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Diplomarbeit, 2007, 71 Seiten
Autor: Dipl. Betriebswirt Björn Nadolny
Fach: Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung
Details
Tags: Preisanalyse, ETFs, Exchange Traded Funds, Fonds, börsengehandelte Fonds, Börse, Investmentfonds, Abgeltungssteuer
Jahr: 2007
Seiten: 71
Note: 2,5
Literaturverzeichnis: ~ 80 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-29183-0
ISBN (Buch): 978-3-640-29194-6
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Zusammenfassung / Abstract
„[Die] Fondsbranche muss sich der Derivate erwehren“, „Nun holen die bedrängten Fondshäuser zum Gegenschlag aus“, „Indexfonds erobern die Börsen Europas“. Schlagzeilen dieser Art finden sich in der Wirtschaftspresse immer häufiger. Sie lassen deutlich erkennen, wie die künftige Ausrichtung innerhalb der Fondsbranche aussehen wird. Die Renaissance der Fondsgesellschaften wird im Wesentlichen von zwei Erscheinungen geprägt. Auf der einen Seite wehren sich die Kapitalanlagegesellschaften, indem sie versuchen, mit den ehemals befeindeten Emittenten von Zertifikaten zusammenzuarbeiten. Diese Kooperation bringt neue Anlagevarianten wie Zertifikate- Fonds oder Derivate auf Fonds4 – bei sinkenden Transaktionskosten – hervor. Andererseits eröffnet sich mit dem Börsenhandeln von Fondsprodukten – seien es Exchange Traded Funds oder traditionelle Publikumsfonds – ein hochliquider und zunehmend transparenter Markt. Einhergehend mit ihrer Börsennotierung gehört die nur einmal pro Tag stattfindende Anteilspreisberechnung der gelisteten Fonds der Vergangenheit an. Der Handel mit Fonds an der Börse verlangt vom Skontroführer eine kontinuierliche Anteilspreisermittlung, wie sie bspw. bei der Kursfeststellung von Aktien praktiziert wird. Während dort die Kurse üblicherweise durch Angebot und Nachfrage der Börsianer zustande kommen, ist die Preisermittlung bei börsengehandelten Fonds zunächst intransparent. Daher ist insbesondere beim Handel von Publikumsfonds zu analysieren, inwieweit der fortlaufende Anteilspreis und der Nettoinventarwert, den die KAG errechet, deckungsgleich sind. Der zweite Teilbereich betrifft börsengehandelten Indexfonds, die auch unter dem Kürzel „ETF“ bekannt sind. Die These, dass der Index aufgrund der Informationseffizienztheorie alle für die jetzige Preisbildung relevanten Informationen bereits enthält und damit die effizienteste Anlageform darstellt,5 verhalf diesem Segment in den letzten Jahren zu einem beachtlichen Wachstum. Allerdings bleibt hier neben der Preisbildung insbesondere die Frage nach der Genauigkeit der Indexnachbildung offen. Damit einhergehend ist zu untersuchen, inwiefern sich die Preise von börsengehandelten Fonds und Index entsprechen bzw. welche Ursachen Preisabweichungen in der Praxis haben.
Textauszug (computergeneriert)
Analyse der Preisbildung und der steuerlichen
Behandlung von börsengehandelten Fonds
Diplomarbeit
vorgelegt am 02. Mai 2007
Berufsakademie Stuttgart
Staatliche Studienakademie
Ausbildungsbereich: Wirtschaft
Fachrichtung: Bank
Studienjahrgang: 2004
Studienhalbjahr: 6
von
Björn Nadolny
II
Inhaltsverzeichnis:
ABBILDUNGS-/ TABELLENVERZEICHNIS: V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS: VI
1. EINLEITUNG 1
1.1
PROBLEMSTELLUNG 1
1.2
VORGEHENSWEISE UND ZIELSETZUNG 2
1.3
THEMENABGRENZUNG 2
2. RECHTLICHE HINTERGRÜNDE 4
2.1
KONFORMITÄT VON FONDS NACH EUROPÄISCHEM RECHT 4
2.1.1 Differenzierung von richtlinien- und nicht-richtlinienkonformen Fonds 4
2.1.2 Konsequenzen bei Richtlinienverstößen 5
2.2
NOVELLIERUNG DES INVESTMENTGESETZES IM JAHR 2007 5
2.2.1 Vorbemerkungen 5
2.2.2 Zielsetzung des Gesetzgebers 6
2.2.3 Wesentliche Veränderungen für Fondsgesellschaften 7
2.2.4 Kritische Würdigung 9
3. BÖRSENGEHANDELTE FONDSANTEILE 9
3.1
SYSTEMATISIERUNG ABGRENZUNG UND TRANSFERIERUNG 9
3.1.1 Handelsplatz: Primär- und Sekundärmärkt 9
3.1.2 Investmentstil: aktives vs. passives Portfoliomanagement 10
3.1.3 Transferierung und Einteilung des Fondsmarkts 11
3.2
IMITATION VON INDIZES MIT EXCHANGE TRADED FUNDS 13
3.2.1 Entwicklung, aktueller Stand und rechtliche Einordnung 13
3.2.2 Zusammenspiel von Fondsgesellschaft und Börse 14
3.2.3 Preisbildungen von Exchange Traded Funds 16
3.2.3.1
Preisbildungen im Primärmarkt 16
3.2.3.2
Preisbildungen im Sekundärmarkt 17
III
3.2.4 Analyse der Abbildungsgenauigkeit des Basiswerts am Beispiel des Indexchange.
DAX®EX WKN 593 393 19
3.2.5 Kosten im Visier 24
3.3
SPEZIALFALL: AKTIV GEMANAGTE EXCHANGE TRADED FUNDS 25
3.3.1 Einführung und Abgrenzung 25
3.3.2 Preisermittlung 27
3.3.3 Kostenbetrachtung 27
3.4
DEN INDEX SCHLAGEN MIT BÖRSENGEHANDELTEN PUBLIKUMSFONDS 28
3.4.1 Entwicklungen und aktueller Stand 28
3.4.2 Börsenhandel Nur ein neuer Vertriebsweg für Publikumsfonds? 28
3.4.2 Preisbildung von Publikumsfonds 30
3.4.2.1
Preisbildungen im Primärmarkt 30
3.4.2.2
Preisbildungen im Sekundärmarkt 30
3.4.3 Kosten im Blickpunkt 34
3.5
KRITISCHE WÜRDIGUNG 35
4. STEUERLICHE BETRACHTUNG IM HINBLICK AUF DIE PERFORMANCE.. 36
4.1
VORBEMERKUNGEN 36
4.2
STEUERLICHE BEHANDLUNG NACH AKTUELLER RECHTSSPRECHUNG 37
4.2.1 Exchange Traded Funds 37
4.2.2 Indexzertifikate 38
4.3
STEUERLICHE BEHANDLUNG NACH DER KÜNFTIGEN ABGELTUNGSSTEUER 38
4.3.1 Exchange Traded Funds 38
4.3.2 Indexzertifikate 39
4.4
AUSWIRKUNGEN DER STEUERLICHEN ÄNDERUNGEN AUF DIE PERFORMANCE 39
4.4.1 Vorbemerkungen 39
4.4.2 Steuerliche Behandlung bei unterjähriger Haltedauer der Investments 40
4.4.3 Steuerliche Behandlung bei überjähriger Haltedauer der Investments 42
4.4.4 Bewertung der Ergebnisse 42
5. EMPIRISCHE ANALYSE: ETF/INDEX VS. GARANTIEFONDS 43
5.1
GEGENSTAND DER ANALYSE UND ABGRENZUNG 43
5.2
PERFORMANCEANALYSE AUF BASIS STETIGER RENDITEN 44
IV
5.3
UNTERSUCHUNG DER VOLATILITÄT ALS RISIKOMAß 44
5.4
BEWERTUNG DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE 44
6. SCHLUSSBEMERKUNGEN UND FAZIT 45
ANLAGENVERZEICHNIS: 47
LITERATURVERZEICHNIS: 58
V
Abbildungs-/ Tabellenverzeichnis:
ABBILDUNG 3.1.2:
KLASSIFIZIERUNG VON FONDS NACH DEREN HANDELSPLATZ UND
MANAGEMENTANSATZ 11
ABBILDUNG 3.2.2:
FUNKTIONSWEISE DES CREATION- REDEMPTION- PROZESSES IM ETF
HANDELSSEGMENT DER BÖRSEN 15
TABELLE 3.2A:
ANALYSE DER KORRELATION UND DEM TRACKING ERROR DES ETFS DAX®EX
WKN 593 393UND DEM DAX 30® ÜBER DIE LAUFZEIT VOM 01.01.2001
BIS 15.03.2007 20
TABELLE 3.2B:
VERGLEICH DER MITTELWERTE VON TATSÄCHLICHER UND THEORETISCHER
PREIS-DIFFERENZ DES DAX®EX -WKN: 593 393- DER INDEXCHANGE UND
DEM BASISWERT 22
TABELLE 3.4.2A:
ANALYSE DES UNTERTÄGIGEN TRACKING ERRORS VON NAV DER KAG UND
INAV DER BÖRSEN 33
TABELLE 3.4.2B:
ANALYSE DER UNTERTÄGIGEN KORRELATION VON NAV DER KAG UND INAV
DER BÖRSEN 34
TABELLE 4.4.1:
PRODUKTAUSGESTALTUNG DES ETF BZW. INDEXZERTIFIKATS BEI UNTER-
JÄHRIGER HALTEDAUER 40
TABELLE 4.4.2A:
RENDITE NACH STEUERN FÜR ETF UND INDEXZERTIFIKAT BEI UNTER-
JÄHRIGER HALTEDAUER NACH DERZEITIGER STEUERRECHTSSPRECHUNG.. 41
TABELLE 4.4.2B:
RENDITE NACH STEUERN FÜR ETF UND INDEXZERTIFIKAT BEI UNTERJÄHR-
IGER HALTEDAUER NACH KÜNFTIGER STEUERRECHTSSPRECHUNG 41
TABELLE 4.4.3A:
RENDITE NACH STEUERN FÜR ETF UND INDEXZERTIFIKAT BEI ÜBERJÄHRIGER
HALTEDAUER NACH DERZEITIGER STEUERRECHTSSPRECHUNG 42
TABELLE 4.4.3B:
RENDITE NACH STEUERN FÜR ETF UND INDEXZERTIFIKAT BEI ÜBERJÄHRIGER
HALTEDAUER NACH KÜNFTIGER STEUERRECHTSSPRECHUNG 42
VI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS:
Abs.
Absatz
a.F.
alte Fassung
AG
Aktiengesel schaft
AMEX
American Stock Exchange
BaFin
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
bspw.
beispielsweise
BVI
Bundesverband Investment und Asset Management e.V.
bzw.
beziehungsweise
COV
Kovarianz
c.p.
ceteris paribus
DAX 30®
Deutscher Aktienindex®
DJIA
Dow Jones Industrial AverageSM
EStG
Einkommensteuergesetz
ETF
Exchange Traded Fund
EU
Europäische Union
EWG
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
gem.
gemäß
GwG
Geldwäschegesetz
Hrsg.
Herausgeber
i.e.S.
im engeren Sinn
i.d.R.
in der Regel
iNAV
engl.: indicative net asset value, indikativer Nettoinventarwert
InvG
Investmentgesetz
InvStG
Investmentsteuergesetz
i.S.d.
im Sinne des
i.V.m.
in Verbindung mit
i.w.S.
im weiteren Sinn
k
Korrelationskoeffizient
KAG
Kapitalanlagegesel schaft
KAGG
Gesetz über Kapitalanlagegesel schaften
KeST
Kapitalertragsteuer
KWG
Gesetz für das Kreditwesen
lt.
laut
MiFID
engl. Markets in Financial Instruments Directive,
Richtlinie für Märkte und Finanzierungsinstrumente
VII
MSCISM World
Morgan Stanley Capital International World Index
NAV
engl. net asset value, Nettoinventarwert
n.F.
neue Fassung
o.J.
ohne Jahr
OGAW
Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere
o.V.
ohne Verfasser
p.a.
per annum
Preisdiff.
Preisdifferenzen, Kursdifferenzen (Synonym)
RL
Richtlinie
S.
Satz
SEC
Securities Exchange Commission
SICAV
franz. Société d′investissement à capital variable,
Investmentgesel schaft mit variablem Kapital
TER
engl. Total Expense Ratio; Gesamtkostenquote
WKN
Wertpapierkennnummer
u.a.
unter anderem
u.U.
unter Umständen
v
Vergleichsindex
z.T.
zum Teil
1.
Einleitung
1.1
Problemstellung
,,[Die] Fondsbranche muss sich der Derivate erwehren"1, ,,Nun holen die bedrängten
Fondshäuser zum Gegenschlag aus"2, ,,Indexfonds erobern die Börsen Europas"3.
Schlagzeilen dieser Art finden sich in der Wirtschaftspresse immer häufiger. Sie lassen
deutlich erkennen, wie die künftige Ausrichtung innerhalb der Fondsbranche aussehen wird.
Die Renaissance der Fondsgesel schaften wird im Wesentlichen von zwei Erscheinungen
geprägt. Auf der einen Seite wehren sich die Kapitalanlagegesel schaften, indem sie
versuchen, mit den ehemals befeindeten Emittenten von Zertifikaten zusammenzuarbeiten.
Diese Kooperation bringt neue Anlagevarianten wie Zertifikate- Fonds oder Derivate auf
Fonds4 bei sinkenden Transaktionskosten hervor. Andererseits eröffnet sich mit dem
Börsenhandeln von Fondsprodukten seien es Exchange Traded Funds oder traditionel e
Publikumsfonds ein hochliquider und zunehmend transparenter Markt.
Einhergehend mit ihrer Börsennotierung gehört die nur einmal pro Tag stattfindende Anteils-
preisberechnung der gelisteten Fonds der Vergangenheit an. Der Handel mit Fonds an der
Börse verlangt vom Skontroführer eine kontinuierliche Anteilspreisermittlung, wie sie bspw.
bei der Kursfeststel ung von Aktien praktiziert wird. Während dort die Kurse üblicherweise
durch Angebot und Nachfrage der Börsianer zustande kommen, ist die Preisermittlung bei
börsengehandelten Fonds zunächst intransparent. Daher ist insbesondere beim Handel von
Publikumsfonds zu analysieren, inwieweit der fortlaufende Anteilspreis und der
Nettoinventarwert, den die KAG errechet, deckungsgleich sind.
Der zweite Teilbereich betrifft börsengehandelten Indexfonds, die auch unter dem Kürzel
,,ETF" bekannt sind. Die These, dass der Index aufgrund der Informationseffizienztheorie alle
für die jetzige Preisbildung relevanten Informationen bereits enthält und damit die
effizienteste Anlageform darstel t,5 verhalf diesem Segment in den letzten Jahren zu einem
beachtlichen Wachstum. Al erdings bleibt hier neben der Preisbildung insbesondere die
Frage nach der Genauigkeit der Indexnachbildung offen. Damit einhergehend ist zu
untersuchen, inwiefern sich die Preise von börsengehandelten Fonds und Index entsprechen
bzw. welche Ursachen Preisabweichungen in der Praxis haben.
1 Vgl. Beck, H. (2007) S. 21
2 Vgl. Hägele, J. (2007) S. 32
3 Vgl. Krauß, S. (2006) S. B7
4 Vgl. von Eynern, D./ Heinen, I. (2007) S. B8
5 Vgl. Fragos, N. (2005) S. 61- 64
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