelzonen (Ausschreibungen für das erste Halbjahr
2008). 13
Abbildung 8 Sekundärreservearten der Übertragungsnetzbetreiber (Ausschreibungen für
das erste Halbjahr 2008). 15
Abbildung 9 Minutenreservearten. 17
Abbildung 10 Zeitlicher Einsatzablauf der Regelenergie. 22
Abbildung 11 Installierte Windkraftleistung in Deutschland 23
Abbildung 12 EEG-Windenergie-Einspeisung in Deutschland im April 2008, Tagesminima
und Tagesmaxima der 1/4-Stunden-Leistungsprofile. 24
Abbildung 13 Lastgang im RWE Netz vom 2.-8.Juni 2008 /eigene Darstellung /Daten von
rwe. 27
Abbildung 14 Last in den Regelzonen Prognose und tatsächliche Verteilung.. 28
Abbildung 15 Netzlast in Deutschland 29
Abbildung 16 Häufigkeitsverteilung der Leistungsabgabe 35
Abbildung 17 Kraftwerksausfallwahrscheinlichkeit 36
Abbildung 18 Lastprognosefehler 2007 ( Höchstlast 77.800 MW ). 37
Abbildung 19 Häufigkeitsverteilung der Windprognosefehler 38
Abbildung 20 gemeinsame Wahrscheinlichkeit für Leistungsdefizite bzw. Überschüsse .. 39
Abbildung 21 Lastprognosefehler für das Jahr 2020 44
Abbildung 22 Windprognosefehler im Jahr 2007 und 2020 45
V
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Mittlere Tagesleistungspreise pro MW Minutenreserve im Jahr 2006. 19
Tabelle 2 Mittlere Tagesleistungspreise pro MW Minutenreserve im Jahr 2007. 19
Tabelle 3 Abgerufene Minutenreserven. 21
Tabelle 4 Jahreshöchstlast in Deutschland ( eigene Darstellung, Daten von www.vdn-
berlin.de ). 29
Tabelle 5 Mittlerer Netto-Brutto-Faktor 33
Tabelle 6 Nicht disponible, stochastische Nicht-Verfügbarkeiten von Kraftwerken 34
Tabelle 7 Kraftwerksvektor "h_pp" 34
Tabelle 8 Defizitwahrscheinlichkeiten 38
Tabelle 9 Regelenergie 2007 40
Tabelle 10 Regelenergiekosten für WEA bei einer Defizitwahrscheinlichkeit von 1 % 40
Tabelle 11 Regelenergiekosten für WEA bei einer Defizitwahrscheinlichkeit von 0,1 % .. 41
Tabelle 12 Regelenergiekosten für WEA bei einer Defizitwahrscheinlichkeit von 2 % 41
Tabelle 13 Prognose der Jahreshöchstlast 43
Tabelle 14 Szenario A zusätzliche Regelenergie 2020 46
Tabelle 15 Szenario B Atomausstieg bei gleichzeitigem Ausbau der Windenergie auf 50
GW 47
Tabelle 16 Regelenergievorhaltung Szenario B 47
Tabelle 17 Regelenergievorhaltung Szenario C 48
Tabelle 18 Kosten Szenario A 48
Tabelle 19 Kosten Szenario B 48
Tabelle 20 Kosten Szenario C 49
1
1 Einleitung
1.1 Motivation
,,Windenergie weltweit erstmals über 100 000 Megawatt"
So lautete am 15. Mai 2008 eine Meldung des Internationalen Wirtschaftsforums
Regenerative Energien (IWR) in Münster1. Der Anteil regenerativer Energien an der
Bruttostromversorgung steigt dank Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Deutschland
seit Jahren rasant an. Der Anteil Erneuerbarer Energien am gesamten Bruttostrom-
verbrauch hat sich seit dem Jahr 2000 von 6,3 % auf rund 11,6 % im Jahr 2006 fast
verdoppelt. Für das vergangene Jahr 2007 wird erwartet, dass der Anteil weiter auf über
13 % ansteigt. Das Ausbauziel des EEG, Anteil der Regenerativen Energien bis 2010 über
12,5%, wäre somit bereits 2007 überschritten.2 Der steigende Anteil der regenerativen
Energien wird an folgendem Schaubild noch verdeutlicht:
Abbildung 1 Ausbau regenerativer Energien in Deutschland bis 2030 aus der BMU-Leitstudie (2007)
und der dena-Netzstudie.3
Die massive Zunahme des Anteils der Windenergie an der Stromerzeugung stellt die Frage
nach den Auswirkungen der Integration großer Windstrommengen in das
1 (IWR, 2008)
2 (BMU, 2007) S. 9
3 (DENA, 2008)
2
Stromversorgungssystem in Deutschland. Infolge der fluktuierenden und mit
Prognosefehlern behafteten Windstromeinspeisung (WSE) kann die installierte
Windkapazität nicht konventionelle Kraftwerkskapazität ersetzen. Dennoch ist zu
bedenken, dass jede kWh Windstrom, konventionell erzeugten Strom ersetzt und damit
fossiler oder nuklearer Brennstoff eingespart wird. Doch ein nicht ständig verfügbares
Windangebot und die teilweise starke Überlastung von Stromnetzen stehen den
Schadstoffminderungen entgegen. Elektrizität lässt sich nur bedingt speichern. Es ist somit
Aufgabe der Übertragungsnetzbetreiber ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und
Nachfrage herzustellen. Da Windenergie eine fluktuierende Energiequelle ist, muss sie
durch Leistungsreserven ausgeglichen werden. Hier ist ein Neuer Markt, der Handel mit
Minutenreserven entstanden. Anfang 2005 erschien mit der Dena-Studie eine große
wissenschaftliche Untersuchung zum Thema ,,Energiewirtschaftliche Planung für die
Netzintegration von Windenergie in Deutschland an Land und Offshore bis zum Jahr
2020" diese analysiert die Auswirkungen des Windenergieausbaus auf das
Elektrizitätssystem bezüglich der langfristigen energiewirtschaftlichen Planbarkeit und
behandelt unter anderem das Thema der Regel- und Reserveenergie zum Ausgleich der
Windenergie (vgl. Kap. 13 der Dena-Studie4). In diesem Kapitel der Dena-Studie wird ein
mathematisch-statistisches Verfahren zur Bestimmung der insgesamt erforderlichen
Regel- und Reserveleistung beschrieben, welches auch Grundlage der Regelenergie-
Berechnungen dieser Studienarbeit ist.
1.2 Ziel der Arbeit
Die fluktuierende Energiequelle Wind lässt sich mit verschiedenen Prognoseverfahren für
den Folgetag voraussagen. Weicht der tatsächlich eingespeiste Wert von diesem
prognostizierten Wert ab, so ist Regelenergie einzusetzen um die Differenz auszugleichen.
Regelenergie ist auch für den konventionellen Kraftwerkspark nötig um Nicht-
Verfügbarkeiten von Kraftwerken auszugleichen. Die Last lässt sich auch nur mit einer
bestimmten Fehlerwahrscheinlichkeit prognostizieren, wofür hier auch Regelenergie
notwendig ist. Somit ergeben sich Regelenergievorhaltungen für einen Kraftwerkspark
ohne Windenergieeinspeisung und mit Windenergieeinspeisung. Ziel dieser Studienarbeit
ist es zu bestimmen wie viel Regelenergie zum Ausgleich der Windenergie vorgehalten
werden muss und wie hoch die Kosten hierfür ausfallen. Anschließend wird eine Szenario-
4 (DENA, 2005) Kapitel 13
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