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Analyse und Interpretation von Vergil, Ekloge IV, Verse 1-10 close

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Analyse und Interpretation von Vergil, Ekloge IV, Verse 1-10

Scholary Paper (Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Julia Hohm
Subject: Latin

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V122799
ISBN (E-book): 978-3-640-27697-4

Notes :
Im ganzen eine probate Leistung, die den Anforderungen vollauf genügt.


Abstract

Die Analyse der Lexik, Grammatik und Metrik der Verse 1-10 soll im folgenden Teil der Hausarbeit im Vordergrund stehen. So kann ein gewisses Vorwissen für die später folgende Interpretation geschaffen werden. Zusätzlich wird auch auf zwei textkritische Anmerkungen zum zugrunde liegenden Textausschnitt eingegangen.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Lehrstuhl für Klassische Philologie (Latein)

Proseminar: Vergil, Eklogen

Wintersemester 2005/2006

Analyse und Interpretation von Vergil, Ekloge IV, Verse 1-10

(eingereicht am 04.01.2006)















Julia Ebert

LAG Germanistik, Latein

2./1. Semester


Inhaltsverzeichnis

1. Text und Übersetzung 4

2. Analyse von Ekloge IV, Verse 1-10 5

2.1. Lexikalische Erschließung 5

2.2. Grammatische Erschließung 8

2.3. Metrische Erschließung 12

2.4. Textkritik 13

3. Interpretation 15

3.1. Sacherklärungen 15

3.2. Politischer Hintergrund 17

3.3. Interpretation der Verse 1-10 17

4. Literaturverzeichnis 24

3


1. Text und Übersetzung

Vergil: Ekloge IV, Verse 1-10

1 Sicelides Musae, paulo maiora canamus!

2 non omnis arbusta iuvant humilesque myricae;

3 si canimus silvas, silvae sint consule dignae.

4 ultima Cumaei venit iam carminis aetas;

5 magnus ab integro saeclorum nascitur ordo.

6 iam redit et Virgo, redeunt Saturnia regna,

7 iam nova progenies caelo demittitur alto.

8 tu modo nascenti puero, quo ferrea primum

9 desinet ac toto surget gens aurea mundo,

10 casta fave Lucina: tuus iam regnat Apollo.

Übersetzungsvorschlag:

Ihr Musen Siziliens, lasst uns etwas Erhabeneres singen!

Nicht jeder hat Freude an Sträuchern und niedrig wachsenden Tamarisken;

wenn wir die Wälder besingen, dann sollen die Wälder eines Konsuls würdig

sein.

Schon ist das letzte Zeitalter der kumäischen Weissagung gekommen:

eine lange Folge von Zeitaltern beginnt von neuem.

Schon kommt auch Asträa zurück, das Goldene Zeitalter kehrt wieder,

schon wird ein neues Geschlecht vom erhabenen Himmel herabgesandt.

Sei du jetzt dem Jungen, der geboren wird,

mit dem zunächst das eiserne Geschlecht aufhören und gleichzeitig das

goldenen auf dem ganzen Erdkreis sich erheben wird,

reine Lucina, gewogen: schon herrscht dein Apollo.

4


2. Analyse von Ekloge IV, Verse 1-10

Die Analyse der Lexik, Grammatik und Metrik der Verse 1-10 soll im

folgenden Teil der Hausarbeit im Vordergrund stehen. So kann ein gewisses

Vorwissen für die später folgende Interpretation geschaffen werden.

Zusätzlich wird auch auf zwei textkritische Anmerkungen zum zugrunde

liegenden Textausschnitt eingegangen.

2.1. Lexikalische Erschließung

Im Folgenden sollen ausgewählte Vokabeln, geordnet nach ihrem

Vorkommen im Text, lexikalisch analysiert werden. Es wird dabei für jedes

Wort erarbeitet, welche verschiedenen Nuancen es hat und welche dieser

Bedeutungen genau in diesem Text die passende ist.

si

ist eine Konjunktion, die einen Konditionalsatz einleitet. Sie zeigt eine

Bedingung an, durch deren Beseitigung, Aufstellen oder Erfüllung etwas

gemacht oder erreicht werden kann oder nicht kann. Unter den Komposita

dieser Konjunktion müssen außerdem

etiamsi

,

etsi

und

tametsi

aufgeführt

werden.1

carminis

ist der Genitiv Singular zum Substantiv

carmen

,

-minis

, dessen

grammatisches Geschlecht das Neutrum ist. Es scheint dem Autor des

Thesaurus-Artikels von

canere

zu kommen, auch wenn laut seiner Aussage

viele daran zweifeln könnten. Man unterscheidet zwischen

carmina

, die

durch die menschliche Stimme, durch Musikinstrumente (die alleine spielen

oder mit der menschlichen Stimme begleitet werden) oder durch Vögel und

Unbeseelte hervorgebracht werden. Im vorliegenden Text ist ein durch die

menschliche Stimme erzeugtes

carmen

gemeint. In diesem Bedeutungsfeld

können verschiedene Arten des

carmen

angeführt werden, wo schließlich

1 vgl. Forcellini, A. et al.: Lexicon totius latinitatis. Vol. 4. Prato 1872 (ND Padua 1940). S.

488f..

5


unter der speziellen Bedeutung ,,Weissagung, Orakel" Vers 4 der 4. Ekloge

als Belegstelle angeführt ist.2

a/ab/abs

ist eine Präposition und entspricht dem griechischen apó.

A

steht

vor Konsonanten außer h,

ab

vor Vokalen und h und

abs

bei bestimmten

Wendungen. Diese Präposition kann lokal oder temporal verwendet werden

oder eine Reihenfolge oder einen Ursprung bezüglich des Urhebers

angeben. Im zugrunde liegenden Vers ist sie im lokalen Sinne gebraucht und

zeigt den Anfang einer Bewegung an, von welchem Ort oder welcher Person

her sie entsteht oder aus welcher Gegend etwas kommt. Sie steht hier bei

einem Verb des Gehens, Kommens, Aufbrechens, usw. von Personen. Der

Präpositionalausdruck

ab integro

entspricht einer bestimmten Formulierung

aus dem Bereich der Philosophie und wird im Rahmen des vorliegenden

Verses auch als Belegstelle im Thesaurus angeführt.3

et

wird in Vers 6 nicht als kopulative Konjunktion in der Bedeutung ,,und",

sondern als additives Adverb in derselben Bedeutung wie

etiam

oder

quoque

, also in der Bedeutung ,,auch" verwendet. Im Thesaurus wird der

behandelte Vers unter einigen wenigen ausgewählten Beispielen angeführt,

die dem späteren und vorherrschenden Gebrauch des Adverbs

et

entsprechen und bei denen es zusammen mit einem Substantiv steht.4

virgo, -inis f.

wird verwendet zur Bezeichnung einer Frau im heiratsfähigen

Alter, einer im sexuellen Sinne Jungfrau, des Sternbildes und

Tierkreiszeichens der Jungfrau oder eines der Aquädukte Roms, das für sein

kühles Wasser bekannt ist. Im vorliegenden Vers ist

Virgo

als Eigenname

gebraucht, was schon an der Großschreibung erkannt werden kann, und

bezeichnet das Sternbild der Jungfrau.5

demittitur

kommt von

demitto

,

demisi

,

demissum

,

demittere

und setzt sich

also zusammen aus

de

und

mittere

. Es hat zunächst einmal die Bedeutung

2 vgl. Thesaurus linguae Latinae (ThlL). Ed. iussu et auctoritate consilii ab academicis

societatibusque diversarum nationum electi. Volumen III. Leipzig 1956-1979. c. 463-474

(Belegstelle: c. 464, l. 13).

3 vgl. ThlL I. c 1-41 (Belegstelle: c. 16, l. 31).

4 vgl. ThlL V,2. c. 869-916 (Belegstelle: c. 907, l. 74).

5 vgl. Oxford Latin Dictionary (OLD) IV-VI. Oxford 1968-1975. p. 2071.

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