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Arthur Aronymus und seine Väter

Subtitle: Eine Analyse der Verbindung von Werk und Inszenierung

Scholary Paper (Seminar), 2002, 14 Pages
Author: Magister Artium Jennifer Moos
Subject: Theater Studies

Details

Event: Das Prinzip Inszenierung im Werk Else Lasker-Sshülers
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Theaterwissenschaft)
Tags: Arthur, Aronymus, Väter, Prinzip, Inszenierung, Werk, Else, Lasker-Sshülers
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 14
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V122576
ISBN (E-book): 978-3-640-27913-5


Abstract

Das Drama „Arthur Aronymus und seine Väter“ in 15 Bildern erschien 1932 als Bühnenmanuskript bei S. Fischer in Berlin. Es spielt um 1840 in dem westfälischen Ort Geseke ( Hexengäsecke). Der Ausbruch des Hexenglaubens in Westfalen steht im Zentrum des Stückes. Dora, eine der Töchter des jüdischen Gutsbesitzers Schüler, die an der Nervenkrankheit Veitstanz erkrankt ist, wird von der christlichen Dorfgemeinschaft bezichtigt, eine Hexe zu sein. Gleiches Schicksal ereilt auch die Töchter anderer Juden. Doras Bruder Arthur Aronymus ist des Vaters fünfzehntes Kind und zugleich Schützling und Augapfel des katholischen Kaplans Bernhard Michalski sowie Lieblingsenkel seines Großvaters Rabbi Uriel. Um Dora von den Beschuldigungen zu befreien und vor Schlimmerem zu bewahren, schlägt Kaplan Michalski vor, Arthur Aronymus taufen zu lassen. Doch der Vater lehnt dies entschieden ab. Dank des Einsatzes des Kaplans und eines bischöflichen Briefes, der an die Dorfgemeinde gerichtet ist, kann das Unheil, eine mögliche Ermordung Doras, abgewendet werden und es findet eine Versöhnung zwischen Juden und Christen im Hause Schülers statt.


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig, Institut für Theaterwissenschaft

Wintersemester 2000/ 01

Das Prinzip Inszenierung im Werk Else Lasker-Sshülers

Arthur Aronymus und seine Väter

Eine Analyse der Verbindung von Werk und Inszenierung









von

Jennifer Moos

1. Hauptfach Theaterwissenschaft

1. Nebenfach Medien- und Kommunikationswissenschaft

2. Nebenfach Germanistik

8. Studiensemester, 7. Fachsemester

Abgabe 23.4.2002


Inhaltsverzeichnis

I. Zusammenhänge zwischen Inhalt und Biographie 3

I.1. Über den Inhalt 3

I.2. Biographische Reflexion 3

II. Die Schwierigkeiten der Bühnenumsetzung 4

III. Inszenierungsgeschichte 6

III. 1. gescheiterte Versuche vor 1936 6

III.2. Die Uraufführung am 19. Dezember 1936 in Zürich 6

III.3. Nach 1945 8

III.4. Die Aufführung 1968 9

III.5. Die Inszenierung 1988 11

Literaturangaben 13

2


I. Zusammenhänge zwischen Inhalt und Biographie

I.1. Über den Inhalt

Das Drama ,,Arthur Aronymus und seine Väter" in 15 Bildern erschien 1932 als

Bühnenmanuskript bei S. Fischer in Berlin.

Es spielt um 1840 in dem westfälischen Ort Geseke ( Hexengäsecke). Der Ausbruch des

Hexenglaubens in Westfalen steht im Zentrum des Stückes. Dora, eine der Töchter des

jüdischen Gutsbesitzers Schüler, die an der Nervenkrankheit Veitstanz erkrankt ist, wird von

der christlichen Dorfgemeinschaft bezichtigt, eine Hexe zu sein. Gleiches Schicksal ereilt

auch die Töchter anderer Juden.

Doras Bruder Arthur Aronymus ist des Vaters fünfzehntes Kind und zugleich Schützling und

Augapfel des katholischen Kaplans Bernhard Michalski sowie Lieblingsenkel seines

Großvaters Rabbi Uriel. Um Dora von den Beschuldigungen zu befreien und vor

Schlimmerem zu bewahren, schlägt Kaplan Michalski vor, Arthur Aronymus taufen zu lassen.

Doch der Vater lehnt dies entschieden ab. Dank des Einsatzes des Kaplans und eines

bischöflichen Briefes, der an die Dorfgemeinde gerichtet ist, kann das Unheil, eine mögliche

Ermordung Doras, abgewendet werden und es findet eine Versöhnung zwischen Juden und

Christen im Hause Schülers statt.

I.2. Biographische Reflexion

Die Vertauschung von Werk, Figur und Schöpfung ist bekannt aus der Biographie von Else

Lasker Schüler.1Auch in dem Drama ,,Arthur Aronymus und seine Väter" fiktionalisiert sie

eigene Biographie, benutzt Daten, Orte und Namen, die nicht erfunden sind.

Hinzu greift sie auf einen Stoff und eine historische Situation zurück: die Progromstimmung

1844 in Geseke, der väterlichen Heimatstadt. Auslöser war das Verhalten eines katholischen

Pfarrers, das ein jüdisches Kind dazu brachte, von seiner Familie wegzulaufen. Diese

historische Situation wird verwoben mit der Familiengeschichte, die in diesem Fall die

Geschichte des Vaters als achtjähriger Junge ist.

Der Name des historischen Bernhard Löwenbach, des kleinen Jungen, der Ursache des

Judenhasses in Geseke wird, wird dem katholischen Kaplan verliehen, der konfessionell auf

der ,,anderen Seite" steht. Else Lasker Schülers Urgroßvater war tatsächlich ein berühmter

Oberrabbiner. Die Namen der Charaktere des Stückes sind oftmals der eigenen Biographie

entnommen: Familie Schüler, Arthur Aronymus bzw. Aron, Henriette, usw.

1 Silvia Henke ,,Fehl am Platz", Seite 43

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