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Einführung in das Forschungsgebiet der Fach- und Sondersprachen close

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Einführung in das Forschungsgebiet der Fach- und Sondersprachen

Subtitle: Untersuchung zur Sprache der Staatssicherheit

Scholary Paper (Seminar), 2007, 17 Pages
Author: Theresa Zuschnegg
Subject: Speech Science / Linguistics

Details

Event: Proseminar: Sprache und Gesellschaft - Fach- und Sondersprachen
Institution/College: University of Graz (Germanistik)
Tags: Einführung, Forschungsgebiet, Fach-, Sondersprachen, Proseminar, Sprache, Gesellschaft, Fach-, Sondersprachen
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 17
Grade: Sehr gut
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V122673
ISBN (E-book): 978-3-640-26697-5
ISBN (Book): 978-3-640-26701-9
Notes :
Die Arbeit gibt eine Einführung zu den Fach- und Sondersprachen. Im Besonderen wird die Sprache der Staatssicherheit untersucht.


Abstract

Fach- und Sondersprachen nehmen in der neueren Linguistikforschung eine immer bedeutendere Stellung ein. Jedermann ist durch soziale Determiniertheit in Beruf, Alter, Geschlecht etc. gewissen Gruppen zugehörig. Bei der Ausübung eines Berufes wird man mit einer, eventuell mehrerer Fachsprachen vertraut bzw. man kommt über die Gemeinsprache zu fachsprachlichen Termini. Nimmt man am gesellschaftlichen Leben teil, kann man sich den Fach- und Sondersprachen also nicht entziehen. Einerseits werden in der Arbeit Definitionen der Fach- und Sondersprachen gegeben und deren Besonderheiten werden hervorgehoben, die durch Beispiele gestützt werden. Bei den Fachsprachen kommt eine kurze Analyse der Funktionen nach Möhn/Pelka „Fachsprachen. Eine Einführung.“ hinzu. Im zweiten Teil der Arbeit wird versucht die Sprache der Stasi anhand von verschiedenen Gesichtspunkten zu untersuchen. Derer sind etwa einige semantische Besonderheiten, die sich durch eine Bedeutungsverschiebung ergeben haben. Genauer eingegangen wird auf die Bedeutungsverschiedenheit des Begriffs „Aufklärung“ und auf einige exemplarisch gewählte Verben mit Akkusativobjekt, die ebenfalls eine semantische Verschiebung erfahren haben. Es kann in diesem Bereich allerdings nur ein kurzer Einblick gegeben werden. Das nächste größere Kapitel handelt von den Einflüssen von Geheim-, Amts- und Militärssprache, welche die Stasi maßgebend geprägt hat. Schritt für Schritt werden die drei Sprachen durch genommen um die signifikantesten Einwirkungen auf die Sprache der Staatssicherheit, durchaus auch mit Beispielen unterstützt, zu veranschaulichen. Es ist anzumerken, dass ich mich nach dem Werk Christian Bergmanns, "Die Sprache der Stasi", orientiere.


Excerpt (computer-generated)

Einführung in das Forschungsgebiet der
Fach- und Sondersprachen

Untersuchung zur Sprache der Staatssicherheit

vorgelegt von

Theresa ZUSCHNEGG


Inhaltsverzeichnis

Einführung in das Forschungsgebiet der Fach- und Sondersprachen

Einleitung 3

1. Fachsprachen 3

1.1. Definition des Begriffs Fachsprachen 3

1.2. Besonderheiten von Fachsprachen 4

1.3. Die Funktionen von Fachtexten 5

1.4. Die Sozialisierung von Fachsprachen 5

2. Sondersprachen 6

2.1. Definition des Begriffs Sondersprache 6

2.2. Wo und zu welchem Zweck entstehen Sondersprachen? 6

2.3. Beispiele von Sondersprachen 7

2.3.1. Das Rotwelsch als historisches Beispiel einer Sondersprache 7

2.4. Gegenwärtige Beispiele für Sondersprachen 7

Zusammenfassung 8

Untersuchung zur Sprache der Staatssicherheit

Einleitung 9

1. Semantische Besonderheiten 9

1. 1. Bedeutungsverschiedenheiten des Begriffs ,,Aufklärung" 9

1. 2. Bearbeiten, nutzen, herauslösen von Personen 10

2. Einflüsse in die Sprache der Stasi 11

2.1. Einflüsse von Geheimsprachen 11

2.2. Einflüsse der Amtssprache 13

2.3. Einflüsse der Militärsprache 14

Fazit 14

Bibliographie 16

2


Einführung in das Forschungsgebiet der Fach- und Sondersprachen

Einleitung

Fach- und Sondersprachen nehmen in der neueren Linguistikforschung eine immer bedeutendere Stellung ein. Jedermann ist durch soziale Determiniertheit in Beruf, Alter, Geschlecht, etc. gewissen Gruppen zugehörig. Bei der Ausübung eines Berufes wird man mit einer, eventuell mehrerer Fachsprachen vertraut, bzw. man kommt über die Gemeinsprache zu fachsprachlichen Termini. Nimmt man am gesellschaftlichen Leben teil, kann man sich den Fach- und Sondersprachen also nicht entziehen. Einerseits werden im Folgenden Definitionen der Fach- und Sondersprachen gegeben und deren Besonderheiten werden hervorgehoben, die durch Beispiele gestützt werden. Bei den Fachsprachen kommt eine kurze Analyse der Funktionen nach Möhn/Pelka

,,Fachsprachen. Eine Einführung."

1

hinzu. An dieser Stelle soll gesagt werden, dass ich die Gemeinsprache gleichberechtigt neben den Gruppensprachen sehe, und die Fach- und Sondersprachen gleichwertend den Gruppensprachen unterordne.

1. Fachsprachen

1.1. Definition des Begriffs Fachsprachen

Fachsprachen fungieren in erster Linie im wissenschaftlichen technischen Handlungsbereich, in der Verwaltung und in der Diplomatie als Kommunikationsmittel.2 Sie können als Hyponym der Gruppensprachen und stehen somit als Kohyponym neben den Sondersprachen. Die Hauptfunktion von Fachsprachen ist das Benennen und Erschließen von bestimmten Sachgebieten, um dann eine einheitliche, möglichst ökonomische und vor allem effiziente Kommunikation zu gewährleisten. Das große Spezifikum von Fachsprachen liegt im lexikalischen Bereich, durch die häufige Anwendung von Fachtermini. Der Hauptunterschied zwischen Fach- und Sondersprachen besteht in der Schriftlichkeit der ersteren.

Fachsprachen sind für jedermann zugänglich und erlernbar. Außerdem setzen Fachsprachen keinen individuellen Sprecher voraus. Die soziale Komponente, die bei den Sondersprachen eine große Rolle spielt, wird außen vor gelassen, und ist auch nicht erwünscht. Vorsicht ist geboten bei einer möglichen Gleichsetzung von Fachsprachen mit dem Berufsjargon, weil dieser gehört, bedingt durch seine Mündlichkeit, zu den Sondersprachen.

1 Dieter Möhn/ Roland Pelka (1984): Fachsprachen. Eine Einführung. Tübingen: Niemeyer. ( = Germanistische Arbeitshefte 30).
2 vgl. Walther von Hahn (1980): Fachsprachen. In: Althaus, Hans Peter von/ Henne, Helmut/ Wiegand, Herbert Ernst (Hrsg.): Lexikon der Germanistischen Linguistik. 2., vol st. neu bearb. u. erw. Aufl. Tübingen: Niemeyer, S. 390.

3


1.2. Besonderheiten von Fachsprachen

Fachtexte sind auf Anhieb zu erkennen. Die Textsorte wird meist explizit genannt, um von vornherein Missverständnisse zu vermeiden. Der Handlungsbereich von Fachsprachen ist öffentlich. Die Themen werden entweder erklärt oder beschrieben. Weiters können in Fachtexten Formeln, Grafiken und Bilder vorkommen, die in einem direkten Verhältnis zu dem Geschriebenen stehen. Untersucht man bei Fachsprachen die Lexik, stößt man wie bereits erwähnt auf eine hohe Anzahl von Fachtermini, die sich auf Kompositionen und auf Nomenklaturen aufteilen lassen.

Nomenklaturen findet man in Bereichen wie der Chemie, Medizin und Biologie, da sich deren Begriffe häufig auf die lateinische Wissenschaftstradition zurückführen lassen. Kompositionen setzen sich meist aus Begriffen des gemeinschaftssprachlichen Wortschatzes zusammen. Ab drei Kompositionsgliedern werden in der gesprochenen Fachsprache Kürzel angewandt, wie zum Beispiel bei den Begriffen Antiblockiersystem (ABS) oder Antischlupfregelung (ASR).3 In den Programmiersprachen sind englische Lehnwörter vorherrschend (

IfThenStatement

,

ArgumentList

). In der laienhaften Computersprache sind ebenfalls hauptsächlich englische Begriffe anzutreffen, denen deutsche grammatische Kategorien verpasst werden, wie etwa bei

downloadbar

oder

mailen

. Ein besonders beliebtes Nomenklaturverfahren, vor allem in den Bereichen der Physik, Chemie und Mathematik, ist das benennen nach Personen, wie zum Beispiel bei

pythagoreischer Lehrsatz

,

Keplersche Gesetze

oder

Planck′sches Wirkungsquantum.

Eine exklusive Fachsprachensyntax existiert nicht. Es wird in der Regel eine Auswahl von spezifischen gemeinsprachlichen Syntaxmittel getroffen. Was allerdings doch festzustellen ist, ist, dass man eine strenge Thema-Rhema-Gliederung einhält, und zu Substantivierungen und Funktionsverbgefügen neigt. Weiters fällt die bevorzugte Verwendung des Passivs auf. Um das persönliche Subjekt zu vermeiden, wird auf Personalpronomen verzichtet und ausweichend auf die Form ,,man" zurückgegriffen. Diese syntaktischen Mittel dienen der Objektivierung und Anonymisierung von Fachsprachen und dazu, Doppeldeutigkeiten und Missverständnisse sofort auszuschließen.4

Auffallend sind auch die kausalen und finalen Verknüpfungen der Sätze. Logische Zusammenhänge sind in Fachtexten unabdingbar. Was die Textsorten von Fachsprachen betrifft, sind diese meist schon in der Überschrift klar festgelegt. Die Texte selbst zeichnen sich durch große Kohärenz aus. Die typischsten Kohäsionsmittel sind anaphorische aber auch kataphorische Elemente, wie bestimmte Artikel und Demonstrativpronomen.

3 vgl. Hahn, Fachsprachen, S. 393.
4 vgl. ebda. S. 394.

4



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