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Analyse und Bewertung EuP-relevanter Normen und Industriestandards

Studienarbeit, 2008, 117 Seiten
Autor: Dipl.-Wi.-Ing. Matthias Köppl
Fach: Maschinenbau

Details

Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2008
Seiten: 117
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 111  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V121798
ISBN (E-Book): 978-3-640-26626-5
ISBN (Buch): 978-3-640-26654-8

Zusammenfassung / Abstract

Im Zeitalter der Globalisierung gewinnt die Lösung existenzieller Probleme zunehmend an Bedeutung. Das steigende Wachstum der Weltbevölkerung und der damit einhergehende Anstieg des Verbrauchs natürlicher Ressourcen stellen den Menschen vor neue, insbesondere ökologische Herausforderungen. Der Klimaschutz gilt in diesem Zusammenhang spätestens seit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls am 11. Dezember 1997 als ein zentrales Ziel. Das Abkommen trat am 16. Februar 2005 in Kraft und schreibt verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen vor. Diese gelten als Hauptursache der globalen Erwärmung. Im Februar 2007 einigten sich die Umweltminister der EU-Mitgliedsstaaten auf weitere Klimaschutzziele nach Ablauf des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012. Demzufolge soll der Ausstoß von Treibhausgasen in der Europäischen Union bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent reduziert werden.1 Eine Verbesserung der Energieeffizienz energiebetriebener Produkte, die einen Großteil des Energieverbrauchs in der Gemeinschaft ausmachen, gilt in diesem Zusammenhang als entscheidender Beitrag zum Erreichen der Zielvorgaben. Einigkeit herrscht im Life Cycle Management über die Tatsache, dass der Entstehungszyklus wesentlichen Einfluss auf die Umweltauswirkungen eines Produktes hat. Auf dieser Erkenntnis beruht die „Richtlinie 2005/32/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 6. Juli 2005 zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte und zur Änderung der Richtlinie 92/42/EWG des Rates sowie der Richtlinien 96/57/EG und 2000/55/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates“. Sie wird üblicherweise auch als „EuP-Richtlinie“ (Energy using Products) oder „Ökodesign-Richtlinie“ bezeichnet. Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung der EuP-Richtlinie für den Klima- und Umweltschutz zu beurteilen und ihren Einfluss auf Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft abzuschätzen.


Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Braunschweig
Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik

Analyse und Bewertung EuP-relevanter Normen und Industriestandards

Matthias Köppl

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 1

2. Die EuP-Richtlinie – Inhalte, Fokus und Umsetzung ... 3

2.1 Ziele und Bestimmungen ... 4
2.2 Umsetzungsprozess ... 5
2.3 Vorstudien ... 6
    2.3.1 Los 1 – Kessel und Kombiboiler ... 9
    2.3.2 Los 2 – Warmwasserbereiter ... 10
    2.3.3 Los 3 – PC (Desktops & Laptops) und Computermonitore ... 11
    2.3.4 Los 4 – Bildgebende Geräte ... 12
    2.3.5 Los 5 – Konsumelektronik: Fernsehgeräte ... 14
    2.3.6 Los 6 – Stand by- und Schein-Aus- (Off-Mode)-Verluste ... 15
    2.3.7 Los 7 – Batterieladegeräte und externe Stromversorgungseinheiten ... 17
    2.3.8 Los 8 – Bürobeleuchtung ... 18
    2.3.9 Los 9 – Straßenbeleuchtung ... 20
    2.3.10 Los 10 – Klimatechnik für Wohngebäude ... 21
    2.3.11 Los 11 – Elektromotoren ... 23
        2.3.11.1 Elektromotoren ... 23
        2.3.11.2 Wasserpumpen ... 24
        2.3.11.3 Umwälzpumpen für Gebäude ... 25
        2.3.11.4 Ventilatoren für die Lüftung ... 26
    2.3.12 Los 12 – Gewerbliche Kühl- und Tiefkühlgeräte ... 27
    2.3.13 Los 13 – Haushaltskühl- und -gefriergeräte ... 29
    2.3.14 Los 14 – Geschirrspüler und Waschmaschinen für den Hausgebrauch ... 30
    2.3.15 Weitere Vorstudien ... 32
    2.3.16 Zusammenfassung ... 32
2.4 Standpunkte nichtstaatlicher Organisationen ... 34
    2.4.1 Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ... 34
    2.4.2 Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) ... 35
    2.4.3 Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ... 36
    2.4.4 Greenpeace ... 36
2.5 Internationaler Vergleich ... 37
    2.5.1 Vereinigte Staaten von Amerika ... 37
    2.5.2 China ... 37
    2.5.3 Japan ... 38

3. Analyse relevanter Normen, Standards und Industrie-Richtlinien ... 39

3.1 Die bestehenden Normen, Standards und Richtlinien im Überblick ... 39
    3.1.1 Generelle Richtlinien für EcoDesign ... 39
    3.1.2 Generische normative oder informative Spezifikationen ... 40
    3.1.3 Sektor-spezifische normative oder informative Spezifikationen ... 49
    3.1.4 Produkt-spezifische normative oder informative Spezifikationen ... 56
3.2 Bewertung ... 73
    3.2.1 Bewertungskriterien ... 73
        3.2.1.1 CENELEC-Kategorie ... 73
        3.2.1.2 Charakter ... 74
        3.2.1.3 Zielgruppe ... 74
        3.2.1.4 Produktlebenszyklusphase ... 74
        3.2.1.5 Erzeugnisebene ... 75
        3.2.1.6 Emission ... 75
        3.2.1.7 Gesundheitsgefährdung ... 76
        3.2.1.8 Emissionssenke ... 76
    3.2.2 Durchführung der Bewertung ... 76
    3.2.3 Beurteilung des Handlungsbedarfs ... 87

4. Zusammenfassung und Ausblick ... 88


Literaturverzeichnis ... 90

Anhang I: Potentielle Produktgruppen für Durchführungsmaßnahmen ... 109

Anhang II: Produktgruppen mit besonderen Anforderungen gemäß DIN EN 60335-2 ... 110

 

 

1. Einleitung

Im Zeitalter der Globalisierung gewinnt die Lösung existenzieller Probleme zunehmend an Bedeutung. Das steigende Wachstum der Weltbevölkerung und der damit einhergehende Anstieg des Verbrauchs natürlicher Ressourcen stellen den Menschen vor neue, insbesondere ökologische Herausforderungen.
Der Klimaschutz gilt in diesem Zusammenhang spätestens seit der Unterzeichnung des Kyoto- Protokolls am 11. Dezember 1997 als ein zentrales Ziel. Das Abkommen trat am 16. Februar 2005 in Kraft und schreibt verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen vor. Diese gelten als Hauptursache der globalen Erwärmung. Im Februar 2007 einigten sich die Umweltminister der EU-Mitgliedsstaaten auf weitere Klimaschutzziele nach Ablauf des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012. Demzufolge soll der Ausstoß von Treibhausgasen in der Europäischen Union bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent reduziert werden.1 Eine Verbesserung der Energieeffizienz energiebetriebener Produkte, die einen Großteil des Energieverbrauchs in der Gemeinschaft ausmachen, gilt in diesem Zusammenhang als entscheidender Beitrag zum Erreichen der Zielvorgaben.
Einigkeit herrscht im Life Cycle Management über die Tatsache, dass der Entstehungszyklus wesentlichen Einfluss auf die Umweltauswirkungen eines Produktes hat. Auf dieser Erkenntnis beruht die „Richtlinie 2005/32/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 6. Juli 2005 zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte und zur Änderung der Richtlinie 92/42/EWG des Rates sowie der Richtlinien 96/57/EG und 2000/55/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates“. Sie wird üblicherweise auch als „EuP-Richtlinie“ (Energy using Products) oder „Ökodesign-Richtlinie“ bezeichnet.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung der EuP-Richtlinie für den Klima- und Umweltschutz zu beurteilen und ihren Einfluss auf Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft abzuschätzen. Zu diesem Zweck ist es notwendig, sich zunächst mit der Erarbeitung der Richtlinie zu befassen und deren Hintergründe zu verstehen. Die Vorstellung der Ziele und Bestimmungen sowie der zulässigen Umsetzungsmöglichkeiten rundet diesen Prozess ab. Um einen ersten Eindruck voraussichtlicher Wirkungsbereiche zu gewinnen und potentielle Folgen der Richtlinie ableiten zu können, schließt sich eine umfassende Untersuchung der von der Europäischen Kommission ausgeschriebenen Vorstudien an. Die Erläuterung der Standpunkte der wichtigsten nichtstaatlichen Organisationen und ein internationaler Vergleich mit ähnlichen Programmen anderer Staaten vervollständigt Kapitel 2.
In Kapitel 3 folgt eine umfassende Analyse relevanter Normen, Standards und Industrie-Richtlinien. Die Übersicht der bestehenden Normen, Standards und Richtlinien liefert dabei die Datenbasis für die anschließende Bewertung. Im Rahmen derer wird zunächst ein System geeigneter Bewertungskriterien eingeführt, ehe die Durchführung der Bewertung erfolgt. Auf Grundlage der Bewertungsergebnisse wird schließlich der Handlungsbedarf in Bezug auf die EuP-Richtlinie ermittelt und beurteilt.
Die Zusammenfassung der Resultate sowie ein kurzer Ausblick möglicher Folgen und Schritte in Kapitel 4 runden die Arbeit ab.
Abbildung 1 veranschaulicht das Vorgehen in Form eines Flussdiagramms.

Abbildung 1: Struktur der Arbeit [nur in der Download-Version verfügbar]


2. Die EuP-Richtlinie – Inhalte, Fokus und Umsetzung

Mit dem „Grünbuch zur Integrierten Produktpolitik (IPP)“ legte die Kommission der Europäischen Gemeinschaft am 7. Februar 2001 eine Strategie zur Stärkung und Neuausrichtung produktspezifischer umweltpolitischer Maßnahmen vor. Ziel dieser Strategie war es, die Entwicklung eines Marktes für umweltfreundlichere Produkte zu fördern und eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema auszulösen. Neben der prinzipiellen ökologischen Gestaltung der Produkte betonte die Kommission dabei die besondere Bedeutung der Preisbildung und der kritischen Wahl des Verbrauchers.2 Das Konzept der IPP strebt in diesem Zusammenhang eine Verringerung negativer Umweltauswirkungen von Produkten während ihres gesamten Entstehungsprozesses und Lebenszyklusses an. Die IPP reicht dabei von der Gewinnung der Rohstoffe für die Produktfertigung über Herstellung, Vertrieb und Verwendung der Endprodukte bis hin zu Abfallentsorgung, Recycling und Wiederverwendung.
Basierend auf dem Grünbuch zur IPP verfasste die Kommission am 18. Juni 2003 eine Mitteilung an den Rat und das Europäische Parlament mit dem Titel „Integrierte Produktpolitik – Auf den ökologischen Lebenszyklus-Ansatz aufbauen". In diesem „Weißbuch“ wurde die Gemeinschaftsstrategie, mit der eine größere Umweltfreundlichkeit der Produkte angestrebt wird, ausgeführt und durch Instrumente und Maßnahmen zur Umsetzung dieser Strategie ergänzt.3
Zur sukzessiven Implementierung der IPP wurden vom Europäischen Parlament 2003 außerdem die Richtlinie zur „Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten“ (RoHS – Restriction of the Use of Certain Hazardous Substances) sowie die Richtlinie „Elektro- und Elektronikalt-/schrottgeräte“ (WEEE – Waste Electrical and Electronic Equipment) beschlossen. Die deutsche Bundesregierung überführte diese beiden Richtlinien im Jahr 2004 in Form des „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“ in deutsches Recht.
Am 1. August 2003 legte die Kommission zudem einen „Vorschlag für eine Richtlinie zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte und zur Änderung der Richtlinie 92/42/EWG des Rates“ vor. Dessen Ziel bestand darin, allgemeine Prinzipien, Bedingungen und Kriterien für die Festlegung ökologischer Anforderungen an energiebetriebene Produkte zu bestimmen. Nach mehreren Lesungen und Annahme eines Kompromisspaketes von Änderungen – wegen massiver Widersprüche der Industrie – nahm der Europäische Rat die so genannte „EuP-Rahmenrichtlinie“ oder auch „Ökodesign-Richtlinie“ am 23. Mai 2005 endgültig an. Am 22. Juli 2005 wurde sie unter dem Namen „Richtlinie 2005/32/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 6. Juli 2005 zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte und zur Änderung der Richtlinie 92/42/EWG des Rates sowie der Richtlinien 96/57/EG und 2000/55/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates“ im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.4
Die EuP-Richtlinie bildet gemeinsam mit RoHS und WEEE das Fundament für eine gravierende Veränderung der europäischen Elektro- und Elektronikindustrie. Zwar setzt sie keine konkreten Ziele hinsichtlich der wachsenden spezifischen Anforderungen an bestimmte Produktkategorien, sie liefert jedoch einen Handlungsrahmen für die Veränderungen, die in den kommenden Jahren aus ökologischer Sicht zu vollziehen sein werden. Eine Prognose der Konsequenzen für Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft setzt dabei eine umfassende Untersuchung der EuP-Richtlinie voraus.

 

[...]


1 vgl. Abrell 2007
2 vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001
3 vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2003a
4 vgl. Poschmann 2006


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