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Analyse des Verlaufs des realen Wechselkurses

Hauptseminararbeit, 2007, 21 Seiten
Autor: Clemens Wörner
Fach: Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 21
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V120669
ISBN (E-Book): 978-3-640-24918-3
ISBN (Buch): 978-3-640-25141-4
Anmerkungen :
Außenwirtschaft, Kaufkraftparitätentheorie, KKP, PPP, Balassa-Samuelson Effekt, Produktivität, Statistik


Zusammenfassung / Abstract

Der reale Wechselkurs ist von großer theoretischer und praktischer Relevanz bei der Erforschung internationaler makroökonomischer Zusammenhänge. Er ist in erster Linie ein Instrument zur Analyse von Kaufkraftparitäten. Mit dem Wissen über den realen Außenwert einer Währung lassen sich langfristige makroökonomische Anpassungsprozesse, wie zum Beispiel Preissteigerungen, nominale Wechselkurse oder die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes analysieren und prognostizieren. (Mark 2001, S. 163). Der reale Aussenwert einer Währung liefert also wichtige Informationen sowohl für staatliche Institutionen wie Zentralbanken und Ministerien als auch für private Investoren wie Banken und Versicherungen. In dieser Arbeit werden die theoretischen Grundlagen des realen Wechselkurses, wie das Einheitspreisgesetz und die Kaufkraftparitätentheorie, näher erläutert um im folgenden Kapitel auf die theoretischen Eigenschaften des realen Wechselkurses selbst und die wichtigsten empirischen Grundlagen zu dessen Analyse sowie Ergebnisse einzugehen. Weiterhin werden die wichtigsten Theorien zu Abweichungen von der Kaufkraftparität kurz dargestellt. In Kapitel 4 wird eine dieser Theorien, das Balassa- Samuelson Modell, etwas eingehender besprochen um in Kapitel 5 die Studie von Canzoneri et al. (1999) vorzustellen, welche die Postulate der Balassa-Samuelson Theorie empirisch untersucht. Im letzten Kapitel soll ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des realen Wechselkurses gegeben werden. [...]


Textauszug (computergeneriert)

Analyse des Verlaufs des realen Wechselkurses

Hauptseminar Spezielle Volkswirtschaftslehre

im Sommersemester 2007

zum Thema

Monetäre Außenwirtschaft

Staatswissenschaftliches Seminar

Universität zu Köln

Clemens Wörner

9. Fachsemester VWL


I. Inhalt

1. Einleitung 2

2. Theoretische Grundlagen des Realen Wechselkurses 2

2.1 Das Einheitspreisgesetz 2

2.2 Die Kaufkraftparitätentheorie 3

3. Der reale Wechselkurs 3

3.1 Theorie 3

3.2 Empirie 4

3.3 Theorien zu Abweichungen des realen Wechselkurses 5

4. Der Balassa-Samuelson Effekt 6

5. Studie von Canzoneri, Cumby, Diba (1999)

5.1 Überblick 8

5.2 Test der ersten Hypothese 8

5.3 Test der zweiten Hypothese 9

5.4 Ergebnisse 11

6. Fazit und Ausblick 11

1


1. Einleitung

Der reale Wechselkurs ist von großer theoretischer und praktischer Relevanz bei der

Erforschung internationaler makroökonomischer Zusammenhänge. Er ist in erster Linie

ein Instrument zur Analyse von Kaufkraftparitäten. Mit dem Wissen über den realen

Außenwert

einer

Währung

lassen

sich

langfristige

makroökonomische

Anpassungsprozesse, wie zum Beispiel Preissteigerungen, nominale Wechselkurse oder

die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes analysieren und prognostizieren. (Mark 2001, S.

163). Der reale Aussenwert einer Währung liefert also wichtige Informationen sowohl

für staatliche Institutionen wie Zentralbanken und Ministerien als auch für private

Investoren wie Banken und Versicherungen.

In dieser Arbeit werden die theoretischen Grundlagen des realen Wechselkurses, wie

das Einheitspreisgesetz und die Kaufkraftparitätentheorie, näher erläutert um im

folgenden Kapitel auf die theoretischen Eigenschaften des realen Wechselkurses selbst

und die wichtigsten empirischen Grundlagen zu dessen Analyse sowie Ergebnisse

einzugehen. Weiterhin werden die wichtigsten Theorien zu Abweichungen von der

Kaufkraftparität kurz dargestellt. In Kapitel 4 wird eine dieser Theorien, das Balassa-

Samuelson Modell, etwas eingehender besprochen um in Kapitel 5 die Studie von

Canzoneri et al. (1999) vorzustellen, welche die Postulate der Balassa-Samuelson

Theorie empirisch untersucht. Im letzten Kapitel soll ein Fazit gezogen und ein

Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des realen Wechselkurses gegeben werden.

2. Theoretische Grundlagen des realen Wechselkurses

2.1 Das Einheitspreisgesetz

Das Einheitspreisgesetz bzw. Gesetz der Preiseinheitlichkeit (LOOP) ist die Grundlage

der Kaufkraftparitätentheorie. Es besagt, dass in verschiedenen Ländern produzierte

homogene Güter, unter Vernachlässigung von Transaktionskosten, denselben Preis in

einer Währung ausgedrückt besitzen (Sarno et al. 2002, S.51).

*

P

=

S P

(2.1)

i

,

t

t

i

,

t

P-Stern bezeichnet hier den Preis des ausländischen Gutes i zum Zeitpunkt t

umgerechnet mit dem nominalen Wechselkurs S zum Zeitpunkt t, der bei Gültigkeit des

Einheitspreisgesetzes dem Preis des inländischen Gutes i zum Zeitpunkt t im Inland

entsprechen soll. Der Grund für den einheitlichen Preis in verschiedenen Ländern ist die

Annahme einer perfekten Güterarbitrage.

2


2.2 Die Kaufkraftparitätentheorie

Die Kaufkraftparitätentheorie (im weiteren Textverlauf KKP genannt) in ihrer heutigen

Form wurde von dem schwedischen Ökonomen Gustav Cassel im Jahre 1918 entwickelt,

wobei sich schon diverse Ökonomen vor ihm mit dem Thema beschäftigten (Sarno et al.

2002, S. 51, Krugman 2006, S. 478) Sie besagt, dass Kaufkraftparität herrscht, also

zwei Währungen dieselbe Kaufkraft besitzen, wenn das Preisniveau des Auslands

dividiert

durch

das

inländische

Preisniveau

dem

nominalen

Wechselkurs

(Mengennotierung) entspricht. Man unterscheidet in der Literatur zwei Arten von KKP.

Absolute KKP ist gegeben, wenn

*

P

S

t

=

t

Pt

(2.2)

erfüllt ist, wobei S den nominalen Wechselkurs P das Preisniveau des Inlands und P*

das Preisniveau des Auslands zum Zeitpunkt t bezeichnen. Dieses Preisniveau wird über

einen bestimmten Warenkorb oder Preisindex bestimmt. Die KKP besagt, dass

Preissteigerungen im Inland (was einem Verlust der inländischen Kaufkraft entspricht)

mit einer Abwertung der eigenen Währung verbunden sein müssen um das

Gleichgewicht wiederherzustellen. (Krugman 2006, S. 478).

Relative KKP ist bei

P

*

S

=

P

(2.3)

erfüllt. Hier entspricht die Veränderung des nominalen Wechselkurses der relativen

Veränderung des inländischen und ausländischen Preisniveaus zwischen den

Zeitpunkten t und t+1. Die relative KKP bezieht sich im Gegensatz zur absoluten KKP

auf Preis- und Wechselkursänderungen und nicht auf deren Niveaus.

3. Der reale Wechselkurs

3.1 Theorie

Mit Hilfe des realen Wechselkurses können Abweichungen von der Kaufkraftparität

sehr komfortabel analysiert werden. Der reale Wechselkurs q (hier in logarithmierter

Form aufgeführt) setzt sich aus den relativen Preisniveaus und dem nominalen

Wechselkurs ( Mengennotierung) jeweils zum Zeitpunkt t zusammen.

*

q

=

s

+

p

-

p

t

t

t

t

(3.1)

3


Während der nominale Wechselkurs den relativen Preis zweier Währungen bezeichnet,

stellt der reale Wechselkurs den relativen Preis zweier Warenkörbe dar (Krugman 2000,

S. 502). Bei Gültigkeit der KKP müssten beide Warenkörbe gleich teuer sein und der

reale Wechselkurs folglich den Wert 1 bzw. in der logarithmierten Form den Wert 0

annehmen.

3.2 Empirie

Bisher sind weder die von der Theorie postulierten Paritätswerte noch konstante Werte

für den realen Wechselkurs für einen bestimmten Zeitraum nachgewiesen worden.

Grafik A.1 im Anhang zeigt dies anhand des Verlaufs des realen US$/DM Wechsel-

kurses von 1970-2004. Allgemein gilt die KKP daher als erfüllt, wenn der Entwicklung

des realen Wechselkurses ein stationärer Prozess zugrunde liegt. Für schwache

Stationarität müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein (Mosler 2006, S. 26):

1. Mittelwertstationarität:

E

(

q

(3.2)

t

) = µ

Der Erwartungswert des realen Wechselkurses zum Zeitpunkt t muss dem

Mittelwert entsprechen.

2. Kovarianzstationarität: Die Kovarianz

Cov

(

q

,

q

ist ausschließlich von der

s

t

)

Differenz von t - s abhängig, wobei t und s zwei verschiedene Zeitpunkte

darstellen.

Grafik A.2 zeigt einen typischen stationären Prozess.

Das Gegenteil eines stationären Prozesses ist ein Random Walk (Irrfahrt). In diesem

Fall wäre die KKP nicht erfüllt. Ein Prozess ist dann ein Random Walk wenn gilt:

q

=

q

u

.

i

.

i d

.~

und ² > 0 (3.3)

t

( 2

-

mit

,

0

)

1 +

u

t

t

t

Beim realen Wechselkurs würde ein Random Walk vorliegen wenn der Wert der

Vorperiode t-1 addiert mit einem unabhängigen White Noise

u

den Wert der Periode t

t

ergäbe. Der unabhängige White Noise ist unabhängig und gleichverteilt (i.i.d.) mit

einem Erwartungswert von Null und einer Varianz größer 0. Somit wird sichergestellt,

dass fast jeder Wert mit der gleichen Wahrscheinlichkeit erreicht wird. In Grafik A.3

sind einige repräsentative Random Walks dargestellt. Im Gegensatz zu einem

stationären Prozess hat ein Random Walk keinerlei Stabilitäts-bzw. Prognose-

eigenschaften (Mosler 2006, S. 27).

Die Fachwelt ist sich einig, dass der reale

Wechselkurs kurzfristig einen Random Walk beschreitet, langfristig jedoch irgendeine

Art von KKP gilt. ,, (...) that some form of PPP holds at least as a long-run

4



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