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Leuchttürme

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 13 Pages
Authors: Carmen Trappenberg, Katja Zimmermann
Subject: Art - Architecture / History of Construction

Details

Event: Hoffentlich ist es Beton; Ein Baustoff und die Denkmalpflege
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Institut für Kunstgeschichte)
Tags: Leuchttürme, Hoffentlich, Beton, Baustoff, Denkmalpflege
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2000
Pages: 13
Grade: gut
Language: German
Archive No.: V12311
ISBN (E-book): 978-3-638-18228-7

File size: 68 KB


Excerpt (computer-generated)

Seminar des Hauptstudiums:
Hoffentlich ist es Beton:
Ein Baustoff und die Denkmalpflege

Referat:

Leuchttürme

Wintersemester 1999/2000
von:
Carmen Trappenberg und
Katja Zimmermann

 

Inhalt:

1. Geschichte der Leuchttürme S. 3
2. Bauweisen und Materialien S. 5
3. Erstmalige Verwendung von Beton im Leuchtturmbau S. 6
4. Früher Betonleuchtturm S. 7
5. Vorteile des Betons im Leuchtturmbau S. 8
6. Moderner Leuchtturm aus Stahlbeton S. 9
7. Funktion von Beton in der Denkmalpflege S. 10
8. Fazit S. 12
9. Bibliographie S. 13

 

In dem folgenden Text soll hauptsächlich die Verwendung von Beton im Leuchtturmbau behandelt werden. Außerdem wird ein kurzer Überblick über die allgemeine Geschichte der Leuchttürme und ihrer Baumaterialien gegeben. Im Allgemeinen liegt der Schwerpunkt auf Deutschland. Aufgrund der relativ geringen verfügbaren Literatur stützt sich der Text vor allem auf die Bücher von Friedrich-Karl Zemke und Eigel Wiese.1

1. Geschichte der Leuchttürme

Der älteste bekannte Leuchtturm ist der Leuchtturm von Pharos, der von den Ägyptern um 300 v. Chr. am Nildelta errichtet wurde. Er war über 100m hoch, sein Bau dauerte 17 Jahre und er stürzte erst nach 1600 Jahren bei einem Erdbeben ein.2 Dieser Turm war einem im 12. Jahrhundert entstandenen Reisebericht eines maurischen Fürstensohnes namens Idrisi aus Zeuta zufolge aus Stein erbaut, dessen einzelne Schichten durch geschmolzenes Blei miteinander verbunden waren.3 Ob er von Anfang an oder erst in späterer Zeit als Leuchtturm genutzt wurde ist nicht bekannt.

In der römischen Antike entstand eine große Anzahl von Leuchttürmen, von denen drei heute noch erhalten sind:


- In La Coruña (Spanien)

- Als Ruinen in Frejus (Frankreich)

- Als Ruinen in Dover (England)

Zu jener Zeit wurden die Leuchttürme wohl durch ein offenes Feuer aus harzigem oder in Pech getränktem Holz auf einer Plattform beleuchtet.

Als ab dem 12. Jahrhundert die Seefahrt im Mittelmeer-, und ab dem 13. Jahrhundert im nordeuropäischen Raum einen neuen Aufschwung erlebte, wurden weitere Leuchttürme gebaut.

Die ersten deutschen Leuchttürme bzw. Leuchtfeuer4 entstanden an der stark befahrenen Ostseeküste. Die Lübecker errichteten 1222 in Falsterboe an der schwedischen Südwestspitze den ersten befeuerten Turm. Darauf folgte 1226 der Leuchtturm von Travemünde, welcher 1534 durch dänische Truppen zerstört wurde. 1539 wurde er wieder aufgebaut und steht noch heute. Er ist somit der älteste deutsche Leuchtturm, der jedoch seit 1972 nicht mehr in Betrieb ist. Seine Funktion übernahm im Jahr 1974 das angrenzende 114 m hohe Maritim Hotel, auf dessen Dach man die Laterne setzte. In den folgenden Jahrhunderten errichteten die Hansestädte Wismar (1266 auf der Insel Lieps), Stralsund (1306 auf der Insel Hiddensee), Rostock (1348 in Warnemünde) und Danzig (1482 in Weichselmünde und Hela) weitere Leuchtfeuer in der schon seit dem 13. Jahrhundert stark befahrenen Ostsee.5

Da sich die Schifffahrt in der Nordsee erst später durchsetzte, dauerte es dementsprechend länger, bis hier die ersten Leuchtfeuer errichtet wurden.6 Seit dem 17. Jahrhundert bestanden die Leuchtfeuer aus offenen Steinkohlefeuern in eisernen Gitterkörben, die sich auf Holzgerüsten oder Türmen befanden. Dies waren die sogenannten "Blüsen".

Als dann im ausgehenden 18. Jahrhundert optische Systeme zur Bündelung des Lichtes erfunden wurden und außerdem bessere Brennstoffe als die zuvor verwendete Steinkohle zur Verfügung standen, wurden Leuchttürme in größerer Anzahl gebaut. Zu der Zeit wurde die Plattform für offene Feuer vom geschlossenen Laternenhaus abgelöst.

Oft dienten hohe Türme, wie etwa Kirch- oder Wehrtürme, als Tagessichtmarken, die dann später beleuchtet wurden, um den Seefahrern auch nachts den Weg zu weisen. So z.B. der heutige Leuchtturm Neuwerk, der von 1299-1310 auf einer kleinen Insel in der Elbmündung als Wehrturm und Tagessichtmarke für die Seefahrt erbaut wurde: Er erhielt erst 1814 ein Lampenfeuer und somit seine noch heute bestehende Funktion als Leuchtturm.

2. Bauweisen und Materialien

[....]


1 ZEMKE, Friedrich-Karl: Deutsche Leuchttürme einst und jetzt; Herford 1982. WIESE, Eigel: Von Borkum bis Usedom. Leuchttürme der deutschen Nord- und Ostseeküste; Hamburg 1991.
2 ZEMKE, S. 9. WIESE weist darauf hin, daß die überlieferten Angaben von Augenzeugen über die Höhe des Turmes zwischen 53 m und 133 m schwanken. WIESE, S. 19.
3  WIESE, S. 20.
4  Dies waren noch keine "richtigen" Leuchttürme, denn mit Kerzen beleuchtete Laternen wurden an vorhandenen Bauwerken, wie etwa Masten, Holzgerüsten oder Türmchen aufgehängt. Die Laternen hatten den Vorteil, daß sie wind- und wetterbeständiger waren als das offene Feuer.
5  ZEMKE, S. 12/13.
6  Wann genau die ersten Leuchtfeuer der Nordsee aufgestellt wurden geht aus der vorliegenden Literatur nicht eindeutig hervor. ZEMKE gibt in einer Tabelle auf S. 13 das Leuchtfeuer von Neuwerk in Form einer Kohlenblüse von 1644 an, während diese laut WIESE schon 1286 (S. 24) bestand.


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