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Der Graf-Adolf-Platz - ein werkästhetisches Konstrukt?

Presentation (Elaboration), 2007, 24 Pages
Author: Diplom-Ingenieur Linda Liebl
Subject: Landscape Management

Details

Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2007
Pages: 24
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V122069
ISBN (E-book): 978-3-640-26552-7
ISBN (Book): 978-3-640-26559-6
Notes :
Die Quellen für die Abbildungen finden sich im Abbildungsverzeichnis.


Abstract

Beide, die Werk- und die Rezeptionsästhetik, beschäftigen sich mit der Schönheit von Kunstwerken. Jedoch betrachten sie das Kunstwerk aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Für die Werkästhetik ist die Meinung der Rezeptionsästhetik unwichtig. Das heißt, ein Kunstwerk kann durchaus als wertvoll bezeichnet werden, ohne dass es dem Publikum gefällt. Denn nach Meinung der Werkästhetik zählt nur der objektive Wert. In der Gartenkunst und Landschaftsarchitektur können sich durch diese Meinung große Konflikte ergeben. Es handelt sich um eine zum größten Teil öffentliche Kunst, wenn Parks und Stadtplätze gestaltet werden, die für die gesamte Bevölkerung zugänglich sind. Teilweise werden starke Proteste laut, wenn zu moderne Gestaltungen umgesetzt werden, ohne die Werkästhetik dadurch erschüttern zu können. Die modernen Kunstwerke werden fleißig in Fachzeitschriften diskutiert und nicht selten sehr gelobt.


Excerpt (computer-generated)

Leibniz Universität Hannover, Fachbereich Architektur und

Landschaft, Fachgruppe Landschaft,

Institut für Freiraumentwicklung

Der Graf-Adolf-Platz ­

ein werkästhetisches Konstrukt?

Bearbeiterin: Linda Liebl

Seminar

Rezeptionsästhetik

im SS 2007


,,Der Graf-Adolf-Platz ­ ein werkästhetisches Konstrukt?",

Ausarbeitung im Seminar

Rezeptionsästhetik

, SS 2007, Bearbeiterin: Linda Liebl

Inhalt

1. Lage und Bedeutung in der Stadt 3

2. Geschichte des Platzes 3

3. Umgestaltung des Platzes 4

3.1 Aktion Platzda! 5

3.2 Beschreibung der neuen Gestaltung durch die Landschaftsarchitekten WES & Partner 6

3.3 Gestaltungsziele und deren Umsetzung 8

Exkurs: Werkästhetik und Rezeptionsästhetik

9

4. Eigene Einschätzung des Platzes 10

5. Bürgerbefragung auf dem Graf-Adolf-Platz 10

6. Fazit 19

7. Quellenverzeichnis 20

7.1 Literaturverzeichnis 20

7.2 Abbildungsverzeichnis 21

8. Anhang: Fragebogen 22

2


,,Der Graf-Adolf-Platz ­ ein werkästhetisches Konstrukt?",

Ausarbeitung im Seminar

Rezeptionsästhetik

, SS 2007, Bearbeiterin: Linda Liebl

1. Lage und Bedeutung in der Stadt

Der Graf-Adolf-Platz befindet sich inmitten der

Düsseldorfer Innenstadt und bildet den Übergang des

Stadtteils Karlstadt zu den Stadtteilen Friedrichstadt und

Stadtmitte (KOLKAU 2007: 11). Durch seine zentrale

Altstadt

Lage stellt er einen wesentlichen Verkehrsknotenpunkt

sowohl für den PKW- als auch für den Bus- und

Bahnverkehr dar. Auf dem Platz kreuzen sich

Straßenbahnlinien und werden über Haltestellen

Karlstadt

miteinander verknüpft, so dass sich eine wichtige

Knotenpunktfunktion für den Personennahverkehr

ergibt (STADTPLANUNGSAMT DÜSSELDORF 2003a:

4). Fast alle Straßen, die den Stadtplatz kreuzen, sind

Hauptverkehrsstraßen mit wesentlicher Funktion für das

innerstädtische Verkehrsnetz, weil sie die Innenstadt

Abb. 1: Lage des Graf-Adolf-Platzes

mit der Rheinkniebrücke und dem Rheinufertunnel

verbinden (STADTPLAUNGSAMT DÜSSELDORF

2003b: 1). Die Bebauung ist durch kerntypische bauliche

Nutzung wie Hotels, Geschäftshäuser und zentrale

Einrichtungen geprägt (STADTPLAUNGSAMT DÜS-

SELDORF 2003b: 1).

Der Stadtplatz ist ein wesentlicher Bestandteil des

historischen ,,Grünen Kranzes" (angelegt von Weyhe

und Vagedes), der entlang der historischen Stadtgrenze

des frühen 19. Jahrhunderts um die Altstadt und

Karstadt (s. Abb. 1) herumführt (STADTPLANUNGS-

Abb. 2: Stadtkarte Graf-Adolf-Platz

AMT DÜSSELDORF 2003a: 4). Dies ist bedingt durch

die Lage zwischen Kö-Graben, der nordöstlich anschließt, und der Parkanlage um den

Schwanenspiegel mit der Ständehausanlage, welche südwestlich in die Fläche übergeht. Die

Grünflächen des Graf-Adolf-Platzes sind als Bestandteil des Baudenkmals Königsallee seit 1994

ebenso wie die Parkanlage um den Schwanenspiegel herum denkmalrechtlich geschützt

(STADTPLANUNGSAMT DÜSSELDORF 2003a: 4).

2. Geschichte des Platzes

Bis Ende des 18. Jahrhunderts war das Gebiet des

heutigen Graf-Adolf-Platzes Teil der historischen

Stadtbefestigung. Erst als Anfang des 19. Jahrhunderts

die Festungsanlagen geschleift wurden, konnte an

dieser Stelle der Stadtplatz entstehen. Es wurden

,,großzügige Alleen und Parks (...) angelegt"

(KOLKAU

Abb. 3 u. 4: Die Ballwerferin 1902 und heute

2007: 11) und Maximilian Friedrich Weyhe hat den

3


,,Der Graf-Adolf-Platz ­ ein werkästhetisches Konstrukt?",

Ausarbeitung im Seminar

Rezeptionsästhetik

, SS 2007, Bearbeiterin: Linda Liebl

,,Grünen Kranz" geplant, von dem der Graf-Adolf Platz ein Teil war (KOLKAU 2007: 11).

1891 konnte der Platz nach Süden hin erweitert werden, da der damalige Zentralbahnhof verlegt

wurde. Im selben Jahr wurde dem Platz zu Ehren von Graf Adolf v. Berg, dem Gründer Düsseldorfs,

sein Name gegeben. Diese Namensgebung weist auf eine gewisse Wichtigkeit des Platzes schon im

19. Jahrhundert hin.

1902 wurde am südlichen Ende der Königsallee ­ am

östlichen Platzrand ­ ein kleiner botanischer Garten

angelegt mit der berühmten Statue der Ballwerferin (s.

Abb. 3 u. 4).

Schon 1910 fuhren auf dem Platz viele Pferde- und

Benzinkutschen, obwohl die angrenzende Graf-Adolf-

Straße noch recht schmal und begrünt war. Bis 1926 hat

sich der Platz zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt,

vor allem die Straßenbahnen fuhren von hieraus bereits

nach Duisburg, Moers und über den Rhein nach Krefeld

(GESCHICHTSWERKSTATT DÜSSELDORF 2004).

Von 1933 bis 1945 bekam der Platz den Namen ,,Adolf-

Hitler-Platz". Doch auch diese ,,patriotische"

Abb. 5: Der Graf-Adolf-Platz 1910

Namensänderung konnte den Platz nicht vor den

feindlichen Bomben schützen.

,,Schon im September

1942 wurde dieser Teil Düsseldorfs durch Luftangriffe

stark mitgenommen und die Bebauung der

Jahrhundertwende weitgehend zerstört."

(STADT-

ARCHIV DÜSSELDORF) Der Wiederaufbau in den 50er

und 60er Jahren brachte Häuser mit acht bis zehn

Stockwerken hervor. Auf dem Platz wurde ein

Straßenbahnhof gebaut, der später durch eine konven-

tionelle Grünanlage ersetzt wurde (KOLKAU 2007: 11).

Diese Grünanlage wurde immer mehr vernachlässigt

Abb. 6: Zerstörung 1945

und 2002 dann von den Landschaftsarchitekten WES &

Partner aus Hamburg umgestaltet.

3. Umgestaltung des Platzes

2005 wurde ein Wettbewerb zur Bebauung des

Grundstücks Graf-Adolf-Platz 15 ausgeschrieben, in

dem die Gestaltung des gesamten Platzes zur Aufgabe

gestellt wurde. Der Platz bildet ein wichtiges Bindeglied

zwischen Kö-Graben und Schwanenspiegel mit der

Ständehausanlage und sollte als solche wiedererlebbar

gemacht werden. Durch den Bau eines hochwertig

genutzten Hochhauses mit unterirdischen Stellplatz-

Abb. 7: Kö-Graben

4


,,Der Graf-Adolf-Platz ­ ein werkästhetisches Konstrukt?",

Ausarbeitung im Seminar

Rezeptionsästhetik

, SS 2007, Bearbeiterin: Linda Liebl

angeboten bot sich eine Chance, auch die Aufent-

haltsqualität des Platzes zu verbessern. Der Verkehr

konnte neu geordnet werden, einerseits durch das

Parkhaus und andererseits durch den geplanten Bau einer

U-Bahn (Wehrhahnlinie), so dass insgesamt mehr Fläche

mit Freiraumfunktion gewonnen werden konnten (STADT-

PLANUNGSAMT DÜSSELDORF 2003b: 2). Wegen ihrer

wichtigen Lage in der Stadt sollte die Grünanlage zu

einem repräsentativen Vorplatz und öffentlichen Park des

Abb. 8: Schwanenspiegel

GAP 15 Hochhauses umgestaltet werden (KOLKAU 2007:

11).

Im Bebauungsplan war für diese Fläche eine ,,Öffentliche Grünfläche" mit der Zweckbestimmung

,,Historische Grünverbindung" und ,,Historische Parkanlage" vorgesehen. Diese Festsetzung dient als

Flächensicherung und Grundlage einer Neugestaltung. Weiterhin sah der Bebauungsplan einen

Rückbau der Verkehrsflächen und eine Verdeutlichung der stadträumlichen Zusammenhänge und

denkmalpflegerischen Bedeutung vor (STADTPLANUNGSAMT DÜSSELDORF 2003a: 9).

3.1 Aktion Platzda!

PLATZDA! steht für die Neugestaltung der Düsseldorfer Plätze und ist eine Initiative des

Stadtplanungsamtes Düsseldorf. Im Rahmen dieser Initiative begleitet das Stadtplanungsamt

interdisziplinäre Planungsprozesse und hilft bei der öffentlichen Diskussion. Die Ziele dieser Aktion

sind es, das öffentliche Bewusstsein für Plätze zu schärfen und eine höhere Akzeptanz von

Planungen bei der Bevölkerung zu erzielen, indem diese frühzeitig in die Planungsprozesse

einbezogen wird und ihre Wünsche zur jeweiligen Gestaltung äußern darf. Außerdem versucht die

Aktion die Düsseldorfer Plätze im Zusammenhang zu sehen und ein gesamtheitliches Stadtbild zu

schaffen. Übergeordnete Handlungskonzepte sollen eine einheitliche Formensprache, Aufenthalts-

und Gestaltsqualität der Stadtplätze in Düsseldorf sicherstellen.

Zu der Gestaltung von Stadtplätzen allgemein wurde eine Ideenbörse veranstaltet, in der die

Bevölkerung eine Formulierung gewünschter Verbesserungen erarbeiten konnte. Dabei haben sich

die folgenden 7 Punkte als wichtigste Änderungsvorschläge herauskristallisiert:

Es wird eine Einschränkung des

Verkehr

s und die Befreiung der Stadtplätze aus ihrer Insellage

inmitten von Verkehrsflächen gefordert.

Stattdessen wird mehr

Grün

, d.h. Bäume, Sträucher und sogar Liege- und Blumenwiesen gewünscht.

Damit die Plätze belebter werden, sollen kleine

Geschäfte

sowie Gastronomie am Rande der Flächen

angesiedelt werden.

Auch

zusätzliche Angebote

wie Trinkwasserbrunnen und Toiletten sind gewünscht. Wiederholt wird

auch die

Sauberkeit und Pflege

der Plätze diskutiert, die auch die Pflege der angrenzenden

Hauswände mit einschließt.

Um die Stadtplätze nutzbarer und angenehmer zu gestalten, wünschen sich viele Bürger mehr

Sitzgelegenheiten

und eine unauffällige Gestaltung von unschönen Gegenständen wie z.B.

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