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Zu: Mallarmés "Hérodiade" - die "Ouverture ancienne"

Termpaper, 2001, 15 Pages
Author: Simone Linde
Subject: Romance Languages - French Literature

Details

Event: Probleme moderner Lyrik am Beispiel Mallarmés
Institution/College: University of Hamburg (Romanisches Seminar - Franz. Abteilung)
Tags: lyrisches Drama, Salome, Symbolistik, imaginäres Theater, oeuvre pure, Moderne
Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 15
Grade: eins
Language: German
Archive No.: V12289
ISBN (E-book): 978-3-638-18211-9
ISBN (Book): 978-3-638-77467-3
File size: 200 KB

Abstract

Die Hérodiade-Dichtung ist ein wichtiger Teil innerhalb des Gesamtwerks Mallarmés. Sie war ein Lebensprojekt, das er nie beendet hat. Es sind mehrere Bruchstücke erhalten, von denen nur eines, nämlich die „Scène“, zu Lebzeiten Mallarmés publiziert wurde. Es gibt nur Vermutungen zum Gesamtplan des Werkes, der unter dem Titel Les Noces d’Hérodiade – Mystère erscheinen sollte. Trotz der erhaltenen Teile bleibt Mallarmés Hérodiade-Dichtung fragmentarisch, da weder die endgültige Fassung der Dichtungen noch die Reihenfolge der einzelnen Teile gesichert ist. Die Arbeit an Hérodiade gehörte zu Mallarmés Projekt des Oeuvre Pure , das ihn bis zu seinem Tod beschäftigt hat. In diesem Oeuvre Pure ging es darum - ausgehend von der Tradition der Idee des absoluten Buches der Romantik - die ästhetisch empfangene Welt erschöpfend als Dichtung darzustellen, und somit die „Idee des Universums“ vollständig in Sprache umzusetzen. Die Sprache in ihrer Eigenheit gewinnt dadurch bei Mallarmé eine magische Bedeutung: Sie ist nicht mehr bloßes Ausdrucksmittel für die Wahrheit, sondern sie selbst ist die Wahrheit. So war der Hintergrund des Salome-Mythos für Mallarmé nicht relevant. Vielmehr war der Name „Hérodiade“ in seiner phonetischen und morphologischen Beschaffenheit als Inspiration entscheidend. Es finden sich in der Dichtung zwar Anklänge an Aspekte wie den Opfertod Johannes, aber sie erfüllen ausschließlich poetische Funktionen. Die „Ouverture Ancienne“, mit der ich mich beschäftigen werde, ist später als die „Scène“ verfasst worden. Die „Ouverture“ ist deshalb interessant, weil in ihr Mallarmés Wendung vom realen Theater hin zum imaginären Theater bereits vollzogen ist und Mallarmé die Charakterdarstellung und Einschränkungen der realen Umsetzung zugunsten des sprachlichen und poetischen Aufbaus der Dichtung außer Acht lassen konnte. Ich werde im Ersten Teil die darstellerischen Merkmale und Grundmotive der „Ouverture“ herausstellen. Im zweiten Teil untersuche ich anhand einer genaueren Analyse der ersten Strophe die sprachliche und stilistische Umsetzung der Grundintentionen des Textes.


Excerpt (computer-generated)

 

„Probleme moderner Lyrik am Beispiel Mallarmés“

 

Simone Linde

 


Mallarmés „Hérodiade“
- die „Ouverture ancienne“

 


Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung 2


2. „Ouverture ancienne“ 3


3. interpretatorische Analyse der ersten Strophe 8


Literaturverzeichnis 13

 

1. Einleitung

Die Hérodiade-Dichtung ist ein wichtiger Teil innerhalb des Gesamtwerks Mallarmés. Sie war ein Lebensprojekt, das er nie beendet hat. Es sind mehrere Bruchstücke erhalten, von denen nur eines, nämlich die „Scène“, zu Lebzeiten Mallarmés publiziert wurde. Es gibt nur Vermutungen zum Gesamtplan des Werkes, der unter dem Titel Les Noces d’Hérodiade – Mystère erscheinen sollte. Trotz der erhaltenen Teile bleibt Mallarmés Hérodiade-Dichtung fragmentarisch, da weder die endgültige Fassung der Dichtungen noch die Reihenfolge der einzelnen Teile gesichert ist.

Die Arbeit an Hérodiade gehörte zu Mallarmés Projekt des Oeuvre Pure1, das ihn bis zu seinem Tod beschäftigt hat. In diesem Oeuvre Pure ging es darum - ausgehend von der Tradition der Idee des absoluten Buches der Romantik - die ästhetisch empfangene Welt erschöpfend als Dichtung darzustellen, und somit die „Idee des Universums“2 vollständig in Sprache umzusetzen. Die Sprache in ihrer Eigenheit gewinnt dadurch bei Mallarmé eine magische Bedeutung: Sie ist nicht mehr bloßes Ausdrucksmittel für die Wahrheit, sondern sie selbst ist die Wahrheit.

So war der Hintergrund des Salome-Mythos für Mallarmé nicht relevant. Vielmehr war der Name „Hérodiade“ in seiner phonetischen und morphologischen Beschaffenheit als Inspiration entscheidend.3 Es finden sich in der Dichtung zwar Anklänge an Aspekte wie den Opfertod Johannes, aber sie erfüllen ausschließlich poetische Funktionen. Die „Ouverture Ancienne“, mit der ich mich beschäftigen werde, ist später als die „Scène“ verfasst worden. Die „Ouverture“ ist deshalb interessant, weil in ihr Mallarmés Wendung vom realen Theater hin zum imaginären Theater bereits vollzogen ist und Mallarmé die Charakterdarstellung und Einschränkungen der realen Umsetzung zugunsten des sprachlichen und poetischen Aufbaus der Dichtung außer Acht lassen konnte.

Ich werde im Ersten Teil die darstellerischen Merkmale und Grundmotive der „Ouverture“ herausstellen. Im zweiten Teil untersuche ich anhand einer genaueren Analyse der ersten Strophe die sprachliche und stilistische Umsetzung der Grundintentionen des Textes.

[...]


1 Mallarmé, Stephane: Correspondance/ Lettres sur la poésie. Hrsg. von Marchal, Betrand/ Préface d’Yves
Bonnefoy. Paris: Gallimard, 1995. S. 380
2 ebda.
3 ebda. S. 226


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