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Essay, 2006, 24 Seiten
Autor: Diplom Kauffrau (FH) Katharina Schlosser
Fach: Organisation und Verwaltung
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule Osnabrück
Tags: Rolle, Controlling, Rechnungswesen, Neues, Kommunales, Finanzmanagement
Jahr: 2006
Seiten: 24
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 25 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-26376-9
ISBN (Buch): 978-3-640-26385-1
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Zusammenfassung / Abstract
In den vergangenen Jahren sind Kommunen und deren Wirtschaftlichkeit in den Focus politischer Betrachtung gerückt. Eine Kommune muss effektiv, effizient und vor allem finanzierbar sein. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird als Planungs- und Kontrollinstrument das kamerale Rechnungswesen eingesetzt. Dieses reicht jedoch bei weitem nicht mehr aus, um modernen Informations-, Planungs-, Kontroll- und Steuerungsanforderungen zu genügen. Ein gängiges Schlagwort in der gegenwärtigen politökonomischen Diskussion ist Controlling im neuen öffentlichen Rechnungswesen1. Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Thematik „Die Rolle des Controlling im neuen öffentlichen Rechnungswesen“ auseinander, indem in Kapitel zwei zunächst das Verwaltungscontrolling sowie dessen Instrumente vorgestellt werden. In Kapitel drei wird die Kameralistik und insbesondere deren Schwächen betrachtet, aus denen der Veränderungsbedarf, ebenso wie die Anforderungen an das neue öffentliche Rechnungswesen abgeleitet werden, welche ihrerseits zwingend zum System der Doppik führen. In Kapitel vier findet eine logische Überleitung aus der Doppik zu öffentlichem Controlling statt. In diesem Zusammenhang wird zum einen der Nutzen des Controlling in der öffentlichen Verwaltung analysiert, zum anderen ein möglicher Weg zu einem wirkungsvollen Verwaltungscontrolling dargestellt und ergänzend die Relevanz des Berichtswesen und der Kennzahlen hinterfragt. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick. [...]
Textauszug (computergeneriert)
1. Problemstellung und Gang der Arbeit 2
2. Grundlagen zum Verwaltungscontrolling 3
2.1 Begrifflichkeit, Ziele und Aufgaben 3
2.2 Strategisches und operatives Verwaltungscontrolling 3
2.3 Instrumente des Verwaltungscontrolling 4
3. Neues Öffentliches Rechnungswesen als notwendige Reform der Kameralistik 6
3.1 Kameralistik: Defizitäres Informations- und Steuerungssystem für wirtschaftliche
Verwaltungsführung 6
3.1.1 Begriff, Ziele und Zwecke der Kameralistik 6
3.1.2 Struktur der Kameralistik als Geldeinnahme- und Geldverbrauchsrechnung 6
3.1.3 Stärken und Schwächen der Kameralistik aus Sicht der Betriebswirtschaft 7
3.2 Veränderungsbedarf der Kameralistik und Anforderungen an das neue öffentliche
Rechnungswesen nach International Federation of Accountants (IFAC) 9
3.3 Doppik: Neues öffentliches Rechnungswesen als Antwort auf Informations- und
Steuerungsdefizite 10
3.3.1 Begriff, Ziele und Zwecke der Doppik 10
3.3.2 Struktur der Doppik 10
4. Die Rolle des Controlling im neuen öffentlichen Rechnungswesen 11
4.1 Nutzen des Controlling für Politik und öffentliche Verwaltung 11
4.2 Der Weg zu einem wirkungsvollen Verwaltungscontrolling nach KGSt 12
4.3 Reporting: Berichtswesen zur Wirtschaftlichkeitssteuerung 14
4.4 Kennzahlen als Frühwarnindikator 15
5. Zusammenfassung und Ausblick 17
Quellenverzeichnis 19
Anhang 21
1. Problemstellung und Gang der Arbeit
In den vergangenen Jahren sind Kommunen und deren Wirtschaftlichkeit in den Focus
politischer Betrachtung gerückt. Eine Kommune muss effektiv, effizient und vor allem
finanzierbar sein. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird als Planungs- und
Kontrollinstrument das kamerale Rechnungswesen eingesetzt. Dieses reicht jedoch bei
weitem nicht mehr aus, um modernen Informations-, Planungs-, Kontroll- und
Steuerungsanforderungen zu genügen. Ein gängiges Schlagwort in der gegenwärtigen
politökonomischen Diskussion ist Controlling im
neuen öffentlichen Rechnungswesen1
.
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Thematik ,,Die Rolle des Controlling im neuen
öffentlichen Rechnungswesen" auseinander, indem in Kapitel zwei zunächst das
Verwaltungscontrolling sowie dessen Instrumente vorgestellt werden. In Kapitel drei wird die
Kameralistik und insbesondere deren Schwächen betrachtet, aus denen der
Veränderungsbedarf, ebenso wie die Anforderungen an das neue öffentliche Rechnungswesen
abgeleitet werden, welche ihrerseits zwingend zum System der Doppik führen. In Kapitel vier
findet eine logische Überleitung aus der Doppik zu öffentlichem Controlling statt. In diesem
Zusammenhang wird zum einen der Nutzen des Controlling in der öffentlichen Verwaltung
analysiert, zum anderen ein möglicher Weg zu einem wirkungsvollen Verwaltungscontrolling
dargestellt und ergänzend die Relevanz des Berichtswesen und der Kennzahlen hinterfragt.
Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.
1 Die Bezeichnung für das neue öffentliche Rechnungswesen variiert in deutschen Kommunen von Bundesland zu
Bundesland. So machte bspw. Nordrhein-Westfalen mit dem NKF-Gesetz (Neues kommunales Finanzmanagement) den
Anfang. In Hessen wird die Bezeichnung NKRS (Neues Kommunales Rechnungs- und Steuerungssystem) verwendet.
Vgl. hierzu z.B.: NKF-Netzwerk Nordrhein-Westfalen. In: http://ps02.mummert.de/nkf-netzwerk/ (letzter
Zugriff: 19.04.2006).
Demzufolge wird im weiteren Verlauf der Arbeit auf die Bezeichnung ,,neues öffentliches Rechnungswesen"
zurückgegriffen und nicht auf die Bezeichnung ,,NKF".
2
2. Grundlagen zum Verwaltungscontrolling
2.1 Begrifflichkeit, Ziele und Aufgaben
Bezogen auf die Rahmenbedingungen von Politik und öffentlicher Verwaltung bezeichnet K.
Promberger das Controlling als
,,eine Form der Führungsunterstützung, die durch die
Bereitstellung von Informationen und Methoden den verschiedenen Ebenen des politisch-
administrativen Führungssystems die Steuerung der Effektivität, der Effizienz und des
Finanzmittelbedarfes ermöglicht"
2
.
Controlling sieht er als Unterstützungsfunktion.
Allgemeines
Ziel
ist demnach ,,.. die ständige, nicht situative Unterstützung der jeweiligen
Führung bei der Vorbereitung, Findung und Umsetzung von Entscheidungen"3. Es stellt
Daten über das Verwaltungshandeln und seine Rahmenbedingungen bereit. Analog zur
Privatwirtschaft, schließt das Controlling auch in der öffentlichen Verwaltung ,,... die drei
Teilschritte Planung, Steuerung und Kontrolle ein und ist als ein informatives
Rückkopplungssystem zu verstehen, das rechtzeitige Interventionen bei Zielabweichungen
erlauben soll"4. Diese drei Schritte bilden zusammen den
Controllingprozess -
auch
Controlling-Kreislauf
genannt.
2.2 Strategisches und operatives Verwaltungscontrolling
Die in der Controlling-Literatur vorgenommene Unterscheidung zwischen dem
,,strategischen" und dem ,,operativen" Controlling lässt sich auch auf den öffentlichen Sektor
übertragen. Schlagwortartig wird das strategische Controlling oft mit der Formulierung ,,die
richtigen Dinge tun" und das operative Controlling mit ,,die Dinge richtig tun" charakterisiert.
Unter dem
strategischen
Controlling für Politik und öffentliche Verwaltung versteht K.
Promberger ,,
die Unterstützung des politisch-administrativen Führungssystems einer
Gebietskörperschaft bei der Steuerung ...
"5 des Politikerzeugungs- und -
durchsetzungsprozesses. Es umfasst demnach alle entscheidungs- und
verantwortungsgerechten Inhalte, die im Zusammenhang mit der Positionierung und der
Entwicklung der betroffenen Verwaltungseinheit stehen. Dabei hat es zwei Haupt
aufgaben
:
,,Zum einen dient es der strategischen Planung als ,Antriebsmotor, Moderator und
2 Promberger, Kurt: Controlling für Politik und öffentliche Verwaltung. Edition Juristische Literatur. Wien. Verlag
Österreich. Österreichische Staatsdruckerei, 1995. S.17.
3 http://www.olev.de/klr/klr.htm (letzter Zugriff: 26.03.06)
4 ebda.
5 Promberger, K.: a.a.O., S. 31.
3
Registrator′, zum anderen ist es ,Transmissionsriemen zur Umsetzung der strategischen
Planung in operative Handlungen′."6
Im Vergleich zum strategischen Controlling versteht K. Promberger unter dem
operativen
Controlling ,,
die Unterstützung des politisch-administrativen Führungssystems bei der
Steuerung der Organisationen der öffentlichen Verwaltung und ihrer Subeinheiten
(Verantwortungsbereiche)
"7. Es umfasst demnach jene Inhalte, die mit der Organisation und
Führung der Verwaltung in der Implementationsphase, zusammen hängen. Es unterstützt die
Optimierung des Verwaltungshandelns und damit die Sicherung der Erreichung ihrer Ziele.
Dabei beziehen sich die
Aufgaben
felder ,,auf die informatorische Unterstützung von
Entscheidungen des Managements in allen operativen Führungsphasen, die Etablierung und
Wahrnehmung ökonomischer Steuerungs- und Überwachungssysteme sowie die vertikale und
horizontale Koordination im Rahmen des Managementprozesses"8.
2.3 Instrumente des Verwaltungscontrolling
Zu den wichtigsten Instrumenten der Verwaltungsführung zählen u.a. die strategische Planung
und Zielsetzung, die Kosten- und Leistungsrechung (KLR), sowie die Indikatorenrechnung
und das Berichtswesen.
Die s
trategische Planung und Zielsetzung
verfolgt das Ziel, die eigene Organisation in der
zukünftigen Entwicklung der Umwelt so zu positionieren, dass sie ihre Aufgaben erfolgreich
erfüllen kann. Voraussetzung für eine umfassende strategische Planung sind vor allem die
Standortbestimmung (Soll-Ist-Vergleiche) und die Umweltprognose.9
Kosten- und Leistungsrechnung:
Die in der öffentlichen Verwaltung bereits zum Teil
eingeführte KLR ist die Grundlage für ein funktionierendes Controlling. Im Rahmen der KLR
legt die dynamische Plankostenrechnung den Focus auf die konsequente Ausrichtung auf
Führungsentscheide.10 Zentrales Element ist dabei die Definition von Leistungen (Produkten)
der Verwaltung, die echte Leistungen darstellen und als Kostenträger definiert sind. Die
Aufgabe der KLR ist dabei, den Ressourceneinsatz auf die Leistungen (Output) der
6 Meyer-Pries, Dierk:
Controlling als Managementinstrument für die öffentliche Verwaltung. Notwendigkeit, Anforderungen,
Restriktionen. Sonderdruck Verwaltungsmanagement. 1997. Erschienen in: Goller, Jost et al. (Hrsg.): Budgetierung und
Controlling in der öffentlichen Verwaltung. Sonderdruck. Verwaltungsmanagement: Handbuch für öffentliche
Verwaltungen und öffentliche Betriebe. Stuttgart u.a.. Raabe Verlags-GmbH, 1997. B 2.1 S.13.
7 Promberger, K.: a.a.O., S. 32.
8 Meyer-Pries, D.: a.a.O., B 2.1 S.18.
9 Vgl. Schedler, Kuno: Verwaltungscontrolling. Erschienen in: Blanke, Bernhard et. al. (Hrsg.): Handbuch zur
Verwaltungsreform. 3., völlig überarb. und erw. Aufl., Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005. S. 415.
10 Vgl. ebda., S. 417.
4
Verantwortungsbereiche zuzurechnen. Damit stellt sie Informationen für die Steuerung der
Effizienz (Kostenwirtschaftlichkeit), für eine outputorientierte Budgetierung und für die
Gebührenkalkulation, Kostenerstattungsbeträgen und privatrechtlichen Entgelten zur
Verfügung. Als weiteres Element dient die quantitative Planung und Erhebung dieser
Leistungen, inklusive der Arbeitsstunden und weiterer Ressourcen, die direkt in deren
Erstellung einfließen. Im Anschluss daran erfolgt eine Nachkalkulation, die
Mengenschwankungen in der Leistungserstellung erfasst und dadurch die Unterscheidung
produktiver und nicht produktiver Arbeitszeit ermöglicht, was letztlich eine
Wirtschaftlichkeitsbeurteilung der effektiven Leistungsbeurteilung zulässt. Sie liefert damit in
erster Linie für das Verwaltungsmanagement immanente Führungsinformationen, und sie
kann gleichzeitig weitere für die (politische) Festsetzung von Gebühren und
Verrechnungspreisen relevante Kostenelemente mit Hilfe von Schlüsseln aufaddieren. Sie
erfordert jedoch ein Umdenken der Führungskräfte, da eine so konsequente Mengen- und
Kapazitätsplanung bis dato nicht üblich ist.
Die
Indikatorenrechnung (
auch als
Kennzahlenrechnung
bezeichnet
)
bildet den Teil der
Verwaltungssteuerung ab, der auf die Leistung bezogenen ist. Sie verfolgt das Ziel, mehr
Transparenz in die geplanten und tatsächlich erbrachten Leistungen der Verwaltung zu
bringen (Leistungsindikatoren). Für die Bürger und auch für die Politik, besonders von
großem Interesse sind die Wirkungen (Outcome), die durch die Leistungen der Verwaltung
ausgelöst werden. Sie werden über Wirkungsindikatoren erfasst.11
Das
Berichtswesen
umfasst die geordnete Gesamtheit aller Berichte sowie deren
Beziehungen. Seine wichtigste Aufgabe besteht in der Übermittlung von Informationen für
den Planungs- (Ziel-, Maßnahmen- und Ressourcenplanung) und Kontrollprozess um die
Entscheidungsorgane des politisch-administrativen Führungssystems mit Informationen zu
versorgen. 12
11 Vgl. Schedler, K.: a.a.O., S.418.
12 Vgl. Promberger, Kurt: Controlling für Politik und öffentliche Verwaltung. Edition Juristische Literatur. Wien. Verlag
Österreich. Österreichische Staatsdruckerei, 1995. S. 215.
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