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Autoritäre und faschistische Systeme im Vergleich

Scholary Paper (Seminar), 1996, 16 Pages
Author: Mag. Karin Stepanek
Subject: Politics - Political Systems - General

Details

Event: Vergleichende Politikwissenschaft
Institution/College: University of Vienna (Poltitkwissenschaft)
Tags: Faschismus, Wirtschaftssystem, Italien, Österreich
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1996
Pages: 16
Grade: Gut
Bibliography: ~ 2  Entries
Language: German
Archive No.: V12269
ISBN (E-book): 978-3-638-18196-9
ISBN (Book): 978-3-638-75770-6
File size: 100 KB
Notes :



Abstract

Sowohl in Österreich als auch in Italien bestand ein großer Zusammenhang zwischen Weltwirtschaftskrise und Krise der parlamentarischen Demokratien. Diese Krisen waren die Voraussetzungen für das erfolgreiche Entstehen der verschiedenen Faschismen. Hier wird versucht, spezifische Punkte für die beiden Länder herauszuarbeiten und diese dann vergleichbar darstellen. Dabei sollen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten ablesbar sein. Wichtige Punkte sind zum Beispiel, wie sich die Wirtschaftspolitik im Gegensatz zu früher entwickelt hat, in wie weit die Wirtschaft durch den Faschismus gelenkt und beeinflusst wurde und ob es einen Aufschwung oder Abschwung gegeben hat. Es soll vor allem auf die Gebiete Wirtschaft, Investitionspolitik, Budget, Deflationsdiktatur, Industrie und Landwirtschaft eingehen. Meiner Meinung nach sind dies die wichtigsten und am besten vergleichbaren Komponenten, die dann Schlüsse auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zulassen. Es folgen zuerst immer eine Beschreibung der österreichischen Situation zu den einzelnen Punkten und danach vergleichsweise die italienische Situation.


Excerpt (computer-generated)

Autoritäre und faschistische Systeme im Vergleich

Karin Stepanek

 

Wirtschaftspolitik Österreich/Italien zur Zeit des Faschismus:

Sowohl in Österreich als auch in Italien bestand ein großer Zusammenhang zwischen Weltwirtschaftskrise und Krise der parlamentarischen Demokratien. Diese Krisen waren die Voraussetzungen für das erfolgreiche Entstehen der verschiedenen Faschismen. Ich will nun versuchen spezifische Punkte für die beiden Länder herauszuarbeiten und diese dann vergleichbar darstellen. Dabei sollen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten ablesbar sein. Wichtige Punkte sind für mich zum Beispiel, wie sich die Wirtschaftspolitik im Gegensatz zu früher entwickelt hat, in wie weit die Wirtschaft durch den Faschismus gelenkt und beeinflusst wurde und ob es einen Aufschwung oder Abschwung gegeben hat. Ich will bei meiner Arbeit vor allem auf die Gebiete Wirtschaft, Investitionspolitik, Budget, Deflationsdiktatur, Industrie und Landwirtschaft eingehen. Meiner Meinung nach sind dies die wichtigsten und am besten vergleichbaren Komponenten, die dann Schlüsse auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zulassen. Es folgen zuerst immer eine Beschreibung der österreichischen Situation zu den einzelnen Punkten und danach vergleichsweise die italienische Situation.

Wirtschaft:

In Österreich wurden ab 1933 Maßnahmen zur Krisenbekämpfung gesetzt. Diese Maßnahmen setzten sich aus politischen und wirtschaftlichen Programmen zusammen, die man versuchte zu kombinieren. Dieses Programm diente dazu festzustellen, für welche unter den zur Verfügung stehenden Alternativen das autoritäre Regime operiert hat und welcher Wirtschaftskurs bestritten wurde1 .

In Italien bildeten sie Jahre 1922-1925 die Phase sukzessiver Machtergreifung. Es folgte der Aufbau des faschistischen Regimes, weitgehende Regulierung von Arbeit und Kapital und die Reglementierung des öffentlichen politischen Lebens.

Darauf basierend erfolgte ein Kursumschwung in der Währungs- und Außenwirtschaftspolitik. Die Hauptlinien waren die Stabilisierung der Währung und die Liraaufwertung, Lohn- und Gehaltskürzungen, Kartellierungs- und Rationalisierungsvorgänge und eine systematische Interventionspolitik des Staates2 .

Geleitet von diesem Druck erzwang die österreichische Industrie ihre Krisenstrategie, die ökonomische und politische Elemente kombinierte. Der zentrale Gesichtspunkt des wirtschaftlichen Teils bestand in der Forderung zur Wiedergewinnung der Konkurrenzfähigkeit am internationalen Markt und Maßnahmen zur Exportförderung. Die Industrie präsentierte sich als Anhängerin einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik. Neben einer Senkung der Löhne forderte die Industrie die Entlastung von staatlichen Steuern und Abgaben, den Abbau der öffentlichen Ausgaben und eine Reform der Sozialversicherung, um den Anspruchsberechtigtenkreis an der Arbeitslosenversicherung herabzusetzen. Außerdem wurde eine Veränderung der Handelspolitik zugunsten der industriellen Produktion gefordert.

 

[....]


1  siehe Mattl Siegfried, Wien, 1984, S. 133 und 134
2  vgl. Rafalski Traute, Opladen 1984, S. 31


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