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Presentation (Handout), 2005, 3 Pages
Author: Ismail Küpeli
Subject: Orientalism / Sinology - General
Details
Institution/College: Ruhr-University of Bochum
Tags: Finanzierung, Kreuzzüge, Zeit, Kreuzfahrerstaaten, Nahen, Osten
Year: 2005
Pages: 3
Bibliography: ~ 2 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-27440-6
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Abstract
Staatliche Finanzierung der Kreuzzüge Die erste allgemeine Steuer für die Unterstützung der Kreuzzüge wurde 1166 in Frankreich (1%) und in England (2%) erhoben. Es war keine direkte Finanzierung eines Kreuzzuges. Die Einnahmen wurden nach Jerusalem geschickt, für Militärausgaben wie z.B. Söldnerlöhne und den Bau von Festungen.[...]
Fulltext (computer-generated)
Ruhr
Universität
Bochum
22.11.2005
Fakultät für Philologie
Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaften
Proseminar: Die Zeit der Kreuzfahrerstaaten im Nahen Osten
WiSe 2005/2006
Referent: Ismail Küpeli
Thema:
Die Finanzierung der Kreuzzüge
Staatliche Finanzierung der Kreuzzüge
Die
erste allgemeine Steuer
für die Unterstützung der Kreuzzüge wurde
1166
in Frankreich
(1%) und in England (2%) erhoben. Es war keine direkte Finanzierung eines Kreuzzuges. Die
Einnahmen wurden nach Jerusalem geschickt, für Militärausgaben wie z.B. Söldnerlöhne und
den Bau von Festungen.
Der
Saladin-Zehnte von 1188
ist dagegen die erste Steuer, die
explizit für einen Kreuzzug
eingetrieben werden sollte. Alle Nicht-Kreuzfahrer sollten 10% ihrer Einnahmen und des Wertes
ihrer beweglichen Eigentümer abgeben. In Frankreich waren die Fürsten, die an den Kreuzzügen
teilnahmen, von der Steuer selbst befreit und konnten die Steuern, die von ihren Untergebenen
zu bezahlen waren, einbehalten. Dies führte dazu, dass viele Fürsten zuerst angaben, bei den
Kreuzzügen teilnehmen zu wollen, um so die Steuereinnahmen zu erhalten. Später erfüllten sie
ihre Versprechen nicht.
Private Finanzierung der Kreuzzüge
Die Kreuzzüge, insbesondere im 12. und 13. Jh., wurden hauptsächlich privat finanziert
.
Die wenigsten Kreuzfahrer verfügten über genügend finanzielle Mittel, um ihre Reise zu
finanzieren. Die häufigste Vorgehensweise war deswegen der
Verkauf oder die Verpfändung
von Eigentum
(Grundstücke, Gebäude, Einnahmen, Werkzeuge, Rechte). Kreuzfahrer boten ihr
Eigentum an, und religiöse Einrichtungen (Kirchen, Klöster etc.) boten im Gegenzug die Mittel
an, die für den Kreuzzug benötigt wurden. Neben Geld konnte dies in Form von Ausrüstungen
oder etwa Pferden geschehen. Die Kreuzfahrer waren dabei auch bereit, ihr Eigentum bei
schlechten Konditionen zu verpfänden.
Um diese Prozesse noch weiter zu erleichtern und für die Kreuzfahrer attraktiver zu machen,
wurden die
Kreuzfahrer von Zinszahlungen befreit
, und sie durften (anders als bis dahin) ihr
Eigentum ohne Zustimmung ihrer Angehörigen oder Herrscher verkaufen, bzw. verpfänden. Die
Zinsbefreiung war für die Geldverleiher jedoch kein größeres Problem, weil sie die Einnahmen
aus den verpfändeten Objekten (z.B. Grundstücken) behalten durften, so dass die effektiven
Zinsen bei etwa 7,5% lagen.
Die Kirchen ihrerseits verkauften ihre Schätze in Form von Gold, Silber und Edelsteinen, damit
sie genug finanzielle Mittel hatten, um den Kreuzfahrern Darlehen gegen Pfand anzubieten. Die
Kreuzzüge waren für Kirchen und Klöster eine günstige Gelegenheit, um Eigentum (z.B.
Grundstücke) zu erwerben. Die Verträge waren oft so gestaltet, dass die verpfändeten Güter der
Kirche zufielen, wenn der ehemalige Schuldner (ohne Nachkommen) starb, auch dann wenn die
Schulden zurückbezahlt waren.
Die Kreuzfahrer fragten neben (Geld-)Mitteln für ihre Reise auch spirituelle Dienstleistungen
nach. So haben die Kreuzfahrer für ihre Spenden an die Kirche die Zusicherung für Begräbnisse,
Andachten, Gebete und Leichenrückführungen erhalten. Ein weiterer Grund für Spenden an die
Kirche war die Sorge um Seelenheil und Erlösung. So haben Gläubige, die nicht in der Lage
waren an den Kreuzzügen teilzunehmen, stattdessen gespendet.
Orden und Stiftungen
Die Kirche half nicht nur dabei, Kreuzfahrern die Mittel für ihre Reisen zur Verfügung zu stellen.
Über zwei Orden (
Templer
und
Johanniter
) beteiligte sie sich in institutioneller Form militärisch
an den Kreuzzügen. Die Orden bauten feste Kontingente im Osten mit Reserven in Europa auf.
Die Orden gründeten Stiftungen in Europa, um sich zu finanzieren. Die Stiftungen
bekamen
Almosen und Erbschaften
von den Christen in Europa. Weiterhin leitete die Kirche die
Spenden1, die sie für den Kreuzzug erhielt, bald nur noch ausschließlich an diese Orden. Die
Stiftungen verfügten so schnell über große Einnahmequellen (wie etwa Land, Felder, Wälder).
Schließlich ermöglichte die Verbreiterung der Stiftungen in Europa und in den
Kreuzfahrerstaaten, dass
die Orden Geld verleihen und transferieren konnten
. So konnte
etwa in Jerusalem ein Darlehen gewährt werden, das dann in Frankreich zurückbezahlt wurde.
Nachwirkungen der Finanzierung der Kreuzzüge
Die alten Besitzverhältnisse wurden grundlegend geändert. Durch die privaten Formen der
Finanzierung verloren feudale Adelige vielfach ihre Eigentümer. Kirchenschätze (Gold, Silber,
Edelsteine) wurden in flüssige Geldmittel verwandelt, die Zirkulation von Kapital nahm zu. Durch
die staatlichen Formen der Finanzierung wurden die zentralisierten finanziellen Verwaltungen
vorangetrieben und Steuererhebungen wurden etabliert.
Literatur:
Constable, Giles: Monks, hermits and crusaders in Medieval Europe. London (1988), S.64-88
Cazel, Fred A.: Financing the Crusades, in: Setton, Kenneth M.: A History of the Crusades
Volume VI. Wisconsin (1989), S.116-149
1
Die Spenden wurden gefördert, indem etwa im 13. Jh. die Absolution gegen Geldspende für die Kreuzzüge ermöglicht
wurde.
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