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Bachelor Thesis, 2006, 68 Pages
Author: B.A. HSG Economics Roman Meyer
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Tags: Renditeschätzung, Eine, Untersuchung, Kapitalmarktes
Year: 2006
Pages: 68
Grade: sehr gut (6,0)
Bibliography: ~ 50 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-26766-8
ISBN (Book): 978-3-640-26768-2
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Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird die Arbitrage Pricing Theory (APT) im Bezug auf den deutschen Kapitalmarkt untersucht. Eingangs werden einige grundlegende Informationen zur Theorie aufgeführt. Danach folgt ein empirischer Test, welcher den Kern der Arbeit bildet. Das erarbeitete Modell untersucht monatliche Renditen in Frankfurt kotierter Aktien der Jahre 1997 bis 2005. Diese Einzeltitel werden zur Elimination der unsystematischen Risikokomponente in Branchenportfolios gebündelt. Aus den von Chen, Roll und Ross (1986) vorgeschlagenen Faktoren gelingt es dem Autor vier für den deutschen Kapitalmarkt besonders relevante zu identifizieren, welche dann ins Modell integriert werden. Es sind dies das Marktportfolio, die Term und Credit Spreads sowie die erwartete Inflationsrate. In der Anwendung des Modells werden mittels Zeitreihen- und Querschnittsregressionen die Exposures der Portfolios und die vom Markt bestimmten Risikoprämien zur Entschädigung für die Übernahme eines Exposures quantifiziert. Die Ergebnisse sprechen für einen Zusammenhang der ausgewählten Faktoren mit den Portfoliorenditen und somit für das verwendete Modell. Die Risikoprämien sind durchgehend signifikant und zeigen auf, dass ein Exposure gegenüber dem Term Spread den stärksten Einfluss auf die erwartete Rendite hegt, während die Risikoprämie für das Marktportfolio überraschend tief ausfällt. Die Exposures waren vor Allem für das Marktportfolio hochsignifikant, während sie für die anderen Faktoren lediglich bei einzelnen Branchen signifikante Werte erreichten. Die Renditen des Sektors der Finanzintermediäre scheinen von einem oder mehreren zusätzlichen Faktoren beeinflusst zu werden, welche nicht im Modell erfasst wurden. Die gefundenen Risikoprämien dieser Untersuchung übertreffen in ihrer Signifikanz einige der bekanntesten empirischen Arbeiten zum Thema, was allerdings in aller Wahrscheinlichkeit mit dem relativ kleinen Stützbereich erklärt werden kann. Der Schluss von Chen, Roll und Ross (1986), dass das Marktportfolio durch den Einbezug weiterer Faktoren an Signifikanz verliert, kann für die vorliegende Untersuchung nicht bestätigt werden.
Excerpt (computer-generated)
APT UND RENDITESCHÄTZUNG
EINE UNTERSUCHUNG DES DEUTSCHEN KAPITALMARKTES
ROMAN MEYER
B.A. HSG
JUNI 2006
Ich danke Prof. Dr. Klaus Spremann, Dr. Klaus Edel und Herrn Ralph Gasser für ihre freundliche und hilfreiche Unterstützung bei der vorliegenden Arbeit.
APT und Renditeschätzung Eine Untersuchung des deutschen Kapitalmarktes
ABSTRACT
In der vorliegenden Arbeit wird die
Arbitrage Pricing Theory
(APT) im Bezug auf den deutschen Kapitalmarkt untersucht. Eingangs werden einige grundlegende Informationen zur Theorie aufgeführt. Danach folgt ein empirischer Test, welcher den Kern der Arbeit bildet. Das erarbeitete Modell untersucht monatliche Renditen in Frankfurt kotierter Aktien der Jahre 1997 bis 2005. Diese Einzeltitel werden zur Elimination der unsystematischen Risikokomponente in Branchenportfolios gebündelt. Aus den von Chen, Roll und Ross (1986) vorgeschlagenen Faktoren gelingt es dem Autor vier für den deutschen Kapitalmarkt besonders relevante zu identifizieren, welche dann ins Modell integriert werden. Es sind dies das Marktportfolio, die Term und Credit Spreads sowie die erwartete Inflationsrate. In der Anwendung des Modells werden mittels Zeitreihen- und Querschnittsregressionen die Exposures der Portfolios und die vom Markt bestimmten Risikoprämien zur Entschädigung für die Übernahme eines Exposures quantifiziert.
Die Ergebnisse sprechen für einen Zusammenhang der ausgewählten Faktoren mit den Portfoliorenditen und somit für das verwendete Modell. Die Risikoprämien sind durchgehend signifikant und zeigen auf, dass ein Exposure gegenüber dem Term Spread den stärksten Einfluss auf die erwartete Rendite hegt, während die Risikoprämie für das Marktportfolio überraschend tief ausfällt. Die Exposures waren vor Allem für das Marktportfolio hochsignifikant, während sie für die anderen Faktoren lediglich bei einzelnen Branchen signifikante Werte erreichten. Die Renditen des Sektors der Finanzintermediäre scheinen von einem oder mehreren zusätzlichen Faktoren beeinflusst zu werden, welche nicht im Modell erfasst wurden. Die gefundenen Risikoprämien dieser Untersuchung übertreffen in ihrer Signifikanz einige der bekanntesten empirischen Arbeiten zum Thema, was allerdings in aller Wahrscheinlichkeit mit dem relativ kleinen Stützbereich erklärt werden kann. Der Schluss von Chen, Roll und Ross (1986), dass das Marktportfolio durch den Einbezug weiterer Faktoren an Signifikanz verliert, kann für die vorliegende Untersuchung nicht bestätigt werden.
I
APT und Renditeschätzung Eine Untersuchung des deutschen Kapitalmarktes
INHALTSVERZEICHNIS
Abstract I
Inhaltsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis
V
1 Einleitung 1
2 Die Arbitrage Pricing Theorie 1
2.1 Stand der Theorie 2
2.2 Herleitung des Modells 2
2.2.1 Intuitive Herleitung 3
2.2.2 Formelle Herleitung 3
2.3 Evolution des Modells 5
2.4 APT vs. CAPM 8
3 Bestimmung der Faktoren 9
3.1 Statistical Factor Model 10
3.2 Macroeconomic Factor Model 10
4 Empirische Tests der APT
11
4.1 Kritische Betrachtung der Testbarkeit der Theorie 11
4.2 Empirische Tests 13
4.2.1 ,,An Empirical Investigation of the Arbitrage Pricing Theory" von Richard Roll und Stephen
A. Ross (1980) 13
4.2.2 ,,Commonality in the determinants of expected stock returns" von Robert A. Haugen und Nardin L. Baker (1996) 14
4.2.3 ,,Some empirical tests in the Arbitrage Prcing Theory: Macrovariables vs. derived factors"
von Su-Jane Chen und Bradford D. Jordan (1993) 15
4.2.4 ,,Empirische Untersuchung zur Bedeutung makroökonomischer Faktoren für Aktienrenditen am
deutschen Kapitalmarkt" von Wolfgang Bessler und Heiko Opfer (2003) 17
5 Ein Arbitrage Pricing Modell für den deutschen Aktienmarkt 18
5.1 Modell nach Chen/Roll/Ross (1986) 19
5.2 Spezifizierung des Modells für den Deutschen Aktienmarkt 22
5.2.1 Instrumentalisierung der Faktoren nach Chen/Roll/Ross (1986) 23
II
APT und Renditeschätzung Eine Untersuchung des deutschen Kapitalmarktes
5.2.2 Bildung der Aktienrenditen und Konstruktion der Portfolios 27
5.2.3 Bereinigung der makroökonomischen Zeitreihen 34
5.2.3.1 Übersicht der statistischen Eigenschaften 34
5.2.3.2 Bereinigung der Zeitreihen 38
5.2.4 Festlegung der Faktoren
41
5.3 Test des deutschen Kapitalmarktes 45
5.3.1 Schätzung der Exposures 45
5.3.2 Schätzung der Risikoprämien 49
5.4 Diskussion der Resultate und Kritik 51
6 Fazit 52
Appendix: Erfasste Aktien und Portfoliobildung 54
Literaturverzeichnis 56
Verzeichnis verwendeter Spezial-software
60
Verzeichnis verwendeter Internet-Quellen 60
III
APT und Renditeschätzung Eine Untersuchung des deutschen Kapitalmarktes
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: Modelle zur Faktorbestimmung nach Kiermeier (1998) 9
Tabelle 2: Übersicht über die Sektoren des Prime Standards 30
Tabelle 3: Übersicht über die ersten beiden Momente der Portfoliorenditen 31
Tabelle 4: Übersicht und Erläuterungen zu den verwendeten Datenreihen 33
Tabelle 5: Statistische Eigenschaften der unbehandelten Zeitreihen 37
Tabelle 6: Vergleich der statistischen Eigenschaften unbehandelter und bereinigter Zeitreihen 40
Tabelle 7: t-Statistiken und Signifikanzniveaus aller in Betracht gezogener Faktoren gegenüber gut diversifizierten Portfolios 42
Tabelle 8: Korrelationskoeffizienten der ausgewählten Faktoren 44
Tabelle 9: Exposures mit statistischen Eigenschaften und Signifikanzwerten 46
Tabelle 10: Risikoprämien für die Faktoren des Modells mit Signifikanzwerten 50
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Entwicklung der APT nach Oertmann (1996) 6
Abbildung 2: Erwartungswerte und Standardabweichungen der Portfoliorenditen und Durchschnittswerte 32
Abbildung 3: Zusammenstellung der unbehandelten Faktoren 36
Abbildung 4: Vergleich unbehandelter und bereinigter Zeitreihen 39
IV
APT und Renditeschätzung Eine Untersuchung des deutschen Kapitalmarktes
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
1DIFF Bildung erster Differenzen
AMEX American Stock Exchange
APT Arbitrage Pricing Theory
AR Autoregressive Process
ARIMA Autoregressive Integrated Moving Average Process
CAPM Capital Asset Pricing Model
CDAX Composite DAX
CST California State Treasurer′s Office
DAFOX Deutscher Aktienforschungsindex
DAX Deutscher Aktienindex
DDM Dividend Discount Model
DM Deutsche Mark
DW Durbin Watson
E[x] Erwartungswert von x
GLS Generalised least Squares
ifo Information und Forschung (ifo Institut für Wirtschafts-forschung e.V.)
NYSE New York Stock Exchange
OAS Option-adjusted Spread
OLS Ordinary least Squares
PF Portfolio
SD Standard Deviation (Standardabweichung)
SEC Securities and Exchange Commission
SIC Standard Industrial Classification
S&P Standard and Poor′s
WN White Noise
WLS Weighted least Squares
T Treated
UT Untreated
VAR Value at Risk
V
APT und Renditeschätzung Eine Untersuchung des deutschen Kapitalmarktes
1 EINLEITUNG
Die Idee, Renditen von Wertpapieren durch die Veränderungen einer bestimmten Anzahl Faktoren zu erklären, basiert auf der empirischen Beobachtung, dass sich diese Renditen oftmals in Gruppen zu bewegen scheinen. Stephen A. Ross schaffte 1976 auf dieser Basis die
Arbitrage Pricing Theorie
(APT). Die Aussage des Modells ist intuitiv einleuchtend und wurde mathematisch korrekt spezifiziert. Die Frage des Nutzens des Modells in der Wirklichkeit führte jedoch zu akademischen Disputen. Zahlreiche Kritiker waren der Meinung, dass die von der APT postulierten Zusammenhänge zwar mathematisch korrekt seien, jedoch ohne Implikationen für die Empirie blieben.
Dies führte zu einer stetigen Weiterentwicklung des Modells durch Beiträge verschiedener Forscher, was in einer Version der APT resultierte, für welche die empirische Testbarkeit wenig in Frage steht. Die vorliegende Arbeit verfolgt zwei zentrale Zielsetzungen. Einerseits soll die APT in ihrer Aussage, ihren Implikationen sowie ihrer Entwicklung kurz erläutert werden. Andererseits soll dann die Potenz der APT für den deutschen Aktienmarkt getestet werden. Dies wird durch ein eigens vom Autor entwickeltes Modell erreicht, mit welchem die Renditen deutscher Aktien erklärt werden sollen. Der Autor erhofft sich, dadurch einen Beitrag zur empirischen Verifikation dieser populären Theorie leisten zu können.
Nach dieser Hinführung sollen in Kapitel 2 die Grundaussage der APT hergeleitet sowie ein kurzer Abriss der Entwicklung der Theorie und ein direkter Vergleich zum konkurrierenden
Capital Asset Pricing Modell
(CAPM), der populärsten aller Pricing Theorien, geleistet werden. In Kapitel 3 wird auf die Methoden zu Faktorbestimmung eingegangen, während in Kapitel 4 ein kurzer Überblick über den Diskurs zur empirischen Testbarkeit der APT gegeben wird. Ebenfalls werden in diesem Kapitel vier empirische Untersuchungen unterschiedlicher Methodik vorgestellt, bevor in Kapitel 5 die eigentliche Untersuchung des deutschen Kapitalmarktes beginnt. Im Rahmen dieser Untersuchung wird durch die Selektion einer kleinen Anzahl erklärender Faktoren ein Modell konstruiert, welches dann in einem zweiten Schritt zur Erklärung der Variationen in deutschen Aktienrenditen von 1997 bis 2005 verwendet wird. Kapitel 6 schliesst die Arbeit ab.
2 DIE ARBITRAGE PRICING THEORIE
Die ökonometrische Grundlage der APT liegt in der multivariaten Regression, welche im Gebiet der Finance in Gestalt des Multifaktormodells seinen Niederschlag findet. Beim Multifaktormodell soll die Variation der zu erklärenden, abhängigen Variable durch die Variationen einer bestimmten Anzahl unabhängiger Variablen erklärt werden (Spremann, 2005). In der Finance werden dabei oft Renditen als abhängige Variablen verwendet. Das selbe Prinzip gilt für die APT, wobei sie einen Schritt weiter geht als es reguläre Multifaktormodelle tun.
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