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Subtitle: Der Schulbesuch während der Kulturrevolution
Termpaper, 2007, 25 Pages
Author: Anna Meyer zu Venne
Subject: Orientalism / Sinology - Chinese / China
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Ostasiatisches Seminar)
Tags: Textes, Einführung, Methoden, Dokumentation, Recherche, Beispiel, Alltagstechniken
Year: 2007
Pages: 25
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-24339-6
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Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Ostasiatisches Seminar
Sinologie
Einführung in Methoden der Dokumentation, Recherche und wissenschaftlichen
Übersetzung am Beispiel chinesischer Alltagstechniken (WiSe 2006/07)
Übersetzung des Textes ,,Wenige zhong shangxue"
(Der Schulbesuch während der Kulturrevolution)
Anna Meyer zu Venne
Inhaltsverzeichnis
I.
Einleitung
II.
Übersetzungstabelle
III.
Originaltext
IV.
Kulturrevolution
VI. 1. Die Hundert- Blumen- Bewegung
VI. 2. Der Große Sprung nach vorn
VI. 3. Die Große Proletarische Kulturrevolution
VI. 4. ,,von den Massen lernen" die ,,aufs- Land- Bewegung"
V.
Lao Zhaopian
VII. 1. Die Shandong Verlagsgruppe
VII. 2. Die Entstehung von Lao Zhaopian
VII. 3. Die Zeitschrift
VI.
Schluss
VII.
Quellenverzeichnis
2
I.
Einleitung
Der Schulbesuch während der Kulturrevolution, gab es den überhaupt? Hatte Mao nicht
alle Schüler und Studenten aufs Land geschickt, um von den Bauern zu lernen? So einfach
war das dann wohl doch nicht.
In dem Bericht ,,Schulbesuch während der Kulturevolution" von Gao Guannong wird
autobiographisch ein Beispiel von Schulbesuch jener Zeit geschildert.
Nach dem chinesischen Originaltext und meiner Übersetzung habe ich die
Kulturrevolution kurz dargestellt, um den Text in einen geschichtlichen Rahmen
einzugliedern. Im Anschluss daran habe ich die Zeitschrift Lao Zhaopian vorgestellt.
Ich verwende in dieser Arbeit für die Umschrift chinesischer Namen, das in der VR China
offiziell anerkannte, Hanyu Pinying. Aus Rücksicht auf die chinesische Schreibweise
stehen die chinesischen Nachnamen vor dem Vornamen.
II.
Übersetzungstabelle
1.
Der Schulbesuch
Ð
shangxue
zur Schule
während der ,,Kulturrevolution"
gehen
,
Schulbesuch
2.
Dieses Foto aus dem Jahr 1976 zeigt
v
heyingzhao
mich (3. Reihe, 3.von links) zur Zeit des
Gruppenbild
Oberstufenabschlusses mit meinen
Lehrern und meinen Mitschülern auf einem
Gruppenbild.
3.
Jedes Mal wenn ich die Widmung
Ä
meidang
jedes Mal
,,Korrespondenz Fachklasse" auf dem Foto sehe,
Y
ß
tongxun
dann muss ich immer an diese merkwürdigen
Korrespondenz,
Jahre und Monate meiner Oberstufenzeit denken.
Nachrichtenwesen
53
tizi
Widmung
/
guguai
wunderbar,
merkwürdig
4.
Die Schüler unseres Jahrgangs besuchten
áÌ*B½
women na yi
3
die Oberstufe auf Empfehlung hin.
jie
unsere
Stufe,
unser
Jahrgang
wi
tuijian
empfehlen
5.
In meiner Erinnerung erhielten wir in den
T
zhengshi
offiziell,
zwei Jahren offiziell nur ein einziges Mal,
formell, förmlich, amtlich
nämlich zur Einschulung, ein Buch.
Die Mathematik-, Physik- und Chemielehrbücher,
die in den folgenden Halbjahren benutzt wurden,
musste sich jeder von den Schülern der
vorherigen Abiturjahrgänge ausleihen.
6.
Zu jener Zeit erhielten wir sogar noch ein
Englischlehrbuch. Doch es wurde kein einziges Mal
benutzt. Der Grund dafür war, dass es in der Schule
überhaupt keinen Fremdsprachenlehrer gab.
7.
Zu Beginn des ersten Jahres konnte man den
» ¬
sihu
anscheinend,
Unterricht noch mehr oder weniger als regulär
dem Anschein nach
bezeichnen. Allerdings entsprach er absolut nicht
′
jue
absolut
dem Prinzip ,,Früh aufstehen, spät schlafen gehen",
Å f
jinzhang
aufgeregt,
dem Stress, dem heutige Mittelschüler ausgesetzt
nervös, unruhig
sind.
8.
Außen den paar Themen aus den Lehrbüchern gab es
1 Ð
wanzixue
Die
außerhalb des Unterrichts überhaupt keine
Schüler in China lernen
Lehrmaterialien, es fand auch kein Abend-
abends zusammen in einem
Selbststudium statt.
großen Unterrichtsraum, in
dem jeder Schüler einen
Schreibtischplatz hat. Dies
geschieht meist in aller
Stille.
9.
Wenn Klausuren geschrieben wurden, konnten
7
kaijuan
mit offenen
größtenteils Büchern benutzt werden, auch war es
4
erlaubt, sich mit den Mitschülern zu beraten.
Büchern
10.
Manchmal, wenn die guten Schüler den
k
shijuan
Prüfungsbogen fertig ausgefüllt hatten, kamen die
Prüfungsbogen
schlechten Schüler zu ihnen, um ihre Ergebnisse
Ò
chao
abschreiben
abzuschreiben.
11.
Meist hatten die guten Schüler keine Geduld, so
õ »
zhufu
ermahnen,
lange zu warten. Daher verließen sie das
einschärfen, raten
Klassenzimmer und schlugen den schlechten
Schülern vor, ruhig bis zum Schluss von ihren
Arbeiten abzuschreiben und danach die
Prüfungsbögen zusammen abzugeben.
12.
Oft passierte dann das: Ein Prüfungsbogen von
ªª
wangwang
oft, häufig
Zhang San wurde an Li Si weitergegeben, Li Si gab
BÁ
yizhi
identisch
ihn dann an Wang Wu weiter. Nachdem er so reihum
SI
jiankao
überwachen,
gegangen war, erhielt die ganze Klasse über 10
beaufsichtigen
Punkte (manchmal waren es noch mehr). Der
Aufsichtslehrer bekam dann die untereinander
ausgetauschten Prüfungsbögen mit den richtigen und
falschen Antworten nun durcheinander gemischt.
13.
Der Lehrer konnte daher gar nichts machen, und die
íV1
wukenaihe
Schüler hatten ein ruhiges Gewissen.
nichts
machen
können,
ratlos, machtlos
½Ø¤
xinanlide
etwas
in aller Seelenruhe für
selbstverständlich
halten,
ein
ruhiges
Gewissen
haben
14.
Es dauerte nicht lange, da engagierte ich mich bei der Æ
.
xuanchuan
Propagandagruppe der Schule.
propagieren,
Propaganda
5
machen, für etwas agieren
15.
Oft, wenn die anderen Schüler Unterricht hatten,
pailian
üben, einüben
wurden wir von der Organisation zum Einüben des
Programms geholt.
16.
Wenn wir genug geübt hatten, gingen wir zu Fuß in
mehr als zehn Meilen entfernte Dörfer, um dort
aufzutreten.
17.
Nach jedem Auftritt bekamen wir alle von der
v
daduibu
größere
Truppeneinheit oder einer Dorfgrundschule kostenlos Truppeneinheit
zu essen. Normalerweise gab es ein salziges
Q f
guobing
salzig,
gebackenes Fladenbrot (Guobing), Gemüseeintopf
gebackenes Fladenbrot
mit Fleisch, manchmal auch die gebratenen, als
É
ao
gekocht
,,Topfkleber" (Guotie) bezeichneten Maultaschen,
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guotie
gebratene
Reis oder Nudeln mit einer Eiersuppe.
Maultaschen
18.
Das war für uns Dorfkinder, die mit getrockneten
( Ä
guagan
getrocknete
Melonen, gebratenem Fladenbrot und Maismehlbrei
Melone
aufgewachsen waren, ein rares Festessen.
Xf
qianbing
gebratenem
Fladenbrot
ÖÜ
yumi
Mais
j E Y 0
nongjiahaizi
Dorfkinder
Å
meican
sehr gutes
Essen, Festessen
19.
Wenn wir zur Schule zurückgeeilt waren, war es
schon fast Mitternacht.
20.
Die Schule hatte ein ungeschriebenes Gesetz, das
îÓ
bu chengwen
lautete: Die Schüler, die mit Auftritten betraut sind,
ungeschrieben, nicht auf
müssen am nächsten Tag nicht an der ersten
Papier niedergeschrieben
Unterrichtsstunde teilnehmen.
6
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