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Ursprung der Religion:

Subtitle: Tylors Animismus- und Schmidts Urmonotheismus-Theorie - eine Gegenüberstellung

Termpaper, 2006, 15 Pages
Author: Anna Ihle
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V122356
ISBN (E-book): 978-3-640-27504-5


Abstract

Die Frage nach dem Ursprung der Religion ist vielleicht schon so alt wie die Frage nach dem Ursprung der Menschheit überhaupt. Verschiedene Theoretiker aus Ethnologie und Religionswissenschaft haben sich lange Zeit mit der Ursprungs-Frage beschäftigt und einige unterschiedliche Ansätze dazu veröffentlicht, meist auch im Zusammenhang mit der jeweiligen Epoche der Wissenschaft. Zwei Ansichten möchte ich in dieser Arbeit gegenüberstellten: zum einen die Animismus-Theorie von Edward Burnett Tylor und das Konzept des Urmonotheismus von Pater Wilhelm Schmidt. Tylor gehört zu den rationalistisch evolutionistischen Theoretikern, Schmidt dagegen zu den Anhängern des Hochgottglaubens. Ich habe diese beiden Theorien zum Vergleich ausgewählt, da beide Ansätze seit ihrem Bestehen sehr scharf kritisiert wurden, jedoch nie komplett in Vergessenheit gerieten. Vor allem Tylors Ansicht zum Animismus findet immer wieder neue Anhänger, die andere Argumente für oder gegen seine These finden und somit die Diskussion im-mer wieder neu entfachen. Ziel dieser Arbeit ist es, die zwei sehr kritisierten religionsgeschichtlichen Theorien darzustellen und im Vergleich ihre gegensätzlichen Einstellungen sowie mögliche Gemeinsamkeiten erkennbar zu machen. Die ersten beiden Teile stellen die Theorien dar. Im dritten Teil werden dann beide Hypothesen in verschiedenen Kategorien direkt gegenübergestellt. Die Vergleichspunkte habe ich so gewählt, dass sie über die Darstellung des ersten und zweiten Kapitels hinausgehen.


Excerpt (computer-generated)

Institut für Ethnologie und Afrikastudien

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Sommersemester 2006

Einf. i. d. Ethnologie d. Weltauffassung

Hausarbeit

Ursprung der Religion:

Tylors Animismus- und

Schmidts Urmonotheismus- Theorie ­

eine Gegenüberstellung

von

Anna Ihle


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Tylors Animismustheorie 2

2.1. Definition Animismus 2

2.2. Tylors Theorie zum Animismus und zum Ursprung der Religion 2

2.3. Kritik an Tylors Theorien 3

3. Schmidts Theorie des Urmonotheismus 4

3.1. Definition Urmonotheismus 4

3.2. Schmidts Theorie des Urmonotheismus 5

3.3. Kritik an Schmidts Theorie 6

4. Vergleich der beiden Theorien 8

4.1. Blickwinkel/ Einstellung 8

4.2. Ausgangsgangspunkt der Entwicklung 8

4.3. Beweisführung und die Bedeutung von survivals 9

5. Schlussfolgerung 10

6. Literaturverzeichnis 11


1. Einleitung

,,Die Religion ist die Bestimmung des menschlichen Lebens

durch das Gefühl eines Bandes, das den menschlichen Geist

mit dem geheimnisvol en Geist vereint, dessen Herrschaft über die Welt

und über ihn selbst er anerkennt und mit dem er sich vereint fühlen möchte."

(Réville, 1880: 34 zit. n. Durkheim 1984: 52)

Die Frage nach dem Ursprung der Religion ist viel eicht schon so alt wie die Frage

nach dem Ursprung der Menschheit überhaupt. Verschiedene Theoretiker aus Eth-

nologie und Religionswissenschaft haben sich lange Zeit mit der Ursprungs-Frage

beschäftigt und einige unterschiedliche Ansätze dazu veröffentlicht, meist auch im

Zusammenhang mit der jeweiligen Epoche der Wissenschaft.

Zwei Ansichten möchte ich in dieser Arbeit gegenüberstel ten: zum einen die Ani-

mismus-Theorie von Edward Burnett Tylor und das Konzept des

Urmonotheismus

von Pater Wilhelm Schmidt. Tylor gehört zu den rationalistisch evolutionistischen

Theoretikern, Schmidt dagegen zu den Anhängern des Hochgottglaubens. Ich habe

diese beiden Theorien zum Vergleich ausgewählt, da beide Ansätze seit ihrem Be-

stehen sehr scharf kritisiert wurden, jedoch nie komplett in Vergessenheit gerieten.

Vor al em Tylors Ansicht zum Animismus findet immer wieder neue Anhänger, die

andere Argumente für oder gegen seine These finden und somit die Diskussion im-

mer wieder neu entfachen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die zwei sehr kritisierten religionsgeschichtlichen Theorien

darzustel en und im Vergleich ihre gegensätzlichen Einstel ungen sowie mögliche

Gemeinsamkeiten erkennbar zu machen. Die ersten beiden Teile stel en die Theo-

rien dar. Im dritten Teil werden dann beide Hypothesen in verschiedenen Kategorien

direkt gegenübergestel t. Die Vergleichspunkte habe ich so gewählt, dass sie über

die Darstel ung des ersten und zweiten Kapitels hinausgehen.

1


2. Tylors Animismustheorie

2.1. Definition

Animismus

Der Begriff

Animismus

kommt von dem lateinischen Wort für Seele oder Atem,

ani-

ma

.

Animismus

wird als Fachbezeichnung in vielen Wissenschaftszweigen verwen-

det. Ein Beispiel ist die Entwicklungspsychologie, die darunter die kindliche Neigung

zum ,,beseelen" eines Gegenstands/ Objekts sieht.

In meiner Arbeit möchte ich auf den ursprünglich auf Religion bezogenen Gebrauch

des Begriffs durch Tylor eingehen. Dort bezeichnet das Wort

Animismus

den Glau-

ben, dass sowohl lebende als auch leblose Objekte eine Seele oder Persönlichkeit

besitzen können (Bowie 2000: 14). Harris definiert zum Beispiel

Animismus

als "be-

lief that inside ordinary, visible, tangible bodies there is a normal y invisible, normal y

intangible being: the soul... each culture has its own distinctive animistic beings and

its own specific elaboration of the soul concept" (Harris 1987: 256).

2.2. Tylors Theorie zum Animismus und zum Ursprung der Re-

ligion

Edward Burnett Tylor publizierte 1871 sein Monumentalwerk ,,Primitive Culture" in

welchem er sich, wie im Untertitel beschrieben, mit der Entwicklung von Mythologie,

Religion, Philosophie, Kunst und Bräuchen der ,,Primitiven" beschäftigte. Er veröffent-

lichte darin auch seine Theorie des

Animismus

, seiner Meinung nach der ersten Vor-

stufe in der Entwicklung zur Religion, welche er als ,,belief in Spiritual Beings" (Tylor

1994 I: 383) definiert. Den aktiven Schritt zu einer Religion sieht er in der Neugierde

und Wissbegierde al er Menschen: ,,Man′s craving to know the causes at work in

each event he witnesses, the reasons why each state of things he surveys is such as

it is and no other, is no product of high civilization, but a characteristic of his race

down to its lowest stages" (Tylor 1994 I: 368f). Seine

Animismus-

Theorie sol te ,,vor

Al em erklären, wie der Mensch zur Erkenntnis eines immateriel en Prinzips gelangt

sei" (Thiel 1984; 21f).

Tylor führt die Entwicklung der Religion aus dem Atheismus auf zwei menschliche

Phänomene zurück: zum einen der Traum, welcher im veränderten Bewusstseinszu-

stand Menschen und Objekten mit menschlichen Eigenschaften erscheinen lässt und

2



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