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Wird die US-amerikanische Abtreibungspolitik von den Kirchen diktiert? close

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Wird die US-amerikanische Abtreibungspolitik von den Kirchen diktiert?

Subtitle: Die Abtreibungsdebatte in den USA und der Einfluss der Kirchen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 17 Pages
Author: Anna Ihle
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V122354
ISBN (E-book): 978-3-640-27529-8


Abstract

st Abtreibung Mord? Wann ist ein Embryo ein Mensch? Wann beginnt das menschliche Leben? Welche Rechte überwiegen: die der Frau oder die des Embryos? Fragen, die eine Debatte um Abtreibung hervorrufen. Fragen, die nicht nur in den USA kontrovers diskutiert werden, denn Schwan-gerschaftsabbruch ist eine Frage des individuellen moralischen Bewusstseins. Die persönliche Meinung zu diesem Thema wird stark durch den Glauben an Sittlichkeit, Verantwortung, Ethik und durch die öffentliche Politik beeinflusst. Die kulturellen und moralischen, sowie religiösen Empfindsamkeiten formen den subjektiven Standpunkt zu diesem kontroversen Thema. Mit dem Urteil im Verfahren Roe vs. Wade wurde 1973 vom Supreme Court der Vereinigten Staaten die Abtreibung legalisiert. Trotz dieser Gerichtsentscheidung wurde die öffentliche Debatte um die rechtliche Situation von Schwangerschaftsabbrüchen im eigenen Land nicht beendet. Es gibt bis in die Gegenwart hitzige, emotional geführte Diskussionen um Abtreibung, bundesstaatliche Restriktionen und die finanzielle Unterstützung von Schwangerschaftsabbrü-chen durch Bundesmittel. Durch die Debatte haben sich zwei Lager herauskristallisiert: die Pro-Life beziehungsweise die Pro-Choice –Bewegung. Ihre Anhänger versuchen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen, sowie offizielle Amtsträger auf ihre Seite zu bringen, um ihre Interessen in die politischen Entscheidungen einfließen zu lassen. In dieser Arbeit möchte ich vor allem die besondere Stellung der amerikani-schen Kirchen in dieser Diskussion und insbesondere ihren Einfluss auf die öffentliche Debatte und Entscheidungsfindung erörtern. Dafür behandle ich zunächst die besondere Stellung der Kirchen in der amerikanischen Gesellschaft, die Geschichte und Gründe für ihren Einfluss auf die Politik und im Speziellen möchte ich die Frage diskutieren, inwieweit die Abtreibungspolitik in den USA von den Kirchen diktiert wird. [...]


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Institut für Ethnologie und Afrikastudien

Hauptseminar: Geburt und Kindheit im interkulturellen Vergleich

Sommersemester 2007

Wird die US-amerikanische Abtreibungspolitik

von den Kirchen diktiert?

Die Abtreibungsdebatte in den USA und

der Einfluss der Kirchen

Vorgelegt von:

Anna Ihle

Studienfächer:

HF: Ethnologie

4. Fachsemester

1. NF: Politikwissenschaft

4. Fachsemester

2. NF: VWL

4. Fachsemester

i


Inhalt

1. Einleitung 1

2. Die Kirchen in den USA 2

2.1. Bedeutung der Religion in der Entstehung der modernen

Amerikanischen Gesellschaft 2

2.2. Einfluss der Kirchen auf Politik und politische Entscheidungen 3

3. Abtreibung und Abtreibungsdebatte in USA 4

3.1. Allgemeine Situation 4

3.2. Politische und Ethische Debatte 5

3.3. Stand der Abtreibungsdebatte 6

3.3.1.

Pro-Life 6

3.3.2.

Pro-Choice 7

4. Kirche und Abtreibung 7

4.1. Stellung der Kirchen zur Abtreibung 7

4.1.1.

Pro-Life 8

4.1.2.

Pro-Choice 9

4.2. Einfluss der Kirchen auf die Abtreibungsdebatte 10

5. Fazit 11

Literaturverzeichnis 13


1.

Einleitung

Ist Abtreibung Mord? Wann ist ein Embryo ein Mensch? Wann beginnt das

menschliche Leben? Welche Rechte überwiegen: die der Frau oder die des

Embryos?

Fragen, die eine Debatte um Abtreibung hervorrufen.

Fragen, die nicht nur in den USA kontrovers diskutiert werden, denn Schwan-

gerschaftsabbruch ist eine Frage des individuellen moralischen Bewusstseins.

Die persönliche Meinung zu diesem Thema wird stark durch den Glauben an

Sittlichkeit, Verantwortung, Ethik und durch die öffentliche Politik beeinflusst.

Die kulturellen und moralischen, sowie religiösen Empfindsamkeiten formen

den subjektiven Standpunkt zu diesem kontroversen Thema.

Mit dem Urteil im Verfahren

Roe vs. Wade

wurde 1973 vom Supreme Court der

Vereinigten Staaten die Abtreibung legalisiert. Trotz dieser Gerichtsentschei-

dung wurde die öffentliche Debatte um die rechtliche Situation von Schwanger-

schaftsabbrüchen im eigenen Land nicht beendet. Es gibt bis in die Gegenwart

hitzige, emotional geführte Diskussionen um Abtreibung, bundesstaatliche

Restriktionen und die finanzielle Unterstützung von Schwangerschaftsabbrü-

chen durch Bundesmittel.

Durch die Debatte haben sich zwei Lager herauskristallisiert: die

Pro-Life

be-

ziehungsweise die

Pro-Choice

­Bewegung. Ihre Anhänger versuchen mit den

ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Einfluss auf die öffentliche Meinung zu

nehmen, sowie offizielle Amtsträger auf ihre Seite zu bringen, um ihre Interes-

sen in die politischen Entscheidungen einfließen zu lassen.

In dieser Arbeit möchte ich vor allem die besondere Stellung der amerikani-

schen Kirchen in dieser Diskussion und insbesondere ihren Einfluss auf die

öffentliche Debatte und Entscheidungsfindung erörtern.

Dafür behandle ich zunächst die besondere Stellung der Kirchen in der ameri-

kanischen Gesellschaft, die Geschichte und Gründe für ihren Einfluss auf die

Politik und im Speziellen möchte ich die Frage diskutieren, inwieweit die Abtrei-

bungspolitik in den USA von den Kirchen diktiert wird.

- 1 -


2. Die Kirchen in den USA

2.1. BEDEUTUNG DER RELIGION IN DER ENTSTEHUNG DER MODERNEN AMERI-

KANISCHEN GESELLSCHAFT

Die Kirchen haben in den Vereinigten Staaten eine hohe Stellung, nicht nur im

privaten, auch im öffentlichen und politischen Leben. Zurückzuführen ist dies

auf die besonderen Umstände unter denen das Land gegründet beziehung-

sweise erschlossen wurde.

Christoph Kolumbus, der Entdecker Amerikas, wollte nicht nur als Abenteurer

eine neue Seeroute nach Indien erschließen, auch ,,die Ausbreitung des Chris-

tentums nach Asien und das Heil der Seelen dort" waren Gründe für seine

Reise (Mitri 2005: 19). Als Anfang des 17. Jahrhunderts viele Europäer in die

,,Neue Welt" auswanderten, geschah dies vor allem wegen Vertreibung, Be-

drängung und Verfolgung auf Grund ihrer Religionszugehörigkeit in dem religiös

und politisch gespaltenen Kontinent (vgl. Mitri 2005: 20), dem alten Europa. Die

Anglikanische Kirche ,,regarded its Puritan critics as dangerous heretics, to be

suppressed by any means necessary, including torture and execution." (Wald

2007: 40). Für die Puritaner, entstanden aus einer Erneuerungsbewegung in-

nerhalb der anglikanischen Staatskirche, entsprach ihre Auswanderung über

den Atlantik entsprechend dem Auszug der Israeliten aus Ägypten über das

Rote Meer. Sie sahen sich als ,,moderne Israeliten", als ,,Volk Gottes" auf einem

Exodus in Richtung ,,gelobtes Land" (vgl. Mitri 2005: 20). In der Neuen Welt war

die streng respektierte Religionsfreiheit ein Grundpfeiler der neuen Kolonie und

Lichtblick für viele religiös Verfolgte. Trotzdem bezogen sich die Gründungs-

väter der Republik auf "religious values and rhetoric in forming the new nation"

(Reichley 1986: 23). In Amerika konnten sie eine Kultur errichten in der die

"Protestant images of God, humanity, and the church became the core assump-

tions of everyday thought" (Wald 2007: 41). Es entwickelte sich eine ,,Religion

der Republik", eine öffentliche Religion, ein ,,Hort der von allen akzeptierten

Werte" (vgl. Mitri 2005: 29), was dem neuen Land ein symbolisches Gewicht

verlieh, sowie den Patriotismus verstärkte. Vor allem für die Gemeinschaft unter

den ersten Siedlern hatten die gemeinsamen religiösen Werte eine starke Be-

deutung. Für die Gründung Amerikas bildeten die Idee der menschlichen

- 2 -



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