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„Rugby geht zur Schule“ – Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Projekt des NRV

Subtitle: Beobachtungen, Meinungen, Verbreitung, Gewaltprävention, Nachhaltigkeit

Project Report, 2007, 67 Pages
Authors: Björn Hochmann, Jennifer Schridde
Subject: Sport - Theory and Practice

Details

Category: Project Report
Year: 2007
Pages: 67
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V121729
ISBN (E-book): 978-3-640-26393-6
ISBN (Book): 978-3-640-26408-7
Notes :
"Diese großartige Arbeit gibt einen hervorragenden Einblick in das Feld der Gewaltprävention durch und mit Rugby." (Prof. Dr. Gunter A. Pilz, Gewaltforscher)


Abstract

Diese Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Sportart Rugby als Schulsport geeignet ist. Daneben soll die Frage beantwortet werden, welchen pädagogischen Wert Rugby in der Schule haben kann und ob diese Sportart eventuell sogar gewaltpräventiv wirken kann. Wie bitte – Rugby und Gewaltprävention? Allein der Klang dieser Sportart lässt bei einigen Menschen Assoziationen zu barbarischen Rauferein und einem wilden Spiel ohne wirkliche Regeln aufkommen. Will man hier den Bock zum Gärtner machen? Wenn man dann noch öffentlich die Idee äußert, Rugby mit Schülerinnen und Schülern in der Schule spielen zu wollen, wird man von vielen vollends für verrückt erklärt. Aber genau diesen Weg geht der Niedersächsische Rugbyverband (NRV) seit einigen Jahren. Mit seinem Projekt „Rugby geht zur Schule“ versucht der NRV, Rugby vermehrt in den Fokus des Schulsports zu rücken. Wir wollen dieses Projekt begleiten, es evaluieren, analysieren und es fruchtbar für die sportsoziologische Forschung machen: Ist Rugby für die Schule geeignet, sind Sportlehrer in der Lage Rugby zu unterrichten, welche Rolle spielt Rugby in den Schulen, wie wird Rugby von Schülerinnen und Schülern angenommen, ist Rugby gefährlich? All diese Fragen sollen hier anhand gründlicher durchgeführter Feldforschung beantwortet werden.


Excerpt (computer-generated)

SoSe2007
Projektarbeit: Juli/August 2007

,,Rugby geht zur Schule" ­
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Projekt des NRV

Beobachtungen, Meinungen, Verbreitung,
Gewaltprävention, Nachhaltigkeit

Björn Hochmann
und Jennifer Schridde


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3


2 Das Projekt des NRV: ,,Rugby geht zur Schule" 4

2.1 Vorstellung des Projekts 4

2.2 Pädagogische Begründung aus Sicht des NRV 6

3 Beobachtungen an der 6 c der IGS Linden 8
3.1 Vorstellung der 6 c der IGS Linden 8

3.2 Beobachtungszeitraum und Auswertung der Stunden 8

3.3 Stundenplanung, Stundenverläufe und Stundenreflexionen 8

3.3.1 Verlauf der 1. Stunde 8

3.3.1.1 Reflexion der 1. Stunde 10

3.3.2 Verlauf der 2. Stunde 10

3.3.2.1 Reflexion der 2. Stunde 12

3.3.3. Verlauf der 3. Stunde 14

3.3.3.1 Reflexion der 3. Stunde 15

3.3.4. Verlauf der 4. Stunde 16

3.3.4.1 Reflexion der 4. Stunde 18

3.3.5 Zusammenfassung der 5. Stunde 19

3.3.6 Zusammenfassung der 6.-8. Stunde 20

3.3.7 Beobachtungen der 6c bei der Schulmeisterschaft 21

3.4 Zwischenergebnis I 22

4 Fragebögen 24

4.1 Vorstellung der Fragebögen 24

4.1.1 Schüler 26

4.1.2 Lehrer I 26

4.1.3 Lehrer II 27

4.2 Auswertung der Fragebögen 28

4.2.1 Schüler 28

4.2.2 Lehrer I 36

4.2.3 Lehrer II 38

4.3 Zwischenergebnis II 42

5 Rugby als Beispiel für Gewaltprävention 44

5.1 Zum Begriff der Aggression und der Normverletzung im Sport 44

5.2 Der Katharsiseffekt 46

5.3 Empathie als Hemmfaktor für Gewalt 48

5.4 Rugby und die Korrespondenz zum kindlichen Kämpfen 51

5.5 Grenzen und Gefahren 53

5.6

Zwischenergebnis III 53

6 Fazit 54

Literaturverzeichnis 57

Anhang 59


1 Einleitung

- 3 -

1 Einleitung

Rugby!? Allein der Klang dieses Wortes lässt bei einigen Menschen Assoziationen zu barbarischen Rauferein und einem wilden Spiel ohne wirkliche Regeln aufkommen. Wenn man dann noch öffentlich die Idee äußert, Rugby mit Schülerinnen und Schülern in der Schule spielen zu wollen, wird man von vielen vollends für verrückt erklärt. Aber genau diesen Weg geht der Niedersächsische Rugbyverband (NRV) seit einigen Jahren. Mit seinem Projekt ,,Rugby geht zur Schule" versucht der NRV, Rugby vermehrt in den Fokus des Schulsports zu rücken. Unter anderem wird mit dem Schlagwort der ,,Gewaltprävention" versucht, Rugby für die Schulen attraktiv zu machen. Wie bitte? Rugby und Gewaltprävention? Wir werden uns u. a. mit dieser Problemstellung beschäftigen. Zudem werden wir das Projekt des NRV in seinen wichtigsten Punkten kritisch reflektieren. Konkret soll dies folgendermaßen aussehen: Wir werden zunächst unter Punkt 2 das Projekt ,,Rugby geht zur Schule" mit seinen wichtigsten Facetten vorstellen. Anschließend werden wir (Punkt 3) mit Hilfe von Beobachtungen, die wir anhand einer 6. Klasse, die am Rugby-Projekt teilgenommen hat und die wir 8 Wochen lang begleitet haben, ein erstes Zwischenergebnis zum Projekt vorlegen. Um die so gewonnenen Eindrücke näher zu untersuchen, sie zu bestätigen oder auch zu widerlegen, haben wir mehrere Fragebögen entwickelt und an verschiedene Schulen verteilt.
Dabei wird auch das pädagogische Konzept des NRV eine Rolle spielen, das es, so-weit es uns möglich war, zu überprüfen gilt. Diese Untersuchung werden wir unter Punkt 4 vorstellen. Hier kommen Schüler(innen) und Lehrer(innen) zu Wort, also direkt beteiligte Personen, die sich zum Thema Rugby äußern. Insbesondere wird hier die Verbreitung von Rugby in den Schulen rings um Hannover untersucht, die Einstellung von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern zum ,,Kiwi-Sport" und auch das Argument der Gewaltprävention des NRV wird genauer beleuchtet. Daraufhin wird ein zweites Zwischenergebnis aufzustellen sein. Die gesammelten Ergebnisse zur Ge-waltprävention werden dann, weil es eines der Hauptuntersuchungspunkte dieser Arbeit bildet, noch einmal mit Hilfe wissenschaftlicher Literatur unter Punkt 5 reflektiert, die dann das dritte Zwischenergebnis bilden. In Punkt 6 laufen zum Fazit der Arbeit alle Fäden zusammen: Hier werden die Zwischenergebnisse zusammengeführt, Querver-bindungen geschaffen, abschließende Empfehlungen gegeben und ein Gesamtergebnis formuliert.


2 Das Projekt des NRV: ,,Rugby geht zur Schule"

- 4 -

2 Das Projekt des NRV: ,,Rugby geht zur Schule"
2.1 Vorstellung des Projekts

Zu Beginn des Jahres 2004 wurde die Idee zu dem Projekt ,,Rugby geht zur Schule" geboren. Unter der Federführung des NRV wurde ein Kooperationsmodell Schule und Verein ins Leben gerufen, das in den Schulen gezielt dazu führen soll, Rugby populärer zu machen. Von der Idee über die Feinkonzeption des Modells bis hin zur Finanzie-rung und Personalsuche benötigte dies so sorgfältig angedachte Projekt jedoch noch acht Monate, bis es schließlich zur Realisierung kam. Das Projekt startete dann im September 2004, pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres.1
Der Schwerpunkt der Arbeit wurde zunächst auf das Zentrum Hannover gelegt. Man machte sich zum Ziel, insgesamt 16 Kooperationen zwischen Schule und Verein mit mindestens ebenso vielen Arbeitsgemeinschaften zustande zu bringen. Hierbei sollte ein Verein jeweils zwei Schulen betreuen. Im Voraus dieser Betreuung durch die Vereine muss Rugby allerdings erst einmal in den Schulen populär gemacht werden.
Hierfür wurde ein hauptberuflicher Lehrbeauftragter eingestellt, der mit einem weiteren Schullehrbeauftragten in die Schulen geht und Rugby in Form von 6-8wöchigen Unterrichtseinheiten im regulären Sportunterricht einführt. Die Sportlehrkraft der jeweiligen Klasse ist in solchen Stunden auch vor Ort und hat somit die Möglichkeit, sich ausführlich mit der Sportart vertraut zu machen und sich gleich mit der Methodik zur Vermittlung von Rugby auseinander zu setzen. Die Schullehrbeauftragten stehen den Lehrkräften bei Fragen in der Sportstunde sofort zur Verfügung. Darüber hinaus wurden Unterrichtsentwürfe über die kompletten Einheiten für unterschiedliche Altersstufen erstellt, die den Sportlehrkräften auch im Anschluss dabei helfen sollen, Rugby eigenständig weiterzuführen. Dazu werden regelmäßig ergänzend externe Lehrerfortbildungen durch den NRV angeboten.
Nachdem eine Schule mit Rugby bekannt gemacht wurde, soll eine AG gegründet werden, die dann von den Kooperationsvereinen betreut werden soll. Der Verein stellt einen Übungsleiter, und alle Schülerinnen und Schüler, bei denen Rugby im Unterricht thematisiert wurde, dürfen teilnehmen. Dadurch soll einerseits die Nachhaltigkeit gewährleistet werden und andererseits soll durch den engen Kontakt zu den Vereinen die Möglichkeit geben, kleine Freundschaftsspiele zwischen Schul- und Vereinsteams durchzuführen.
Zahlen und Fakten: Seit dem Beginn des Projekts nahmen 3735 Schülerinnen und Schüler und 101 Lehrerinnen und Lehrer am Rugby-Projekt teil. Die Zahl der teil-

1 Vgl. http://www.nrj-rugby.de/mediapool/12/122847/data/NRV_Schulrugby_Praesentation.pdf. (Letzter Zugriff:23.08.2007.)


2 Das Projekt des NRV: ,,Rugby geht zur Schule"

- 5 -

nehmenden Schulen stieg jährlich stetig an und beläuft sich am Ende des Jahres 2006 auf 21 (s. Tabelle 1). Die meisten Schulen nahmen mehrmals an dem Projekt teil. Tabelle leider nur in der Downloadversion verfügbar

Die Resonanz von Schulleitern, Lehrern und Schülern wird vom NRV als uneingeschränkt positiv beschrieben. Selbst an Schulen, an denen das Projekt nicht mehr im Unterricht durchgeführt wird, laufen AGs als Nachmittagsangebote, die entweder weiterhin von den Schullehrbeauftragten oder von Übungsleitern aus den kooperierenden Vereinen betreut werden.
Die Hintergründe dieses Projektes sind zahlreich. Zum einen hat der NRV festgestellt, dass die Nachwuchsarbeit in Niedersachsen in der Breite und in der Spitze nicht ausreichend sei. Rugby gehöre zu den Sportarten, die bei Kindern und Jugendlichen unterrepräsentiert sei (vgl. 4.2), was nicht zuletzt auch daran liege, dass viele Kinder diese Sportart überhaupt nicht kennen. Zum anderen soll durch den Umfang dieses Projektes und durch die Unterstützung der Medien, Rugby auch in der Öffentlichkeit bekannter gemacht werden.

Weiterhin versprechen sich die Vereine von den Kooperationen und durch die Betreuung der AGs natürlich einen Mitgliederzuwachs. Hierbei liegen die Vorteile deutlich darin, dass die Kinder sich nicht selbstständig um einen Verein kümmern müssen, sondern dass ein Übungsleiter direkt vor Ort ist, der den Kindern den Kontakt zu dem Verein erheblich erleichtert. Durch diese Maßnahme können auch Talente frühzeitig erkannt und angemessen gefördert werden. Ein Wunsch der Vereine ist es, dass die Einführung von Rugby in der Schule möglichst früh, also im Grundschulalter geschieht, weil die Chance, die Kinder in diesem Alter an eine Sportart zu binden, noch am größten sei.


2 Das Projekt des NRV: ,,Rugby geht zur Schule"

- 6 -

2.2 Pädagogische Begründung aus Sicht des NRV

Welche Vorteile hat Rugby denn nun aus Sicht des NRV? Ein so sorgfältig geplantes und subventioniertes2 Projekt einer Sportart, die sich als Schulsport etablieren soll, kommt nun mal nicht um kritische Nachfragen herum, gerade dann nicht, wenn es um Schule und den pädagogischen Nutzen geht. Doch auch über diese Frage hat sich der NRV Gedanken gemacht, denn leider gibt es oft Vorurteile oder falsche Vorstellungen, was den Rugbysport betrifft. Negative Konnotationen wie ,,Gewalt", ,,Brutalität" und ,,Aggression" sind nicht selten die ersten Äußerungen von Menschen, denen Rugby noch weitestgehend unbekannt ist. Oft wird Rugby auch mit American Football verwechselt. Diese Vorurteile machen es den Schullehrbeauftragten, aber auch rugbybegeisterten Sportlehrkräften nicht immer leicht, die Schuldirektoren von dieser Sportart zu überzeugen.

Auf der verbandseigenen Homepage des Projekts wird folgendes pädagogische Konzept vorgestellt, dass wir kurz zusammenfassen.3

Rugby ist ein einfach zu erlernendes Spiel für Kinder und Jugendliche. Anders als beim Basketball gibt es keine Schritt- und Dribbelregeln, die Grundtechniken belaufen sich lediglich auf das Laufen, Passen und Fangen. Ein weiterer Vorteil, der das Erlernen von Rugby für Kinder leichter macht, ist, dass der Ball mit der Hand und mit dem Fuß gespielt werden darf. Da es bei Rugby keine Tore gibt, sondern ein Mal-feld, das sich über die gesamte Breite des Spielfeldes erstreckt, haben die Kinder an vielen Stellen am Ende des Feldes die Möglichkeit, einen Versuch zu legen.
Rugby kann außerdem von jedem gespielt werden, da es die Vielseitigkeit des Spiels zulässt, Kinder mit unterschiedlicher Statur nicht nur ,,einzugliedern", sondern sie auch aktiv zum Vorteil der eigenen Mannschaft einzusetzen. Somit kann jeder
eine Position finden, die sich an seinen Stärken oder Schwächen orientiert. Obwohl Rugby ein extrem körperbetontes Spiel ist, können auch Mädchen und Frauen Rugby spielen und haben dabei ebenso viel Spaß wie die Jungen. Durch eine große Variantenvielfalt können Mädchen und Jungen sogar gemeinsam spielen, selbst wenn für Jungen und Mädchen in ein und demselben Spiel unterschiedliche Regeln eingeführt werden. Rugby ist somit auch altersunabhängig koedukativ.

Rugby ist ebenso ein Teamsport wie Fußball oder Handball, denn die gesamte Mannschaft ordnet sich einem gemeinsamen Ziel unter. Eine gute Kommunikation

2 Das Projekt wird von der Niedersächsischen Lottostiftung anteilig mit 25.000 Euro gefördert. Der Förderanteil beträgt 32,02% der Gesamtkosten. Vgl. Landessportbund Niedersachsen: http://www.lsbniederssen.de/verwaltung/dokukategorien/dokumanagement/psdoc/file/83/sum08_200746b83c05c3284.pdf(Letzter Zugriff: 23.08.2007.)
3 Vgl. http://schulrugby.sc.funpic.de. (Letzter Zugriff: 23.08.2007.)


2 Das Projekt des NRV: ,,Rugby geht zur Schule"

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innerhalb der Mannschaft ist unerlässlich und fördert die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus erzeugt Rugby als Teamsport ein starkes Zu-sammengehörigkeitsgefühl.

Ein großer Unterschied zu anderen Teamsportarten besteht darin, dass Rugby gewaltpräventiv ist. Ein kontrollierter Körperkontakt durch ein variables, auf die Zielgruppe anwendbares Regelwerk hilft dabei, überschüssige Energien und Kräfte in sinnvolle sportliche Betätigung zu kanalisieren. Um einen Gegner zu stoppen, muss er umklammert werden. Diese natürliche Klammerbewegung birgt nur wenig Verletzungsrisiko in sich. Wenn Rugby im Unterricht eingeführt wird, sollten die Regeln Schritt für Schritt mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet und festgehalten werden. Das somit durchsichtige Regelwerk trägt wesentlich zur Friedenserziehung bei.

Überhaupt ist es ein großer Vorteil, dass Rugbyregeln variabel und veränderbar sind. Somit können sie individuellen Umständen und Bedingungen angepasst werden, wie zum Beispiel Koedukation, Gruppen- oder Spielfeldgröße oder den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler. Durch ein gemeinsames Entwickeln der Regeln werden die Regeln verständlicher und geraten nicht leichtfertig in Vergessenheit. Auch ein Verhaltenskodex kann in die Regelentwicklung mit einbezogen werden, welcher das Fairplay-Bewusstsein der Kinder unterstreicht. Des Weiteren fördert Rugby vielfältige motorische sowie kognitive Fähigkeiten. Dies ist im Besonderen der Fall, da Rugby eine ganzheitliche Beanspruchung des Bewegungsapparates bedingt. Im fortgeschrittenen Lernstadium kommt es auch darauf an, innerhalb der Mannschaften Strategien zu entwickeln und auszutesten. Nicht zu letzt bedarf es hierbei auch wieder einer ausgeprägten Kommunikation innerhalb der Teams.
Abschließend ist noch anzuführen, dass Rugby die Entwicklung zu einer eigenständigen Persönlichkeit fördert, denn Rugby erzieht durch ein hohes Maß an Fairness antiegoistisch und antirassistisch und ist somit mehr als eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Nicht selten führt der Rugbysport die Schülerinnen und Schüler an ihre Grenzen, zeigt diese auf und lehrt sie sie einzuhalten. Dadurch können die Kinder ihre Identität optimal bilden. Am Wichtigsten ist jedoch, dass gelernt wird, die vorhandenen und zusammen aufgestellten Regeln zu akzeptieren, denn nur dadurch können auch Erfolgserlebnisse erzielt werden.


3 Beobachtungen an der 6c der IGS Linden

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3 Beobachtungen an der 6c der IGS Linden
3.1 Vorstellung der 6c

Die Klasse 6c der Integrativen Gesamtschulen Linden besteht aus 12 Mädchen und 8 Jungen, was laut ihrem Sportlehrer Michael Malitz den Sportunterricht für den Lehrer ,,einfacher" mache, da die Mädchen hier im Sportunterricht durch die Überzahl das Tempo angeben könnten und die Jungen sich daran anpassen müssten. In anderen Klassen, wo die Jungen in der Überzahl sind, sei es für die Sportlehrkräfte oft schwerer, die Mädchen in den Sportunterricht mit einzubeziehen. Der Mädchenüberschuss erklärt sich aus der Tatsache, dass die 6c eine Musikklasse ist. Neben den in allen Klassen obligatorischen Musikstunden hat eine Musiklasse noch 1-3 weitere Musik-stunden pro Woche.

3.2 Beobachtungszeitraum und Auswertung der Stunden:

Wir haben die 6c der IGS Linden über einen Zeitraum von 8 Wochen begleitet. Hinzu kommt, dass wir die 6 c am 10. Juli 2007 bei der Rugbyschulmeisterschaft betreut ha-ben, so dass ein kompletter Vormittag unter Wettkampfbedingungen als Beobachtungszeitraum dazu gerechnet werden kann. Die ersten vier bis fünf Unterrichtseinheiten werden wir sehr detailliert vorstellen, mit Stundenplanungen4, Stundenabläufen und Reflexionen, um einen genauen Eindruck der Klasse und der exakten Stundenabläufe zu geben. Anschließend folgen nur noch kurze Bewertungen der jeweiligen Stunde, um die Arbeit nicht all zu sehr zu strecken.

3.3 Stundenplanungen, Stundenverläufe und Stundenreflexionen
3.3.1 Verlauf der 1. Stunde, 15. Mai 2007, 08:20 ­ 09:50

Die erste Stunde mit der 6c war eigentlich so geplant, dass wir nur als Zuschauer und Protokollanten anwesend sein sollten, aber es kam dann doch anders...
Zu Anfang der Stunde standen einige (Vor-) Urteile über das Rugbyspiel im Raum. Auf die Frage von Tim Holzapfel (Lehrbeauftragter des NRV), was die Schülerinnen und

4 Die Stundenplanungen sind im Anhang einzusehen.



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