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Subtitle: Einführung in die Theorie der Finanzintermediation unter besonderer Berücksichtigung der Produkte im Riskmanagement
Script, 2003, 26 Pages
Authors: Dr. Johann Sebastian Kann, Carsten Becker
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Institution/College: Vienna University of Economics and Business Administration
Tags: Zins-, Wechselkursmanagement, Kommunen, Teil, Sales, Manager, Akademie, Wien
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-26788-0
ISBN (Book): 978-3-640-26798-9
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Abstract
[...] In diesem Abschnitt wollen wir näher auf den theoretischen Hintergrund der Finanzintermediation eingehen. Der Autor vertritt die Ansicht, dass Banken einen wichtigen Teil für Volkswirtschaften beitragen. Mehr als dies womöglich bisher von Investoren und Unternehmen bemerkt worden ist. Gehen wir zunächst auf die Funktionen von Banken ein: Banken treten nicht in einen Finanzierungskontrakt mit Kunden ein, sondern agieren als Vermittler, welche die Transformationsleistungen, des Kapitalmarktes nutzbar machen. So wird die Existenz von Investmentbanken als Finanzintermediäre vorrangig mit der Reduktion der Transaktionskosten („unvollkommener Kapitalmarkt“) begründet. Im Einlagen- und Kreditgeschäft treten Banken hingegen in Finanzkontrakte als Vertragspartner ein und können so selbst Losgrößen-, Fristen-, und Risikotransformationsleistungen erbringen. Neben der Reduktion von Transaktionskosten folgt hieraus eine Reduktion von Qualitäts- und Verhaltensunsicherheiten aus Informationsasymmetrien. Die resultierende Übernahme von Risiken im Einlagen- und vor allem Kreditgeschäft prägt die Strukturen und Prozesse in Universalbanken traditionell sehr weitgehend. Aus diesem Unterschied heraus lässt sich zeigen, dass Banken Kapitalmarktakteure bei der risikobezogenen Strukturierung von Transaktionen unter Nutzung der Transformationsfunktionen von Primär- und Sekundärmarkt beraten. Banken übernehmen aus dem Kundengeschäft keine Risiken (Risktrader). Risikoübernahme erfolgt bei Banken nur im Eigenhandel mit Wertpapieren und Derivativen, gegebenenfalls auch bei Platzierungsgarantien und Zwischenfinan-zierungen. Es handelt sich dabei zumeist um handelbare Titel, sodass die Risikoübernahme kurzfristig reversibel ist. Im Einlagen- und Kreditgeschäft gehen die Banken hingegen langfristige Risiken ein. Daraus lässt sich erkennen, dass Finanzintermediäre eine Reihe von makroökonomischen Effekten verursachen, unter anderem die Entwicklungen von Regulierungen, zur Kontrolle der Weitergabe von finanziellen Erschütterungen, die durch Finanzintermediation verursacht wurden, und effizientere Zahlungssysteme. Es zeigt sich, dass die Komplexität des Geld- und Finanzsystems durch fortschreitende Weiterentwicklung zunimmt und eine kritische Analyse von Banken, das heißt in einer keynesianischen Analyse, Beachtung finden muss. [...]
Excerpt (computer-generated)
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GESELLSCHAFT FÜR MANAGEMENT GRUNDLAGENFORSCHUNG
MAG. JOHANN SEBASTIAN KANN
SEMINAR: EINFÜHRUNG IN DIE THEORIE DER
FINANZINTERMEDIATION UNTER BESONDERER
BERÜCKSICHTIGUNG DER PRODUKTE IM RISKMANAGEMENT
CARSTEN BECKER, SENIOR RELATIONSHIPMANAGER,
BANK AUSTRIA CREDITANSTALT AG WIEN
JOHANN SEBASTIAN KANN, UNTERNEHMENSBERATER,
GESELLSCHAFT FÜR MANAGEMENT GRUNDLAGENFORSCHUNG WIEN
SCHLAGWORTE: BANKEN, GESCHÄFTSSPARTE TREASURY, FINANZINTERMEDIATION, RISKMANAGEMENT, SELL
SIDE, BUY SIDE)
Terminplan:
15.10 9.00-11.00 Uhr Vorbesprechung
1.11 14-18.00 Uhr
18.11 14-18.00 Uhr
15.1 9.00-10.00 Uhr Test
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PRODUKTE IM RISKMANAGEMENT
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MAG. JOHANN SEBASTIAN KANN
Impressum:
Mag. Johann Sebastian Kann,
Gesellschaft für Management Grundlagenforschung, Sonnenfelsgasse 11, 1010 Wien
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INHALTSVERZEICHNIS
1. Dienstleistungen von Banken 4
2. Positive und Negative Auswirkungen von Bankdienstleistungen 5
3. Neue Wachstumstheorien 6
4. Funktionen von Banken 8
4.1 Das Modell von Levine 8
4.2 Das Konzept der ,,funktionalen Perspektive" 9
5. Das Riskmanagement 11
5.1 Insititutionelle Buy Side: Fonds und Hedge Funds 12
5.2 Corporate Buy Side: Unternehmen 15
5.3 Sell Side: Zins- und Währungsmanagement mit zunehmender Bedeutung.. 16
5.4 Besonderheiten des Zinsmanagement 17
5.4.1 Forward Rate Agreements 18
5.4.2 Cross Currency Interest Rate Swap 19
5.4.3 Zinsfutures 20
5.5 Besonderheiten des Währungsmanagement 21
5.5.1 Devisentermingeschäfte 21
5.5.2 Devisenswaps 22
5.5.3 Währungsfutures 22
5.5.4 Währungsoptionen 23
6. Weiterführende Literatur 25
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1.
DIENSTLEISTUNGEN VON BANKEN
,, There will always have to be some mechanism for channelling the savings of households
into the investments of firms this is the fundamental role of a financial intermediary."1
In diesem Abschnitt wollen wir näher auf den theoretischen Hintergrund der
Finanzintermediation eingehen. Der Autor vertritt die Ansicht, dass Banken einen
wichtigen Teil für Volkswirtschaften beitragen. Mehr als dies womöglich bisher von
Investoren und Unternehmen bemerkt worden ist.
Gehen wir zunächst auf die Funktionen von Banken ein:
Banken treten nicht in einen Finanzierungskontrakt mit Kunden ein, sondern agieren
als Vermittler, welche die Transformationsleistungen, des Kapitalmarktes nutzbar
machen. So wird die Existenz von Investmentbanken als Finanzintermediäre
vorrangig mit der Reduktion der Transaktionskosten (,,unvollkommener Kapitalmarkt")
begründet.2 Im Einlagen- und Kreditgeschäft treten Banken hingegen in
Finanzkontrakte als Vertragspartner ein und können so selbst Losgrößen-, Fristen-,
und Risikotransformationsleistungen erbringen. Neben der Reduktion von
Transaktionskosten folgt hieraus eine Reduktion von Qualitäts- und
Verhaltensunsicherheiten aus Informationsasymmetrien. Die resultierende
Übernahme von Risiken im Einlagen- und vor allem Kreditgeschäft prägt die
Strukturen und Prozesse in Universalbanken traditionell sehr weitgehend.3
Aus diesem Unterschied heraus lässt sich zeigen, dass Banken Kapitalmarktakteure
bei der risikobezogenen Strukturierung von Transaktionen unter Nutzung der
Transformationsfunktionen von Primär- und Sekundärmarkt beraten.
1 Cechetti, St. (1999): The future of financial intermediation and regualtion: an overview, Current
Issues in Economics and Finance, Volume 5, Number 8.
2 Hartmann-Wendels, T. (2000): Bankbetriebslehre, S.114ff.
3 Börner, Ch. (2002): Kompetenzen und Zusammenschlüsse im Investmentbanking, Bank Archiv, S.
275ff.
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Banken übernehmen aus dem Kundengeschäft keine Risiken (Risktrader).
Risikoübernahme erfolgt bei Banken nur im Eigenhandel mit Wertpapieren und
Derivativen, gegebenenfalls auch bei Platzierungsgarantien und Zwischenfinan-
zierungen. Es handelt sich dabei zumeist um handelbare Titel, sodass die
Risikoübernahme kurzfristig reversibel ist. Im Einlagen- und Kreditgeschäft gehen die
Banken hingegen langfristige Risiken ein.
Daraus lässt sich erkennen, dass Finanzintermediäre eine Reihe von
makroökonomischen Effekten verursachen, unter anderem die Entwicklungen von
Regulierungen, zur Kontrolle der Weitergabe von finanziellen Erschütterungen, die
durch Finanzintermediation verursacht wurden, und effizientere Zahlungssysteme. Es
zeigt sich, dass die Komplexität des Geld- und Finanzsystems durch
fortschreitende Weiterentwicklung zunimmt und eine kritische Analyse von Banken,
das heißt in einer keynesianischen Analyse, Beachtung finden muss.
2.
POSITIVE UND NEGATIVE AUSWIRKUNGEN VON
BANKDIENSTLEISTUNGEN
Minsky (1975) ist beispielsweise der Auffassung, dass mit der Entwicklung von
Kapital und Kredit eine zunehmende Instabilität der wirtschaftlichen Situation am
Ende eines konjunkturellen Zyklus
festzustellen sei. Minsky identifiziert drei wesentliche Punkte für die von ihm
vertretene Vorstellung systemimmanenter Instabilität. Zum einen das
Finanzierungsverhalten der Wirtschaftssubjekte, zum zweiten den Liquiditätsgrad der
Volkswirtschaft und zum dritten die Fremdkapitalquote der Unternehmen bei der
Finanzierung der Investitionsvorhaben. Im Verlauf des konjunkturellen Zyklus nimmt
die Fragilität des Systems zu, da sich die Verschuldungsstruktur zunehmend ändert,
der Liquiditätsgrad der Volkswirtschaft sinkt und der Anteil kreditfinanzierter
Investitionen steigt.4 Die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen über die
Emission von Wertpapieren verschlechtern sich, weil Wirtschaftssubjekte versuchen,
Schulden durch die Liquidierung finanzieller Vermögenspositionen zurückzuzahlen
und weil die Verschuldungsstruktur der Unternehmen zunehmend als kritisch
4 Chicago Graduate School, LBS, Wharton School (1999): Mastering Finance, Schäffer Poeschel,
Beitrag von Harold Rose: Finanzinstitutionen, S. 400-406.
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erachtet wird. Die Folge sind sinkende Wertpapierkurse. Die Unternehmen können
ihren Kreditbedarf nur noch mittels höherer Finanzierungskosten, das heißt zu
höheren Zinsen decken. Einer fast unbegrenzten Kreditnachfrage infolge des hohen
Refinanzierungsbedarfs für ,,Speculative Finance " ( ) steht nun aufgrund des
gestiegenen Gläubigerrisikos der Banken ein nur begrenztes Kreditangebot
gegenüber.5
Ob Finanzintermediäre positive Auswirkungen haben, indem sie
1) hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen,
2) die Transformation von Ersparnissen in Investitionen erleichtern und damit zu
mehr Investitionen und Wachstum führen, oder ob ihre negativen
Auswirkungen überwiegen, ist in der ökonomischen Literatur umstritten.
Zu den negativen Auswirkungen zählt vor allem die Tatsache, dass sie
1) spekulative Bewegungen auslösen können, wie Börsenkrachs und
2) dass sie die Ausschläge des Konjunkturzyklus verstärken können.
3.
NEUE WACHSTUMSTHEORIEN
In der neoklassischen Wachstumstheorie ging man zunächst davon aus, dass
Finanzintermediäre die Investitionsrate in Sachkapital nur sehr gering beeinflussen
können. Die Frage nach dem Nutzen des Geldes versuchte McKinnon 1973 durch
die Komplementaritätshypothese zu beantworten. Geld, als einziges
Vermögensobjekt neben dem Sachkapital, hatte demnach in einer sich
selbstfinanzierenden Wirtschaft direkten Einfluss auf die Investitionen. Interessant
erschien dabei, dass das Finanzsystem bei McKinnon einem ,,realen Sektor"
gleichgesetzt wurde, was in einem neoklassischen System mit einem Anstieg der
Sparquote oder einer erhöhten Investitionseffizienz als Ausfluss von verbesserter
Finanzintermediation lediglich die Erhöhung des Wohlstandsniveau bewirken konnte.
Erst neuere Entwicklungen in der Wachstumstheorie machten den Einfluss der
Finanzintermediation auf die gleichgewichtige Wachstumsrate nachvollziehbar. In der
5 Minsky, H. (1977): The Financial Instability Hypothesis, Vol. 20, Nr. 1, S.20-27.
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