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Das nichtstattgefundene Duell und seine Folgen in der Erzählung von F.M. Dostoevskij "Die Sanfte"

Hausarbeit, 2006, 16 Seiten
Autor: Studentin Tatiana Orlova
Fach: Russistik / Slavistik

Details

Veranstaltung: Prosa des russischen Realismus
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Slavistik)
Tags: Duell, Folgen, Erzählung, Dostoevskij, Sanfte, Prosa, Realismus
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 16
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V120941
ISBN (E-Book): 978-3-640-25165-0
ISBN (Buch): 978-3-640-25176-6

Zusammenfassung / Abstract

Die Ablehnung des Duells seitens des Protagonisten hat schwerwiegende Konsequenzen für sein Leben nach dem Regiment. Der Pfandleiher erlebt die moralische Demütigung, die ihn sein ganzes Leben lang verfolgt und die auf seine Beziehung mit der Sanften in der Ehe Einfluss nimmt. Die Ehe sieht der Pfandleiher als stetiges Duell. „Krotkaja“ ist das Objekt der Angriffe und der Erniedrigung ihres Ehemannes. Durch sie versucht der Protagonist seine Anerkennung zu bekommen und sich an der ihn ablehnenden Gesellschaft zu rächen. Sein erzieherisches System gegenüber „Krotkaja“ stellt für ihn die Befreiung von seinen gekränkten Gefühlen dar und bedeutet ihm die Gewinnung seiner „Mannesehre“. Im Beziehungskampf scheint es zunächst, dass die Sanfte nur die leidende Dulderin sei. Dieser Eindruck verändert sich im Moment ihres Selbstmordes. Die Sanfte bewahrt trotzaller auf sie gerichtete Qual ihre innere Freiheit und „besiegt“ den Pfandleiher. In meiner Arbeit soll das nichtstattgefundene Duell und seine Folgen in Fedor Dostoevskijs Erzählung " Die Sanfte-Кроткая" behandelt werden. Für diese Analyse ist es notwendig zunächst den Begriff "Duell" zu klären und die ideologischen Grundlagen des Duells zu darzulegen. Den Ausgangspunkt der Analyse bildet das nichtstattgefundene Duell in der Erzählung. Hier erfahren wir von der Verweigerung des Duells seitens des Protagonisten. Die Ablehnung des Duells findet ihre Fortsetzung im Leben nach der Regimentzeit. Die genaue Definition ist nötig um zu zeigen, welche Bedeutung die Begriffe "Ehre", "Ehrenmann", "Standesehre" für Offiziere haben und wie die "Ehre" im Laufe der ganzen Erzählung für den Protagonisten wirksam bleibt. Mit Hilfe der Definition von "Duell" lassen sich die in der Erzählung gefundenen Auswirkungen auf das Leben des Pfandleihers näher bestimmen und bewerten. Die Folgen manifestieren sich besonders im Ehealltag, den der Pfandleiher als stetiges Duell empfindet. Hierbei kommt der Frage nach Sieg und Niederlage des Protagonisten eine besondere Bedeutung zu. Der Selbstmord der Sanften ist der Kulminationspunkt des Zweikampfs im Ehealltag. An diesem Punkt soll geklärt werden, wer als wirklicher Sieger des Duells gelten kann.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Hamburg
Institut für Slavistik

Seminar: Prosa des russischen Realismus

Das nichtstattgefundene Duell und seine Folgen in der Erzählung von F.M. Dostoevskij "Die Sanfte"

Tatiana Orlova

 

Inhaltsverzeichnis


1. Plan der Arbeit ... 3

2. "Duell" - Notwendige Definition für die weitere Analyse ... 3

2.1. Das "Duell" in Russland des XIX. Jahrhunderts ... 3
2.2. Begriffsbestimmung des Duells ... 4
2.3. Grundlagen des Duells ... 4
2.4. Ablauf und Regel des Duells ... 5

3. Das Duell in der Erzählung ... 5

3.1. Das nichtstattgefundene Duell ... 5
3.2. "Позор и Падение" des Protagonisten als Folge des nichtstattgefundenen Duells ... 6
3.3. Die Rache des Pfandleihers an der Gesellschaft als Folge der erlebten Demütigung ... 7
3.4. Die Merkmale des Duells in der Beziehung zwischen dem Pfandleiher und der Sanften ... 8
3.4.1. Die Sanfte als Schlüssel zur Anerkennung des Selbst ... 8
3.4.2. Das symbolische Duell zwischen den Ehepartnern ... 8
3.4.3. Der Pfandleiher nimmt die Einstellung zur erzieherischen Stellung an ... 9
3.4.4. Das Schweigen als symbolisches Duell ... 10
3.4.5. Der Konflikt bricht offen aus - Die Sanfte steht mit dem Revolver an seinem Bett ... 12
3.4.6. Der Selbstmord der Sanften - Der Kulminationspunkt des Zweikampfs der Beiden ... 13

4. Resümee ... 14

Literaturverzeichnis ... 15

 

 

1. Plan der Arbeit

In meiner Arbeit soll das nichtstattgefundene Duell und seine Folgen in Fedor Dostoevskijs Erzählung " Die Sanfte- " behandelt werden. Für diese Analyse ist es notwendig zunächst den Begriff "Duell" zu klären und die ideologischen Grundlagen des Duells zu darzulegen.
Den Ausgangspunkt der Analyse bildet das nichtstattgefundene Duell in der Erzählung. Hier erfahren wir von der Verweigerung des Duells seitens des Protagonisten. Die Ablehnung des Duells findet ihre Fortsetzung im Leben nach der Regimentzeit.
Die genaue Definition ist nötig um zu zeigen, welche Bedeutung die Begriffe "Ehre", "Ehrenmann", "Standesehre" für Offiziere haben und wie die "Ehre" im Laufe der ganzen Erzählung für den Protagonisten wirksam bleibt.
Mit Hilfe der Definition von "Duell" lassen sich die in der Erzählung gefundenen Auswirkungen auf das Leben des Pfandleihers näher bestimmen und bewerten. Die Folgen manifestieren sich besonders im Ehealltag, den der Pfandleiher als stetiges Duell empfindet. Hierbei kommt der Frage nach Sieg und Niederlage des Protagonisten eine besondere Bedeutung zu.
Der Selbstmord der Sanften ist der Kulminationspunkt des Zweikampfs im Ehealltag. An diesem Punkt soll geklärt werden, wer als wirklicher Sieger des Duells gelten kann.


2. "Duell" - Notwendige Definition für die weitere Analyse


2.1. Das "Duell" in Russland des XIX. Jahrhunderts

Die Geschichte des russischen Duells des XIX. Jahrhunderts ist die Geschichte der menschlichen Tragödie, guallvoller Tode, ehrenvoller Ausbrüche und der moralischen Niederlage.
Duelle nehmen im Mittelalter ihren Anfang und entstammen der Tradition der Ritterturniere. Die Turniere dienten den Rittern als Forum um Mut und Tapferkeit zeigen zu können. Turniere veranstaltete man in der Regel zu Ehren einer " ". Mit der Zeit verlor das Rittertum an Bedeutung, jedoch blieb der Brauch des Duells erhalten, wobei sich seine Funktion verändert hat. Es gab kein Bedürfnis mehr Heldentaten im Namen Dianas und Lauras in Munde zu vollbringen.
Vielmehr diente das Duell dem Zweck Beziehungen und Hierarchien zu klären, die mit der Vorstellung von Ehe, Würde und Edelmut verbunden waren und die durch Streitigkeiten oder gegenseitige Feindseligkeit "gefährdet" wurden.
Im XIX. Jahrhundert erlebt das Duell seinen dramatischen Höhepunkt in brutalen Kämpfen.


2.2. Begriffsbestimmung des Duells

Ein Duell (lat: duellum) ist ein freiwilliger Zweikampf mit gleichen, potenziell tödlichen Waffen, der von der Kontrahenten vereinbart wird, um eine Ehrenstreitigkeit auszutragen.

 

[...]



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