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„Schlager vom Fließband“

Untertitel: Zur Geschichte der Tin Pan Alley

Seminararbeit, 2003, 14 Seiten
Autor: Stefan Huth
Fach: Musikwissenschaft

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 14
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V121287
ISBN (E-Book): 978-3-640-25787-4
ISBN (Buch): 978-3-640-25953-3

Zusammenfassung / Abstract

Bis in die Gegenwart nehmen die USA eine herausgehobene Stellung bezüglich der Produktion und des Vertriebs von populärer Unterhaltungsmusik ein. Die vorliegende Arbeit setzt sich in Form eines einführenden Überblicks mit einem Phänomen auseinander, das als historischer Ursprung dieser US-amerikanischen Musikindustrie angesehen werden kann - mit dem um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als "Tin Pan Alley" bekannt gewordenen New Yorker Verlagsdistrikt. Neben der Begriffsgenese und den (musik-)historischen Ursprüngen werden auch die im hier betrachteten Zusammenhang besonders bedeutsamen Vermarktungsstrategien der Musikverlage in der damaligen Zeit zusammengefasst erläutert. Kompositorische Mittel sind hierbei ebenso Gegenstand der Betrachtungen, wie Aspekte der Distribution und des Urheberrechts. Alle genannten Merkmale werden in ein Verhältnis zu den multikulturellen Einflüssen innerhalb der USA gesetzt, wobei der afroamerikanischen Kultur aufgrund ihrer großen Bedeutung für die Herausbildung einer genuin (US-)amerikanischen Musiksprache eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.


Textauszug (computergeneriert)

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften

Institut für Musik

Seminararbeit

,,Schlager vom Fließband"

-

Zur Geschichte der Tin Pan Alley

angefertigt von

Stefan Huth

Seminar: PS ,,Geschichte der populären Musik"

Sommersemester 2003

Magdeburg, 15.09.2003




Inhalt

1. Entstehung des Begriffs 1

2. Historische Zusammenhänge 1

2.1. Entwicklung der Popular Song Industry 1

2.2. ,,Konsum" populärer Musik im Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts 2

2.3. Ein kurzer Überblick über die musikalischen Einflüsse in den damaligen USA 2

2.3.1. Minstrel Shows 2

3.3.2. Ragtime 3

3.3.3. Die amerikanische Operette 3

2.3.4. Die Vaudeville Show 4

3. Formen der Vermarktung 5

3.1. ,,Song Plugging" 5

3.2. Einsatz kompositorischer Mittel 6

3.3. Verkaufszahlen und Urheberrecht 7

4. Die bedeutendsten Komponisten und ihre bekanntesten Songs 8

5. Zusammenfassung 9

6. Literatur 10

7. Anhang 11


1. Entstehung des Begriffs

Als das amerikanische ,,Music Publishing Business" ein noch relativ junges, aber bereits in

stetigem Wachstum befindliches Geschäft war, wurde der junge Songwriter

Monroe H. Ro-
senfeld

im Jahre 1899 vom ,,

New York Herald"

beauftragt, einige Artikel zu diesem Thema

zu verfassen.

Bei seinen Recherchen besuchte er unter anderem auch die Büros des

Harry von Tilzer

in der

28. Straße 42 West im Bereich um die 5th Avenue. Beim Verlassen eines dieser Büros ver-

nahm er die Geräuschkulisse vieler gleichzeitig (aber unkoordiniert) erklingender Klaviere

aus den Gebäuden der anderen dort ansässigen Musikverlage und verglich diesen Eindruck

mit dem Aneinanderschlagen von Blechtöpfen oder auch Zinn-Pfannen.

In den daraufhin zwischen 1900 und 1903 veröffentlichten Artikeln benutzte er diesen Ver-

gleich, indem er den Verlagsdistrikt als

Tin Pan Alley

bezeichnete, was man in die deutsche

Sprache sinngemäß mit ,,Zinn-Pfannen-Gässchen" übersetzen könnte.

Damit hatte er den Begriff für ein Phänomen geprägt, auf dessen Ursprünge und Entwicklung

in den folgenden Abschnitten weiter eingegangen werden soll.

2. Historische Zusammenhänge

2.1. Entwicklung der Popular Song Industry

Die ersten Verlage, die sich auf die Vermarktung populärer Musik spezialisiert hatten, siedel-

ten sich zwischen 1880 und 1885 im damaligen New Yorker Vergnügungsviertel zwischen

dem Union Square und der 14. Straße an. Dafür stellvertretend werden hier

T.B. Harms

,

Will-
lis Woodward & Company

sowie

M.Witmark & Sons

erwähnt.

Als sich zwischen 1890 und 1900 die Theater und Restaurants verstärkt im Bereich um die

27. und 28. Straße zwischen der 5th Avenue und dem Broadway konzentrierten, zogen auch

die Verlagshäuser in diese Gegend um.

Wie sich herausstellen sollte, entwickelte sich dieses Geschäft zu einem Wachstumsmarkt,

und so kamen zu den bereits erwähnten Verlegern noch die Folgenden hinzu:

Stern & Marks,
Shapiro-Bernstein, Broder & Schlam, Charles K. Harris

sowie

Jerome H. Remick & Compa-
ny.

Um für ihre Kompositionen höhere Gewinne zu erzielen, entschieden sich einige Komponis-

ten zum Selbstverlag ihrer Werke. Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Song ,,After the

Ball" von

Charles K. Harris

.

Dieser veröffentlichte den Titel im Jahre 1892 selbständig, nachdem er von den bereits er-

wähnten

M.Witmark & Sons

für das vorher bei ihnen verlegte ,,When the sun has set" eine

Gewinnbeteiligung von lediglich 84 Cent1 erhalten hatte.

Harris

verkaufte von ,,After the Ball" 5 Millionen Exemplare und konnte vom Gewinn seinen

eigenen Verlag gründen.

1 andere Quellen: 95 Cent

1



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