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Die Optimierung der Redeleistung im Rhetorik- und Kommunikationstraining

Subtitle: Eine geschlechtsdifferenzierte Untersuchung

Doctoral Thesis / Dissertation, 2008, 225 Pages
Author: Dr. Susanne Dietz
Subject: Rhetoric / Elocution / Oratory

Details

Category: Doctoral Thesis / Dissertation
Year: 2008
Pages: 225
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 150  Entries
Language: German
Archive No.: V121778
ISBN (E-book): 978-3-640-26772-9
ISBN (Book): 978-3-640-26778-1

Abstract

Seit der Antike haben sich unterschiedliche Methoden in der Vermittlung von Kompetenzen im Bereich Kommunikation und Rhetorik etabliert. Lange Zeit hielten sich didaktische Ansätze der frühen antiken Rhetoren, welche ihre Schüler anhielten ihre Redeleistung durch Nachahmung von Vorbildern zu optimieren. Nach Einbruch der Rhetorik im 19. Jahrhundert und ihrer Renaissance im 20. Jahr-hundert wird nun stärker an der Person des Redners selbst gearbeitet, als sich an Vorbildern zu orientieren. Die individuelle Persönlichkeit des Redners soll in der Rede unterstützend wirken und im Optimierungsprozess der Redeleistung beachtet werden. Die Didaktik der Rhetoriklehre hat sich damit von einer sehr starren Form der Nachahmung von Vorbildern zu einer sehr offenen, freien Form entwickelt, indem der individuelle Ausdruck des Redners mit Hilfe der Analyse von Stärken und Schwächen sowie neue Methoden der Mentaltechniken unterstützend wirken, welche zum Optimierungsprozess der Redeleistung einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Form der Nachahmung eines Vorbilds der Rednerschulung wurde Jahrhunderte lang in Anlehnung an die Theorien und pädagogischen Ansätze der antiken Rhetoren gelehrt. Die konkrete Arbeit mit den individuellen Stärken und Schwächen kann nur auf einige Jahrzehnte zurückblicken. Es stellt sich nun die Frage, wie die die Arbeit an den Stärken und Schwächen sowie die Arbeit mit Mentaltechniken von Seminarteilnehmern empfunden werden, wo ihre Präferenzen bezüglich des Optimierungszugangs (Stärken stärken, Schwächen schwächen oder Zugang über die mentale Einstellung) liegen, und ob Stärken und Schwächen im Selbstbild mit dem Fremdbild übereinstimmen. Ferner gestaltet sich die Frage interessant, inwiefern sich oben genannte Aspekte nach Geschlecht getrennt hin unterscheiden oder an welchen Schnittstellen es Gemeinsamkeiten gibt.


Excerpt (computer-generated)










Die Optimierung der Redeleistung im Rhetorik- und

Kommunikationstraining

­

Eine geschlechtsdifferenzierte Untersuchung

Inaugural-Dissertation

zur Erlangung des Doktorgrades

der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität

München

Vorgelegt von

Susanne Dietz


Für meine Familie.


Dank

An erster Stelle möchte ich mich bei Herrn Prof. Dr. Gerd Kegel bedanken, welcher von An-

fang an mein Promotionsvorhaben tatkräftig unterstützte und mir stets mit Engagement zur

Seite stand. Ich bedanke mich für die neuen Impulse sowie hilfreichen Ratschläge, durch wel-

che meine wissenschaftliche Arbeit stetig wuchs und gedieh. Danke für die zahlreichen Bera-

tungsstunden und die motivierenden Gespräche während der Bearbeitungszeit meiner Disser-

tation.

Des Weiteren bedanke mich besonders bei den Seminarteilnehmern, der zu untersuchenden

Trainings, welche kooperativ und gewissenhaft meine Datenerhebung durch Bearbeitung der

Fragebögen ermöglichten. Zudem möchte ich mich an dieser Stelle für die Bereitschaft der

Seminarteilnehmer bedanken, mir das aufgezeichnete Videomaterial zum Zwecke der Unter-

suchung freizugeben.

Mein Dank gilt zudem Zweitprüfer Herrn Prof. Dr. Jochen Gerstenmaier.

Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, welche mich in der Bearbeitungszeit mei-

ner Dissertation jederzeit unterstützt haben. Im Besonderen einen großen Dank an meine Fa-

milie, welche mich stets in meinem Vorhaben unterstützte und motivierte. Danke an Stefanie

Koch, die mir immer mit persönlichem Rat beiseite stand und besonderen Dank an Kristin

Weschke für die außerordentlich gute fachliche Unterstützung. Bedanken möchte ich mich

zudem bei Corinna Scherner für den persönlichen und fachlichen Austausch, welcher mir stets

neuen Auftrieb gab. Danke auch an Carolin Feneis für die aufbauende Unterstützung via Tele-

fon. Besonderer Dank gilt Guido Tröster: Immer zur richtigen Zeit das richtige Wort, wo-

durch ich festen Boden und Rückhalt verspüren konnte, was sich unmittelbar auf mein Pro-

motionsvorhaben auswirkte.


Inhaltsverzeichnis

THEORETISCHER TEIL 5

1

Einführung 5

1.1 Problemstellung 5

1.2 Zielsetzung 5

1.3 Aufbau der Arbeit 6

1.4 Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes 6

2

Historischer Überblick: Rhetorikschulung von der Antike bis heute 7

2.1 Antike Rhetorik 8

2.1.1 Erste antike Rhetorik-Epoche: Die Gründer der Rhetorik ­ Die Sophisten 8

2.1.1.1 Methodik und Inhalte der sophistischen Rhetoriklehre 9

2.1.1.2 Schulungsorte der sophistischen Rhetoriklehre 11

2.1.2 Zweite antike Rhetorik-Epoche Epoche: Die Philosophen Griechenlands 12

2.1.2.1 Methoden und Inhalte der Rhetoriklehre der griechischen Antike 12

2.1.2.2 Schulungsorte der Rhetoriklehre in der griechischen Antike 14

2.1.3 Dritte antike Rhetorik-Epoche: Römische Rhetorik 15

2.1.3.1 Methodik und Inhalte der Rhetoriklehre der römischen Antike 15

2.1.3.2 Schulungsorte der Rhetoriklehre in der römischen Antike 19

2.1.4 Weitere Entwicklungen der antiken Rhetorik 20

2.1.5 Zusammenfassung: Antike Rhetorik 21

2.2 Rhetorik des Mittelalters 21

2.2.1 Methodik und Inhalte der mittelalterlichen Rhetoriklehre 22

2.2.2 Schulungsorte der mittelalterlichen Rhetoriklehre 24

2.3 Rhetorik des Humanismus- und Barockzeitalters 25

2.2.3 Zusammenfassung: Rhetorik des Mittelalters 25

2.3.1 Methodik und Inhalte der Rhetoriklehre im Humanismus und Barock 26

2.3.2 Schulungsorte der Rhetoriklehre im Humanismus und Barock 29

2.3.3 Zusammenfassung: Rhetorik des Humanismus- und Barockzeitalters 30

2.4 Rhetorik der Aufklärung 30

2.4.1 Methodik und Inhalte der Rhetoriklehre in der Aufklärung 31

2.4.2 Schulungsorte der Rhetoriklehre in der Aufklärung 32

2.4.3 Zusammenfassung: Rhetorik der Aufklärung 32

2.5 Rhetorik im 19. Jahrhundert ­ Bürgerliches Zeitalter 33

2.5.1 Methodik und Inhalte der Rhetoriklehre im 19. Jahrhundert 33

2.5.2 Schulungsorte der Rhetorik des 19. Jahrhunderts 34

2.5.3 Zusammenfassung: Rhetorik im 19. Jahrhundert 34


2.6 Rhetorik seit dem 20. Jahrhundert 35

2.6.1 Methodik und Inhalte moderner Rhetoriktrainings 35

2.6.2 Schulungsorte der modernen Rhetoriklehre 37

2.6.3 Rhetorik im neuen Kontext: Bestandteil der Personalentwicklung in Unternehmen 38

2.6.4 Zusammenfassung: Rhetorik seit dem 20. Jahrhundert 39

2.6.5 Kommunikationstrainings: Aktuelle Zahlen 39

2.7 Vergleich der gegenwärtigen und antiken Rhetoriklehre 44

3

Optimierungsmethodik in Präsentationstrainings 47

3.1 Das menschliche Ausdrucksverhalten ­ Die Wirkung eines Sprechers 47

3.1.1 Stellgrößen des Ausdrucksverhaltens 49

3.1.2 Der verbale Ausdruck 50

3.1.3 Der paraverbale Ausdruck 54

3.1.4 Der nonverbale Ausdruck 58

3.1.5 Exkurs: Weiterführende Erkenntnisse zum nonverbalen Ausdrucksverhalten 68

3.2 Die Zugänge zur Optimierung der Redeleistung 75

3.2.1 Schwächen schwächen ­ Schwächen über Stellgrößen ausgleichen 78

3.2.2 Stärken stärken ­ Stärken über persönlichen Präsentationsstil ausbauen 79

3.2.3 Mentaltechniken ­ Sicherheit über mentale Einstellung gewinnen 80

3.2.3.1 Reflektierte Selbstbeobachtung 82

3.2.3.2 Spontane Selbstbeeinflussung 82

3.2.3.3 Positives Denken 83

3.2.3.4 Autosuggestion ­ Vorsatzbildungen 84

3.2.3.5 Die paradoxe Intention 86

3.2.3.6 Imagination 86

3.2.3.7 Das ABC-Schema 89

3.2.3.8 Atmung 90

3.2.3.9 Entspannungstechniken 90


4

Geschlechtsdifferenziertes Kommunikationsverhalten 92

4.1 Begriffsklärung 92

4.2 Soziologischer Abriss 93

4.3 Entstehung von verhaltensbedingten Geschlechtsunterschieden 95

4.3.1 Geschlechtsrollen ­ erlernt 95

4.4 Untersuchungen zu Verhaltensunterschieden zwischen den Geschlechtern 99

4.5 Merkmale der Geschlechtersprache 104

4.5.1 Verbales Ausdrucksverhalten der Geschlechter 106

4.5.2 Paraverbales Ausdrucksverhalten der Geschlechter 108

4.5.3 Nonverbales Ausdrucksverhalten der Geschlechter 111


4.6 Geschlechtsdifferenziertes Kommunikationsverhalten in Gruppen 113

4.7 Zusammenfassende Betrachtung kommunikativer Geschlechtsunterschiede 120

EMPIRISCHER TEIL 122

5

Methodologische Vorgehensweise ­ Erhebung der Befunde 122

5.1 Beschreibung der Untersuchung 122

5.2 Instrumente 122

5.2.1 Quantitative Datenerhebung ­ Fragebogen 122

5.2.2 Qualitative Datenerhebung ­ Videoanalyse 124

5.3 Stichprobenkonstruktion 125

5.4 Beschreibung der Untersuchungsdurchführung 125

6

Ergebnisse der Gesamtauswertung Gruppe I-V 126

6.1 Teilnehmer (Gruppe I-V) 126

6.2 Fragebogenauswertung ­ Selbstbild (Gruppe I-V) 127

6.2.1 Fragebogenitem 1 ­ Schwächen über Stellgrößen ausgleichen (Gruppe I-V) 128

6.2.2 Fragebogenitem 2 ­ Stärken über persönlichen Präsentationsstil ausbauen (Gruppe I-

V) 130

6.2.3 Fragebogenitem 3 ­ Sicherheit über mentale Einstellung gewinnen (Gruppe I-V) 132

6.2.4 Fragebogenitem 4 ­ Wenn nur ein Zugang möglich wäre (Gruppe I-V) 135

6.2.5 Auffälligkeiten (Gruppe I-V) 144

6.3 Auswertung Videoanalyse ­ Fremdbild (Gruppe I-V) 146

6.4 Selbstbild- und Fremdbildabgleich (Gruppe I-V) 151

7

Ergebnisse der Gesamtauswertung Gruppe VI 161

7.1 Teilnehmer (Gruppe VI) 161

7.2 Fragebogenauswertung Selbstbild (Gruppe VI) 162

7.2.1 Fragebogenitem 1 ­ Schwächen über Stellgrößen ausgleichen (Gruppe VI) 162

7.2.2 Fragebogenitem 2 ­ Stärken über persönlichen Präsentationsstil ausbauen (Gruppe

VI) 163

7.2.3 Fragebogenitem 3 ­ Sicherheit über mentale Einstellung gewinnen (Gruppe VI) . 164

7.2.4 Fragebogenitem 4 ­ Wenn nur ein Zugang möglich wäre (Gruppe VI) 165

7.2.5 Auffälligkeiten (Gruppe VI) 166


7.3 Auswertung Videoanalyse ­ Fremdbild (Gruppe VI) 167

7.4 Selbstbild- und Fremdbildabgleich (Gruppe VI) 169

8

Diskussion der Ergebnisse 172

8.1 Diskussion der Ergebnisse Gruppe I-V 172

8.1.1 Optimierungszugang: Schwächen über Stellgrößen ausgleichen (Gruppe I-V) 172

8.1.2 Selbstbild-Fremdbildabgleich: Schwächen über Stellgrößen einstellen (Gruppe I-V)

174

8.1.3 Optimierungszugang: Stärken über persönlichen Präsentationsstil ausbauen (Gruppe

I-V) 175

8.1.4 Selbstbild-Fremdbildabgleich: Stärken über persönlichen Präsentationsstil ausbauen

(Gruppe I-V) 176

8.1.5 Grad der Deckungsgleichheit (Gruppe I-V) 177

8.1.6 Optimierungszugang: Sicherheit über mentale Einstellung gewinnen (Gruppe I-V)

179

8.1.7 Kombination der Nennungen: Fragebogenitem Sicherheit über mentale Einstellung

gewinnen ­ Zugangspräferenz Schwächen über Stellgrößen ausgleichen (Gruppe I-

V) 180

8.1.8 Wenn nur ein Zugang möglich wäre (Gruppe I-V) 181

8.1.9 Kombination der Nennungen: Fragebogenitem Sicherheit über mentale Einstellung

gewinnen ­ Schwäche Partikel/Floskeln und/oder Tempo/Pausen (Gruppe I-V)... 182

8.2 Diskussion der Ergebnisse Gruppe VI 183

8.2.1 Optimierungszugang: Schwächen über Stellgrößen ausgleichen (Gruppe VI) 183

8.2.2 Selbstbild-Fremdbildableich:

Schwächen über Stellgrößen ausgleichen

(Gruppe VI)

und Grad der Deckungsgleichheit 184

8.2.3 Optimierungszugang: Stärken über persönlichen Präsentationsstil ausbauen (Gruppe

VI) 185

8.2.4 Selbstbild-Fremdbildabgleich:

Stärken über persönlichen Präsentationsstil

ausbauen

und Grad der Deckungsgleichheit (Gruppe VI) 185

8.2.5 Optimierungszugang: Sicherheit über mentale Einstellung gewinnen (Gruppe VI)

186

8.2.6 Wenn nur ein Zugang möglich wäre (Gruppe VI) 187

9

Zusammenfassung und Ausblick 189

10

Anhang 192

11

Abbildungsverzeichnis 208

12

Literaturverzeichnis 211



Einführung

5


THEORETISCHER TEIL

1 Einführung

1.1

Problemstellung

Seit der Antike haben sich unterschiedliche Methoden in der Vermittlung von Kompetenzen

im Bereich Kommunikation und Rhetorik etabliert. Die Rhetorik definiert sich dabei als Er-

fahrungswissenschaft (Ueding 2000b, S. 7), welche bewährte Konzepte und Methoden dieser

weiter vermittelt. Lange Zeit hielten sich didaktische Ansätze der frühen antiken Rhetoren,

welche ihre Schüler anhielten ihre Redeleistung durch Nachahmung von Vorbildern zu opti-

mieren. Nach Einbruch der Rhetorik im 19. Jahrhundert und ihrer Renaissance im 20. Jahr-

hundert wird nun stärker an der Person des Redners selbst gearbeitet, als sich an Vorbildern

zu orientieren. Die individuelle Persönlichkeit des Redners soll in der Rede unterstützend

wirken und im Optimierungsprozess der Redeleistung beachtet werden. Die Didaktik der Rhe-

toriklehre hat sich damit von einer sehr starren Form der Nachahmung von Vorbildern zu ei-

ner sehr offenen, freien Form entwickelt, indem der individuelle Ausdruck des Redners mit

Hilfe der Analyse von Stärken und Schwächen sowie neue Methoden der Mentaltechniken

unterstützend wirken, welche zum Optimierungsprozess der Redeleistung einen wesentlichen

Beitrag leisten. Die Form der Nachahmung eines Vorbilds der Rednerschulung wurde Jahr-

hunderte lang in Anlehnung an die Theorien und pädagogischen Ansätze der antiken Rhetoren

gelehrt. Die konkrete Arbeit mit den individuellen Stärken und Schwächen kann nur auf eini-

ge Jahrzehnte zurückblicken. Es stellt sich nun die Frage, wie die die Arbeit an den Stärken

und Schwächen sowie die Arbeit mit Mentaltechniken von Seminarteilnehmern empfunden

werden, wo ihre Präferenzen bezüglich des Optimierungszugangs (Stärken stärken, Schwä-

chen schwächen oder Zugang über die mentale Einstellung) liegen, und ob Stärken und

Schwächen im Selbstbild mit dem Fremdbild übereinstimmen. Ferner gestaltet sich die Frage

interessant, inwiefern sich oben genannte Aspekte nach Geschlecht getrennt hin unterscheiden

oder an welchen Schnittstellen es Gemeinsamkeiten gibt.

1.2

Zielsetzung

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es im ersten Schritt einen groben Überblick über die histori-

sche Entwicklung der Rhetorik, speziell in der Rhetorikschulung, was Inhalte, Methodik und

Schlungsorte angeht, zu bieten, um daraufhin Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Schu-

lung von moderner Rhetorik und Rhetorik der letzten Jahrhunderte bis zurück in die Antike

erkennen zu können. Dieser Bestandteil soll Basis der Arbeit sein, um ein Verständnis für die

Weiterentwicklung in Methodik und Didaktik der Rhetorikschulung generieren und so Unter-

schiede aufzeigen zu können. Im Anschluss daran soll die Erläuterung der drei Ausdrucks-

ebenen ­ verbal, paraverbal und nonverbal ­ als wesentlicher Bestandteil des Optimierungs-

prozesses der Redeleistung definiert werden, woraufhin die drei Optimierungszugänge aus-

führlich dargestellt werden. Eine Betrachtung des derzeitigen Standes der Gender-Forschung

im Kontext Kommunikation soll für die Untersuchung, welche nach Geschlecht getrennt aus-

gewertet wurde, unterstützend wirken.

Auf der Basis dieser theoretischen Grundlagen soll mit Hilfe eines erstellten Fragebogens

sowie einer Videoanalyse das Optimierungsverhalten von Teilnehmern eines Präsentations-

trainings mit Powerpoint untersucht werden. Hierzu werden selbst identifizierte Schwächen


Einführung

6

und Stärken im Fragebogen mit beobachtetem Verhalten aus einer Videoanalyse abgeglichen,

um eine Aussage zu Selbst- und Fremdbild im Optimierungsprozess seitens der Teilnehmer

zu erhalten. Ferner wird mit Unterstützung des Fragebogens eruiert, welcher Optimierungszu-

gang seitens der Teilnehmer präferiert wird. Die Daten werden jeweils nach Geschlecht ge-

trennt ausgewertet, welche Aussage über geschlechtstypisches bzw. geschlechtsspezifisches

Verhalten im Optimierungsprozess der Redeleistung geben sollen.

1.3

Aufbau der Arbeit

Das erste Kapitel beinhaltet eine kurze Hinführung zum Thema, indem Problemstellung und

Zielsetzung beschrieben werden. Im Anschluss daran folgen Aufbau der Arbeit sowie Ab-

grenzung des Untersuchungsgegenstandes. Das zweite Kapitel gibt einen historischen Über-

blick über Methoden, Inhalte, Didaktik und Schulungsorte der Rhetorik von der Antike bis zur

Gegenwart, welcher Basis für ein einheitliches Verständnis für die Entwicklung und die Arten

unterschiedlicher didaktischer und methodischer Ansätze in Schulungskontexten der Rhetorik

bieten soll. Im dritten Kapitel wird näher auf die Methodik des Optimierungsprozesses der

Redeleistung im Präsentationstraining eingegangen. Im ersten Schritt werden die drei Aus-

drucksebenen verbal, paraverbal und nonverbal ausführlich erläutert, welche Basis der Stär-

ken- sowie Schwächenanalyse im Optimierungsprozess bilden. Daraufhin wird auf die Me-

thodik mit der Arbeit an den drei Optimierungszugängen eingegangen, indem diese detailliert

beschrieben werden. Um einen Überblick über den derzeitigen Stand der Gender-Forschung

im Kontext Kommunikation zu erhalten, werden in Kapitel vier die für die vorliegende Unter-

suchung relevante Erkenntnisse kurz umrissen. Das fünfte Kapitel umfasst die Beschreibung

der methodologischen Vorgehensweise der explorativen Untersuchung zu den drei Optimie-

rungszugängen im Präsentationstraining. Es werden Instrumente, Stichprobenkonstruktion die

Beschreibung der Untersuchungsdurchführung erläutert. In Kapitel sechs werden die Ergeb-

nisse der Gruppen I bis V hinsichtlich quantitativer Erhebung durch Fragebogen und qualita-

tiver Erhebung durch Videoanalyse festgehalten und gegenübergestellt werden. Die Auswer-

tung der Untersuchung wird nach einer Gesamtbetrachtung nach Geschlecht getrennt ausge-

wertet. Ebenso wird im siebten Kapitel mit den Ergebnissen der Gruppe VI verfahren, wel-

ches eine detaillierte Beschreibung enthält. Im achten Kapitel werden die Ergebnisse der Un-

tersuchung diskutiert und zusammenfassend in sich aus den Untersuchungsergebnissen ent-

stehenden Thesen dargestellt, welche Anstoß für weitere Untersuchungen geben sollen.

1.4

Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes

In vorliegender Arbeit bilden den Untersuchungsgegenstand das Optimierungsverhalten von

Teilnehmern in Kommunikations- und Präsentationstrainings. Diese Teilnehmer sind alle An-

gestellte eines bayerischen Versicherungsunternehmens1 und haben sich bereit erklärt, Frage-

bögen zu bearbeiten sowie Videomaterial für die Untersuchung zur Verfügung zu stellen. In

der Beschreibung der Teilnehmer und anderer Personen, wird zu Gunsten der Lesbarkeit, die

männliche Form verwendet, während jedoch weibliche Personen nicht ausgeschlossen sind.

Der Begriff Rhetorik wird im Folgenden vor allem in Kontext der Rede verwendet. Schrift-

sprachliche Komponenten werden weitgehend außer Acht gelassen. Im Mittelpunkt steht die

Rhetorik als Lehre der Rede und des Dialogs. Seminar und Training werden dabei Synonym

verwendet.


1 Aus Gründen der Anonymität wird der Name des Unternehmens nicht genannt.



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