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Diploma Thesis, 2006, 168 Pages
Author: Dipl.-Kffr. Bettina Holtz
Subject: Tourism
Details
Tags: Best Ager, Silver Ager, Generation 50+, Alternde Gesellschaft, Tourismusmarketing, Seniorentourismus
Year: 2006
Pages: 168
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 121 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-27701-8
ISBN (Book): 978-3-640-28324-8
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Abstract
Im Zusammenhang mit der fortschreitenden Freizeitorientierung und hohen Nachfrage nach touristischen Leistungen herrscht seit Jahren ein starker Wettbewerb im Tourismusmarkt. Es sind stagnierende und teilweise auch rückläufige Tendenzen in einigen deutschen Tourismusgebieten zu verzeichnen. Dies ist neben der Sättigung des Marktes auf weitgehend austauschbare und undifferenzierte Reiseangebote zurückzuführen. Vor dem Hintergrund gestiegener Anspruchniveaus deutscher Touristen und zunehmend heterogener Urlaubswünsche stellt die differenzierte und zielgruppenspezifische Ausrichtung des touristischen Marketings eine Möglichkeit der wettbewerbsorientierten Profilierung touristischer Anbieter dar. Zudem wird mit Blick auf die demographische Entwicklung in Deutschland nicht nur eine schrumpfende sondern auch eine alternde Bevölkerung erkennbar. Zukünftiges Wachstum ist nur noch in der Bevölkerung über 50 Jahre zu erwarten. Für touristische Leistungsanbieter sowie Destinationen bietet sich hier ein wichtiger Wachstumsmarkt. In diesem Zusammenhang erscheint in jüngster Zeit mehrfach der Marketingbegriff "Best Ager", der ein potenzielles Nachfragesegment innerhalb dieses Wachstumsmarktes zu umschreiben versucht. Eine nur geringe Zahl unterschiedlicher Definitionsansätzen lässt jedoch erkennen, dass hier noch eine wenig erschlossene Zielgruppe existiert. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Nachfragesegment "Best Ager" in Deutschland mit Hilfe der Methoden der Marketinglehre vom Gesamtmarkt der über 50-Jährigen abzugrenzen und unter soziodemographischen, psychographischen und verhaltensorientierten Aspekten zu untersuchen. Im Besonderen werden Merkmale zum Reiseverhalten herausgearbeitet. Darüber hinaus werden die gewonnen Erkenntnisse genutzt, um eine touristische Marketing-Konzeption zu entwickeln, welche auf die gezielte Bearbeitung des "Best Ager"-Segmentes ausgerichtet ist. Mit der Arbeit werden Ansatzpunkte für eine segmentspezifische Marktbearbeitung geliefert, um frühzeitig Präferenzen bei den Nachfragern des "Best Ager"-Segmentes aufbauen und Wettbewerbsvorteile erringen zu können.
Excerpt (computer-generated)
Diplomarbeit
zum Thema
,,Best Ager" im Tourismus
Merkmale und Marketing
Eingereicht an der:
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
der Universität Rostock
Vorgelegt von:
Bettina Holtz
Diplomstudiengang: Betriebswirtschaftslehre
Bearbeitungszeitraum: Sechs
Monate
Lehrstuhl:
ABWL Verkehrswirtschaft
Rostock, 19. Oktober 2006
Inhaltsverzeichnis
I
Inhaltsverzeichnis
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS VI
1
ZIELSTELLUNG UND BEARBEITUNGSMETHODIK 1
2
MARKTSEGMENTIERUNG ALS ELEMENT DES TOURISMUSMARKETINGS 4
2.1
TOURISMUSMARKETING 4
2.1.1
Begriffsherleitung, Einordnung und Besonderheiten 4
2.1.2
Konzeptionelle Elemente 9
2.2
MARKTSEGMENTIERUNG 20
2.2.1
Grundlagen 20
2.2.2
Segmentierungskriterien 24
2.2.3
Alter als Segmentierungskriterium 27
2.2.4
Segmentspezifische Marktbearbeitung 30
2.3
TOURISTENTYPOLOGISIERUNG ALS SEGMENTIERUNGSANSATZ 37
2.3.1
Definition und Formen von Touristentypologien 37
2.3.2
Konstruktion von Touristentypologien 39
2.4
ZUSAMMENFASSUNG 41
3
NACHFRAGESEGMENT ,,BEST AGER" IN DEUTSCHLAND 42
3.1
METHODE UND KRITERIEN DER ANALYSE 42
3.2
ABGRENZUNG SENIORENMARKT 43
3.3
BEGRIFF ,,BEST AGER" 45
3.4
DEMOGRAPHISCHE BEDEUTUNG DER ,,BEST AGER" 48
3.5
SOZIODEMOGRAPHISCHE MERKMALE 52
3.5.1
Haushaltsgröße 52
3.5.2
Bildung 53
3.5.3
Erwerbsstatus 55
3.5.4
Finanzielle Situation 56
3.5.5
Gesundheitszustand 58
3.6
PSYCHOGRAPHISCHE MERKMALE 60
3.7
VERHALTENSBESTIMMTE MERKMALE 61
3.7.1
Konsumverhalten 62
Inhaltsverzeichnis
II
3.7.2
Kaufverhalten 63
3.7.3
Mediennutzung 64
3.8
MERKMALE DES REISEVERHALTENS 65
3.8.1
Vorüberlegungen 65
3.8.2
Reiseintensität, -dauer und -begleitung 68
3.8.3
Reiseziele 69
3.8.4
Organisationsformen und Beherbergungsarten 71
3.8.5
Reiseausgaben 72
3.8.6
Reisemotive und Reisearten 73
3.9
TYPOLOGIEN DES ,,BEST AGER"-SEGMENTES 76
3.10
ZUSAMMENFASSUNG 79
4
GÄSTESEGMENT ,,BEST AGER" DER DESTINATION MECKLENBURG-
VORPOMMERN 82
4.1
KURZCHARAKTERISTIK DER DESTINATION MECKLENBURG-VORPOMMERN 82
4.1.1
Nachfragesituation 82
4.1.2
Angebotssituation 84
4.1.3
Schwerpunkte des Destinationsmarketings 85
4.2
GÄSTESEGMENT ,,BEST AGER" 87
4.2.1
Methode und Kriterien der Analyse 87
4.2.2
Segmentabgrenzung 89
4.2.3
Soziodemographische Merkmale 89
4.2.4
Merkmale des Reiseverhaltens 91
4.2.5
Ansatz einer Typologisierung des ,,Best Ager"-Gästesegmentes 100
4.3
ZUSAMMENFASSUNG 104
5
,,BEST AGER"-MARKETING-KONZEPTION FÜR DIE DESTINATION
MECKLENBURG-VORPOMMERN 106
5.1
METHODIK DER KONZEPTIONSERSTELLUNG 106
5.2
VERGLEICHENDE WERTUNG VON BUNDES- UND DESTINATIONSEBENE 107
5.3
VORSCHLAG UND BEGRÜNDUNG DER ,,BEST AGER"-MARKETING-KONZEPTION 116
5.3.1
Marketingziele 116
5.3.2
Marketingstrategien 119
5.3.3
Marketinginstrumente 121
5.4
ZUSAMMENFASSENDES MODELL DER ,,BEST AGER"-MARKETING-KONZEPTION 131
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 133
ANHANGSVERZEICHNIS 144
Abkürzungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis
ABL
alte Bundesländer
ADFC
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.
AWA
Allensbacher Werbeträgeranalyse
AIDA Attention-Interest-Desire-Action
BAGSO Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen
BAT
British American Tobacco GmbH
BMFSFJ
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
C-B-R Ausstellung
Caravan-Boot-Internationaler Reisemarkt
DEHOGA Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
DTV
Deutscher Tourismusverband e.V.
dwif Deutsches
Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e. V.
DZA
Deutsches Zentrum für Altersfragen
ETI
Europäisches Tourismus Institut
Euro
EVS
Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
FALL
Forschungsgruppe Altern und Lebenslauf
FeWo Ferienwohnung
F.U.R
Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen
GeroStat Gerontologische Statistikdatenbank des DZA
GfK
Gesellschaft für Konsumforschung
G+J
Gruner + Jahr Verlag
infas
Institut für angewandte Sozialwissenschaft
JH Jugendherberge
Abkürzungsverzeichnis IV
MA
Media-Analyse der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse
MQM Maritimes
Qualitätsmanagement
M-V Mecklenburg-Vorpommern
MV Mecklenburg-Vorpommern
µ Mittelwert
NBL neue
Bundesländer
ÖPNV Öffentlicher
Personennahverkehr
OSV
Ostdeutscher Sparkassenverband
o. V.
ohne Verfasser
QMJ
Qualitätsmanagement für Jugendreisen
RA
Reiseanalyse
SPSS
Statistical Product and Service Solutions
StaBuA Statistisches
Bundesamt
TMV Tourismusverband
Mecklenburg-Vorpommern e. V.
TNS
TNS Emnid Medien- und Sozialforschung GmbH
TQM
Total Quality Management
TUI
TUI Deutschland GmbH
USP
Unique Selling Proposition
VA
Verbraucheranalyse der Bauer Verlagsgruppe und Axel Springer Verlag AG
WTO
World Tourism Organization
Abbildungsverzeichnis
V
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1:
STRUKTURELLER AUFBAU DER ARBEIT 3
ABBILDUNG 2:
EBENEN DER MARKETINGKONZEPTION 10
ABBILDUNG 3:
ZIELSYSTEM EINES UNTERNEHMENS 13
ABBILDUNG 4:
DIMENSIONEN DER STRATEGIESYSTEMATIK NACH BECKER 15
ABBILDUNG 5:
ERWEITERTER MARKETING-MIX IM DIENSTLEISTUNGSBEREICH 19
ABBILDUNG 6:
STUFEN DER MARKTSEGMENTIERUNG 21
ABBILDUNG 7:
ZIELGRUPPENDEFINITION NACH DEM LEBENSPHASENMODELL 28
ABBILDUNG 8:
ÜBERBLICK DER INSTRUMENTE DER MARKETING-MIX-BEREICHE 30
ABBILDUNG 9:
TOURISTENTYPOLOGIEN 38
ABBILDUNG 10:
ANALYSEKRITERIEN 42
ABBILDUNG 11:
ALTERSPYRAMIDEN DER BEVÖLKERUNG DEUTSCHLANDS 50
ABBILDUNG 12:
WACHSTUM DER ALTERSGRUPPEN BIS ZUM JAHR 2050 51
ABBILDUNG 13:
SCHUL- UND BILDUNGSABSCHLÜSSE DER ,,BEST AGER" STAND 2004 54
ABBILDUNG 14:
TNS INFRATEST-TYPOLOGIE DER ÜBER 50-JÄHRIGEN IN DEUTSCHLAND 77
ABBILDUNG 15:
AUSZUG DER TYPOLOGIE DES RHEINGOLD-INSTITUTS DER ÜBER 50 JÄHRIGEN 78
ABBILDUNG 16:
TYPOLOGIE DER ÜBER 50-JÄHRIGEN BEFRAGTEN DER REISEANALYSE 2006 79
ABBILDUNG 17:
GANZHEITLICHES PROFIL DES NACHFRAGESEGMENTES ,,BEST AGER" 81
ABBILDUNG 18:
REISEREGIONEN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN 82
ABBILDUNG 19:
KAPAZITÄTSAUSLASTUNG IN BEHERBERGUNGSSTÄTTEN IN M-V 2005 84
ABBILDUNG 20:
DACHMARKE MECKLENBURG-VORPOMMERN 86
ABBILDUNG 21:
PRODUKTPORTFOLIO DES TOURISMUS DER DESTINATION M-V 87
ABBILDUNG 22:
ANALYSEKRITERIEN 88
ABBILDUNG 23:
MOTIVPROFIL DER ,,BEST AGER" 99
ABBILDUNG 24:
CLUSTERBILDENDE REISEMOTIVE 101
ABBILDUNG 25:
HOMOGENE UND HETEROGENE MOTIVKOMPLEXE 102
ABBILDUNG 26:
ERGEBNIS DER CLUSTERANALYSE DES ,,BEST AGER"-GÄSTESEGMENTES 103
ABBILDUNG 27:
PROFIL DES GÄSTESEGMENTES ,,BEST AGER" 105
ABBILDUNG 28:
ZIELSEGMENT ,,BEST AGER" 115
ABBILDUNG 29:
BEISPIELE FÜR ERGÄNZUNGSBAUSTEINE 124
ABBILDUNG 30:
ELEMENTE DER ,,BEST AGER"-MARKETING-KONZEPTION IM ÜBERBLICK 132
Tabellenverzeichnis
VI
Tabellenverzeichnis
TABELLE 1:
ERWERBSSTATUS VON 2004 DER ,,BEST AGER" IN ALTERSGRUPPEN 55
TABELLE 2:
REISEINTENSITÄT, REISEBEGLEITUNG ,,BEST AGER" IM VERGLEICH ZU 50+-
JÄHRIGEN UND GESAMTBEVÖLKERUNG 2005 69
TABELLE 3:
REISEZIELE ,,BEST AGER" IM VERGLEICH ZU 50+-JÄHRIGEN UND
GESAMTBEVÖLKERUNG 2005 70
TABELLE 4:
BEHERBERGUNGSART ,,BEST AGER" IM VERGLEICH ZU 50+-JÄHRIGEN UND
GESAMTBEVÖLKERUNG 2005 72
TABELLE 5:
REISEMOTIVE ,,BEST AGER" IM VERGLEICH ZU 50+-JÄHRIGEN UND
GESAMTBEVÖLKERUNG 2005 75
TABELLE 6:
GÄSTEANKÜNFTE UND ÜBERNACHTUNGEN IN BEHERBERGUNGSBETRIEBEN IN M-V
2005 83
TABELLE 7:
ANTEILE ALTERSGRUPPEN (,,BEST AGER", ÜBER 64-JÄHRIGE) UND GESAMTHEIT DER
GÄSTE NACH HERKUNFT IM SOMMER 2003 90
TABELLE 8:
ANTEILE ALTERSGRUPPEN (,,BEST AGER", ÜBER 64-JÄHRIGE) UND GESAMTHEIT DER
GÄSTE NACH HAUSHALTSNETTOEINKOMMEN IM SOMMER 2003 91
TABELLE 9:
ANTEILE ALTERSGRUPPEN (,,BEST AGER", ÜBER 64-JÄHRIGE) UND GESAMTHEIT DER
GÄSTE NACH REISEGRUND IM SOMMER 2003 92
TABELLE 10:
ANTEILE ALTERSGRUPPEN (,,BEST AGER", ÜBER 64-JÄHRIGE) UND GESAMTHEIT DER
GÄSTE NACH AUFENTHALTSDAUER IM SOMMER 2003 92
TABELLE 11:
ANTEILE ALTERSGRUPPEN (,,BEST AGER", ÜBER 64-JÄHRIGE) UND GESAMTHEIT DER
GÄSTE NACH BEHERBERGUNGSARTEN IM SOMMER 2003 93
TABELLE 12:
ANTEILE ALTERSGRUPPEN (,,BEST AGER", ÜBER 64-JÄHRIGE) UND GESAMTHEIT DER
GÄSTE NACH REISEAUSGABEN IM SOMMER 2003 94
TABELLE 13:
ANTEILE ALTERSGRUPPEN (,,BEST AGER", ÜBER 64-JÄHRIGE) UND GESAMTHEIT DER
GÄSTE NACH REISEORGANISATION, BUCHUNGSKANAL UND BUCHUNGSMEDIUM IM
SOMMER 2003 95
TABELLE 14:
ANTEILE ALTERSGRUPPEN (,,BEST AGER", ÜBER 64-JÄHRIGE) UND GESAMTHEIT DER
GÄSTE NACH REISEANREGUNG IM SOMMER 2003 96
TABELLE 15:
WICHTIGKEITEN DER REISEMOTIVE UND ZUFRIEDENHEITEN DER ,,BEST AGER" 97
TABELLE 16:
VERGLEICH ,,BEST AGER" 110
1 Zielstellung und Bearbeitungsmethodik
1
1 Zielstellung und Bearbeitungsmethodik
Im Zusammenhang mit der fortschreitenden Freizeitorientierung und hohen Nachfrage
nach touristischen Leistungen herrscht seit Jahren ein starker Wettbewerb im Touris-
musmarkt. Es sind stagnierende und teilweise auch rückläufige Tendenzen in einigen
deutschen Tourismusgebieten zu verzeichnen. Dies ist neben der Sättigung des Marktes
auf weitgehend austauschbare und undifferenzierte Reiseangebote zurückzuführen. Vor
dem Hintergrund gestiegener Anspruchniveaus deutscher Touristen und zunehmend
heterogener Urlaubswünsche stellt die differenzierte und zielgruppenspezifische Aus-
richtung des touristischen Marketings eine Möglichkeit der wettbewerbsorientierten
Profilierung touristischer Anbieter dar.
Zudem wird mit Blick auf die demographische Entwicklung in Deutschland nicht nur
eine schrumpfende sondern auch eine alternde Bevölkerung erkennbar. Zukünftiges
Wachstum ist nur noch in der Bevölkerung über 50 Jahre zu erwarten.1 Für touristische
Leistungsanbieter sowie Destinationen bietet sich hier ein wichtiger Wachstumsmarkt.
In diesem Zusammenhang erscheint in jüngster Zeit mehrfach der Marketingbegriff
,,Best Ager", der ein potenzielles Nachfragesegment innerhalb dieses Wachstumsmark-
tes zu umschreiben versucht. Eine nur geringe Zahl unterschiedlicher Definitionsansät-
zen lässt jedoch erkennen, dass hier noch eine wenig erschlossene Zielgruppe existiert.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Nachfragesegment ,,Best Ager" in Deutschland
mit Hilfe der Methoden der Marketinglehre vom Gesamtmarkt der über 50-Jährigen
abzugrenzen und unter soziodemographischen, psychographischen und verhaltensorien-
tierten Aspekten zu untersuchen. Im Besonderen werden Merkmale zum Reiseverhalten
herausgearbeitet. Darüber hinaus werden die gewonnen Erkenntnisse genutzt, um eine
touristische Marketing-Konzeption zu entwickeln, welche auf die gezielte Bearbeitung
des ,,Best Ager"-Segmentes ausgerichtet ist. Mit der Arbeit werden Ansatzpunkte für
eine segmentspezifische Marktbearbeitung geliefert, um frühzeitig Präferenzen bei den
Nachfragern des ,,Best Ager"-Segmentes aufbauen und Wettbewerbsvorteile erringen
zu können.
1 Vgl. Kreilkamp, E. (2005): Reiseverhalten im Wandel: Herausforderungen für Mecklenburg-
Vorpommern, S. 15.
1 Zielstellung und Bearbeitungsmethodik
2
Aus der Zielstellung der Arbeit ergibt sich eine konzentrierte Betrachtung der Nachfra-
geseite des Marktes. Auf eine Untersuchung der Angebotsseite wird aufgrund des be-
grenzten Umfanges der Arbeit verzichtet.
Für die Bearbeitung der Zielstellung werden zunächst auf Basis theoretischer Grundla-
gen zum Tourismusmarketing die Elemente einer Marketingkonzeption vorgestellt. Um
das methodische Fundament für ein differenziertes und zielgruppenorientiertes touristi-
sches Marketing zu legen, folgen theoretische Grundlagen zur Marktsegmentierung. Im
Vordergrund stehen die Segmentierungskriterien sowie die Relevanz einer Segmentie-
rung nach dem Alter. Theoretische Gestaltungsmöglichkeiten für eine segmentspezifi-
sche Bearbeitung mittels der Instrumente des Marketing-Mix erfolgen im Anschluss.
Mit der Vorstellung der Touristentypologisierung als mehrdimensionaler Segmentie-
rungsansatz endet der theoretische Grundlagenteil der Arbeit.
Im dritten Teil der Arbeit wird der Begriff ,,Best Ager" methodisch sowie inhaltlich
definiert und als Teilsegment des Seniorenmarktes eingeordnet. Mit dem Ziel der Ge-
winnung ganzheitlicher und marketingrelevanter Merkmale folgt eine Analyse des
Nachfragesegmentes ,,Best Ager" auf Bundesebene mittels soziodemographischer, psy-
chographischer und verhaltensorientierter Analysekriterien sowie Merkmalen des Rei-
severhaltens. Um aktuelle Aussagen treffen zu können, werden unter anderem für diese
Untersuchung angeforderte Daten vom Statistischen Bundesamt und Sondertabellen der
Reiseanalyse 2006 ausgewertet. Eine Literaturrecherche in Fachzeitschriften sowie
Fachbüchern zu gegenwärtigen Typologisierungen innerhalb des ,,Best
Ager"-
Segmentes erfolgt im Anschluss. Ziel ist, Ansatzpunkte für eine auf ,,Best Ager"-Typen
orientierte Ausrichtung der Marktbearbeitung zu erlangen sowie Aussagen zum Grad
der internen Homogenität des ,,Best Ager"-Segmentes zu erhalten.
Im Hinblick auf eine zu erstellende Marketing-Konzeption für die Tourismusdestination
Mecklenburg-Vorpommern erfolgt im vierten Teil der vorliegenden Arbeit eine Kurz-
charakteristik der Destination. Dargestellt werden die gegenwärtige Angebots- und
Nachfragesituation sowie in Anlehnung an die Landestourismuskonzeption grundlegen-
de Schwerpunkte des Destinationsmarketings auf Landesebene. Es folgt eine Untersu-
chung der ,,Best Ager"-Gäste der Destination Mecklenburg-Vorpommern auf Basis vor-
liegender Daten der Gästebefragung vom Jahr 2003. Dabei wird auf die im Teil drei
aufgestellten Kriterien zurückgegriffen. Um weitere Hinweise aus einer Typologisie-
1 Zielstellung und Bearbeitungsmethodik
3
rung des Segmentes zu gewinnen, wird auf Basis der Daten der Gästebefragung der An-
satz einer Clusteranalyse unternommen. Eine weiterführende Ausrichtung auf Basis der
gebildeten Typologie hinsichtlich einer typenorientierten Marktbearbeitung wird ge-
prüft.
Im fünften und abschließenden Teil der Arbeit erfolgt eine vergleichende Wertung der
Merkmale des ,,Best Ager"-Segmentes von Bundes- und Destinationsebene. Es ist zu
erwarten, dass die Ergebnisse der Bundesebene denen der Gästebefragung entsprechen.
Eine mögliche Gleichsetzung bzw. Zusammenführung der Merkmale des bundesweiten
Segmentes mit dem destinationsspezifischen Segment wird untersucht.
Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen des Vergleichs sowie der Typologisie-
rung erfolgt die konkrete Festlegung des Zielsegmentes für die Destination Mecklen-
burg-Vorpommern. Dieses Zielsegment ,,Best Ager", beschrieben durch marketingrele-
vante Merkmale ist Ausgangspunkt für den Vorschlag einer ,,Best Ager"-Marketing-
Konzeption für die Destination Mecklenburg-Vorpommern.
Diese Konzeption, abgeleitet aus dem Leitziel der Landestourismuskonzeption, richtet
sich an die Entscheidungsträger auf Destinationsebene. Gleichwohl wird versucht,
durch Erarbeitung grundsätzlicher Gestaltungshinweise hilfreiche Anregungen für ein-
zelne touristische Leistungsträger zu geben.
Zur Veranschaulichung des Aufbaus dieser Arbeit dient Abbildung 1.
Theoretische Grundlagen
Teil II
Tourismusmarketing
Nachfrageanalyse
Untersuchung Nachfragesegment
Untersuchung Gästesegment
Teil III
Teil IV
,,Best Ager" (Bundesebene)
,,Best Ager" (Destinationsebene M-V)
soziodemo-
psycho-
verhaltens-
Reise-
soziodemographisch
Reiseverhalten
graphisch
graphisch
orientiert
verhalten
gegenwärtige
mögliche
Typologisierung
Typologisierung
Vergleichende Wertung
Teil V
Zielsegment ,,Best Ager"
Kurzcharakteristik
der Destination M-V
Destination M-V
,,Best Ager"-Marketing-Konzeption
Abbildung 1: Struktureller Aufbau der Arbeit
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