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Seminararbeit, 2007, 29 Seiten
Autor: Theresa Zuschnegg
Fach: Sprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend)
Details
Institution/Hochschule: Karl-Franzens-Universität Graz (Romanistik)
Tags: Stellung, Klitika, Jahrhundert, Gegenwart, Proseminar, Morphologie, Syntax, Spanischen
Jahr: 2007
Seiten: 29
Note: Sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-26531-2
ISBN (Buch): 978-3-640-26537-4
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Zusammenfassung / Abstract
In dieser Arbeit soll die Stellung der Klitika sowohl im Modernen Spanisch, als auch im Altspanisch – insbesondere der im 13. Jahrhundert – dargestellt werden. Dabei liegt aber das Hauptaugenmerk auf historischer Seite und nach ebendiesem Kriterium wurde auch das Korpus "Primera Crónica General de España" ausgewählt. Zunächst wird die Arbeit Einblicke in theoretische Aspekte, die Klitikastellung des Modernen Spanisch betreffend, geben beziehungsweise auch kurz die Herkunft der Klitika erläutern. Danach wird auf die Klitikastellung des Altspanischen eingegangen und unterschiedliche Ansätze aus der Fachliteratur werden einander gegenübergestellt; dazu wird aber auch auf die Fragestellung des Status der Klitika eingegangen und es wird versucht weitgehend selbstständig zu argumentieren. Die vorgestellten Theorien werden größtenteils im empirischen Teil hinterfragt und unter-sucht. Es ist hier noch anzumerken, dass ein besonderer Schwerpunkt auf der quantitativen Analyse der Klitikastellung liegt. Die meisten empirischen Untersuchungen werden durch Diagramme gestützt. [...]
Textauszug (computergeneriert)
lo fizo, fizo lo, fizol
Die Stellung der Klitika im 13. Jahrhundert
und der Gegenwart
vorgelegt von
Theresa ZUSCHNEGG
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
3
1. Allgemeines zu den Klitika
3
1.1. Definition von Begrifflichkeiten
3
1.2. Das Inventar der Klitika im Modernen Spanisch (MS)
4
1.3. Die Herkunft der Klitika
5
1.4. Die Stellung der Klitika im MS
5
1.5. Der Status der Klitika handelt es sich um Affixe?
6
2. Die Klitika im AS
6
2.1. Syntaktische Regelung der Klitikadistribution
6
2.2. Die pragmatische Sichtweise
6
2.3. Interpolation
10
2.4. Status der Klitika im AS
10
3. Das Korpus
11
3.1. Korpusanalyse
11
3.1.1. Die Konjunktion e als Auslöser für Rechtsstellung
10
3.1.2. Verhältnis von finiten und infiniten Verbalformen
12
3.1.3. ,,Besondere" Enklisen
14
3.1.4. Starkes Auftreten von Proklise im Brief der Dido
15
3.2. Kritik am Korpus
15
4. Bevorzugte Linksstellung im MS
15
Zusammenfassung
17
Bibliografie
18
Appendix
19
Aufschlüsselung der Ergebnisse
19
Korpus Primera Crónica General de España
20
2
Einleitung
In dieser Arbeit soll die Stellung der Klitika sowohl im Modernen Spanisch, als auch im
Altspanisch insbesondere der im 13. Jahrhundert dargestellt werden. Dabei liegt aber
das Hauptaugenmerk auf historischer Seite, und nach ebendiesem Kriterium wurde auch das
Korpus
Primera Crónica General de España
ausgewählt.
Zunächst wird die Arbeit Einblicke in theoretische Aspekte, die Klitikastellung des Modernen
Spanisch betreffend, geben bzw. auch kurz die Herkunft der Klitika erläutern.
Danach wird auf die Klitikastellung des Altspanischen eingegangen und unterschiedliche
Ansätze aus der Fachliteratur werden einander gegenübergestellt; dazu wird aber auch auf
die Fragestellung des Status der Klitika eingegangen und es wird versucht weitgehend
selbstständig zu argumentieren.
Die vorgestellten Theorien werden größtenteils im empirischen Teil hinterfragt und unter-
sucht. Es ist hier noch anzumerken, dass ein besonderer Schwerpunkt auf der quantitativen
Analyse der Klitikastellung liegt.
1. Allgemeines zu den Klitika
1.1. Definition von Begrifflichkeiten
Der Begriff
Klitikon
lässt sich vom altgriechischen
(en)klinein
, was
sich neigen
bzw.
anlehnen
bedeutet, ableiten. Die Wahl dieses Begriffs erklärt sich durch die Verbundenheit der
Klitika
zu einem anderen Wort im Modernen Spanisch das Verb. Man spricht hierbei von einer
klitischen Bindung
.
Klitika
unterscheiden sich von den
Pronomen
dahingehend, dass sie keinen Wortakzent tra-
gen; so verwendet man im Spanischen neben dem Begriff
clítico
auch
pronombre átono
oder
forma inacentuada
,
zur Bezeichnung dieselben, als synonyme Begriffe. Pronomen können in
der Syntax als Subjekt, als direktes bzw. indirektes Objekt, oder auch in Kombination mit
Präpositionen gebraucht werden. Klitische Pronomen hingegen, fungieren vorwiegend als
Objekte. In Verbindung mit Präpositionen können sie nicht gebraucht werden und als Subjekt
treten sie, bis auf das unpersönliche
se
, das dem deutschen
man
entspricht, nicht auf.
Unterschieden wird zwischen
Proklitika
und
Enklitika
; wobei sich ein
Proklitikon
stets an das
folgende Wort anlehnt, im Spanischen also links vom Verb steht und ein
Enklitikon
an das
vorangegangene Wort hinzugefügt wird, folglich die Position rechts vom Verb einnimmt. Kliti-
ka haben also, wie Pronomen, Präpositionen, Hilfsverben und Konjunktionen, eine vorwie-
gend grammatikalische Bedeutung.
3
1.2. Das Inventar der Klitika im Modernen Spanisch (MS)
Im Folgenden wird kurz auf das Inventar der klitischen Pronomen eingegangen; zur besse-
ren Veranschaulichung soll eine Tabelle dienen. Es werden die Merkmale
Reflexivität
,
Per-
son
,
Numerus
,
Kasus
,
Genus
und
Belebtheit
berücksichtigt. Unter der Kategorie
Belebtheit
versteht man die Referenz eines Klitikons auf eine Person.
Form
Reflexivität Person
Numerus
Kasus
Genus Belebtheit
se
refl
sg/pl
me
refl
1
sg
hum
te
refl
2
sg
hum
lo
sg
akk
la
sg
akk
fem
le
sg
dat
hum
nos
refl
1
pl
hum
os
refl
2
pl
hum
los
pl
akk
las
pl
akk
fem
les
pl
dat
hum
(vgl. KUCHENBRANDT 1999: 16)
Für die erste Person stehen die Formen
me
und
nos
, für die zweite
te
und
os
. Der dritten
Person entsprechen
lo, la, le
und
se
und im Plural
los, las, les
und
se
. Bei
se
handelt es sich
um die reflexive und unpersonale Form.
Die Pronomina der ersten und zweiten Person drücken den Dativ und den Akkusativ aus und
sind auch als Reflexivpronomen gebräuchlich. Außerdem referieren sie stets auf Personen,
doch ist die Referenz von der Sprecherperspektive abhängig. (Es handeln sich jedoch immer
um anwesende Personen und das Genus ist aus dem Kontext erschließbar.)
Die Pronomina der dritten Person können alle, bis auf das
se
, nicht reflexiv gebraucht wer-
den.
lo / los
und
la / las
stehen für den Akkusativ Singular und Plural, maskulin und feminin,
le / les
für den Dativ Singular und Plural. Mit den klitischen Pronomina der dritten Person ist
eine Referenz auf nicht Anwesendes möglich, so verweisen
le / les
wie etwa
me / te
eindeu-
tig auf Personen. (So kann anstatt des
lo
bei Personen auch das
le
verwendet werden.)
Das Klitikon
se
hat drei verschiedene Funktionen: Einerseits ist es das Reflexivpronomen der
dritten Person Singular und Plural, andererseits ersetzt es den Dativ
le / les
in Verbindung
mit dem Akkusativ und außerdem wird es auch noch als unpersönliches
se
gebraucht, in
dessen Fall es dem deutschen
man
entspricht.
4
1.3. Die Herkunft der Klitika
FERNANDEZ-SORIANO schreibt, dass sich die Entwicklung der spanischen Klitika recht eindeu-
tig auf ihren lateinischen Ursprung zurückführen lässt. Die erste und zweite Person stammt
von den lateinischen Personalpronomen im Akkusativ; die dritte Person hingegen lässt sich
von lateinischen Demonstrativpronomen im Akkusativ bzw. Dativ ableiten. Dies lässt sich
dadurch erklären, dass im Lateinischen keine Personalpronomen der dritten Person vorhan-
den waren. (vgl. FERNANDEZ-SORIANO 1993: 15)
Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass diese lateinischen Pronomen betont waren, aber
die Sprachwandelprodukte ihren Wortakzent verloren haben.
Person
Lateinische Herkunft
Spanisches Endprodukt
1. Person
lat. Akkusativ
Singular
me
me
1. Person
lat. Nominativ / Akkusativ
Plural
nos
nos
2. Person
lat. Akkusativ
Singular
te
te
2. Person
lat. Nominativ / Akkusativ
Plural
vos
os
3. Person
lat. Dativ
Singular
illi
le
lat. Akkusativ
illum / illud; illam
lo; la
3. Person
lat. Dativ
Plural
illis
les
lat. Akkusativ
illos; illas
los; las
1.4. Die Stellung der Klitika im MS
(vgl. RAE 1974: 421ff)
Es wird im folgenden Teil überblicksmäßig die Stellung der Klitika im Gegenwartsspanisch
dargestellt:
Generell gilt die Regel Proklise bei finiten Verben (1) und Enklise bei infiniten Verben (2).
Wenn aber die Infinitiv- bzw. Gerundiumsform einem finiten Verb untergeordnet ist, können
sich die enklitischen Pronomen von ihnen trennen und eine Linksposition einnehmen (3).
(1)
Te
lo
pregunto.
(2) Voy a preguntár
telo
.
(3)
Te
lo
voy a preguntar
5
Bei positiven Befehlsformen wird das Klitikon dem Verb enklitisch hinzugefügt (4), bei nega-
tiven proklitisch (5).
(4) Ayúda
me
!
(5) ¡Que no
me
ayudes!
Außerdem ist auch die Zahl der Klitika, die dem Verb ,,angelehnt" werden können, streng
geregelt. So sind es laut RAE zwei, oder sogar drei; Genau beachtet werden muss aber,
dass entweder alle unbetonten Pronomen proklitisch oder enklitisch zum Verb stehen. Tref-
fen nun mehrere Klitika aufeinander gibt es eine Art ,,Rangordnung": So wird
se
den anderen
ausnahmslos vorangestellt, die zweite Person steht immer vor der ersten (6) und die dritte
Person ist stets der ersten und zweiten nachgestellt (7).
(6)
Te
me
proponían para la oficina.
(7)
Me
lo
regalaron.
1.5. Der Status der Klitika handelt es sich um Affixe?
Dieser Abschnitt bezieht sich hauptsächlich auf das MS, die Fragestellung in Bezug auf das
AS, insbesondere des Spanisch im 13. Jahrhunderts wird gesondert in einem späteren Kapi-
tel behandelt.
Wo sind nun die Klitika einzuordnen? Tragen sie bloß Affixcharakter wie etwa die Tempus-,
Modus-, Person- und Numerusaffixe, oder weisen sie über sich hinaus und beinhalten doch
gewisse semantische Inhalte?
Einerseits vertritt man in der Fachliteratur (vgl. FERNANDEZ-SORIANO 1993: 22f) die Ansicht,
dass es sich bei den Klitika eindeutig um Affixe handeln muss, aber andererseits lassen sich
dennoch Beispiele finden, die dieser Sichtweise vieles an ihrer Eindeutigkeit nehmen.
Wie bereits erwähnt tragen die
pronombre átonos
bzw.
pronombres inacentuados
keinen
Wortakzent und sind somit, im MS, gebunden an das Verb. Die Klitika können folglich im
Satz weder isoliert stehen, noch Antwort auf eine Frage sein (8).
(8) a. ¿Quieres vino o cerveza? Vino.
b. ¿
Lo
quieres o
la
quieres? *
lo
.
Ein weiteres Argument die unbetonten Pronomen als Affixe einzustufen, ist etwa auch ihre
Unfähigkeit zu koordinieren (9).
6
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