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Kant in der Tagespresse: Gegenwärtige Probleme, kant´sche Lösungen?

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 32 Pages
Author: Timo Luks
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Event: Kants politische Theorie im Lichte gegenwärtiger Probleme
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Kant, Tagespresse, Gegenwärtige, Probleme, Lösungen, Kants, Theorie, Lichte, Probleme
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 32
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V12268
ISBN (E-book): 978-3-638-18195-2

File size: 133 KB


Excerpt (computer-generated)

Carl-von-Ossietzky Universität-Oldenburg
Magister Geschichte / Politikwissenschaft
Seminar: „Kants politische Theorie im Lichte gegenwärtiger Probleme“ 
(Sommersemester 2001)
Hausarbeit im Fach Politikwissenschaft

Kant in der Tagespresse: Gegenwärtige Probleme, kant´sche Lösungen?

Timo Luks

 

Inhalt

I. Einleitung  3

II. Kant in der Tagespresse: Gegenwärtige Probleme – kant´sche Lösungen?  5


1. Völkerrecht und ewiger Friede: Internationale Politik im Anschluss an Kant  5
A) Internationale Organisationen  6
B) Humanitäre Interventionen  10
C) Demokratischer Frieden  14

2. Innere Organisation von Staaten und Gesellschaften  17
A) Die rechtlich-politischen Verhältnisse  17
B) Ethik und Moral  21

3. Zusammenfassung  24
A) Artikelverteilung und verschiedene Schwerpunkte in den Zeitungen  24
B) Auswertung  25

III. Schluss  27

IV. Literatur  30


1. Originalschriften Immanuel Kants  30
Kant, Immanuel: Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf, Stuttgart 1995 .. 30

2. Sekundärliteratur  30

3. Beiträge aus Tageszeitungen  30
A) die tageszeitung (taz)  30
B) Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)  31
C) Süddeutsche Zeitung (SZ)  31

V. Anhang  32

 

I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Rezeption Immanuel Kants in ausgewählten überregionalen Tageszeitungen auseinander. Ich werde dabei untersuchen, in welcher Art und Weise gegenwärtige politische Probleme und Fragen unter Rückgriff auf Kants politische Theorie zu lösen versucht werden. Es stellt sich die Frage, von welchen Sachverhalten angenommen wird, dass Kant hinsichtlich ihrer Bearbeitung Überlegungen von anhaltender Relevanz anstellte. Diese Aufgabe erscheint lohnenswert, da „während der letzten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhundert, [...] Kants politische Philosophie eine Wiederentdeckung“ erlebte, die hauptsächlich durch „das Ende des Ost-West-Konflikts 1989/90 und das zweihundertjährige Jubiläum des Erscheinens von Kants Schrift `Zum ewigen Frieden` 1995“ verursacht wurde.1 Die Aktualität Kants – besonders seiner Ideen bzgl. des „ewigen Friedens“ – scheint gerade deshalb gegeben zu sein, weil er angesichts eines realen oder vermeintlichen Fehlens einer „Perspektive für eine Lösung der großen Menschheitsprobleme“ Anknüpfungspunkte und Richtlinien für gesellschaftliches und staatliches Zusammenleben bieten könnte.2 Die Aktualität verschiedener Aspekte der kant´schen Ideen werde ich am Ende der Arbeit kurz diskutieren.

Die gewählte Thematik setzt voraus, dass Kant überhaupt etwas zu politischen Problemen zu sagen hat. Inwieweit die politischen Anregungen aus einer selbständigen politischen Philosophie oder Theorie resultieren, kann hier weder endgültig geklärt, noch umfassend untersucht werden. Hinsichtlich dieser Frage sind verschiedene Ergebnisse möglich, die Kant irgendwo zwischen unpolitischer und politischer Philosophie verorten würden.3 Sassenbach meinte z.B., dass Kants Philosophie nicht nur einen Begriff des Politischen besitze, sondern, dass dieser darüber hinaus „auch heute noch einen Beitrag zur Theorie politischer Ziele und Verfahren leisten kann“.4

Die grundlegende Auswahl und Beschränkung der Quellen erfolgten in erster Linie nach pragmatischen Gesichtspunkten. Wenn also einerseits die TAGESZEITUNG (taz), die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ausgewählt und andererseits die FRANKFURTER RUNDSCHAU und die WELT nicht berücksichtigt wurden, so ist damit keine Rangliste hinsichtlich Wertigkeit und Bedeutung der einzelnen Blätter verbunden, sondern die hier getroffene Auswahl erfolgte mehr oder weniger willkürlich. Der Untersuchungszeitraum ist ebenfalls in erster Linie Ergebnis pragmatischer Zwänge und keine bewusste, nach bestimmten inhaltlichen Überlegungen vorgenommene, Auswahl.5

In dieser Arbeit stehen politische Probleme der Gegenwart und deren Verbindungen zu Kants politischer Theorie und/oder Philosophie im Mittelpunkt. Die unzähligen anekdotischen Erwähnungen Kants sollen unberücksichtigt bleiben, da sie i.d.R. nicht im Rahmen politischer Diskussionen als mögliche Anknüpfungspunkte präsentiert, sondern eher in anderen Zusammenhängen mit anderen (literarischen o.ä.) Funktionen verwendet werden.6 Ich vernachlässige ebenfalls zahlreiche Rezensionen und Beiträge, die sich auf Publikationen oder Veranstaltungen beziehen, deren Thema im Zusammenhang mit Kant steht.7 Einer solchen vermittelten Kantrezeption, die lediglich über die Beschäftigung mit Kant berichtet, ziehe ich die direktere und ungezwungene Rezeption in Anbetracht spezifischer Probleme vor. Beiträge, deren Auseinandersetzung mit Kant demnach schon durch ihren Gegenstand zwingend vorgegeben und fast unausweichlich ist, sollen hier keine Berücksichtigung finden.

Bei der Bearbeitung der gewählten Problematik und der Analyse der entsprechenden Quellen geht es mir nicht darum, die Hinweise auf oder die Interpretationen von Kant auf ihre vermeintliche Richtigkeit oder Authentizität zu untersuchen. Ich werde die ausgewählten Beiträge nicht hinsichtlich eines „richtigen“ oder „falschen“ Kantgebrauchs beurteilen, sondern die spezifischen Vernetzungen einzelner, selektiver Ideen Kants mit aktuell diskutierten Problemen aufzeigen, um so die Verwendung kant´scher Gedankengänge mit Blick auf funktionale Erfordernisse bearbeiten zu können.

[....]


1 Dustdar, Farah: Vom Mikropluralismus zu einem makropluralistischen Politikmodell. Kants wertgebundener Liberalismus, Berlin 2000, S. 15.

2 Bialas, Völker: Einleitung, in: ders.; Häßler (Hg.): 200 Jahre Kants Entwurf „Zum ewigen Frieden“. Idee einer globalen Friedensordnung, Würzburg 1996. S. 9.

3 Sassenbach, Ulrich: Der Begriff des Politischen bei Immanuel Kant, Würzburg 1992, S. 23ff. Dort werden Urteile einzelner Autoren diskutiert und gegeneinander gestellt.

4 Ebd., S. 3, vgl. Dustdar, S. 20f.

5 Für die taz werden Beiträge der Jahre 1987-97, für die FAZ 1997-00 und für die SZ 1995-00 verwendet. Da deshalb nicht immer direkte Vergleiche bei der Bearbeitung derselben konkreten tagespolitischen Fragen erfolgen können, werde ich mich auf den Vergleich größerer Problemkreise konzentrieren. Ich hoffe, durch die Zusammenfassung z.B. unter die Kategorie „Internationale Politik“ europäische Fragen der Jahre 1990/91 mit solchen des Jahres 2000 vergleichend bearbeiten zu können.

6 In diese Kategorie gehört z. B. der humorvolle Versuch, die Zubereitung „Kaliningrader Klopse“ „unter Verwendung der Idee einer allgemeinen Geschichte“ zu beschreiben (taz, 26. 10. 90). In diesem Kontext wurde der „Idee eines Klopses [nachgegangen], die gewissermaßen einen Leitfaden a priori hat“. Die Suche nach der „Bedingung der Möglichkeit eines Klopses“ hat freilich keinen sich mir erschließenden Zusammenhang mit politischen Fragen.

7 So wurde in der taz vom 26. 10. 1990 umfangreich über einen Kant-Kongress berichtet, der hier eigentlich keine besondere Berücksichtigung finden müsste, wäre er nicht in Kaliningrad veranstaltet worden. Durch diesen Ort erlangt der entsprechende Kongress eine gewisse Relevanz bezüglich politischer Problemlagen und stellt damit eine Ausnahme im Bereich der Rezensionen und Veranstaltungsberichte dar. Der Verweis auf Kants neue Bedeutung in der sowjetischen Gesellschaft ist in diesem Kontext wichtig. In der Sowjetunion ist „in den letzten Jahren mit dem gesellschaftlichen Umbruch eine lebhaft Ethik-Debatte entfacht worden, in der der [...] lange Zeit kaum rezipierte Philosoph Kant eine Rolle spielt“. Fragen „praktischer Vernunft“ und die kant´sche Rechtslehre scheinen bei der Suche nach neuen Leitlinien „jenseits des verschlissenen Vulgärmarxismus“ Lösungen zu bieten.


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