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Scholary Paper (Seminar), 1997, 24 Pages
Author: Suzie Bartsch
Subject: Romance Languages - French Studies
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Romanistik)
Tags: Kulturpolitik, fraanzösische Geschichte, Gaullismus
Year: 1997
Pages: 24
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-18067-2
File size: 369 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
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Excerpt (computer-generated)
HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN
SEMINARARBEIT
Die Ära Malraux - Kulturpolitik im Frankreich der sechziger Jahre
Verfasserin: Suzie Bartsch
Studienfächer: Germanistische Linguistik/Französisch (Magister)
Semesterzahl: 5. Fachsemester
Lehrveranstaltung: Proseminar Landeskunde Frankreich (1958-1996)
Semester: Wintersemester 1996/1997
INHALTSVERZEICHNIS
0. VORREDE 4
1. WER IST ANDRÉ MALRAUX? 5
2. KULTURPOLITIK UNTER MALRAUX 8
2.1 Aufgaben und Aktionsbereiche des ersten französischen Kultusministeriums 8
2.2 Kulturkonzept 9
2.3 Die Ära Malraux in Zahlen und Fakten 11
2.3.1 Ausstellungen 11
2.3.2 Staatliche Fonds und Kredite 11
2.3.3 Denkmalschutz und -pflege 12
2.3.4 Kulturgutpflege und -bereicherung 13
2.3.5 Die Maisons de la Culture 14
2.3.5. a) ORGANISATORISCHES 14
2.3.5. B) DAS KONZEPT 14
2.3.5. C) ERGEBNISSE 15
2.3.6 Die "planification nationale" und die "programmation des équipements publics 16
2.4 Gesamtbilanz der Ära Malraux 17
2.4.1 Die Freiheit der Künstler 17
2.4.2 Kulturelle Dezentralisierung und Demokratisierung 18
2.4.3 Kulturpolitik = Prestigepolitik? 20
3. BIBLIOGRAPHIE 23
0. VORREDE
Einige Tage bevor der General Charles de Gaulle am 1. Juni 1958 zum französischen Ministerpräsidenten gewählt wurde, hatte er einen Mann mit bewegter Vergangenheit aufgefordert, ihn bei einer wichtigen Mission zu unterstützen. Die Mission lautete: "refaire la France" (Lacouture 1973: 358). Der Mann war der Schriftsteller André Malraux, der vom 8. Januar 1959 bis zum Rücktritt de Gaulles am 28. April 1969 das Amt des ersten französischen Kultusministers bekleiden sollte.
Über zehn Jahre lang war Malraux Mitglied der V.-Republik-Regierung. Eine zehn Jahre währende "traversée du désert" (Chirac 1996), während derer Malraux sich dem Regime und der Person de Gaulles gegenüber so treu ergeben erwies, daß Letzterer in seinen Memoiren schreiben sollte:
"À ma droite, j′ai et j′aurai toujours André Malraux. [...] L′idée que se fait de moi cet incomparable témoin contribue à m′affermir."
(Aus: Charles de Gaulle: Mémoires d′Espoir, tome I, Le Renouveau, Seite 285. In: Lacouture 1973: 364).
Auf dem ersten Blick mag ein solcher Personenbund überraschend vorkommen. Vor allem bei Berücksichtigung der Vergangenheit dieser schillernden Persönlichkeit namens Malraux, für den Instanzen wie Revolution und Antifaschismus eine durchaus wichtige Rolle gespielt hatten. Der "kommunistische Intellektuelle" geht einen Bund ein mit dem Staatsmann, der für die Linke als die Verkörperung einer "rückwärtsgewandten nationalistischen Ideologie" (Frankreich-Lexikon 1981: 323), dessen Regime im Ausland als "succédané du fascisme" (Lacouture 1973: 362) galt.
Das sind selbstverständlich Klischees. Und Klischees verbergen zwar meistens einen gewissen Wahrheitsgehalt, können aber eine Vereinfachung und sogar Verfälschung der Wirklichkeit zur Folge haben.
Obwohl der eigentliche Gegenstand dieser Seminararbeit die Kulturpolitik in der Ära Malraux bildet, lohnt es sich, um diese besser zu verstehen, die Klischees und Legenden des Lebens Malraux′ bis 1958 ein wenig zu hinterfragen, was im Abschnitt 1 dieser Seminararbeit geschieht. Der 2. Abschnitt ist ganz dem ersten französischen Kultusministerium gewidmet, wobei folgende Aspekte behandelt werden:
¨ die organische Struktur sowie die festgelegten Aufgaben des Ministeriums;
¨ der aus einer bestimmten Auffassung von Kultur gewonnene ideologische Rahmen der malrauschen Kulturpolitik;
¨ die kulturpolitische Aktion Malraux′ in Fakten und Zahlen dargelegt;
¨ eine Gesamtbilanz der Ära Malraux, in der Schwerpunkte wie Kulturdemokratisierung und -dezentralisierung sowie der Beitrag der staatlichen action culturelle zum französischen und gaullistischen Prestige und die Freiheit der Künstler besondere Berücksichtigung finden.
1. WER IST ANDRÉ MALRAUX?
Mit 23 Jahre nahm er, aufgrund einer Kunstraubaffäre in Französisch-Indochina, Kontakt mit dem dortigen korrupten und brutalen Kolonialregime auf. Ein Jahr später, 1925, gab er in Saigon die proannamitische Zeitung L′Indochine enchaînée heraus. Zu dieser Zeit soll er sich an den revolutionären Aktivitäten der Kuomintang-Regierung in Südchina beteiligt und mit dem legendären Tschiang Kai-schek zusammengearbeitet haben . Im Jahre 1934 traf er Trotzki, fuhr nach Berlin als Präsident des Weltkomitees für die Befreiung des bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitrow und des Führers der deutschen KP Ernst Thälmann, wurde Mitglied zahlreicher antifaschistischer Komitees und Organisationen. Im spanischen Bürgerkrieg beteiligte er sich als Organisator der ausländischen Luftstreitkräfte im Dienste der republikanischen Regierung, bevor er im Zweiten Weltkrieg in der französischen Panzerwaffe kämpfte. Nach Flucht aus deutscher Gefangenschaft (1940) betätigte er sich in der Résistance und befehligte nach der Befreiung Paris′ (25. August 1944) die elsaß-lothringische Partisanenbrigade.
Die Biographie des Georges-André Malraux, dessen [...]
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