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Untertitel: Übertragung theoretischer Erkenntnisse der Oberflächentechnik auf verpackungspraktische Anwendungen
Hausarbeit, 2009, 37 Seiten
Autor: B. Eng. Ines Munoz Zuniga
Fach: Technik
Details
Institution/Hochschule: Technische Fachhochschule Berlin
Tags: Abtragen, Umlagern, Feststoffpartikeln, Phasengrenze, Oberflächeneigenschaften, Grenzflächeneffekte, Packstoffen, Packmitteln
Jahr: 2009
Seiten: 37
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 27 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-27542-7
ISBN (Buch): 978-3-640-27544-1
Anhang enthält Patentrecherche
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Zusammenfassung / Abstract
1 Einleitung*** Grenzflächenphänomene bestimmen in hohem Maße eine große Anzahl physikalischer, aber auch chemischer Abläufe in Alltag und Technik, so auch in der Verpackungstechnik. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Übertragung der Forschungsergebnisse aus der Dissertation von Christian Budde aus dem Jahr 2001 mit dem Titel „Abtragen und Umlagern deponierter Feststoffpartikeln an der Phasengrenze fest-flüssig-gasförmig“. Ziel dieser Arbeit ist, „das Problem der Partikelbewegung im Wasserkreislauf aus verfahrenstechnischer Sicht zu betrachten und die wirkenden Einflußfaktoren aufzuklären.“ Dabei wird die besondere Wirksamkeit von Grenzflächeneffekten auf Ablöse- und Umlagerungsprozesse mittels Filmströmung experimentell untersucht und innerhalb einer weitestgehend qualitativen Analyse versucht, die Basis für eine rechnerische Beschreibbarkeit zu legen. Die Betrachtung von Grenzflächeneffekten berührt den Bereich der Verpackungstechnik in mehrerlei Hinsicht. Zum einen können im Bereich der Maschinentechnik die Reinigungsprozesse der für die Verpackungstechnik relevanten produktführenden Maschinenteile betrachtet werden. Hierbei sind insbesondere sogenannte CIP (Clean-in-Place)-Systeme relevant, d.h. die Reinigung von Maschinenbestandteilen vor Ort, ohne diese für den Reinigungsvorgang auszubauen. Es ist wichtig, den Reinigungsprozess im Sinne eines Ablöseprozesses von Schmutzpartikeln von der Maschinenoberfläche genau zu kennen, da eine Kontrolle – sei es durch die menschliche Sensorik, sei es durch technische Hilfsmittel - durch eine schlechte Zugänglichkeit vieler Maschinenteile nur schwer realisierbar ist. [...]
Textauszug (computergeneriert)
Technische Fachhochschule Berlin
Oberflächeneigenschaften sowie Grenzflächeneffekte von Packstof-
fen und Packmitteln (Modul M 3.1)
Ines Muñoz Zuñiga
,,Abtragen und Umlagern deponierter Feststoffpartikeln
an der Phasengrenze fest-flüssig-gasförmig"
Übertragung theoretischer Erkenntnisse der Oberflä-
chentechnik auf verpackungspraktische Anwendungen
Belegarbeit
Abgabetermin: 2.2.2009
1
Einleitung 1
2
Theoretische Grundlagen 3
2.1
Erläuterung wesentlicher Begriffe 3
2.2
Beschreibung grundlegender Phänomene 4
3
Versuchsbeschreibungen 7
3.1
Allgemeines 7
3.2
Abspülversuche 7
3.2.1
Versuchsbeschreibung 7
3.2.2
Modellannahme 8
3.2.3
Versuchsergebnisse 8
3.3
Betauungsversuche 9
3.3.1
Versuchsbeschreibung 9
3.3.2
Modellannahmen 9
3.3.3
Versuchsergebnisse 10
3.4
Diskussion der Versuchsergebnisse 11
4
Überlegungen zur Übertragbarkeit auf den Bereich
der Verpackungstechnik 12
4.1
Allgemeine Überlegungen 12
4.2
Zwei- und Dreiphasensysteme 12
4.3
Strömungsverhalten 12
4.4
Verschmutzungsarten 13
5
Übertragung der Forschungsergebnisse auf die
Verpackungstechnik 14
5.1
Relevante Bereiche der Verpackungstechnik 14
5.2
Wirtschaftliche Betrachtungen der Reinigungsfähigkeit von Oberflächen
in der Verpackungstechnik 15
5.3
Relevante Forschungsrichtungen 16
5.3.1
Bionik 16
5.3.2
Nanotechnologie 17
5.4
Übertragung auf den verpackungsmaterial- bzw. werkstoffbezogenen
Anwendungsbereich 18
5.4.1
Übertragung auf den werkstoffbezogenen Anwendungsbereich 18
5.4.2
Übertragung auf den maschinentechnischen Bereich (CIP-Systeme) 21
6
Schlussbetrachtung 23
AnhangAÜbersichtenzurNanotechnologie II
AnhangBPatentrecherche VI
Literaturverzeichnis IX
1
Einleitung
Grenzflächenphänomene bestimmen in hohem Maße eine große Anzahl
physikalischer, aber auch chemischer Abläufe in Alltag und Technik, so auch in
der Verpackungstechnik. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Wesentli-
chen mit der Übertragung der Forschungsergebnisse aus der Dissertation von
Christian Budde aus dem Jahr 2001 mit dem Titel ,,Abtragen und Umlagern
deponierter Feststoffpartikeln an der Phasengrenze fest-flüssig-gasförmig". Ziel
dieser Arbeit ist, ,,das Problem der Partikelbewegung im Wasserkreislauf aus
verfahrenstechnischer Sicht zu betrachten und die wirkenden Einflußfaktoren
aufzuklären." [1] Dabei wird die besondere Wirksamkeit von Grenzflächeneffek-
ten auf Ablöse- und Umlagerungsprozesse mittels Filmströmung experimentell
untersucht und innerhalb einer weitestgehend qualitativen Analyse versucht, die
Basis für eine rechnerische Beschreibbarkeit zu legen.
Die Betrachtung von Grenzflächeneffekten berührt den Bereich der Verpac-
kungstechnik in mehrerlei Hinsicht. Zum einen können im Bereich der Maschi-
nentechnik die Reinigungsprozesse der für die Verpackungstechnik relevanten
produktführenden Maschinenteile betrachtet werden. Hierbei sind insbesondere
sogenannte CIP (Clean-in-Place)-Systeme relevant, d.h. die Reinigung von
Maschinenbestandteilen vor Ort, ohne diese für den Reinigungsvorgang
auszubauen. Es ist wichtig, den Reinigungsprozess im Sinne eines Ablösepro-
zesses von Schmutzpartikeln von der Maschinenoberfläche genau zu kennen,
da eine Kontrolle sei es durch die menschliche Sensorik, sei es durch techni-
sche Hilfsmittel - durch eine schlechte Zugänglichkeit vieler Maschinenteile nur
schwer realisierbar ist.
Eine weitere Betrachtungsweise bietet sich im Hinblick auf Verpackungsmate-
rialien an. Zum Erreichen einer erhöhten Umweltfreundlichkeit von Verpackun-
gen rücken die Themen Wiederverwendbarkeit sowie Restentleerbarkeit
vermehrt in den Fokus. Um die Mehrwegfähigkeit einer Verpackung zu erlan-
gen, muss gewährleistet sein, dass diese nach ihrem Einsatz im für den
jeweiligen Einsatzzweck - ausreichenden Maße und möglichst kostengünstig
und effektiv in einen sauberen Zustand zurückversetzt werden kann. Aber auch
die Vorbereitung von Einwegverpackungen, wie Einwegglasflaschen im Le-
1
bensmittelbereich oder Ampullen im pharmazeutischen Bereich durch soge-
nannte Rinser werden unter dem Gesichtspunkt der Grenzflächenphänomene
besser beschreib- und analysierbar.
Im Folgenden wird zunächst auf wichtige theoretische Grundlagen eingegan-
gen, um auf deren Basis diese dann unter Einbezug aktueller Methodiken zur
Oberflächengestaltung und -modifizierung auf die genannten Bereiche der
Verpackungstechnik zu übertragen. Der Fokus liegt dabei auf der Betrachtung
physikalischer Phänomene; der Einfluss chemischer Vorgänge wird nur ergän-
zend betrachtet.
2
2
Theoretische Grundlagen
2.1 Erläuterung wesentlicher Begriffe
Für die nachfolgenden Betrachtungen ist es sinnvoll, zunächst einige für diese
Arbeit grundlegende Begriffe zu erläutern.
Phasengrenze/Grenzfläche
,,Als Phasen werden durch Flächen abgegrenzte makroskopische Bereiche mit
konstanter Dichte und Zusammensetzung bezeichnet. Dabei kann jede Phase
aus mehreren Komponenten bestehen. Ein stofflicher Kontakt zwischen
verschiedenen, nebeneinander existierenden Phasen kommt allein an den
Phasengrenzen, den sogenannten Grenzflächen zustande." [2] Phasengrenzen
können zwischen zwei oder auch zwischen drei Phasen auftreten (z.B. s/l- und
s/l/g-Phasengrenze).
Oberflächenspannung/-dichte und Oberflächenenergie
Oberflächenspannung als Folge der Kohäsion entsteht dadurch, dass wäh-
rend sich bei den in einer Flüssigkeit befindlichen Molekülen die Kohäsions-
oder auch Zusammenhangskräfte nach allen Richtungen hin gegenseitig
aufheben - ein an der Oberfläche befindliches Molekül eine nach ins Innere der
Flüssigkeit gerichtete Restkraft besitzt. Ein solches Molekül besitzt eine als
Oberflächenenergie bezeichnete potenzielle Energie. Die Oberflächenspannung
wird auch als Oberflächendichte bezeichnet. Die zugehörige SI-Einheit ist [] =
J/m2 = N/m = kg/s2 [3]. Werkstoffabhängig wird unterschieden in hochenergeti-
sche Oberflächen (z.B. Email) und niedrigenergetische Oberflächen (z.B.
Teflon).
Partikel
Als Partikel (oder auch Teilchen, Korpuskel) werden kleine Körper (z. B. Staub-
oder Schwebeteilchen in Gasen, Kolloide), kleinste Teile chemischer Verbin-
dungen und Elemente (Moleküle, Ionen, Atome), Bestandteile des Atoms
(Elektronen) und Atomkerns (Nukleonen) sowie alle Elementarteilchen [4]. Eine
Übersicht über Möglichkeiten der Partikelcharakterisierung findet sich bei [5].
3
Schmutz
,,Schmutz ist Sammelbegriff für auf Oberflächen haftende Substanzen, die
Gebrauch, Hygiene oder Ästhetik des betroffenen Gegenstandes beeinträchti-
gen. Im Begriff ,,Verschmutzung" wird der enge Bezug ,,Schmutz verschmutz-
ter Gegenstand" betont, während die Benennung ,,Verunreinigung" darauf
hinweist, dass der Zustand ,,verschmutzt" konsequenter Weise in Bezug zur
,,reinen" oder ,,sauberen" Oberfläche beschrieben wird." [6]
2.2 Beschreibung grundlegender Phänomene
Bei der Beschreibung von Abtragungs- und Umlagerungsvorgängen an der
Phasengrenze fest-flüssig-gasförmig (s/l/g-Phasengrenze) treten einige wesent-
liche Phänomene auf, welche im Folgenden kurz beschrieben werden.
Filmströmung
,,Unter Filmströmung versteht man den Grenzfall einer offenen Gerinneströ-
mung über eine lotrecht stehende ebene Fläche." [1] Grundsätzlich lassen sich
jedoch auch geneigte sowie gekrümmte Flächen einer Berechnung zugänglich
machen. Für eine nach [7] berechnete Filmströmungsreynoldzahl ist ReFilm,kr=
400 als kritisch zu betrachten. Da es jedoch auch bei laminarer Strömung zu
einer Ausbildung von Wellen kommt, sind bei der Betrachtung der Filmdicke
Mittelwerte heranzuziehen. In den meisten technischen Apparaten liegen meist
Filmdicken von etwa 1 mm vor [7]. Aufgrund der Unvorhersagbarkeit des
Einflusses von Unregelmäßigkeiten wird aufgrund von Erfahrungswerten eine
Mindestdicke von 0,2 mm angenommen, bei der ein Aufbrechen der Rieselfilm-
strömung nicht zu erwarten ist [1].
Benetzbarkeit und Randwinkel
Unter Benetzung versteht man die Fähigkeit einer Flüssigkeit an einer festen
Oberfläche mehr oder weniger stark zu haften. Sie ist eine Folge der Adhäsion
zwischen den Molekülen der Oberfläche und denen der Flüssigkeit. Diese muss
größer sein als die Kohäsion der Moleküle der Flüssigkeit, damit ein Benet-
zungseffekt entsteht [8]. Bei der Aufbringung eines Flüssigkeitstropfens auf
eine feste Oberfläche bildet sich ein Randwinkel aus. Als Materialeigenschaft
4
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