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Untertitel: Zur zukünftigen Weiterentwicklung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse einer alterenden Bevölkerung
Diplomarbeit, 2008, 150 Seiten
Autor: Joerg Geuting
Fach: Geowiss. / Geographie - Bevölkerungsgeogr., Stadt- u. Raumplanung
Details
Tags: Demografischer Wandel, Bocholt, Altern, Kommunalentwicklung, Stadtentwicklung, Alterung, Handlungsempfehlungen, Bevölkerungsentwicklung, kommunale Entwicklung, Pflege
Jahr: 2008
Seiten: 150
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 68 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-26799-6
In Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro sowie dem Fachbereich für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt Bocholt.
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Zusammenfassung / Abstract
Aufbauend auf einer genauen Analyse der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung bis 2025 in Bocholt und der daraus resultierenden Probleme stellte sich die Frage ob die bestehenden Versorgungsstrukturen für ältere Menschen (Wohungsangebot, Alten-, Pflegeheime, alternative Wohnformen, ambulante Hilfs- und Pflegedienste, Beratungsstellen) dem zukünftigen Bedarf gerecht werden. Die Gegenüberstellung der qualitativen Untersuchung der Versorgugnsstrukturen mit der quantitativen Untersuchung der älteren Bocholter Bevölkerung ermöglichte es Angebotsdefizite sowie gute Ansätze aufzudecken und Handlungsempfehlungen zu formulieren.
Textauszug (computergeneriert)
Altern in Bocholt
Analyse der bestehenden Versorgungsstrukturen für ältere Menschen und
Handlungsempfehlungen zur zukünftigen Weiterentwicklung unter
Berücksichtigung der Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung
Diplomarbeit im Studiengang Geographie an der
Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im
Fachbereich Geowissenschaften
Vorgelegt von:
Jörg Geuting
Inhalt
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1
Einleitung 1
1.1 Hintergrund und Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 4
1.3 Aufbau der Arbeit 5
2
Die Dimensionen des demografischen Wandels 6
2.1 Deutschland Der demografische Wandel im nationalen Kontext 6
2.1.1 Geburtendefizit und Zuwanderung 6
2.1.2 Alterung der Bevölkerung 10
2.1.3 Regionale Dynamik des demografischen Wandels 13
2.2 Der Kreis Borken Der demografische Wandel im regionalen Kontext 14
2.2.1 Der Kreis Borken geographische Einordnung 15
2.2.2 Bevölkerungsentwicklung seit der kommunalen Neugliederung 16
2.2.3 Prognose zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung 18
2.2.3.1
Schnellere Alterung der Bevölkerung im Kreis Borken 20
2.2.3.2
Altersstrukturverschiebungen 21
3
Bocholt 24
3.1 Einführung in den Untersuchungsraum 24
3.2 Bevölkerungsentwicklung in Bocholt seit 1975 31
3.3 Bevölkerungsprognose Bocholts 2005 bis 2020 37
4
Auswirkungen einer alternden Gesellschaft 43
4.1 Anforderungen an den zukünftigen Pflegebedarf 43
4.2 Anforderungen an den Wohnungsmarkt 46
4.3 Das Alter als heterogene Lebensphase 50
I
Inhalt
5
Problemstellung in Bocholt und Ableitung von Forschungsfragen 53
5.1 Ausgangssituation und Informationsdefizit 53
5.2 Forschungsfragen 55
6
Methodik 57
6.1 Schriftliche Befragung der Nachfrageseite 57
6.2 Schriftliche Befragung der Angebotsseite 63
7
Auswertung der Untersuchungsergebnisse 66
7.1 Vorbemerkungen zur Durchführung der Untersuchung 66
7.1.1 Befragung der Bocholter zwischen 50 und 80 Jahren 66
7.1.2 Befragung der Versorgungsstrukturen 67
7.2 Aktuelle Wohn- und Lebenssituation der Bocholter Senioren 71
7.3 Analyse und Evaluierung der Angebotsseite 80
7.3.1 Stationäre Alten- und Pflegeeinrichtungen 80
7.3.2 Altenwohnungen 86
7.3.3 Betreutes Wohnen/Service-Wohnen 91
7.3.4 Ambulante Hilfs- und Pflegedienste 100
7.3.5 Beratungsstellen 105
7.4 Weitere Ergebnisse der Bewohnerbefragung 110
8
Handlungsempfehlungen 114
9
Fazit 125
10
Literaturverzeichnis 130
11
Anhang 138
II
Verzeichnisse
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1:
Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland, ab 2006 Ergebnisse der 11.
koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung 7
Abb. 2:
Geburten und Sterbefälle, Geburtensaldo Deutschland 1970-2006 8
Abb. 3:
Zu- und Fortzüge, Wanderungssaldo Deutschland 1991-2004 8
Abb. 4:
Altersaufbau Deutschlands 1910 und 1950 10
Abb. 5:
Altersaufbau Deutschlands 2000 und 2025 10
Abb. 6:
Relative Bevölkerungsentwicklung in Deutschland auf Kreisebene (1990-2004; 2004-
2020) 13
Abb. 7:
Kreis Borken Übersichtskarte 15
Abb. 8:
Bevölkerungsentwicklung im Kreis Borken seit 1975 17
Abb. 9:
Bevölkerungspyramiden Kreis Borken und Land NRW Ende 2001 18
Abb. 10: Entwicklung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Kreis Borken 2005-2025
21
Abb. 11: Entwicklung der Bevölkerung im Rentenalter im Kreis Borken 2005-2025 22
Abb. 12: Lage der Stadt Bocholt 24
Abb. 13: Stadtbusliniennetz und Taxibusliniennetz der Stadt Bocholt 26
Abb. 14: Beschäftigtenanteile in den einzelnen Wirtschaftssektoren 1990 und 2006 28
Abb. 15: Bebaute Ortslage der Stadt Bocholt 29
Abb. 16: Kommunale Verwaltungsgliederung vor und nach 1975 31
Abb. 17: Bevölkerungsentwicklung Bocholts 1975-2006 31
Abb. 18: Geburten, Sterbefälle und Geburtensaldo Bocholts 1975-2006 32
Abb. 19: Zu-, Fortzüge und Wanderungssaldo Bocholts 1975-2006 32
Abb. 20: Altersstrukturverschiebungen in Bocholt 1975-2005 3 Altersklassen 34
Abb. 21: Altersstrukturverschiebungen in Bocholt 1975-2005 5 Altersklassen 35
Abb. 22: Relative Zunahme der verschieden Altersklassen 1975-2006 36
Abb. 23: Übersicht zu den Varianten der Bevölkerungsprognose für Bocholt 38
Abb. 24: Geburten, Sterbefälle und Geburtensaldo Bocholts 2005-2019 38
Abb. 25: Jährliches Bevölkerungswachstum Bocholts 2005-2019 39
Abb. 26: Bevölkerungspyramiden Bocholts für die Jahre 2005 und 2020 40
Abb. 27: Altersstrukturverschiebungen in Bocholt 2005-2020 5 Altersklassen 41
Abb. 28: Relative Zunahme der verschieden Altersklassen 2005-2020 42
Abb. 29: Monatliche verfügbares Haushaltseinkommen der AK 1 und AK 2 73
Abb. 30: Wohnformen und Eigentumsverhältnisse der Gesamtstichprobe 74
III
Verzeichnisse
Abb. 31: Wohnungsgrößen der AK 1 und AK 2 75
Abb. 32: Haushaltsgrößen der AK 1 und AK 2 76
Abb. 33: Wohnzufriedenheit der älteren Bevölkerung Wie zufrieden sind Sie mit ihrer
Wohnung in Bezug auf die...? 78
Abb. 34: Bekanntheitsgrad der Wohnform ,,Alten-Pflegeheim" sowie einzelner
Einrichtungen 85
Abb. 35: Angebot an Altenwohnungen und aktuelle Nachfrage 89
Abb. 36: An wen würden sich Hilfsbedürftige im Bedarfsfall wenden?
(Gesamtstichprobe) 102
Abb. 37: Zahlungsbereitschaft für ambulante Dienstleistungen der über 50-Jährigen 104
Abb. 38: Kenntnisstand der über 50-Jährigen zu Beratungsstellen in Bocholt 108
Abb. 39: Gewünschte Wohnformen fürs Alter der AK 1 und AK 2 111
IV
Verzeichnisse
Tabellenverzeichnis
Tab. 1:
Annahmen zu verschiedenen Varianten der Bevölkerungsentwicklung 7
Tab. 2: Altersaufbau der Bevölkerung Deutschlands 12
Tab. 3:
Absolute Veränderung der Personen in verschiedenen Altersklassen 1975-2006 . . . 35
Tab. 4:
Quotenanweisung für die schriftliche Befragung der Nachfrageseite in Bocholt . . . 60
Tab. 5:
Übersicht zu den stationären Einrichtungen in Bocholt, die sich an der
Untersuchung beteiligten 68
Tab. 6:
Übersicht zu den Anbietern von Altenwohnungen in Bocholt, die sich an der
Untersuchung beteiligten 69
Tab. 7:
Übersicht zu den betreuten Wohneinrichtungen in Bocholt, die sich an der
Untersuchung beteiligten 69
Tab. 8:
Übersicht zu den ambulanten Hilfs- und Pflegediensten in Bocholt, die sich an der
Untersuchung beteiligten 70
Tab. 9:
Übersicht zu den Beratungsstellen in Bocholt, die sich an der Untersuchung
beteiligten 70
Tab. 10: Übersicht zur Angebotsstruktur der Stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen
80
Tab. 11: Übersicht zur Bewohnerstruktur der Stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen
83
Tab. 12: Übersicht zur Angebotsstruktur der Altenwohnungen 87
Tab. 13: Übersicht zur Angebotsstruktur im Betreuten Wohnen/Service-Wohnen 92
Tab. 14: Übersicht zur Bewohnerstruktur im Betreuten Wohnen/Service-Wohnen 97
V
Verzeichnisse
Abkürzungsverzeichnis
Abb.
Abbildung(en)
ADFC
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.
AK 1
Altersklasse 1 (50 bis unter 64 Jahre)
AK 2
Altersklasse 2 (64 bis 80 Jahre)
ARD
Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
der Bundesrepublik Deutschland
AWO
Arbeiterwohlfahrt
BBV
Bocholter-Borkener Volksblatt
BIB
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
BMFSFJ
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
SGB
Sozialgesetzbuch
bzw.
beziehungsweise
d.h.
das heißt
e.V.
eingetragener Verein
ebd.
ebenda
eG
eingetragene Genossenschaft
etc.
et cetera
f.
folgende [Seite]
ff.
folgende [Seiten]
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
k.A.
keine Angabe
Kap.
Kapitel
km
Kilometer
km²
Quadratkilometer
KDA
Kuratorium Deutsche Altershilfe
LAG
Landesarbeitsgemeinschaft
L.i.A. e.V.
Leben im Alter e.V.
LDS
Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik
m²
Quadratmeter
MIV
motorisierter Individualverkehr
NRW
Nordrhein-Westfalen
o.V.
ohne Verfasser
ÖPNV
öffentlicher Personennahverkehr
s.
siehe
sog.
so genannt(e)
Tab.
Tabelle(n)
u.a.
unter anderem
v.a.
vor allem
vgl.
vergleiche
VI
1 Einleitung
1 Einleitung
Der demografische Wandel, mit seinen Trends der Schrumpfung, Heterogenisierung
und v.a. der Alterung, ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Planung,
Politik und Öffentlichkeit getreten. Die aktuellen Diskussionen über das Renten- und
Gesundheitssystem, und auch das Aufgreifen des Themas
demografischer Wandel
in
der ARD Themenwoche
Mehr Zeit zu Leben
(vom 20. bis 26. April 2008) bestätigen
das gesteigerte Interesse. Die Auswirkungen z.B. auf das Renten- und Gesundheits-
system sind auf der Bundes- und Landesebene gut prognostizierbar. Diese Makroan-
sicht vernachlässigt aber die Tatsache, dass sich die Gesamtentwicklung aus vielen
verschiedenen Trends auf kleinräumigeren Ebenen zusammensetzt (vgl. INSTITUT
FÜR LANDES- UND STADTENTWICKLUNGSFORSCHUNG UND BAUEN DES LANDES NRW
2006: S. 8). Gerade dieser regionalspezifische Aspekt macht es notwendig, sich auf
lokaler Ebene mit dem demografischen Wandel auseinander zu setzen, weil dort die
Auswirkungen deutlich extremer sein können und nicht statistisch aufgehoben wer-
den (vgl. SCHÖNIG 2003: S. 7). Auf kommunaler Ebene treten die Auswirkungen des
demografischen Wandels in Erscheinung und werden konkret. Das Nebeneinander
von Wachstum und Schrumpfung ist heute Realität der Raum- und Strukturentwick-
lung in Deutschland und führt zu einer Vielzahl von räumlichen Problemkonstella-
tionen. Die Alterung hingegen wird ausnahmslos alle Regionen in Deutschland tref-
fen. Aber ebenso beim Alterungsprozess werden sich regionale und lokale Disparitä-
ten in Dynamik und Intensität ergeben. Je nach spezifischer Situation vor Ort müssen
regional oder lokal angepasste Handlungs- und Entwicklungsstrategien entwickelt
werden.
1.1 Hintergrund und Problemstellung
Um die Herausforderungen des demografischen Wandels anzunehmen und ihn aktiv
gestalten zu können, benötigen die Kommunen Informationen über ihre spezifische
demografische Situation und Perspektive. Der von der
Bertelsmann Stiftung
veröf-
fentlichte
Wegweiser Demographischer Wandel
stellt eine Vielzahl an Informationen
für Kommunen in Deutschland bereit. Dennoch müssen die Konzepte und Strategien
immer auf die spezifische örtliche Situation zugeschnitten werden (vgl. FLÖTHMANN
1
1 Einleitung
ET AL. 2006: S. 20). Jede Kommune wird ihren eigenen Weg finden müssen. Wichtig
ist, dass die Situation vor Ort bekannt ist. Laut einer bundesweiten Umfrage des
Ku-
ratorium Deutsche Altershilfe (KDA)
in Zusammenarbeit mit dem
Bundesministe-
rium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
stehen in nicht einmal
jeder fünften Kommune Deutschlands Orientierungslinien zur Verfügung, in welche
Richtung das Wohnangebot für ältere Menschen umstrukturiert werden soll (vgl.
BMFSFJ, KDA 2006: S. 75). Dabei werden sich die Altersstrukturverschiebungen
insbesondere auf die Wohnungsmärkte auswirken. In den letzten Jahren hat sich
zwar die Fachdiskussion zum Thema
demografischer Wandel
auch auf der kommu-
nalen Ebene intensiviert, dennoch hat dieser Aspekt in der kommunalen Praxis bisher
noch zu wenig Beachtung gefunden. Eine kommunale Bestands- und Bedarfsanalyse
speziell zur Lebens- und Wohnsituation der älteren Bürger scheint eher die Ausnah-
me als die Regel zu sein. Den Verantwortlichen in Politik, Verwaltung, Planung und
Ausführung fehlt es an validen Kenntnissen zur Lebenslage, Gesundheit, Interessen
und Wünschen älterer Menschen (vgl. BMFSFJ 2002: S. 19). Gleichzeitig fehlen den
älteren Menschen Informationen zu Beratungsangeboten, Hilfsmöglichkeiten und
alternativen Wohnformen vor Ort.
Die demografische Entwicklung vor Ort ist in der Regel langfristig prognostizierbar.
Dadurch haben die die Kommunen die Möglichkeit sich frühzeitig auf die Entwick-
lung einzustellen und entsprechend zu agieren. Voraussetzung zur Schaffung eines
altersgerechten Wohnungsangebots vor Ort ist eine gezielte kommunale Fachplanung
auf Grundlage eines entwickelten Leitbildes. Die Kommunen müssen einen Über-
blick über ihre bestehenden altersgerechten Wohn- und Versorgungsangebote für
ältere Menschen bekommen. In Verbindung mit Kenntnissen zur Wohn- und Lebens-
situation sowie den Wohnwünschen der älteren Bevölkerung lassen sich so, das vor-
handene Angebot und die Nachfrage gegenüberstellen und Angebotslücken aufde-
cken. Dadurch können sich Kommunen eine planerische Grundlage verschaffen, um
das Wohnungsangebot den Bedürfnissen entsprechend weiter zu entwickeln und
Fehlplanungen zu verhindern (vgl. BMFSFJ, KDA 2006: S. 48). Handlungspotenzia-
le ergeben sich aus dem Agieren-Können statt aus einem Reagieren-Müssen. Wenn
die Auswirkungen der demografischen Entwicklung rechtzeitig erkannt werden, kann
der demografische Wandel frühzeitig aktiv gestaltet werden und es ergeben sich grö-
2
1 Einleitung
ßere Handlungsspielräume, da verschiedene Optionen noch systematisch identifi-
ziert, diskutiert und abgewogen werden können (vgl. BUNDESAMT FÜR BAUWESEN
UND RAUMORDNUNG 2006: S. 14). Angesichts der finanz- und sozialpolitischen
Tragweite der Entwicklung sind Kommunen aufgefordert, zeitnah Projektionen für
ihre demografische Entwicklung zu erstellen, um dann strategische Optionen zu be-
raten (vgl. SCHÖNIG 2003: S. 7).
Auch die Bocholter Politik hat die Notwendigkeit zum frühzeitigen Handeln erkannt.
In der Bürgermeisterbefragung
Kommunale Herausforderung Demographie
der
Ber-
telsmann Stiftung
aus dem Jahre 2005 wurde das Thema
demografischer Wandel
in
Bocholt als
sehr wichtig
eingestuft. Zusätzlich wurden die Seniorenpolitik und
Altenplanung als zunehmend wichtigere Aufgabenbereiche bewertet (vgl. BERTELS-
MANN STIFTUNG 2005a). Anfang des Jahres 2007 wurde der Ruf nach einer Gesamt-
strategie zur Thematik des demografischen Wandels laut. Es wurde sogar der Vor-
schlag eingereicht, eine fachbereichsübergreifende, unabhängige Stelle im Rathaus
einzurichten, die sich mit der Bevölkerungsentwicklung befasst. Bisher hat man in
der Verwaltung diesen Vorschlag aber nicht weiter verfolgt. Die zukünftigen Aus-
wirkungen des demografischen Wandels in Bocholt wurden schon mehrmals in Stu-
dien thematisiert, aber den Verantwortlichen in der Kommune fehlt es trotzdem noch
an entsprechenden Informationen, um darauf aufbauend eine kommunale zukunfts-
orientierte Planung zu begründen. Mit dem Herantreten an den
Fachbereich Stadt-
entwicklung und Wirtschaftsförderung
der Stadt Bocholt stellte sich heraus, dass der
Bedarf einer Diplomarbeit zum Thema
demografischer Wandel
vorhanden war und
dass die Arbeit durch den Fachbereich unterstützt werden würde. Da der demografi-
sche Wandel aber nahezu auf alle Lebensbereiche Auswirkungen haben wird, diese
aber nicht alle in einer Diplomarbeit behandelt werden können, musste eine Konkre-
tisierung des Forschungsgegenstandes erfolgen. Nach umfangreichem Literaturstu-
dium erwiesen sich die zunehmende Alterung der Bevölkerung und deren Auswir-
kungen auf die Versorgungsstrukturen für ältere Menschen als interessante Aspekte,
die es im kommunalen Kontext zu untersuchen gilt. Unter Versorgungsstrukturen
werden in dieser Untersuchung stationäre Alten- und Pflegeheime, Anbieter von al-
tersgerechtem Wohnraum, betreute Wohneinrichtungen, ambulante Hilfs- und Pfle-
gedienste sowie Beratungsstellen verstanden.
3
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