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Subtitle: Ausarbeitung des Themas für die Magisterklausur
Examination Thesis, 2008, 30 Pages
Author: MA Elmira Nedelcheva
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Tags: Inwiefern, Determinativkomposita, Merkmale/Kriterien, Kompositionsfuge
Year: 2008
Pages: 30
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 27 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-27964-7
ISBN (Book): 978-3-640-28334-7
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Abstract
Fugenelemente – wie -s- in dt. Volk-s-musik werden häufig mit Genitiv- und Pluralmarkern assoziiert. Die Verbindung mit Flexiven ist nicht verwunderlich, denn Fugenelemente stimmen in den meisten Fällen mit einem typischen Genitiv- oder Pluralflexiv des Deutschen überein. Ist aber die Volk-s-musik wirklich die 'Musik des Volkes'? Warum heißt sie dann nicht Volkes-musik? Die genannten Beispiele weisen auf zentrale Probleme in der Systematik der Fugenelemente hin: Die Assoziation mit Flexiven scheint in den Einzelsprachen häufig im ersten Augenblick sinnvoll zu sein, wird aber bei näherer Betrachtung des Systems schnell wieder zerschlagen. Warum heißt es z. B. im Deutschen König-s-hof, der sich genitivisch mit 'Hof des Königs' umschreiben lässt, aber auch Verbindung-s-glied, das weder genitivische Umschreibung mit 'Glied der Verbindung' zulässt (eher wird eine Präpositionalphrase wie 'Glied zur Verbindung' verlangt) noch einer Genitivform entspricht: *der Verbindungs. Warum heißt es außerdem Hand-O-tuch und nicht Händ-e-tuch, obwohl man es doch immer mit beiden Händen benutzt? Diese Beispiele genügen, um die zentralen Fragen der vorliegenden Arbeit zu illustrieren: Die Fugenelemente erscheinen auf den ersten Blick kaum systematisierbar. Dass Systematisierung zu einem gewissen Grade trotzdem erreicht werden kann, haben jedoch zahlreiche größere Arbeiten zum Deutschen erwiesen. Die vorliegende Analyse versucht einen Einblick in die Problematik der –s-Fuge, die die Morphemgrenze zwischen zwei substantivischen Konstituenten bezeichnet, zu vermitteln und beschäftigt sich weiterhin mit der Frage, inwiefern dieses Fugenelement die vermuteten allgemeinen Funktionen der Fugenelemente –en, -ens, -n, -e, -er erfüllt und vor allem welche Regularitäten ihr Auftreten bewirken. Insbesondere sollen dabei Regelhaftigkeiten, die bisher gefunden wurden, solche, die möglich sein könnten, aber noch nicht genügend belegt sind, wie aber auch noch unerklärte Sonderfälle oder Ausnahmen, aufgezeigt werden. Der erste Teil befasst sich zunächst mit der Klärung des theoretischen Hintergrundes. Dabei werden die Begriffe Determinativkomposita und Fuge erläutert. Daher wird nach einer kurzen Beschreibung der allgemeinen Funktionen der Fugenelementen ausführlich auf die Frage eingegangen, durch welche Funktions- und Beschreibungsebenen sich die –s-Fuge charakterisieren lässt. Dazu werden die verschiedenen grundlegenden Merkmale der Verbindungselemente an der –s-Fuge überprüft.
Excerpt (computer-generated)
Inwiefern erfüllt die s-Fuge
in Determinativkomposita
1. Januar
die Merkmale/Kriterien einer
2008
Kompositionsfuge?
Ausarbeitung des Themas für die Magisterklausur
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie
WS 2008/2009
Inwiefern erfüllt die s-Fuge in Determinativkomposita die Merkmale/Kriterien einer
Kompositionsfuge?
vorgelegt von
Elmira Nedelcheva
2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Definition Determinativkompositum 6
2.2. Definition Fugenelement 7
3. Zur Analyse der Frage: Inwiefern die s-Fuge in Determinativkomposita die
Standardannahmen zur Funktion der Fugenelemente erfüllt 11
4. Zusammenfassung der Ergebnisse zur Funktionen der s-Fuge 23
5. Literaturverzeichnis 27
3
1. Einleitung:
Fugenelemente wie -s- in dt. Volk-s-musik werden häufig mit Genitiv- und
Pluralmarkern assoziiert. Die Verbindung mit Flexiven ist nicht verwunderlich, denn
Fugenelemente stimmen in den meisten Fällen mit einem typischen Genitiv- oder
Pluralflexiv des Deutschen überein. Ist aber die Volk-s-musik wirklich die ′Musik des
Volkes′? Warum heißt sie dann nicht Volkes-musik? Die genannten Beispiele weisen
auf zentrale Probleme in der Systematik der Fugenelemente hin: Die Assoziation mit
Flexiven scheint in den Einzelsprachen häufig im ersten Augenblick sinnvoll zu sein,
wird aber bei näherer Betrachtung des Systems schnell wieder zerschlagen. Warum
heißt es z. B. im Deutschen König-s-hof, der sich genitivisch mit ′Hof des Königs′
umschreiben lässt, aber auch Verbindung-s-glied, das weder genitivische
Umschreibung mit ′Glied der Verbindung′ zulässt (eher wird eine Präpositionalphrase
wie ′Glied zur Verbindung′ verlangt) noch einer Genitivform entspricht: *der
Verbindungs. Warum heißt es außerdem Hand-O-tuch und nicht Händ-e-tuch,
obwohl man es doch immer mit beiden Händen benutzt? Diese Beispiele genügen,
um die zentralen Fragen der vorliegenden Arbeit zu illustrieren: Die Fugenelemente
erscheinen auf den ersten Blick kaum systematisierbar. Dass Systematisierung zu
einem gewissen Grade trotzdem erreicht werden kann, haben jedoch zahlreiche
größere Arbeiten zum Deutschen erwiesen.
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Die vorliegende Analyse versucht einen Einblick in die Problematik der s-Fuge, die
die Morphemgrenze zwischen zwei substantivischen Konstituenten bezeichnet, zu
vermitteln und beschäftigt sich weiterhin mit der Frage, inwiefern dieses
Fugenelement die vermuteten allgemeinen Funktionen der Fugenelemente en, -
ens, -n, -e, -er erfüllt und vor allem welche Regularitäten ihr Auftreten bewirken.
Insbesondere sollen dabei Regelhaftigkeiten, die bisher gefunden wurden, solche,
die möglich sein könnten, aber noch nicht genügend belegt sind, wie aber auch noch
unerklärte Sonderfälle oder Ausnahmen, aufgezeigt werden.
Der erste Teil befasst sich zunächst mit der Klärung des theoretischen
Hintergrundes. Dabei werden die Begriffe Determinativkomposita und Fuge erläutert.
Daher wird nach einer kurzen Beschreibung der allgemeinen Funktionen der
Fugenelementen ausführlich auf die Frage eingegangen, durch welche Funktions-
und Beschreibungsebenen sich die s-Fuge charakterisieren lässt. Dazu werden die
verschiedenen grundlegenden Merkmale der Verbindungselemente an der s-Fuge
überprüft. Es wird sich ergeben, dass die s-Fuge von den Standardannahmen zu
Fugensetzung deutlich abweicht. Geklärt werden soll auch inwiefern dieser
Problembereich der typischen Charakteristika der Fugen widerspricht.
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2. Theoretischer Rahmen:
Die zentrale Frage dieser Arbeit, inwiefern die s-Fuge in Determinativkomposita die
Merkmale einer Kompositionsfuge erfüllt, benötigt als Basis eine klare,
terminologisch deutliche Bestimmung der verschiedenen Begriffe. So werden in
diesem ersten Abschnitt die für die weitere Untersuchung bedeutenden Begriffe des
Determinativkompositums und der Fuge eingeführt und aufgeklärt.
2.1. Definition Determinativkompositum:
Die Komposition (zu lat. compositio ′Zusammenstellung′), auch Zusammensetzung
genannt, ist im Deutschen neben der Derivation eines der beiden Hauptverfahren zur
Bildung neuer Wörter. Das Kompositum stellt die Verbindung von mindestens zwei
lexikalischen Morphemen zu einem neuen Wort dar. An der Komposition können
verschiedene Wortarten beteiligt werden wie zum Beispiel: Substantiv+Substantiv
(Schul-Heft), Verb+Substantiv (Eß-tisch) und Adjektiv+Substantiv (Sauer-Kirsche).
Bei der Komposition werden folglich mindestens zwei Wörter (z.B. König, elegant,
knirsch-, vor, wir) und/oder Konfixe (z.B. bio-, polit-, therm-/-therm, phil-/-phil) zu
einem Kompositum zusammengesetzt. Komposita sind z.B. Königsmantel, Biotop,
Politthriller, Vordach, Wir-Gefühl, pantherelegant, bibliophil, knirschkau(en). Es
können auch mehr als zwei Wörter und/oder Konfixe miteinander kombiniert werden
(z.B. Königsmantelfabrikant, wintergrasgrün).
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