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„Antiautoritäre Erziehung“ in der Schule Summerhill

Termpaper, 2009, 27 Pages
Author: Manuela Blanke
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Freiheit und Disziplin in der Erziehung
Institution/College: Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Tags: Erziehung“, Schule, Summerhill, Freiheit, Disziplin, Erziehung
Category: Termpaper
Year: 2009
Pages: 27
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V122877
ISBN (E-book): 978-3-640-27395-9
ISBN (Book): 978-3-640-27402-4
Notes :
Viel Spaß und viel Erfolg mit meiner Hausarbeit.


Abstract

„Antiautoritäre Erziehung“ in der Schule Summerhill von A. S. Neill 1. Einleitung Das Schreiben dieser Arbeit kann ich mit voller Motivation angehen, denn Neill zeigt andere Erziehungsmethoden auf bezüglich des Regelfalls. In der heutigen Gesellschaft muss man sich fragen, ob es vordergründig zur Anwendung schlechter Erziehungsmethoden kommt. Viele Eltern gehen arbeiten und haben dadurch kaum Zeit für ihr Kind. Oft hat das Kind keine Geschwister und somit sieht es viel TV oder spielt Computer. Dadurch besteht die Gefahr, dass es sich sozial isoliert. Viele andere Probleme entstehen durch die Unterdrückung der Kinder durch die Erwachsenen. Das Buch richtet sich an alle, die sich für Erziehung interessieren, aber vor allem an Eltern. Es ist als eine Aufgabe der Psychologie zu betrachten, dass unglückliche Kinder glücklich werden. Der Autor selbst wechselte von der Pädagogik zur Psychologie. Es ist immer wichtig über Erziehungsfragen nachzudenken und sein eigenes erzieherisches Verhalten kritisch zu reflektieren. Wir sollten Kinder so erziehen, dass sie ohne psychische Störungen heranwachsen. Viele Menschen beschweren sich über die Gesellschaft. Unsere Kinder bilden die kommende Gesellschaft. Somit liegt es mit an allen Erziehern wie sich die Gesellschaft entwickelt. Wir können für eine bessere Menschheit sorgen. Um zu verstehen, weshalb es zur Gründung von Summerhill kam, werde ich zu allererst auf die Person A. S. Neill eingehen. Im Anschluss wird der Inhalt seines Buches zusammengefasst dargestellt. Der Reformpädagoge schildert seine Erlebnisse und Gedanken über Summerhill. Dies ist eine Schule, die er selbst gründete. Besonders intensiv geht er auf die Kindererziehung, Sexualität, Religion und Moral, Probleme des Kindes und der Eltern ein. Außerdem nimmt er letztendlich Stellung zu teilweise kritischen Fragen, die ihm gestellt wurden. Der Autor ist der Ansicht, dass durch eine neue freiheitlichere, aber nicht zügellose Erziehung der Kinder, die Menschheit eine bessere werden kann. Das ist auch sein Hauptziel. Wie diese Erziehung ganz konkret aussehen soll, wird hier ebenfalls dargestellt. Im Vergleich mit anderen wichtigen Vertretern seiner Zeit aus ähnlichen Fachgebieten, kann man seine Position gut feststellen. Die Einstellung und seine Gedanken sind durchaus vertretbar, jedoch lässt sich ebenfalls so einiges in Frage stellen.[...]


Excerpt (computer-generated)

,,Antiautoritäre Erziehung" in

der Schule Summerhill

Manuela Blanke

Katholische Universität Eichstätt- Ingolstadt

Sommersemester 2008

Hauptseminar: Freiheit und Disziplin in der Erziehung


,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill

2

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Biographie A. S. Neill 4

3. Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung am Beispiel Summerhill 4

3.1 Über Summerhill 5

3.2 Die Erziehung in Summerhill 9

3.3 Sexualität, Religion und Moral 14

3.4 Probleme des Kindes und Probleme der Eltern 16

4. Ziele 18

5. Methoden 18

6. Vergleich von A. S. Neill mit Freud, Rousseau und Montessori 20

7. Kritik 23

8. Schlussbetrachtung 24

9. Literaturverzeichnis 26


,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill

3

1. Einleitung

Das Schreiben dieser Arbeit kann ich mit voller Motivation angehen, denn Neill zeigt andere

Erziehungsmethoden auf bezüglich des Regelfalls. In der heutigen Gesellschaft muss man

sich fragen, ob es vordergründig zur Anwendung schlechter Erziehungsmethoden kommt.

Viele Eltern gehen arbeiten und haben dadurch kaum Zeit für ihr Kind. Oft hat das Kind keine

Geschwister und somit sieht es viel TV oder spielt Computer. Dadurch besteht die Gefahr,

dass es sich sozial isoliert. Viele andere Probleme entstehen durch die Unterdrückung der

Kinder durch die Erwachsenen.

Das Buch richtet sich an alle, die sich für Erziehung interessieren, aber vor allem an Eltern. Es

ist als eine Aufgabe der Psychologie zu betrachten, dass unglückliche Kinder glücklich

werden.1

Der Autor selbst wechselte von der Pädagogik zur Psychologie. Es ist immer

wichtig über Erziehungsfragen nachzudenken und sein eigenes erzieherisches Verhalten

kritisch zu reflektieren. Wir sollten Kinder so erziehen, dass sie ohne psychische Störungen

heranwachsen. Viele Menschen beschweren sich über die Gesellschaft. Unsere Kinder bilden

die kommende Gesellschaft. Somit liegt es mit an allen Erziehern wie sich die Gesellschaft

entwickelt. Wir können für eine bessere Menschheit sorgen.

Um zu verstehen, weshalb es zur Gründung von Summerhill kam, werde ich zu allererst auf

die Person A. S. Neill eingehen. Im Anschluss wird der Inhalt seines Buches

zusammengefasst dargestellt. Der Reformpädagoge schildert seine Erlebnisse und Gedanken

über Summerhill. Dies ist eine Schule, die er selbst gründete. Besonders intensiv geht er auf

die Kindererziehung, Sexualität, Religion und Moral, Probleme des Kindes und der Eltern ein.

Außerdem nimmt er letztendlich Stellung zu teilweise kritischen Fragen, die ihm gestellt

wurden. Der Autor ist der Ansicht, dass durch eine neue freiheitlichere, aber nicht zügellose

Erziehung der Kinder, die Menschheit eine bessere werden kann.2

Das ist auch sein Hauptziel.

Wie diese Erziehung ganz konkret aussehen soll, wird hier ebenfalls dargestellt. Im Vergleich

mit anderen wichtigen Vertretern seiner Zeit aus ähnlichen Fachgebieten, kann man seine

Position gut feststellen. Die Einstellung und seine Gedanken sind durchaus vertretbar, jedoch

lässt sich ebenfalls so einiges in Frage stellen.

1 vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.19

2 vgl. Neill 1969, S.104


,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill

4

2. Biographie A. S. Neill

Alexander Sutherland Neill wurde am 17.10.1883 in Forfar geboren. Der Schotte besuchte in

Kingsmuir die Dorfschule seines Vaters, welcher dort unterrichtete. Damals war es üblich die

Kinder mit harten Strafen und Schlägen zu disziplinieren. Der Realist war geprägt von einer

sehr strengen Erziehung. Später wurde er tätig als Bürodiener. Desweiteren arbeitete er in

einem Textilgeschäft.3 Er erlangte die Universitätsabschlüsse Master of Education und Master

oft Arts. Neill wurde im Lehrerberuf tätig. Er passte sich den damalig typischen Verhältnissen

an und so schlug auch er seine Schüler. Doch bald lehnte er diese gängigen pädagogischen

Methoden ab und machte sie zum gegensätzlichen Hintergrund für seine revolutionäre

Pädagogik. 1921 gründete A. S. Neill ,,Summerhill". Die Internatsschule, in der er mit seiner

Frau tätig war, lag in Leiston in England. In Summerhill war alles auf Freiheit ausgerichtet,

aber nicht auf Zügellosigkeit. Neill´s selbstregulative Erziehung bestand aus einer

Schülerselbstregierung und freiwilligem Unterrichtsbesuch und vielen weiteren Methoden,

die die Liebe im Kind hervortreten lassen soll. Außerdem war Neill Mitbegründer der

Internationalen Schule, welche in Dresden- Hellerau lag. Am 23.09.1973 starb Neill und

später übernahm seine Tochter die Schulleitung, welche er mit seiner deutlich jüngeren Frau

Ena Wood gezeugt hatte. Weitere Literatur von Alexander Sutherland Neill tragen Titel wie:

,,The Problem Child", ,,The Problem Parent", ,,The Problem Teacher", ,,The Free Child".4

3. Theorie und Praxis der antiautoritären

Erziehung am Beispiel Summerhill

Eltern, die sich für ihr Kind eine Erziehung frei von jeglichem Zwang wünschten, konnten mit

gutem Gewissen ihr Kind in die Internatsschule Summerhill bringen. Die Kinder werden dort

keinen Strafen ausgesetzt und auch nicht geschlagen.

Die Erwachsenen stellen sich nicht über die Kinder. In der Selbstregierung, auf die ich später

noch genauer eingehe, haben alle Kinder und Erwachsene das gleiche Stimmrecht.

3 vgl. zu diesem Abschnitt http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Sutherland_Neill (Stand: 17.06.2008)

4 vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, Buchumschlagseite


,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill

5

So lernt das Kind durch viele Grundsätze in Summerhill Verantwortung zu übernehmen. Es

darf selbstständig entscheiden, ob es am Unterricht teilnimmt oder nicht. Somit herrscht nicht

der typische Lerndruck auf das Kind. Es erkennt seine eigenen ernsten Interessen und

spezialisiert sich auf diesem Gebiet. So entwickelt es sich im Regelfall sehr schnell so, dass

ein Kind freiwillig regelmäßig am Unterricht teilnimmt.5

Außerdem gibt es keine Klausuren,

keine Hausaufgaben und kein Religion in Summerhill, weil Neill dies nicht als wichtig

empfindet und die Kinder dafür kein Interesse zeigen. Wenn Eltern jedoch nicht mit den

Prinzipien von Summerhill übereinstimmen, entwickelt sich diese Tatsache zum Nachteil des

Kindes, denn es wird sich ständig fragen, wer nun Recht hat, die Eltern oder die Vertreter der

Internatsschule.6

In der Freizeit werden viele schöpferische Tätigkeiten unternommen, z.B. in der Werkstatt

oder Theaterspielen. Durch Entgegenbringen von Liebe und Anerkennung erzeugt man in den

Kindern auch wieder Liebe.7

Diese sieht man den Kindern auch an, denn nicht nur durch ihre

abwechslungsreiche Ernährung sehen sie so lebendig, froh und gesund aus. In Summerhill ist

Sexualität kein Tabuthema. Im Gegenteil. Der Schotte leitet das Gespräch oft auf Sexualität,

um letztendlich die Kinder von ihren unbewussten Ängsten zu befreien. Auch religiöse und

moralische Vorschriften werden in Summerhill unterlassen. Durch all die Freiheiten, die das

Kind in Summerhill hat, wird es immer mehr sich selbst bewusst. Auch durch diesen

Selbstfindungsprozess erreichen die Kinder das, was nach Neill das Wichtigste ist: ein

glückliches Leben.8

3.1 Über Summerhill

Vormittags haben die Kinder Schule. Am Nachmittag machen sie Sport, basteln oder

beschäftigen sich anderweitig. Abends kommt es zu größeren Unternehmungen, wie Kino,

Tanzen, Theaterprobe oder Neill´s Psychologievortrag.

5 vgl. Neill 1969, S.23

6 vgl. Neill 1969, S.50

7 vgl. Neill 1969, S.26

8 vgl. Neill 1969, S.14


,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill

6

In der Internatsschule gibt es gutarbeitende Putzfrauen. Gut wahrscheinlich deswegen, weil

sie keiner Aufsicht unterstehen.

Der Autor selbst hasst das Bettenmachen.9

Kinder, die aggressiv sind, kommen aus einem Elternhaus, in dem wenig Liebe herrscht.

Dieses Verhalten symbolisiert ihren Protest gegen den Hass, den man ihnen entgegenbringt.

Somit sind die Kinder in Summerhill kaum aggressiv.10

Die Grenzziehung zwischen realistischer Vorsicht und Überängstlichkeit ist schwer. Es ist

wichtig, dass die Kinder frei sind, aber es ist ebenfalls wichtig, dass sie sicher sind. So dürfen

beispielweise die Kinder von Summerhill auf einen Baum klettern, aber nicht auf ein Dach.

Dürfte das Kind nicht auf einen Baum klettern, würde es sich sicher zu einem Feigling

entwickeln.11 Eltern verschiedener Länder bringen ihre Kinder nach Leiston in die Schule.

Nie wurde die Schule in die Gemeinde wirtschaftlich und kulturell einbezogen. Dies wäre

kaum möglich, z.B. weil in Summerhill kein religiöser Glaube verbreitet ist. Dennoch besteht

ein gutes Verhältnis zur Gemeinde.12

Von größerer Bedeutung als Unterricht ist Sport, Freiheit und Theater, denn dabei werden

Gefühl und Verstand vereint. Jedoch sollte ein Kind wenigstens schreiben können. Das

durchschnittliche Kind hat kein Interesse an Geschichte und Mathe. Die typischen Schulen

sollten ihre Ansichten von Arbeit infrage stellen. Nach Neill ist Spielen wichtiger als Lernen.

Ein Mensch, der schöpferisch ist, lernt von selbst, was er lernen will. Diese schaffende Kraft

wird aber in der typischen Schule getötet. Studenten, die unter Druck stehen und zusätzlich

kein Interesse für ihren Fachbereich haben, werden später in ihrem Beruf unfähig arbeiten.

Hätte man ihnen Freiheit nach A. S. Neill gegeben, wären sie gut fähig gewesen den Beruf

auszuführen, der ihren Neigungen entspricht. Die Gesellschaft strebt danach, dass dem Kind

irgendetwas beigebracht wird. So kann man eine Schule mit einer Fabrik vergleichen, in der

Menschensubstanz produziert wird. Gefühle werden von Lehrern in der Schule außer Acht

gelassen. Das übliche Schulsystem hilft nicht, die gesellschaftlichen Übel und seelischen

Schäden zu überwinden. Gerade die jüngeren Lehrer sollten sich etwas aufbegehrender dem

gegenüber verhalten.13

9 vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.30 ff

10 vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.37 f

11 vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.38

12 vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.40

13 vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.41 ff



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