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(Transnationale) Erwerbspendlerströme im Oberrheingraben

Scholary Paper (Seminar), 2008, 29 Pages
Author: Sebastian Gräf
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 29
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V121791
ISBN (E-book): 978-3-640-26469-8
ISBN (Book): 978-3-640-26495-7

Abstract

Die Oberrheinregion, die sich als Wirtschaftsraum aus den vier Teilregionen Elsass, Südpfalz, Baden und Nordwest-Schweiz zusammensetzt, weist eine sehr gute Verkehrsstruktur auf und ist wirtschaftlich stark. Obwohl sie aus Gebieten dreier Länder besteht, sind enorme Verflechtungen innerhalb der Region vorhanden, sicherlich auch dadurch bedingt, dass die Teilregionen zusammen eine geografische Einheit bilden. Diesen Verflechtungen stehen deutliche Unterschiede in Bezug auf Bevölkerungsdichte, Lebenshaltungskosten, Arbeitsbedingungen und Wirtschaftsstruktur gegenüber. Die Arbeitsbedingungen sind in der Nordwestschweiz am günstigsten, die Lebenshaltungskosten sind dort allerdings sehr hoch. Wohneigentum ist im Elsass mit Abstand am preiswertesten. Die Berufspendler pendeln aus diesen Gründen vor allem vom Elsass in die Nordwest-Schweiz, vom Elsass nach Baden und von Baden in die Nordwest-Schweiz, wobei die rechtlichen Rahmenbedingungen oft nicht leicht durchschaubar sind. Diese Arbeit befasst sich mit diesen ‚Grenzgängern‘ und ihren Pendlerströmen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Karlsruhe

Institut für Geographie und Geoökologie II

Seminar: Regionale Humangeographie

Oberrheingraben

Wintersemester 2007/2008

Thema:

(Transnationale) Erwerbspendler im Oberrheingraben

Sebastian Gräf

LA Mathematik/Geographie

7. Semester


Erwerbspendler im Oberrheingraben - Sebastian Gräf

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

I

Abbildungsverzeichnis

II

Tabellenverzeichnis

II

1. Einleitung

1

2. Allgemeiner Teil

2

2.1 Der Oberrheingraben

2

2.1.1 Geographie und Ländergrenzen

2

2.1.2 Siedlungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsstruktur

3

2.1.3 Unterschiede und regionales Bewusstsein

6

2.2 Erwerbspendler

7

2.2.1 Definitionen

7

2.2.2 Hintergründe des Pendelns

8

2.2.3 Auswirkungen

9

3. Erwerbspendler im Oberrheingraben

10

3.1 Rahmenbedingungen

10

3.1.1 Wirtschaftliche Faktoren

10

3.1.2 Rechtlicher und sozialer Rahmen

12

3.1.3 ,,Anziehungskräfte"

14

3.2 Tatsächlicher Umfang

14

3.2.1 Aktuelle Situation

14

3.2.2 Grenzgänger nach Branchen

17

3.2.3 Entwicklungen der letzten Jahre

18

3.3 Chancen und Risiken

20

3.4 Ausblick

20

4. Fazit

21

5. Schluss

22

Quellen

III

Literatur

III

Internetquellen

IV

Tabellen

V

Abbildungen

V

I


Erwerbspendler im Oberrheingraben - Sebastian Gräf

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: ,,Michelins erster Grenzgänger" Bibendum

1

Abbildung 2: Mandatsgebiet der Oberrheinkonferenz und Einordnung in Europa

2

Abbildung 3: Flächen- und Bevölkerungsaufteilung des Mandatsgebietes der

Oberrheinkonferenz

3

Abbildung 4: Verkehrsstruktur im Oberrheingraben

5

Abbildung 5: Arbeitslosenquoten und Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner in den

Teilregionen

10

Abbildung 6: Versorgung mit Apotheken und Arztpraxen pro 10.000 Einwohner 2004

13

Abbildung 7: Auspendlerquote 2003

15

Abbildung 8: Anteile an Auspendlern aus dem Nordelsass nach Deutschland

16

Abbildung 9: Grenzgänger 2004 im Oberrheingebiet

17

Abbildung 10: Grenzgänger nach Branchen

17

Abbildung 11: Grenzgängerströme im Oberrheingraben

19

Abbildung 12: Entwicklung der Grenzgängerströme 1992 bis 2004

20

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Wohnhafte Franzosen, Deutsche und Schweizer im jeweiligen Ausland im

Oberrheingebiet

12

Tabelle 2: Entwicklung der Grenzgängerströme 1992 bis 2004

19

II


Erwerbspendler im Oberrheingraben - Sebastian Gräf

1. Einleitung

Jaques ist Franzose. Er wohnt im Elsass, genauer gesagt in Soultz-sous-Forêts, aber das

kennt an seinem Arbeitsplatz fast keiner. Jaques arbeitet nicht in Frankreich. Er ist bei

Michelin in Karlsruhe beschäftigt, wie knapp 7.000 andere Beschäftigte. Ungefähr ein

Siebtel davon kommt wie er nicht aus Deutschland und aus Karlsruhe direkt sind es

nochmal weniger. Jaques muss jeden Tag eine größere Strecke zurücklegen als wenn er

in Frankreich arbeiten würde, aber es lohnt sich trotzdem für ihn. Zu Michelin kam er erst,

nachdem er seinen Job in Straßburg verloren hatte, zurücktauschen würde er aber auf

keinen Fall, selbst wenn es ginge. Er verdient fast ein Fünftel mehr Geld hier und kann

Steuervorteile und deutsche Sozialleistungen nutzen, das ist die tägliche Fahrt wert. Urs,

ein Schweizer, der wie Jaques bei Michelin arbeitet, kommt sogar immer mit der Bahn aus

Basel, er hat dort keine Arbeit bekommen, wollte aber wegen seiner Familie nicht

wegziehen. Jaques und Urs sind hier keine Ausnahmen. Die anderen Kollegen kommen

auch nicht alle aus Deutschland. Jaques arbeitet mit einigen Landsleuten zusammen und

auch weitere Schweizer sind im Betrieb beschäftigt. Die haben es immerhin alle noch

etwas weiter als er. Michelin ist ein internationaler Konzern, für den es Vorteile hat,

Menschen aus verschiedenen Ländern zu beschäftigen, so hat man beispielsweise mehr

Sichtweisen, ist flexibler und es fällt leichter, über Ländergrenzen hinweg zu denken und

zu agieren.

Abbildung 1: ,,Michelins erster Grenzgänger" Bibendum (http://www.signprint.co.uk)

Wie Jaques kam auch Michelin über die französisch-deutsche Grenze und zwar vor

mittlerweile 100 Jahren. Bibendum ist genau genommen also eigentlich Michelins erster

Grenzgänger, wie man zu den Berufspendlern auch sagt, die jeden Tag eine

Ländergrenze passieren...

(Vgl. CRDP Elsass, LMZ Baden-Württemberg, LMZ-Rheinland-Pfalz 2007)

- 1 -


Erwerbspendler im Oberrheingraben - Sebastian Gräf

2. Allgemeiner Teil

Um das Thema angemessen abhandeln zu können, sollen an dieser Stelle zuerst einmal

die darin eingeschlossenen Begriffe geklärt werden. Zuerst wird das Untersuchungsgebiet,

der Oberrheingraben, hier kurz abgegrenzt und relevante Gesichtspunkte angerissen,

dann soll auf den Begriff des Pendlers, speziell des Berufspendlers und interessante

Aspekte dazu eingegangen werden, bevor im Teil 3 der Arbeit die wesentlichen Inhalte

folgen.

2.1 Der Oberrheingraben

Hier soll kurz die politische und geographische Einordnung des Oberrheingrabens

erfolgen, die für Arbeitnehmer, insbesondere Pendler, relevante Strukturen der Region

dargestellt und das regionale Bewusstsein angerissen werden.

2.1.1 Geographie und Ländergrenzen

Begrenzt wird der Oberrheingraben als geographische Senke durch Gebirge. Im Osten

sind dies der Schwarzwald, im Süden der Jura, im Westen die Vogesen und im Norden

der Taunus. Die oberrheinische Tiefebene nimmt so eine Flächenausdehnung von etwa

350 km in Nord-Süd-Richtung und 35 km in West-Ost-Richtung ein (Speiser 1993).

Im Folgenden wird häufig mit dem Begriff des Oberrheingrabens das ,,Mandatsgebiet der

Oberrheinkonferenz" (Deutsch-Französisch-Schweizerische Oberrheinkonferenz 1999)

verstanden.

Abbildung 2: Mandatsgebiet der Oberrheinkonferenz und Einordnung in Europa (GISOR 2007, Deutsch-

Französisch-Schweizerische Oberrheinkonferenz 1999, S.25)

- 2 -


Erwerbspendler im Oberrheingraben - Sebastian Gräf

Dieses wird in Abbildung 1 ersichtlich, es sind darin das Elsass, die Nordwestschweiz, die

Südpfalz und Baden begriffen und es leben 5,8 Millionen Einwohner dort. Es umfasst mit

21.500 km² auf etwa 220 km Länge und 80 km Breite den südlichen Teil des

Oberrheingrabens und Teile der anschießenden Gebirge Vogesen und Schwarzwald und

nimmt dabei von jedem der drei eingeschlossenen Länder nur einen kleinen Teil der

Gesamtfläche ein (Deutsch-Französisch-Schweizerische Oberrheinkonferenz 2007). Die

Flächen- und Bevölkerungsaufteilung wird aus Abbildung 3 ersichtlich.

1.794.000

8.000 km²

8.400 km²

2.400.000

EW

EW

1.512 km²

303.300 EW

1.300.000

3.588 km²

EW

Elsass

Nordw estschw eiz

Südpfalz

Baden

Abbildung 3: Flächen-, und Bevölkerungsaufteilung des Mandatsgebietes der Oberrheinkonferenz (eigene

Abbildung nach Deutsch-Französisch-Schweizerische Oberrheinkonferenz 2007)

Der Rhein stellt in der Mitte dieses Gebietes schon immer ,,ein trennendes und

verbindendes Element zugleich" (Speiser 1993, S.25) dar. Trennend, da früher noch mehr

als heute die ,,mangelnden physischen Querungsmöglichkeiten" (Langendörfer in

Sommeruniversität 2004, S.22) den Austausch mit der jeweils anderen Rheinseite

erschwerten. Verbindend dagegen als ,,zweitwichtigste Handelswasserstraße der Welt"

(Deutsch-Französisch-Schweizerische Oberrheinkonferenz 1999) und durch die

gemeinsamen Gefahren durch ein Leben am Wasser und die daraus entstehenden

Abhängigkeiten.

Durch die geographische Situation entsteht zudem ein sehr typisches warmes und

überwiegend trockenes oberrheinisches Binnenklima, auf das aber hier nicht näher

eingegangen werden soll. Und auch die Veränderungen der Siedlungs-, Verkehrs- und

Wirtschaftsstruktur durch die Rheinbegradigung durch Tulla können in dieser Arbeit keine

Beachtung finden.

- 3 -



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