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"Big Brother is Watching You": Strategien der Kontrolle und Überwachung in ausgewählten englischen Dystopien

Magisterarbeit, 2008, 127 Seiten
Autor: M.A. Oliver Baum
Fach: Anglistik - Literatur

Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2008
Seiten: 127
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 125  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V123102
ISBN (E-Book): 978-3-640-28005-6
ISBN (Buch): 978-3-640-28360-6

Zusammenfassung / Abstract

In dieser Arbeit werden Strategien der Kontrolle und Überwachung in drei klassischen Dystopien der englischen Literatur erforscht. Am ergiebigsten wird die Überwachung in den modernen englischen Dystopien thematisiert. Der Erforschung der Kontrollstrategien in dieser Arbeit liegen Herbert George Wells’ The Time Machine (1895), Aldous Leonard Huxleys Brave New World (1932) und George Orwells Nineteen Eighty-Four (1949) zugrunde da sie die Überwachungsthematik besonders prägnant illustrieren und sich von der utopischen Tradition abgrenzen. Meine These lautet, dass die ausgewählten Dystopien als Archetypen der Dystopie bezeichnet werden können, da sie gattungshistorisch bedeutsam sind. Bezüglich der Überwachung wird die These untersucht, dass BNW eine latente Kontrolle thematisiert, mittels derer der Weltstaat eine bessere Welt vortäuscht, die faktisch die Bürger versklavt, wohingegen die Partei in 1984 eine terroristische und sichtbare Überwachung illustriert und Macht zum Selbstzweck ausübt. Bezüglich TM wird die These diskutiert, dass TM keine vorsätzliche Kontrolle wie in BNW und 1984, sondern eine auf evolutionärer Basis fußende Überwachung veranschaulicht, demzufolge der Mensch nicht die Krone der Schöpfung bleiben muss. Bezüglich der Sexualität wird die These untersucht, dass in BNW und 1984 Sexualität als Unterdrückungsmittel beansprucht wird, wohingegen Sexualität in TM nicht als Kontrollinstanz, sondern der natürlichen Selektion dient. Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird die Utopie als Gattung definiert und die Dystopie als auch die SF von der Utopie abgegrenzt, wobei erklärt wird, warum BNW und 1984 als Dystopien und TM dagegen sowohl als SF als auch als Dystopie gelten kann. Im 3., 4. und 5. Kapitel werden die Kontrollstrategien in TM, BNW und 1984 diskutiert, wobei eine Zusammenfassung des Werkes, eine Rezeption des Forschungsstandes sowie die Sexualitätsthematik berücksichtigt werden. In der Forschungsliteratur sind vor allem BNW und 1984, aber auch Wells’ Werke, bedingt durch ihre Analogien oft Gegenstand eines Vergleichs. Im sechsten Kapitel werden die Resultate bezüglich der Untersuchung der Kontrollstrategien und der Sexualitätsthematik kontrastiert. Abschließend werden im siebenten Kapitel die Ergebnisse dieser Arbeit kritisch rekapituliert, gefolgt von einer persönlichen Evaluation.


Textauszug (computergeneriert)

"Big Brother is Watching You":

Strategien der Kontrolle und Überwachung in

ausgewählten englischen Dystopien

Dem Fachbereich

Fremdsprachliche Philologien

der Philipps-Universität Marburg

als Magisterarbeit

im Fachgebiet Anglistik Literaturwissenschaft

vorgelegt von Oliver Baum

aus Hamburg

Marburg im September

2008


If you believe in improvement, you must weep, for the

attained perfection must end in cold, darkness, and silence.

(Joseph Conrad)


A Inhaltsverzeichnis i

A Inhaltsverzeichnis

A Inhaltsverzeichnis

i

B Abkürzungsverzeichnis

iv

1. Einleitung

1

2. Die Dystopie im Kontext der utopischen Tradition

6

2.1. Die Quintessenz der Utopie

6

2.2. Die Fortschrittsskepsis als Motiv der Dystopie

7

2.3. Die Science Fiction als technologiebetonte Abenteuergeschichte

9

3. Herbert George Wells:

The Time Machine

(1895)

11

3.1. Synopsis von

The Time Machine

12

3.2. Der Forschungsstand zu Kontrolle und Sexualität

in

The Time Machine

13

3.3. Kontrolle und Überwachung der Eloi durch die Morlocks

16

3.3.1. Konträre Hegemonie ­ Die Rache der Morlocks

16

3.3.2. Die Sphinx und die Antinomien als

Überwachungssymbole

23

3.4. Liebe und Sexualität als Abbild der Kontrollstrategien

in

The Time Machine

31


A Inhaltsverzeichnis

i i

4. Aldous Huxley:

Brave New World

(1932)

37

4.1. Synopsis von

Brave New World

38

4.2. Der Forschungsstand zu Kontrolle und Sexualität

in

Brave New World

40

4.2.1. Der Forschungsstand zu Hypnopädie

in

Brave New World

40

4.2.2. Der Forschungsstand zu Liebe und Sexualität

in

Brave New World

42

4.3. Kontrolle und Überwachung durch Hypnopädie

in

Brave New World

43

4.3.1. Die Hypnopädie als Kontrollinstrumentarium ­ Leben

nach Slogans

43

4.3.2. Manipulation mittels Hypnopädie am Beispiel von

Lenina Crowne und Bernard Marx

48

4.3.3. John und die gescheiterte Rebellion

52

4.4. Liebe und Sexualität in

Brave New World

58

4.4.1. Lieblose Promiskuität als Instrumentarium

diktatorischer Macht

58

4.4.2. Lenina Crowne und Bernard Marx′ Verstöße gegen

das Promiskuitätspostulat

59

4.4.3. John und Lenina Crownes missglückte Liebe

63

5. George Orwell:

Nineteen Eighty-Four

(1949)

67

5.1. Synopsis von

Nineteen Eighty-Four

68

5.2. Der Forschungsstand zu Überwachung und Sexualität

in

Nineteen Eighty-Four

70

5.3. Kontrolle und Überwachung in

Nineteen Eighty-Four

- Leben

im totalitären Überwachungsstaat

73

5.3.1. Big Brother als Symbol totalitärer Überwachung

73


A Inhaltsverzeichnis

i i i

5.3.2. Totalüberwachung mittels Telescreens ­ Leben

ohne Privatsphäre

75

5.3.3.

Totalitäre Kontrolle durch die Thought Police ­ Leben

in ständiger Angst

82

5.4. Liebe und Sexualität in

Nineteen Eighty-Four

87

5.4.1. Puritanische Sexualität ­ Lieben im totalitären

Überwachungsstaat

87

5.4.2. Winston und Julias Liebesaffäre als erfolglose Revolte

gegen das Regime

89

6. Synopse

97

7. Fazit

103

8. Anhang

105

8.1. Graphische Darstellung der Kastenhierarchie

in

Brave New World

105

8.2. Geographische Übersicht über die drei Superstaaten

in

Nineteen Eighty-Four

106

8.3. Schematische Darstellung der Sozialstruktur und

Kontrollstrategien in

Nineteen Eighty-Four

107

9. Bibliographie

108


B Abkürzungsverzeichnis

i

v

B Abkürzungsverzeichnis

1984

Nineteen Eighty-Four

A.D.

anno domini

BB

Big Brother

Bd.

Band

BNW

Brave New World

BNW Rev

.

Brave New World Revisited

Bzw.

beziehungsweise

ca.

circa

Co.

Company

d.h.

das heißt

Ebd.

ebenda

Ed., eds.

Editor

Et al.

Und andere

GB

Großbritannien

Gestapo

Geheime Staatspolizei

Hg., Hrsg.

Herausgeber

Ingsoc

English Socialism

IP

Inner Party

Jh.

Jahrhundert

Kap.

Kapitel

Kap. I.1

Part Eins, Kapitel 1 (dies gilt für

1984

)

Kap. 4.2.

Kapitel Vier, Abschnitt Zwei (dies gilt für

BNW

)

KZ

Konzentrationslager

L.A.

Los Angeles

Nr.

Nummer

NS

Nationalsozialismus

N.Y.

New York

o.J.

ohne Jahr

o.O.

ohne Ort

OP

Outer Party


B Abkürzungsverzeichnis

v

P

Press

Proles

Proletariat

R&J

Romeo and Juliet

s.

siehe

S.

Seite

SF

Science Fiction

Sic

lat. so, ebenso; wirklich so

SU

Sowjetunion

TM

The Time Machine

TP

Thought Police

u.a.

unter anderem

Übers.

Übersetzt

UP

University Press

USA

United States of America

v. Chr.

vor Christus

Vgl.

Vergleiche

z.B.

zum Beispiel


1. Einleitung

1

1. Einleitung

In dieser Arbeit werden Strategien der Kontrolle und Überwachung in drei klassischen

Dystopien der englischen Literatur erforscht. Die Überwachungsthematik reicht bis in die

griechische Mythologie zurück, in der Übeltäter von dem mehräugigen Argus beobachtet

werden, und entwickelt sich im christlichen Weltbild des omnipotenten Gottes fort. Im

einundzwanzigsten Jahrhundert ist die Furcht vor dem Überwachungsstaat berechtigt.

Allein in Großbritannien (GB) wird das Ausmaß der Videoüberwachung auf vier Millionen

Videokameras geschätzt, demzufolge die Tendenz alarmierend ist. Zudem sind Real-

Fernseh-Projekte wie "Big Brother" längst kein Novum mehr. Auch der Lidl-Skandal, bei

welchem Mitarbeiter bespitzelt und in ihrer Privatsphäre verletzt wurden, sowie die

geplante Einführung des elektronischen Personalausweises verdeutlichen, dass die

Überwachung tendenziell alle Lebensbereiche affektiert und aktueller ist als je zuvor.1 Am

ergiebigsten wird die Überwachung in den modernen englischen Dystopien thematisiert.

Der Erforschung der Kontrollstrategien in dieser Arbeit liegen Herbert George Wells′

(1866-1946)

The Time Machine

(1895) (

TM

), Aldous Leonard Huxleys (1894-1963)

Brave

New World

(1932) (

BNW

) und George Orwells (Eric Blair) (1903-1950)

Nineteen Eighty-

Four

(1949) (

1984

) zugrunde,2 da sie die bekanntesten "erstmalig in deutlich negativer

Form in Erscheinung tretende[n] literarische[n] Utopie[n]" sind,3 welche die

Überwachungsthematik besonders prägnant illustrieren und sich von der utopischen

Tradition

abgrenzen.

BNW

kann

aufgrund

der

Parodierung

von

Wells′

Fortschrittsoptimismus als Reaktion auf Wells′

Men Like Gods

(1923) gedeutet werden,

was anhand von Huxleys Wortspiel "All ends well that ends Wells" evident wird.4 Auch

wenn

1984

aufgrund von Orwells angeblichem Pessimismus als "flawed" kritisiert wurde,

ist

1984

eine der renommiertesten Dystopien, die zum Überwachungssymbol wurde.5

1 Vgl. Markus Grill et al., "Die Lidl-Stasi",

Stern

, ed. Andreas Petzold, Nr. 14. ([o. A.], 27.03.2008) 44-56.

2 Der Originaltitel lautet

The Time Machine: An Invention

(vgl. The H. G. Wells Society,

H. G. Wells, A
Comprehensive Bibliography

, London: Lowe and Brydone, 1966 [2nd ed. 1968], 2). Der deutsche Titel von

BNW

lautete zunächst "Welt ­ wohin?" und "Wackere neue Welt" (1950), bis er 1953 in "Schöne neue Welt"

übersetzt wurde (vgl. Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs, und Ronald M. Hahn, eds.,

Reclams Science
Fiction Führer

, Stuttgart: Reclam, 1982, 215).

3 Frank Veddermann,

Von der ambivalenten Utopie zur utopischen Ambivalenz, Auf dem Wege zur `kritisch-
konstruktiven Dystopie′

, Diss. (Bochum: Ruhr-Universität Bochum, 1998) 9.

4 Theo Schumacher,

Aldous Huxley mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

(Reinbek: Rowohlt, 1987) 49.

5 Erika Gottlieb,

The Orwell Conundrum, A Cry of Despair or Faith in the Spirit of Man?

(Ottawa: Carleton

UP, 1992) 1-3. Vgl. Brian Ash,

Who′s Who in Science Fiction

(London: Elm Tree Books, 1976) 122.


1. Einleitung

2

Meine These lautet, dass die ausgewählten Dystopien als Archetypen der Dystopie

bezeichnet werden können, da sie gattungshistorisch bedeutsam sind. Bezüglich der

Überwachung wird die These untersucht, dass

BNW

eine sublime und latente Kontrolle

thematisiert, mittels derer der Weltstaat eine bessere Welt vortäuscht, die faktisch die

Bürger versklavt, wohingegen die Partei in

1984

eine terroristische und sichtbare

Überwachung illustriert und Macht zum Selbstzweck ausübt.

1984

hat aufgrund der

diktaturreichen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts sowie der derzeitigen

terroristischen Bedrohungen nichts an Relevanz verloren, wohingegen

BNW

die

gegenwärtige latente Manipulation wie z.B. mittels Werbetrends reflektiert. Bezüglich

TM

wird die These diskutiert, dass

TM

keine vorsätzliche Kontrolle wie in

BNW

und

1984

,

sondern eine auf evolutionärer Basis fußende Überwachung veranschaulicht, demzufolge

der Mensch nicht die Krone der Schöpfung bleiben muss. Bezüglich der Sexualität wird

die These untersucht, dass in

BNW

und

1984

Sexualität als Unterdrückungsmittel

beansprucht wird, wohingegen Sexualität in

TM

nicht als Kontrollinstanz, sondern der

natürlichen Selektion dient.

Die Utopieforschung tangiert aufgrund der Interdisziplinarität der Utopie viele

Wissenschaftszweige, wobei sich die Literaturwissenschaft erst seit den 1980er Jahren

zunehmend mit der Utopie beschäftigt. Trotz der flexiblen Deutung des Utopiebegriffs, ist

die literarische Utopie von philosophischen Modellen und Alltagsverwendungen zu

differenzieren. Suvins (1979) Kategorisierung der Utopie als Subgattung der Science

Fiction (SF) erklärt, dass die Utopie häufig synonym mit der SF verwendet wird.6 Im

zweiten Kapitel dieser Arbeit wird die Utopie als Gattung in 2.1. definiert und die Dystopie

Kathleen Ellenrieder,

Lektüreschlüssel, George Orwell 1984

(Suttgart: Reclam, 2005) 61. Willi Erzgräber,

Utopie und Antiutopie in der englischen Literature

, Bd. 1 (München: Wilhelm Fink, 1980) 134. Hiltrud

Gnüg,

Utopie und utopischer Roman

(Stuttgart: Reclam, 1999) 10. Francisco Reto Klauser,

Die
Videoüberwachung öffentlicher Räume, Zur Ambivalenz eines Instruments sozialer Kontrolle

(Frankfurt,

N.Y.: Campus, 2006) 14, 87. Bernd-Peter Lange,

George Orwell: "1984"

(München: Fink, 1982) 20, 25,

95, 100. Wulf Randhahn,

Polizeiliche Videoüberwachung: Mittel der Kriminalprävention für die staatliche
Sicherheitsgewähr auf öffentlichen Straßen und Plätzen

, Diss., (Hennef: Friedrich-Wilhelms-Universität

Bonn, 2006) 4, 6, 243. Michael

Sherborne,

York Notes Advanced, Nineteen Eighty-Four, George Orwell

, rev.

ed. (London: York Press, 2005 [2001]) 6, 8. Ronald T. Sion,

Aldous Huxley: Literary Prophet, A study of six
of his novels

(S.I.: XLibris, 2000) 85.

6 Vgl. Sonja Fielitz,

Roman: Text & Kontext

(Berlin: Cornelsen, 2001) 162. Gnüg 10. Richard Saage,

Utopieforschung, Eine Bilanz

, Erträge der Forschung, Bd. 289 (Darmstadt: Wissenschaftliche

Buchgesellschaft, 1997) 2, 5, 37. Hans Ulrich Seeber, Walter Bachem, "Aspekte und Probleme der neueren

Utopiediskussion in der Anglistik",

Utopieforschung, Interdisziplinäre Studien zur neuzeitlichen Utopie

1,

ed. Wilhelm Voßkamp, et al. (Stuttgart: Metzler, 1982) 143, 148, 149, 179. Bernd Schulte-Middelich,

"Möglichkeiten Utopischen Denkens ­ Das Erbe Platons",

Alternative Welten

, ed. Manfred Pfister, et al.

(München: Fink, 1982) 42. Wolfgang Weiß, "Verkehrte Welt, Schlaraffenland und Tausendjähriges Reich.

Utopische Entwürfe in der englischen Literatur des Mittelalters", ed. Pfister 81.


1. Einleitung

3

in 2.2. als auch die SF in 2.3. von der Utopie abgegrenzt, wobei erklärt wird, warum

BNW

und

1984

als Dystopien und

TM

dagegen sowohl als SF als auch als Dystopie gelten kann.

Das dritte Kapitel, das die Kontrollstrategien in

TM

diskutiert, beginnt in 3.1. mit

einer Synopsis von

TM

, gefolgt vom Forschungsstand zur Überwachungsthematik in

TM

in

3.2.7

TM

fiktionalisiert Sujets wie Entropie8 und Zeitreisen, die nebst gattungsspezifischen

Attributen ausgiebig in der Forschungsliteratur diskutiert wurden. Bezüglich der

Überwachungsstrategien sind Wells′ Radikalisierung von Charles Darwins (1809-1882)

Evolutionstheorie, Thomas Henry Huxleys (1825-1895) Auslegung dieser Theorie sowie

der Marxismus relevant.9 Ferner wird die Forschung bezüglich der Überwachungsthematik

am Beispiel der Beziehung zwischen dem Zeitreisenden und der Eloi-Dame Weena

reflektiert.10

In 3.3.1. werden die Kontrollstrategien der Morlocks bezüglich der Eloi untersucht,

wobei die in dieser Arbeit aufgestellte These verifiziert wird, dass die Überwachung der

Eloi auf einer konträren Hegemonie basiert, die aus darwinistischen und marxistischen

Tendenzen hervorgeht. Wells′ Abkehr vom Fortschrittsoptimismus des neunzehnten

Jahrhunderts evoziert die Möglichkeit der Evolution des neuen Menschen. Ferner wird in

3.3.2. die These diskutiert, dass die Sphinx und die Antinomien, welche das Verhältnis

zwischen den Morlocks und Eloi definieren, die Überwachung der Eloi begünstigen.

Populäre in

TM

entrierte SF-Sujets wie Zeitreisen können nicht diskutiert werden, da dies

den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. In 3.4. wird die These diskutiert, dass die

Beziehung zwischen dem Zeitreisenden und Weena die Überwachungsstrategien

reflektiert.

Im vierten Kapitel werden die Kontrollstrategien in

BNW

erörtert.

BNW

fiktionalisiert Thematiken wie Fordismus11 und Eugenik, die aufgrund des gesetzten

7 1960 wurde die "H. G. Wells Society" gegründet, die sich jährlich versammelt und seitdem Beiträge zum

aktuellen Forschungsstand liefert (vgl. The H. G. Wells Society 70).

8 Die Entropie bezeichnet den Wärme- bzw. Kältetod der Erde und das zweite Gesetz der Thermodynamik

(vgl. Peter Freese, Hg.,

Vom apokalyptischen zum entropischen Ende: Thermodynamik, Informatik und
Literatur

, Paderborner Universitätsreden, Paderborn: Universität Paderborn, 2006, 10, 27; André Thess,

Das
Entropieprinzip, Thermodynamik für Unzufriedene

, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2007, 63).

9 Wells gilt als einer der ersten, der den Darwinismus in die Literatur einführte und wurde durch T. H.

Huxley, dem Verfechter der Evolutionstheorie, beeinflusst (vgl. Robert Scholes, Eric S. Rabkin, eds.,

Science
Fiction, History, Science, Vision

, N.Y., Oxford UP, 1977, 17, 20).

10 Die Eloi werden in Kapitel 3.1., der Synopse von

TM

, definiert (S. 12).

11 Der "Fordismus," standardisierte Massenproduktion, geht auf Henry Ford (1863-1947) zurück, der 1908

das T-Modell und 1914 das automatische Fließband einführte (vgl. Robert Southwick, ed., introduction,

Brave New World

, von Aldous Huxley, 11th ed., Harlow: Longman, 1998 [1991], viii-ix; "Fordism", David

Macey,

The Penguin Dictionary of Critical Theory

, London: Penguin Books, 2000, 132-133).



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