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Termpaper, 2007, 22 Pages
Author: Stefan Wehe
Subject: German - Grammar, Style, Working Technique
Details
Institution/College: University of Hildesheim (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Tags: Anglizismen, Werbung, Juist
Year: 2007
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-25834-5
ISBN (Book): 978-3-640-25986-1
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Abstract
„Als ich nach Deutschland kam, sprach ich nur Englisch – aber weil die deutsche Sprache inzwischen so viele englische Wörter hat, spreche ich jetzt fließend Deutsch!“ Dieses Zitat des bereits verstorbenen, holländischen Fernsehmoderators Rudi Carrell macht die zunehmende Verwendung von Anglizismen in der deutschen Sprache deutlich. Englisch ist die Lingua Franca der Welt und damit die Hauptquelle für die neuen Wörter in vielen anderen Sprachen. Die Dominanz des Englischen hat besonders in den letzten 50 Jahren enorm zugenommen. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Sprecherzahl und der weltweiten Verbreitung des Englischen, als auch für den kulturellen Einfluss und die Stellung als internationale Sprache gegenüber anderen Sprachen. Diese Entwicklung hat auch die deutsche Sprache maßgeblich beeinflusst. Neue englische Lehnwörter treten in unserem Sprachgut zunehmend auf. Es gibt mitunter Fachbezeichnungen, bei denen es kein deutsches Äquivalent gibt. So kann der Airbag als Beispiel für einen solchen Fall gelten. „Ein - den Fahrer schützendes - Luftkissen“ wird hierbei nicht als Alternative gehandelt. Neben Bereichen wie Wirtschaft, Musik, Medizin, Sport, Wissenschaft und Technik bedient sich insbesondere die Werbebranche einer Vielzahl von Anglizismen. Im Zentrum dieser Hausarbeit soll nicht die Frage stehen: Welche Ursachen es für die hohe Realisierungsfrequenz von Anglizismen im allgemeinen Sprachgebrauch gibt, sondern vielmehr die Art und Weise der Verwendung, die Nutzung, sowie die Struktur der Anglizismen in der heutigen Werbesprache sollen in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Als Grundlage der Untersuchung sollen mir eine Forsa-Studie3 und ein Auszug des Werbematerials der Nordseeinsel Juist genügen. Das dort verwendete englische Sprachmaterial soll insbesondere auf die Verwendungshäufigkeit, ihren –ort, sowie ihre Schreibung innerhalb von Headline, Slogan und Fließtext näher untersucht werden und einer Untersuchung unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten unterzogen werden. Zudem soll der Einfluss des Niederdeutschen und die Verhältnismäßigkeit der Verwendung im Vergleich zu Anglizismen betrachtet werden.
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit
von Stefan Wehe
Universität Hildesheim
Thema:
,,TöwerCard" - Anglizismen des Werbematerials der
Nordseeinsel Juist
Semester: WS 07/08
Datum der Abgabe: 07.03.2008
Seminar: ,,Werbesprache"
Hausarbeit: ,,TöwerCard" - Anglizismen d. Werbematerials d. Nordseeinsel Juist"
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 1
2. Definition: Anglizismus 2-3
3. Sprachwissenschaftliche Betrachtung der Anglizismen 3
3.1 äußeres Lehngut 3-5
3.2 inneres Lehngut 5
4. Forsa-Studie: Bekanntheit und Verwendung von Anglizismen 6-7
5. Untersuchung eines Auszuges des Werbematerials der Nordseeinsel Juist 7
5.1 Anglizismen 7-11
5.2 Sonderfall: TöwerCard 11-12
6. Schlussbemerkung 12-13
Literaturverzeichnis 14-15
Anhang
Hausarbeit: ,,TöwerCard" - Anglizismen d. Werbematerials d. Nordseeinsel Juist" Seite 1
1. Einleitung
,,Als ich nach Deutschland kam, sprach ich nur Englisch aber weil die deutsche Sprache
inzwischen so viele englische Wörter hat, spreche ich jetzt fließend Deutsch!"
1 Dieses Zitat
des bereits verstorbenen, holländischen Fernsehmoderators Rudi Carrell macht die
zunehmende Verwendung von Anglizismen in der deutschen Sprache deutlich. Englisch ist
die Lingua Franca der Welt und damit die Hauptquelle für die neuen Wörter in vielen anderen
Sprachen.2 Die Dominanz des Englischen hat besonders in den letzten 50 Jahren enorm
zugenommen. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Sprecherzahl und der weltweiten Verbreitung
des Englischen, als auch für den kulturellen Einfluss und die Stellung als internationale
Sprache gegenüber anderen Sprachen. Diese Entwicklung hat auch die deutsche Sprache
maßgeblich beeinflusst. Neue englische Lehnwörter treten in unserem Sprachgut zunehmend
auf. Es gibt mitunter Fachbezeichnungen, bei denen es kein deutsches Äquivalent gibt. So
kann der Airbag als Beispiel für einen solchen Fall gelten.
,,Ein - den Fahrer schützendes -
Luftkissen
" wird hierbei nicht als Alternative gehandelt. Neben Bereichen wie Wirtschaft,
Musik, Medizin, Sport, Wissenschaft und Technik bedient sich insbesondere die
Werbebranche einer Vielzahl von Anglizismen.
Im Zentrum dieser Hausarbeit soll nicht die Frage stehen: Welche Ursachen es für die hohe
Realisierungsfrequenz von Anglizismen im allgemeinen Sprachgebrauch gibt, sondern
vielmehr die Art und Weise der Verwendung, die Nutzung, sowie die Struktur der
Anglizismen in der heutigen Werbesprache sollen in der vorliegenden Arbeit untersucht
werden. Als Grundlage der Untersuchung sollen mir eine Forsa-Studie3 und ein Auszug des
Werbematerials der Nordseeinsel Juist genügen. Das dort verwendete englische
Sprachmaterial soll insbesondere auf die Verwendungshäufigkeit, ihren ort, sowie ihre
Schreibung innerhalb von Headline, Slogan und Fließtext näher untersucht werden und einer
Untersuchung unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten unterzogen werden. Zudem
soll der Einfluss des Niederdeutschen und die Verhältnismäßigkeit der Verwendung im
Vergleich zu Anglizismen betrachtet werden.
1 Vgl. Verein Deutsche Sprache e.V.: Personen des öffentlichen Lebens über Deutsch und Denglisch.
http://www.vds-ev.de/literatur/promisprueche.php (eingesehen am 13.02.08).
2 Vgl. Zimmer, Dieter: Deutsch und anders. Die Sprache im Modernisierungsfieber. Reinbeck: Rowohlt 2003.
S.33.
3Vgl. Forsa Gesellschaft für Sozialforschung uns statistische Analysen mbH: Bekanntheit und Verwendung von
Anglizismen. (Kopie im Anhang).
Hausarbeit: ,,TöwerCard" - Anglizismen d. Werbematerials d. Nordseeinsel Juist" Seite 2
2. Definition: Anglizismus
Die überwiegende Mehrheit der Untersuchungen zum Thema Anglizismen geht zunächst von
Horst Zindlers Definition:
,,Ein Anglizismus ist ein Wort aus dem britischen oder
amerikanischen Englisch im Deutschen oder eine nicht übliche Wortkomposition, jede Art der
Veränderung einer deutschen Wortbedeutung oder Wortverwendung (Lehnbedeutung,
Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lehnschöpfung, Frequenzsteigerung, Wiederbelebung)
nach britischem oder amerikanischem Vorbild."4
aus. Diese Definition erfuhr trotz ihres
großen Bedeutungsumfanges durch Carstensen eine Erweiterung bezüglich der Laut-, Satz-
und Textebene sowie eine Differenzierung zwischen Britizismen und Amerikanismen. Diese Art
der Definition weist jedoch auch auf ein Problem hin, welches dadurch entsteht, dass man
durch die in der Definition enthaltene Differenzierung zwischen Anglizismen und Britizismen
stets versuchte und noch heute versucht, Entlehnungen klassifizieren zu können. Eine
abschließende Klärung, ob die im Deutschen vorhandenen Entlehnungen aus dem britischen
oder amerikanischen Englisch stammen, kann und wird wohl auch nie geleistet werden
können. Auch Yang weißt auf diese Problematik hin5 und zitiert Carstensen, der durch diese
Äußerung seine eigene Definitionserweiterung einschränken muss.
,,Bei vielen Wörtern
läßt[!] sich die Scheidung zwischen AE und BE nur mit Mühe aufrechterhalten... ."
6 Des
Weiteren fassen die bereits behandelten Definitionen nicht, dass es auch eine interdependierende
Abhängigkeit sowie wechselseitige Einflüsse zwischen dem Britischen und dem
Amerikanischen gegeben hat und immer noch gibt. Inwiefern es sich also bei den noch zu
behandelnden Anglizismen um sogenannte Britizismen, Amerikanismen7 oder eine
Mischform auf beiden Sprachen handelt kann sowohl in der aktuellen
sprachwissenschaftlichen Diskussion als auch im Rahmen dieser Arbeit nicht abschließend
geklärt werden und wird daher vernachlässigt. Die Möglichkeit, dass das Deutsche auch durch
andere Varietäten des Englischen, beeinflusst werden könnte, spielt hierbei eine unbedeutende
und zu vernachlässigende Rolle.
Angesichts des Wissens darüber, dass sich Sprachen ständig verändern, eine gegenseitige
sprachliche Beeinflussung niemals ausgeschlossen ist und im Zeitalter der Globalisierung und
des Internets in immer kürzerer Zeit Sprachkontakte stattfinden mit denen ein
4 Vgl. Chang, Youngick: Anglizismen in der deutschen Fachsprache der Computertechnik. Eine
korpuslinguistische Untersuchung zu Wortbildung und Bedeutungskonstitution fachsprachlicher Komposita.
Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang 2005. S. 32.
5 Auch Plümer erkennt, dass eine eindeutige Herkunftsbestimmung selbst durch etymologische Wörterbücher
nicht eindeutig geklärt werden kann (vgl. Plümer S. 113f.).
6 Vgl. Yang, Wenliang: Anglizismen im Deutschen. Am Beispiel des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL.
Tübingen: Niemeyer 1990.S.8.
7 Ebd. S.18.
Hausarbeit: ,,TöwerCard" - Anglizismen d. Werbematerials d. Nordseeinsel Juist" Seite 3
Sprachaustausch unweigerlich einhergeht, kann und darf meiner Meinung nach das Kriterium
der unklar bleibenden Herkunft von Entlehnungen aus dem Englischen nicht ausschlaggebend
für die Begriffsbestimmung sein. Der Begriff Anglizismus wird daher, um einem die Arbeit
und das Denken blockierenden Verharren bei der Begriffsdefinition entgegenzuwirken, in
dieser Arbeit lediglich als Oberbegriff Verwendung finden. So weicht auch Yang dieser Art
des Definitionsversuches aus und klassifiziert Anglizismen nicht nach Herkunft, sondern
unterscheidet den Bekanntheitsgrad der Entlehnungen. Er differenziert dementsprechend
,,konventionalisierte Anglizismen"
,
,,Anglizismen im Konventionalisierungsprozeß"
und
,,Zitatwörter, Eigennamen und Verwandtes"
. Wörter nicht englischen Ursprunges, die über
die
,,englische Vermittlung ins Deutsche"
gekommen sind, werden ebenfalls mit einbezogen.8
Auch wenn die Definitionen und ihre Ansätze keine Eindeutigkeit zulassen, scheint jedoch
sicher zu sein, dass die Einflüsse von Britizismen und Amerikanismen zumindest eine
chronologisch differenzierte Betrachtung zulassen. Bis zum Ersten Weltkrieg war es aufgrund
der soziologischen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung vor allem das
britische Englisch, welches international und damit auch in Deutschland vorherrschte,
während insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg das angloamerikanische Englisch an
Einfluss zunahm und die Entlehnungen bis zum heutigen Tage maßgeblich bestimmt.9
3. Sprachwissenschaftliche Betrachtung der Anglizismen
Im Folgenden werden die drei Entlehnungstypen des äußeren Lehngutes näher beschrieben.
Anschließend wird auch auf die latenten Einflüsse10 eigegangen, die sich auf das innere
Lehngut beziehen. Ziel dieses Vorgehens ist, eine klare Unterscheidung der latenten und
evidenten Einflüsse für den weiteren Verlauf der Analyse vornehmen zu können.
3.1 äußeres Lehngut
Sprachwissenschaftlich betrachtet, werden Anglizismen ihrem Einfluss nach in zwei Gruppen
eingeordnet.11 Die evidenten Einflüsse auf das äußere Lehngut gelten als erste dieser zwei
Gruppen. Sie beschreiben die direkte Übernahme von Fremdwörtern in unveränderter Form
und Bedeutung und können als Nullsubstitution gesehen werden. Diese Übernahme von
8 Vgl. Yang, Wenliang: Anglizismen im Deutschen. S.9.
9 Ebd.
10 Carstensen zitiert nach Chang, Youngick: Anglizismen in der deutschen Fachsprache der Computertechnik. S.
32f.
11 Vgl. Carstensen, Broder: Evidente und latente Einflüsse des Englischen auf das Deutsche. In: Fremdwort-
Diskussion. Hrsg. Von Peter Braun. München: Wilhelm Fink 1979. S.90-94.
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