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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 18 Pages
Author: Alexandra Mörz
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Interkulturelle Kommunikation)
Tags: Akkulturation, Immigration, Identität, Kulturschock
Year: 2005
Pages: 18
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-27649-3
ISBN (Book): 978-3-640-28243-2
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Abstract
„Homo sapiens is a migrating animal. From earliest origins in Asia (or Africa) mankind has migrated in search of a better life.” (Dyal 1981: 301, kursiv im Original). Durch revolutionäre technologische Innovationen wird uns Menschen dieses Wandern erheblich erleichtert. Auf unserer Wanderschaft begegnen wir anderen Menschen und kommen mit fremden Ländern und Kulturen in Berührung. Dieser Kulturkontakt bildet den Ausgangspunkt dieser Arbeit. Schnell wird uns nämlich bewusst, dass sich die Menschen fremder Kulturen in ihrem Denken doch stark von uns selbst unterscheiden. Doch wie gehen wir nun mit dieser anderen Weltsicht um? Was für Probleme ergeben sich daraus für uns persönlich? Wie reagiert der Mensch, dieses migrating animal, auf die fremden und ungewohnten Erfahrungen, die er im Laufe seiner Wanderschaft macht? Lassen sich diese Reaktionen überhaupt wissenschaftlich erfassen und interpretieren, oder haben wir es ausschließlich mit individuellen Befindlichkeiten zu tun, die sich jeglicher Kategorisierung entziehen? Letzteres, so viel sei an dieser Stelle schon gesagt, kann jedoch bereits jetzt negiert werden. Durch die Vielzahl von Akkulturationsstudien und die daraus entwickelten Theorien zum Kulturkontakt ist es uns möglich, die individuellen, aus der Kontaktsituation resultierenden Erfahrungen der Menschen zu erfassen und zu analysieren. Diese Arbeit wird nach einer begrifflichen Definition einen Überblick hinsichtlich der aktuellen Theorien der Akkulturation bieten, welche im Anschluss anhand eines Modells des Akkulturationsprozesses verdeutlicht werden sollen. Ein weiteres Kapitel wird sich dem Einfluss individueller und gesellschaftlicher Variablen im Verlauf der Akkulturation widmen. Nach dieser theoretischen Annäherung soll das erwähnte anhand zweier Fallbeispiele praktisch verdeutlicht werden. Anhand dieser Beispiele werden wir auf das Idealtypische des Akkulturationsmodelles zu sprechen kommen, und uns überlegen müssen, ob ein derart ausgefeiltes und holistisches Modell den Anforderungen der Empirie überhaupt gerecht werden kann.
Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Interkulturelle Kommunikation
SS 2004
Hauptseminar
Theorien der Interkulturellen Kommunikation
Akkulturation Die Dichotomie von Theorie und Praxis
von Alexandra Mörz
Akkulturation Die Dichotomie von Theorie und Praxis
2
1. Einleitung
03
2. Theorien der Akkulturation
04
2.1 Definition
04
2.2 Theoretischer Rahmen
05
2.3 Modell des Akkulturationsprozesses
08
2.4 Einfluss individueller und gesellschaftlicher Variablen
10
3. Fallbeispiele
12
3.1 Akkulturationsstrategien jugendlicher Immigranten in Portugal
12
3.2 Domänen und Dimensionen der Akkulturation: implizite Theorien türkisch-
niederländischer Immigranten
14
4. Diskussion
15
5. Fazit
16
6. Literatur
17
Akkulturation Die Dichotomie von Theorie und Praxis
3
The term
acculturation
has been used during the 20th century in reference to what
may be considered one of the more illusive, albeit ubiquitous constructs in the behav-
ioural sciences.
(Olmeda 1979:1061, zit. nach Ward 1996:124)
1. Einleitung
,,
Homo sapiens
is a migrating animal. From earliest origins in Asia (or Africa) mankind has
migrated in search of a better life." (Dyal 1981: 301, kursiv im Original).
Durch revolutionäre technologische Innovationen wird uns Menschen dieses Wandern er-
heblich erleichtert. Auf unserer Wanderschaft begegnen wir anderen Menschen und kommen
mit fremden Ländern und Kulturen in Berührung. Dieser Kulturkontakt bildet den Ausgangs-
punkt dieser Arbeit. Schnell wird uns nämlich bewusst, dass sich die Menschen fremder Kul-
turen in ihrem Denken doch stark von uns selbst unterscheiden. Doch wie gehen wir nun mit
dieser anderen Weltsicht um? Was für Probleme ergeben sich daraus für uns persönlich? Wie
reagiert der Mensch, dieses
migrating animal
, auf die fremden und ungewohnten Erfahrun-
gen, die er im Laufe seiner Wanderschaft macht? Lassen sich diese Reaktionen überhaupt
wissenschaftlich erfassen und interpretieren, oder haben wir es ausschließlich mit individuel-
len Befindlichkeiten zu tun, die sich jeglicher Kategorisierung entziehen? Letzteres, so viel
sei an dieser Stelle schon gesagt, kann jedoch bereits jetzt negiert werden.
Durch die Vielzahl von Akkulturationsstudien und die daraus entwickelten Theorien zum
Kulturkontakt ist es uns möglich, die individuellen, aus der Kontaktsituation resultierenden
Erfahrungen der Menschen zu erfassen und zu analysieren.
Diese Arbeit wird nach einer begrifflichen Definition einen Überblick hinsichtlich der ak-
tuellen Theorien der Akkulturation bieten, welche im Anschluss anhand eines Modells des
Akkulturationsprozesses verdeutlicht werden sollen. Ein weiteres Kapitel wird sich dem Ein-
fluss individueller und gesellschaftlicher Variablen im Verlauf der Akkulturation widmen.
Nach dieser theoretischen Annäherung soll das erwähnte anhand zweier Fallbeispiele prak-
tisch verdeutlicht werden. Anhand dieser Beispiele werden wir auf das Idealtypische des Ak-
kulturationsmodelles zu sprechen kommen, und uns überlegen müssen, ob ein derart ausge-
feiltes und holistisches Modell den Anforderungen der Empirie überhaupt gerecht werden
kann.
Akkulturation Die Dichotomie von Theorie und Praxis
4
2. Theorien der Akkulturation
2.1 Definition
Wir finden bereits in den 1880er Jahren erste Studien zum Thema Akkulturation, die damals
vor allem von nordamerikanischen Anthropologen verfasst wurden. Einen konzeptuellen
Rahmen für die Kulturgeschichte und den Kulturwandel lieferten jedoch erstmals Redfield et
al 1936, deren Definition der Akkulturation auch heute noch verwendet wird (vgl. z.B. Ward
1996:124):
,,Acculturation comprehends those phenomena which result when groups of individuals having different cul-
tures come into continuous first-hand contact with subsequent changes in the original cultural patterns of ei-
ther or both groups." (Redfield et al 1936:149, zit. nach Spicer 1968:22).
Der Akkulturation liegt somit per definitionem der Kulturkontakt von mindestens zwei auto-
nomen kulturellen Gruppen zugrunde, welcher einen Wandel in mindestens einer der beiden
Kulturen zur Folge hat. Meist werden die am Akkulturationsprozess beteiligten Gruppen (
cul-
tural groups
) nach ihrer relativen Macht in die dominante Gruppe (
dominant group
) und die
akkulturierende, nicht-dominante Gruppe (
acculturation (non-dominant) group
) eingeteilt
(Segall 1999:303). Häufig entstehen durch die Dominanz einer der beiden kulturellen Grup-
pen Konflikte, die sich auf die Gesellschaft und das Individuum auswirken (Berry 1980:10).
Von Anthropologen wurde die Akkulturation zunächst ausschließlich als Gruppenphäno-
men untersucht, seit Graves (1967) beschäftigen sich Psychologen im Rahmen der kulturver-
gleichende Psychologie jedoch vornehmlich mit deren Auswirkungen auf das Individuum
(Ward 1996:124). Segall (1999:301) zufolge ist diese Unterscheidung äußerst wichtig, da
nicht alle Individuen im gleichen Maße an der Akkulturation teilnehmen. So kann ein generel-
ler Wandel in der Gesellschaft grundlegende Folgen haben, die individuellen Auswirkungen
können jedoch stark variieren.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit wird daher die Frage stehen, welche psychologischen Aus-
wirkungen sich durch den Kulturkontakt für das Individuum ergeben. Denn trotz einer großen
persönlichen Varianz lassen sich dennoch grundlegende psychologische Prinzipien feststellen.
Diese ,,general processes and outcomes (both cultural and psychological) of cultural contact"
(Segall 1999:304), sprich der Akkulturation , gleichen sich Segall zufolge bei allen
cultural
groups
.
Als Akkulturationsstrategien werden Integration, Assimilation, Separation und Marginali-
sierung unterschieden, auf deren genaue Definition ich an geeigneter Stelle noch zu sprechen
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