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Research Paper (Pre-University), 2008, 29 Pages
Author: Felix Valin
Subject: Ethics
Details
Institute: Technisches Gymnasium
Tags: Fotomanipulation, Können, Fotos, Mittel, Medien, Ethik, Medien
Year: 2008
Pages: 29
Grade: 13
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-27730-8
Kommentar der Lehrkraft: "Eine sehr gut ausformulierte, informative und interessante Arbeit." Diese Seminararbeit ist eine schriftliche Ausarbeitung, die vor einem Prüfungskomittee vorgetragen und anschließend bewertet wurde.
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Abstract
Diese Seminararbeit erklärt verschiedene Methoden und Möglichkeiten Fotos zu fälschen. Sie durchleuchtet nicht nur die digitalen Fälschungsmöglichkeiten sondern beschreibt auch verschiedene Arten der Fotomanipulation vor der digitalen Revolution. Unter anderem beschreibt sie auch die Folgen und zeigt analoge sowie digitale Fälschungen als Beispiele.
Fulltext (computer-generated)
2 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
INHALTSVERZEICHNIS
1. Journalismus und Ethik 3
1.1 Definition im al gemeinen Sinn 3
1.1.1 Definition von Ethik 3
1.1.2Definition des Journalismus 4
1.2 Gesetzgebung und ethische Maßstäbe im Journalismus 4
1.3 Inwiefern wird die Ethik im Journalismus umgesetzt? 5
1.4 Ein Bild sagt mehr als tausend Worte 7
2.Technische Realisierbarkeit 8
2.1 Einblick in die Geschichte der Fotografie 8
2.2 Vor der digitalen Revolution 8
2.2.1. Retusche
8
2.2.2. Fotomontage
9
2.2.3. Nachstel en von Szenen
9
2.2.4. Fotokollage
9
2.2.5. Titel und Bildunterschrift
9
2.3 Nach der digitalen Revolution 10
3. Glaubwürdigkeit 11
3.1 Objektivität 11
3.2 Suggestion 11
4. Beispiele 14
4.1 Historische (analoge) Fälschungen 14
4.2 Digitale Fälschungen 15
5. Fälschen für Jedermann 18
5.1 Geeignete Software 19
6. Schlussfolgerungen 20
7. Literaturverzeichnis 22
8. Anhang 24
3 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
1.
Journalismus und Ethik
1.1. Definition im allgemeinen Sinn
Um eventuel en Unstimmigkeiten der Definition von Ethik und Journalismus
vorzubeugen, versuche ich eine allgemeine Definition des Themas festzuhalten.
Diese werde ich in dieser Form in der gesamten Arbeit anwenden. Ich habe die
Begriffsbestimmungen mit verschiedenen Quellen verglichen, sodass ich sie als
al gemeine Begriffserklärung geltend machen kann.
1.1.1. Definition von Ethik
Ethik [zu griechisch éthos = Gewohnheit, Herkommen, Sitte] wird als die
philosophische Wissenschaft und Lehre des Sittlichen betrachtet
1
. Die Ethik ist
eine ,,deontologische Analyse von Normen"
2
. Sie beschäftigt sich mit den
individuel en Meinungen, welche üblicherweise gewisse Differenzen aufweisen
und bildet hieraus einen Konsens der Werte und des Willens einer Gesellschaft.
Folglich legt die Ethik die moralischen Maßstäbe des richtigen Handels fest. Mit
der Zeit verändert sich die Willensbildung (der Menschen oder einer
Gesel schaft) und daher kann die Ethik nicht wie ein Naturgesetz angesehen
werden. Sie entwickelt sich mit den Veränderungen der Maßstäbe einer
Gesel schaft oder der individuellen Meinungen.
Philosophen versuchen die ,,Frage nach dem richtigen Handeln"
3
zu
beantworten. Eine bedeutende Frage stellt sich den Philosophen: Sind die
Willensantriebe und Wertschätzungen eines Menschen angeboren
(Nativismus) oder sind sie aus Erfahrungen über die Dauer der Zeit und der
verschiedenen Kulturen entstanden (Relativismus). Die philosophischen
Grundgedanken lassen einen großen Spielraum für Kritik und unbeantwortete
Fragen.
1
vgl. Brockhaus, 1989, S. 600
2
Hil man, 1994
3
Brockhaus, 1989, S.600
4 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
1.1.2. Definition des Journalismus
Journalismus charakterisiert die ,,periodische publizistische Arbeit bei der
Presse, im Rundfunk und in Online-Medien"
4
. Bei jeglicher Art der
Berichterstattung erfül t der Journalismus den Zweck der Recherche,
Auswertung von Informationen und die Publikation von Nachrichten. In einer
Demokratie, wie sie in Deutschland herrscht, hat sich der Journalismus, neben
den drei Gewalten - Legislative, Exekutive und Judikative - als sogenannte
vierte Gewalt entwickelt
5
. In der öffentlichen Meinung bildet der Journalismus
die letzte Instanz der Aufklärung einer nicht reglementierten Rangordnung. Er
konkretisiert, durchleuchtet und kritisiert politische und gesellschaftliche
Themen. Somit nimmt der Journalismus eine bedeutende Rolle in der
Gesellschaft ein.
1.2. Gesetzgebung und ethische Maßstäbe im Journalismus
Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sind dem Journalismus nur
grobe Grenzen gesetzt. Somit ist nach Artikel 5 im GG. die Pressefreiheit
uneingeschränkt. Sie findet lediglich in den allgemeinen Gesetzen und
Bestimmungen - zum Schutz der Jugend und dem Recht der persönlichen Ehre
- weitere Grenzen.
Es gibt weitere Richtlinien, an denen sich der Journalismus orientiert. Der
Pressekodex ist eine davon.
Dieser Kodex wurde vom Deutschen Presserat 1973 beschlossen. Er ist jedoch
nur ein Ehrenkodex, dem sich der Journalismus freiwillig verpflichtet hat.
6
Dieser beinhaltet die Grundprinzipien und bildet die moralischen und ethischen
Grundzüge des Journalismus um die Berichterstattung in einem ethisch
vertretbaren Rahmen zu halten:
· Als Höchstes Gebot gilt die Achtung der Wahrheit, Wahrung der
Menschenwürde und die Unterrichtung der Öffentlichkeit.
· Recherchierte Informationen sind wahrheitsgemäß widerzugeben. Bild
und Wort dürfen nicht bearbeitet oder durch Überschrift oder
Bildunterschrift manipuliert werden.
4
Wikipedia "Journalismus", Stand: März 2007
5
vgl. http://www.wissen-schaft.org/weblogs/de/wissen-schaft/17/index.htm, Stand: März 2007
6
vgl. http://www.presserat.de/Einfuehrung.27.0.html, Stand: März 2007
5 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
· Die Presse achtet Persönlichkeitsrechte und tastet das Privatleben und
die Intimsphäre des Menschen nicht an.
· Die sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid soll
vermieden werden.
· Die Presse darf niemanden wegen seines Geschlechts, seiner
Behinderung oder einer ethischen, religiösen, sozialen oder nationalen
Gruppe diskriminieren.
1.3. Inwiefern wird die Ethik im Journalismus umgesetzt?
Wird das oberste Gebot des Pressekodex (,,die Achtung vor der Wahrheit"),
welchem sich die Journalisten selbst verpflichtet haben, auch umgesetzt? Die
wahrheitsgetreue Berichterstattung fordert tiefgreifende Recherchen, um
wahrheitsgetreu und hintergründig zu informieren, welche Zeit und Geld kosten.
Nehmen wir einmal an, dass der heutige Zuhörer, Leser oder Zuschauer sich
gar nicht wahrhaftig mit einem Thema beschäftigen will, sondern nur kurz und
so schnell wie möglich informiert werden wil (um nach seinen Maßstäben
glauben zu können, dass er informiert sei). Somit ergibt er sich willenlos der
Presse, ohne das eigene kritische Denken einzuschalten und ohne den
Wahrheitsgehalt eines Berichtes überprüfen zu wollen.
Während der Leser versucht, die Informationsflut der heutigen Zeit zu
bewältigen, erkannten viele Zeitungen und Journalisten die Leichtgläubigkeit
der Leser. Der Borderline Journalismus lässt Illusion mit Wirklichkeit
verschmelzen, um einen Bericht interessanter zu gestalten als er wirklich ist. Es
kommt durchaus vor, dass ganze Interviews oder Berichte frei erfunden
werden. Solange es den Leser interessiert und der Absatz gut ist, ist es nicht so
wichtig, was dem Publikum aufgetischt wird, Hauptsache es wird aufgegessen.
,,Natürlich sind auch Medienunternehmen in erster Linie Unternehmen und
müssen auf eine solide Ertragslage achten. Aber wir müssen uns klarmachen,
wohin diese Entwicklung führt. Wenn immer weniger Journalisten immer mehr
Themen bearbeiten müssen, nimmt das Fachwissen zwangsläufig ab.
Flexibilität al ein macht aber noch keinen guten Journalismus."
7
Die Vorfälle des Borderline Journalismus häufen sich. Z.B. Tom Kummer, der
Schweizer Reporter, dessen Interviews mit Stars aus Hollywood meist frei
7
Johannes Rau, Hamburg, 05. Juni 2004
6 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
erfunden waren
8
, Jayson Blair, Reporter der New York Times, der Recherchen,
Artikel und Fakten frei erfunden hat
9
, Michael Born, der Dokumentationen
fälschte
10
, um die Bekanntesten in der Fälscherwerkstatt zu nennen.
Weitergreifend in der oben genannten Annahme, zieht das Publikum den kurz
informierenden Bericht, der einfach und verständlich geschrieben ist, dem gut
recherchierten Bericht mit bedeutsamen und wahrhaftig informierenden
Aussagen vor.
In der Bild-Zeitung spiegeln sich Verdrehung von Tatsachen, reißerische
Aufmachung, überdimensionale Überschriften und Dramatisierung im höchsten
Maße wieder. Der Presserat spricht immer wieder Rügen gegen die Bild-
Zeitung aus, da sie gegen den Pressekodex verstößt. In der Statistik der Rügen
liegt die Bild-Zeitung an erster Stelle:
Doch nicht jeder ist bereit, die Glaubwürdigkeit des Journalismus einfach den
Mächten der Korruption auszuhändigen. Medienjournalist Stefan Niggemeier
und Christoph Schultheis gründeten die Organisation
www.bildblog.de
. Sie
versuchen ,,die (immerhin weit verbreiteten) Zweifel an der Glaubwürdigkeit von
"Bild" argumentativ zu stärken und die öffentliche Wahrnehmung der "Bild"-
Zeitung zu verändern."
11
8 vgl. http://www.netzeitung.de/feuilleton/592311.html (Stand: März 2007)
9 vgl. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14796/1.html (Stand: März 2007)
10 vgl. http://rhein-zeitung.de/old/96/09/26/topnews/born.html (Stand: März 2007)
11 http://www.bildblog.de/faq.php, Stand: April 2007
7 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
1.4.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
Bilder prägen sich beim Mensch besser ein als Worte oder Buchstaben. Die
ganze Medienwelt arbeitet mit Bildern - ausgenommen das Radio - da Bilder
auf Menschen mehr wirken als ein Text oder Ton. Wir nehmen täglich Bilder
wahr und viele davon werden abgespeichert und sind abrufbar.
12
Ein Bild zeigt
dem Leser die (scheinbare) Wirklichkeit, ein reales Zeugnis eines Momentes.
Das Publikum glaubt dies, obwohl jeder weiß, dass man Fotos verändern,
fälschen, faken kann.
13
Bei einer Zeitung z.B. ist der Aufmacher mit einem
großen Titelbild am wichtigsten, dieser weckt die Neugier eines potentiellen
Lesers. ,,Im allgemeinen muß es etwas Dramatisches sein"
14
[sic!].
Anschließend gilt es, die gezeigte Szene gut darzustellen. Da die Szene nur
eine bestimmte, und nur diese eine bestimmte Bedeutung haben soll, kann das
Bild zugeschnitten werden.
Somit entfernt man unnötige Details, um diese gewol te Bedeutung explizit
hervorzuheben, wobei dem Foto diese eine Bedeutung eventuell genommen
wird.
Wenn das Bild jedoch auf verschiedene Weisen deutbar ist, muss Klarheit über
die Aussage geschaffen werden, deshalb ,,müssen Unterschrift und Bildtext
weiterhelfen"
15
12 vgl. Sontag (2007), S. 29 ff
13 Schneider, Grebe (2004), S.20
14 Bourdieu, Boltanski (2006), S. 139, vgl. Sontag (2007), Seite 30
15 Bourdieu, Boltanski, (2006), S. 148
8 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
2.
Technische Realisierbarkeit
2.1.
Einblick in die Geschichte der Fotografie
Die Fotografie wurde Anfang des 19. Jahrhundert von Joseph Nicéphore
Niépce entwickelt. Einige Jahre später verbesserte Louis Jacques Mandé
Daguerre das Verfahren zur Herstellung von Fotografien. Die Manipulation der
Fotografie ist genauso alt, wie das Medium selbst.
16
Die Fotografie ist ein
Eindruck eines bestimmten Momentes, den der Fotograf miterlebt hat.
Die Möglichkeit der Vervielfältigung eines Kunstwerks somit auch der
Fotographie war schon immer gegeben. ,,Was Menschen gemacht hatten, das
konnte immer von Menschen nachgemacht werden."
17
Was reproduziert werden
kann, kann auch in einer verfremdenden Form reproduziert werden. Jedoch hat
nicht nur ein Dritter die Möglichkeit der Manipulation, der Fotograf selbst wählt
schlussendlich die Belichtungszeit, den Blickwinkel, den Kontrast sowie die
Farbeinstellung unvermittelt an seinem Fotoapparat.
Somit spiegelt sich die Sichtweise, die jener in dem Moment der Aufnahme
hatte auch in seinem Foto wieder.
18
2.2.
Vor der digitalen Revolution
Die Fotografie löste die Kunstmalerei ab, als Daguerre die Möglichkeit fand, die
Bilder der camera obscura zu fixieren. Die Entwicklung schritt rasant voran und
bereits um 1840 wurden viele Miniaturmaler zu Berufsfotografen.
19
Somit war die Zugänglichkeit der Al gemeinheit zur Fotografie gegeben.
·
2.2.1. Retusche:
"Schließlich drangen von überallher Geschäftsleute in den Stand des
Berufsphotografen ein, und als dann späterhin die Negativretusche [...]
allgemein üblich wurde, setzte ein jäher Verfall des Geschmacks ein."
20
Es gibt hauptsächlich zwei Arten von Retusche, die Positivretusche und die
Negativretusche.
16 vgl. Brugioni (1999), S. 25 ff
17 Walter (2003), S. 1
18 Sontag (2007), S. 55 ff
19 vgl. Walter (2003), S.53
20 ebd.
9 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Die Positivretusche wird mittels Stift oder Pinsel realisiert, hierbei wird die
Oberfläche des Positivs wird nachträglich verändert. In der Negativretusche
gibt es zwei Verfahren: zum einen wird die Verringerung/Steigerung der
Deckung durch die Arbeit mit Bleistift, Pinsel, Schabemesser und Wischer
retuschiert, zum anderen die chemische Bearbeitung. Details lassen sich
wortwörtlich ausradieren oder einfügen.
·
2.2.2. Fotomontage:
Durch das Übereinanderlegen von Negativen lassen sich Details in ein Bild
einfügen. In der Politik können sich mit dieser Art der Manipulation Politiker in
ein Bild einer wichtigen Versammlung kopieren lassen, obwohl sie bei der
Versammlung nicht anwesend waren.
·
2.2.3. Nachstel en von Szenen
Diese Möglichkeit ist, sowohl damals als auch heute, sehr beliebt. Wenn der
Fotograf bei einem wichtigen Ereignis nicht rechtzeitig zur Stelle ist, wird
kurzerhand die Szene mit Schauspielern oder Passanten nachgespielt. Somit
kann der Fotograf dennoch den verpassten Moment festhalten. Nicht nur mit
Schaudarstel ern wurden Szenen nachgestellt, hier kamen auch Modelle zum
Einsatz, wenn sie erforderlich waren.
21
·
2.2.4. Fotokollage
Durch das Zusammensetzen verschiedener Fotos zu einem neuen Foto, wird
die Aussagekraft des ursprünglichen Fotos verfälscht. Somit wird ein neuer
Zusammenhang dargestellt, was eine manipulative Wirkung mit sich ziehen
kann.
·
2.2.5. Titel und Bildunterschrift
Ein Bild wird durch den Titel und die Bildunterschrift verfremdet, diese hilft
weiter, wenn das Geschehen nicht eindeutig deutbar ist und unterwirft sich
somit der Deutung des Journalisten oder des Schöpfers. ,,Die Hauptfunktion des
21 Brugioni (2006), S.100 ff
10 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Bildtextes besteht darin, eine und nur eine Bedeutung sichtbar zu machen, was
das stumme Bild al ein niemals vermöchte. Er ist eine Gebrauchsanweisung."
22
2.3. Nach der digitalen Revolution
Mit der Erfindung des Microchips nahm die digitale Revolution, gegen Ende des
20 Jahrhunderts, ihren Lauf. Zu Anfang war der Computer nicht für den privaten
Haushalt geeignet, da die damaligen Computer wahre Rechenzentren waren.
Die rasante Entwicklung ermöglichte bald, dass Computer nicht länger nur den
Forschern und dem Militär vorbehalten waren, sondern dass diese Technologie
auch privat angewendet werden konnte.
Die Grenzen des Machbaren schienen mit diesem neuen Medium
unüberschaubar.
Ein digitales Foto besteht aus vielen einzelnen Bildpunkten, den sogenannten
Pixel. Mit den entsprechenden Programmen kann man - ob Laie oder auf
professionel er Ebene - schnell und präzise ein Bild bearbeiten. Diese
Programme ermöglichen die Bearbeitung einzelner Pixel, welche die
Manipulation und Bildfälschung perfektionieren. ,,Denn die gefährlichste Form
der Manipulation ist nicht jene, die man auf Anhieb erkennt, sondern die fein
versteckte."
23
22 Bourdieu, Boltanski, (2006), Seite 148
23 Howe (2000), Seite 143
11 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
3.
Glaubwürdigkeit
3.1.
Objektivität
Die Fotografie bietet, auch ohne unmissverständlich zu fälschen, ,,immanente
Möglichkeiten, die Eindrücke des Beobachters zu steuern."
24
Wie in jedem
Handbuch einer Kamera beschrieben, lässt sich der Eindruck eines Bildes
durch Kontraständerungen, Körnungen, Zoomeinstel ungen (Wahl des
Bildausschnittes) und Perspektivenwahl verändern. Um die Entwicklung des
Fotojournalismus in die richtigen Wege zu lenken und ihn nicht in Frage zu
stellen, gilt ,,die strickte Beachtung der journalistischen Objektivitätsnorm"
25
, die
al eine jedoch nicht ausreicht, denn ,,der Blick durchs Objektiv der Kamera folgt
stets der subjektiven Perspektive des Fotografen."
26
3.2.
Suggestion
Die Entfremdung des eigentlichen Charakters der Fotografie, die Wirklichkeit
eines Momentes festzuhalten, scheint kein großes Aufsehen mehr zu erregen,
da wir ein Foto ,,nach wie vor als stabile Referenz zur Wirklichkeit"
27
sehen.
Dies macht sich vor allem die Werbebranche zunutze. Vom Publikum wird in
diesem Bereich eine Manipulation eher toleriert, im Gegensatz zu politisch
motivierten Bildveränderungen
28
. Ebenso spielt der Wahrheitsgehalt einer
Kunstfotografie keine besondere Rolle, da jene sich in der Kunst legitimiert, als
Objekt der Kunst eingestuft wird und somit der Wahrheit nicht verpflichtet ist.
In der Kunst geht es um den Ausdruck, denn ein Künstler vermitteln wil und hat
somit weder einen Bezug zur Objektivität, Subjektivität, noch zur Realität.
29
·
Werbung
Werbung ist bei Konsumenten sehr beliebt. ,,44 Prozent mögen
Zeitungswerbung, 41 Prozent geben ihre Zustimmung für Werbung in
Zeitschriften. Dahinter folgen Fernsehwerbung mit 35 Prozent Akzeptanz,
Werbung auf Plakaten mit 32 und Radiowerbung mit 24 Prozent."
30
24 August (1999)
25 Forster (2006), S.3
26 Ebd.
27
Schneider, Grebe (2004), S.31
28 vgl. Huan (2001) S.158 ff, Forster (2003), S. 80 ff
29 vlg. Schneider, Grebe (2004), S.25 ff
30
http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/bericht-78165.html (Stand April 2008)
12 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
In der heutigen Konsumgesellschaft ist die ganze Wirtschaft darauf ausgelegt
zu produzieren, um das Produkt anschließend verkaufen zu können. Um die
Produkte auf dem Markt und somit dem Käufer zugänglich zu machen, ist es
nötig, das Produkt zu präsentieren.
,,In der Werbung war Fotografie nie der Wahrheit verpflichtet."
31
Eine einfache
Darstellung des Produkts bringt nicht den Effekt des Habenwollens. So nutzt
man digitale Technik, um Model s schöner aussehen zu lassen, Belichtungen
und Kontraste zu verändern.
Aber die Werbung wil nicht nur ein Produkt präsentieren, sondern informiert
den Konsumenten auch. Die Anstiftung zum Konsum des beworbenen
Produktes funktioniert also auf zwei Ebenen: Erstens der (als solchen vom
Konsumenten auch meistens erkannten) Manipulation durch Identifikation,
andererseits durch Information. Nur über den (wirtschaftlichen,
lebensstiltauglichen, praktischen usw.) Mehrwert eines Produktes gegenüber
seinen Konkurrenten hat es genau den Wettbewerbsvorteil, der den Kunden
zum Kauf animiert.
·
Politik
Politisch motivierte Bildmanipulationen sind - ebenso wie Werbefotografien eine
wesentliche Veränderung eines festgehaltenen Moments. Bei tagesaktuellen
Anlässen erfolgt die Produktion der Manipulation in kurzem Zeitraum; die
Konzeption zielt auf eine schnelle und einfache Erkennbarkeit und Einordnung
seitens des Lesers ab.
32
Ausgeschlossen in dieser Hinsicht ist eine objektive Wahrnehmung eines
Bildes, dass durch die subjektive Perspektive des Fotografen aufgenommen
wurde. Ein Foto zeigt immer nur eine Sichtweise einer dargestellten Szene, und
da sie nur einem Sinn anspricht, ist die Aussagekraft eines Bildes stark vom
Betrachter abhängig. Die Pressefreiheit ist in Deutschland uneingeschränkt: es
findet keine Zensur statt.
31
Schneider, Grebe (2004), S.9
32 vgl. http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,346839,00.html (Stand April 2008)
13 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Eine öffentliche Person muss sich mit satirischen, sarkastischen oder
ironischen Darstellungen abfinden, solange diese ethisch vertretbar sind und
diese Veränderung des Bildes erkenntlich gemacht wird, da sie sich als
öffentliche Person dem Recht der Presse, eine freie Meinungsäußerung zu
publizieren, unterwirft.
Somit muss man unterscheiden, wann eine Manipulation die Ethik substantiell
verletzt. Augenscheinlich gilt eine Verfälschung der vermeintlichen Wirklichkeit
einer Fotografie nur dann als solche, wenn sie einen konkreten Gegenstand der
Wahrheit darstellen sol (und somit eine Thematisierung eines bestimmten
Themas darstel t), was von vorne herein die Werbefotografie und die
Kunstfotografie ausschließt. Wenn Fotos zu einem ,,Spiegel der Wirklichkeit"
werden sollen, ,,[prädestinierten]
ihre medialen Eigenschaften sie dazu,
Dokumente von etwas [...] für etwas bereitzustellen [...]"
33
33
Schneider, Grebe (2004), S.24
14 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
4.
Beispiele
4.1. Historische (analoge) Fälschungen
Das Bildnis von Lincoln (Abb.
2) entstand vermutlich um
1860. Doch Lincoln posierte
nie für dieses Foto. Der Kopf
von John Calhoun (Abb. 1)
wurde einfach durch Lincolns
Kopf ersetzt.
34
Abb. 1:
Abb. 2:
Das Original Foto von Calhoun
Die Fälschung mit Lincolns Kopf
Diese vermeintliche See-schlange
(Abb. 3) wurde 1906 fotografiert. Bei
näherer Betrachtung entpuppt sie
sich als harmloser Baumstamm.
35
Abb. 3:
Die Seeschlange wurde 1906 als Baumstamm enttarnt.
Abb. 4 stel t ein abstürzendes Flugzeug im
ersten Weltkrieg dar. Erst 1994 fand man
heraus, dass es sich hierbei um
Modellflugzeuge handelte.
36
Abb. 4:
Ein Flugzeugmodell simuliert einen Absturz
34
vgl. Brugioni (1999), S.35 ff
35 vgl. Brugioni (1999), S.162
36
vgl. Brugioni (1999), S.100 ff
15 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Abb. 5:
Links das retuschierte Foto und rechts Stalin mit einem Kommissar, der in Stalins Ungnade gefallen war.
Mit Hilfe der Retusche, ließ der sowjetische Diktator - Josef Stalin - Feinde und
politische Gegner ganz einfach mit Hilfe der Retusche verschwinden.
4.2.
Digitale Fälschungen
Die erste große Debatte, um digitale Bildbearbeitung,
wurde 1982 durch das Cover des National Geographic
ausgelöst. Aus Platzmangel rückte man die Pyramiden
einfach ein Stückchen näher zusammen. Die digitale
Fotobearbeitung war zu diesem Zeitpunkt Neuland,
somit stand die Zeitschrift plötzlich im Mittelpunkt der
Diskussion über die Zulässigkeit der digitalen
Bildbearbeitung im Fotojournalismus und musste
ernsthaft um ihr Image fürchten.
37
Abb. 6:
Die Diskussion führte dazu, dass ein Protokoll für die
Aus Platzgründen wurden die
Pyramiden ein Stückchen
Rahmenbedingungen der Fotobearbeitung verfasst
Näher zusammengerückt.
wurde, die das Image des Magazins wahren sollte.
Inhaltliche Veränderungen sind nicht erlaubt, jedoch
Veränderungen von Hel igkeit, Kontrast, das Entfernen von technischen
Fehlern und sogar das Hinzufügen von inhaltlich leeren Bildelementen ist
legitim.
38
37 vgl. Wheeler (2000), S. 328
38 Forster (2006), S.4
16 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
In der nebenstehenden Abbildung
des Hatschepsut-Tempels wird
jedoch deutlich, dass dieses
Protokol Lücken aufweist. Die
Schweizer
Boulevardzeitung
,,Blick" veröffentlichte dieses Foto
nach dem Bombenanschlag am
17. November 1997.
Abb. 7: Das gefälschte Bild des Hatschepsut-Tempels
Eine Pfütze, die sich bis zu den Füßen des Fotografen erstreckte wurde Dank
der digitalen Bildbearbeitung kurzerhand zu einer Blutlache. Vier Tage später
wurde das Foto als Fälschung identifiziert.
39
Bildmanipulationen müssen nicht zwangsläufig aufwändig sein. Bei bestimmten
Fotos reicht ein Ausschnitt, gekoppelt mit einem schönen Titel oder Untertitel
oder zum Verständnis eingefügte kleine Hilfen.
Abb. 8:
Abb. 9:
Manipuliertes Foto einer Demonstration
Das Original Foto der Demonstration
Einen fatalen Fehltritt erlaubte sich die Bild-Zeitung, in dem sie nur einen
Ausschnitt des Originals zeigte, zwei Pfeile einfügte und das Bild somit
inhaltlich völlig veränderte. Der vermeintliche Bolzenschneider und der
Schlagstock sind auf dem Original von Focus klar als Absperrseil und
Handschuh erkennbar. Die Bild Zeitung erklärte ihre Manipulation als
,,handwerklichen Fehler". Kai Dieckmann erklärte am 5. Februar in einem
Spiegel Interview, dass ,,die Ausdrucke [...] waren Kopien von Kopien und
39 Vgl. Haus der Geschichte (2003), S.22
17 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
entsprechend schlecht [...] Jemand glaubte, einen Stock erkannt zu haben, das
war damit unser handwerklicher Fehler."
40
Die Bild-Zeitung stellte somit Jürgen Trittin in einem völ ig falschen
Zusammenhang dar. Dem Leser wurde eine falsche Wirklichkeit vermittelt und
der Leittragende, der sich anschließend für einen angeblichen falschen Auftritt
rechtfertigen musste war einzig und allein der abgebildete Trittin.
40 Rehren (2001), S.38 ff
18 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
5.
Fälschen für jedermann
Dieses Foto erschien kurz
nach den Anschlägen auf das
World Trade Center am 11.
September 2001.
Das Bild zeigt einen Mann mit
Rucksack, Peter, auf dem
World Trade Center und ein
näher kommendes Flugzeug,
datiert auf den 11. September
2001. Viele Leute glaubten, dass das Bild tatsächlich kurz vor dem Anschlag
aufgenommen wurde und die Kamera tatsächlich in den Trümmern gefunden
wurde. Bald stellte sich heraus, dass ein sogennanter Peter das Bild mit
Photoshop gefälscht hatte und zum Spaß an Freunde geschickt hatte. Anders
als beabsichtigt, veröffentlichten diese das gefälschte Foto im Internet, das
Medium übernahm anschließend stillschweigend den Rest.
41
An diesem spezifischen Beispiel lässt sich eindeutig erkennen, dass die
Manipulation von Fotos längst die Ränge der gelernten Fälscher verlassen hat.
Zwar ist das obige Bild (Abb. 10) eine gut erkennbare Fälschung (Schatten und
Lichteffekte stimmen nicht), aber trotz allem haben es viele Menschen glaubhaft
angenommen.
Dadurch, dass Amateure sich auch weiterbilden und ,,einen immer besseren
Einblick in den fotografischen Produktionsprozess" haben, dürfte die Folge ,,ein
Rückgang des Vertrauens in die Authentizität fotografischer Abbildungen"
42
sein.
Was sich nicht positiv auf den Fotojournalismus auswirkt, deshalb ist die
Einhaltung der Berufsethik eines Journalisten sehr wichtig. Er ist verantwortlich
das Vertrauen der Wahrheit von Wort und Bild zu wahren.
41 vgl. www.kubiss.de/schneider/essay_/anm12.htm, Stand Mai 2007
42 Forster (2006), S.3
19 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
5.1.
Geeignete Software
Zu den bekanntesten Fälscherwerkstätten gehören wohl Adobe Photoshop,
Corel Paint Shop Pro und GIMP.
Wenn man sich erst in ein Programm eingearbeitet hat, ist das fälschen nicht
wirklich schwer. Problemlos lassen sich Filter einfügen, Kontraste verändern,
Details hinzufügen, Bereiche ausschneiden (...) um einen sehr kleinen Einblick
in das Inventar der Möglichkeiten zu geben.
Am 5. Mai 2007 erschien ein neues Produkt von Adobe, Photoshop CS3.
Adobe hat sich als Marktführer durchgesetzt
43
, dieses Programm wird nicht nur
von Laien benutzt, auch bei professionellen Grafikern, Fotografen und
Designern ist Photoshop ein Handwerkzeug. Das sehr umfangreiche Photoshop
CS3 ist für 1.019,95 bei Adobe erhältlich. Gekoppelt mit dem Programm
Lightroom, ebenfalls von Adobe wird das Bildbearbeiten perfekt.
Mit der Entwicklung der privat nutzbaren Bildbearbeitungsprogramme bildeten
sich Foren, die sich nur mit diesem einen Thema beschäftigen: Bilder zu
bearbeiten also zu fälschen.
Faken ist also nicht nur im Journalismus populär, sondern auch bei
Privatanwendern.
43 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Adobe_Photoshop_CS
20 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
6.
Schlussfolgerungen
In der informationsüberfluteten Welt, ist es fast unmöglich der Konfrontation der
Medien aus dem Weg zu gehen. Journalisten sind Menschen, Menschen
machen Fehler. Das ist der Grund, warum man sich nicht der Korruption der
Medien, die ihre Machtposition oft schamlos ausnutzen, nicht einfach beugen
darf. Dort wo Profit an erster Stel e steht, werden gerne auch falsche Tatsachen
verkauft. Alles was populär wird, wird früher oder später kommerziell. Um diese
Flut zu bändigen, sollte man den Standpunkt des Kritischen Betrachters
beziehen.
Die Selbstherrlichkeit der Journalisten, im Umgang mit dem Publikum, kann
man sicherlich nicht pauschal auf jeden abwälzen.
Wenn der Journalist seine Grenzen - ob nun Berufsethik oder Gesetze -
überschreitet, darf diese Verletzung der moralischen Pflicht nicht einfach
toleriert werden. Ein Vergehen muss publiziert werden, da das Publikum über
die Wahrheit in Kenntnis gesetzt werden muss, um die Glaubwürdigkeit des
gesamten Journalismus zu wahren.
Der Fotojournalismus ist mit besonderer Vorsicht zu genießen. Das Foto wird,
als vermeintlicher Spiegel der Wirklichkeit, die Menschheit noch länger
begleiten, bis die Technik einen besseren Weg gefunden hat, eine Sichtweise
der Realität so überzeugend darzustellen wie ein (oder mehrere
aneinandergereihte) Foto(s).
Ein Foto zu fälschen bereitet keine Schwierigkeiten mehr, die Manipulationen
kaum erkennbar. Doch die meisten Menschen der heutigen Gesellschaft wol en
sich nicht mit solchen Themen auseinander setzten. Wie mir scheint lässt sich
der Großteil der heutigen Gesellschaft auch gerne täuschen. Das Kritische
Denken in der Konsumkultur scheint uninteressanter zu werden.
Doch die Zahl derer, die sich mit diesen Themen beschäftigen, wird zahlreicher.
"Die Freiheit der Medien", so Hans Magnus Enzensberger, "ist nicht nur eine
Wohltat, sondern auch eine Zumutung. Und wir müssen sie nicht nur
verteidigen, wir müssen sie auch ertragen. Und das ist ziemlich viel verlangt."
21 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Definitiv ist die Freiheit der Medien ist wichtig, wenn sie eine Kontrollfunktion
und eine aufklärende Position im Demokratiegebilde einnehmen soll. Doch sie
findet Grenzen. Fal s die Moral nicht gegenwärtig ist und bleibt, muss die Ethik
der Medien erst in Politik und Gesetze umwandelt werden, welche die Freiheit
dennoch gewährleisten, aber trotzdem einschränken.
Diese Einschränkung der öffentlichen Kontrollinstanz in Form von staatlicher
Zensur würde ihr den Mund verbieten, was nicht tragbar ist. Als Konsument
müssen wir an die Moralvorstellung des Journalisten appellieren, welcher aus
seiner Berufsethik und seinen Moralvorstel ungen heraus, den Konsumenten in
seiner Wahrheitsfindung zu unterstützen, nicht enttäuschen darf. Kritisches
Denken, eigene Vergleichsquellen und die Publikation von Fehltritten der
Presse sind notwendig, wenn man sich als Konsument der Presse nicht frei
ausliefern will.
Um eine Pauschalisierung der gesamten Medienwelt zu vermeiden, gilt es
jeden Fehltritt objektiv zu betrachten und einen gemachten Fehler eines
Journalisten nicht auf die gesamte Presse zu übertragen. Die meisten
Journalisten informieren wahrlich nicht mit manipulativen Hintergedanken.
Das Funktionsprinzip dieses Systems verlangt seitens der Konsumenten dem
Journalisten die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen zuzusprechen und seitens
der Journalisten die Moralvorstellung und Berufsethik seiner Arbeit zu achten
und umzusetzen. Diese Theorie wird leider von beiden Seiten oft nicht
eingehalten.
,,Egal, wo Sie politisch stehen, mischen Sie sich ein. Widersprechen Sie den
Mächtigen, wenn Widerspruch notwendig ist. Gehen Sie kritisch mit den Medien
und den Medienmachern um, aber ignorieren Sie die Medien nicht."
44
44 www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-3483/leyendecker.pdf (Stand:
Mai.2007)
22 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
7.
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AUG US T HANS- JÜRG E N
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,,Der manipulierte Blick"
F O RS T E R KL AUS
(Fachjournalist Nr. 3, 2006)
,,Fotomanipulationen Eine
Bedrohung der journalistischen Glaubwürdigkeit"
HO W E P E T E R
53. Weltkongress der Zeitungen (2000)
,,Die Neuerfindung des
Zeitungsunternehmens: Strategien und Erfolge"
>>INTERNETSEITEN<<
www.bildblog.de
www.db-thueringen.de
www.innovations-report.de
www.innovations-report.de
www.kubiss.de
23 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
www.presserat.de
www.spiegel.de
www.wikipedia.de
>>BILDQUELLEN<<
Abb. 1: www.museumofhoaxes.com/photos/02calhoun.html
Abb. 2: www.museumofhoaxes.com/photos/02calhoun.html
Abb. 3: www.museumofhoaxes.com/photos/serpent.html
Abb. 4: www.cs.dartmouth.edu/farid/research/digitaltampering/stalin1+2.jpg
Abb. 5: www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html
Abb. 6: www.cs.dartmouth.edu/farid/research/digitaltampering/
Abb. 7: Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (2003), X for U.
Bilder die Lügen
Abb. 8:
www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html
Abb. 9:
www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html
Abb. 10: http://www.touristofdeath.com
24 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
8.
Anhang:
>> zu Fußnote 4
http://de.wikipedia.org/wiki/Journalismus
Journalismus bezeichnet die periodische publizistische Arbeit bei der Presse,
im Rundfunk und in Online-Medien. Zur Entstehung des Journalismus siehe
den eigenen Beitrag Geschichte des Journalismus, zur wissenschaftlichen
Beschäftigung mit dem Journalismus siehe Journalistik, Publizistik,
Kommunikationswissenschaft.
>> zu Fußnote 5
http://www.wissen-schaft.org/weblogs/de/wissen-schaft/17/index.htm
Mit dem Begriff der "vierten Gewalt" verbindet sich die durchaus richtige
Einsicht, dass der klassischen Gewalten-Dreiteilung moderner demokratischer
Gesellschaften zwischen
Legislative (Parlament), Exekutive (Regierung) und Judikative (Gerichte)
unbedingt noch eine "4. Gewalt" als zusätzliche Kontrollinstanz zur Seite
gestellt werden muss, um Machtkonzentration und die daraus resultierende
Möglichkeit des politischen Machtmiss- brauchs effektiv verhindern zu können.
Eine solche "4. Gewalt" stellen in modernen demokratischen Gesel schaften die
Massenmedien dar.
>> Fußnote 6
http://www.presserat.de/Einfuehrung.27.0.html
Regeln für einen fairen Journalismus
Nicht al es, was von Rechts wegen zulässig wäre, ist auch ethisch vertretbar.
Deshalb hat der Presserat die Publizistischen Grundsätze, den sogenannten
Pressekodex, aufgestel t. Darin finden sich Regeln für die tägliche Arbeit der
Journalisten, die die Wahrung der journalistischen Berufsethik sicherstel en, so
z.B.: Achtung vor der Wahrheit und Wahrung der Menschenwürde
Gründliche und faire Recherche
Klare Trennung von redaktionellem Text und Anzeigen
Achtung von Privatleben und Intimsphäre
Vermeidung unangemessen sensationeller Darstel ung von Gewalt
25 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
>> zu Fußnote 8
http://www.netzeitung.de/feuilleton/592311.html
Tom Kummer: Journalismus ist Krieg
′Wow! Ich bin wirklich ein Teil von alledem′ - Tom Kummer heute
Weil er Interviews gefälscht hat, gilt Tom Kummer als bad boy des
deutschen Magazin-Journalismus. Er muss heute als Tennislehrer
arbeiten. Ronald Düker hat ihn in Berlin getroffen.
In den 80er und 90er Jahren belieferte Tom Kummer deutschsprachige
Magazine mit Reportagen und Interviews. Der in Bern geborene Kummer
arbeitete zunächst für «Tempo», dann für das «SZ-Magazin», das Magazin des
Zürcher «Tagesanzeigers» und viele andere große Zeitungen. 1993 ging er
nach Los Angeles, wo er Interviews mit vielen Hollywoodstars produzierte.
Diese wirkten so intim, als hätte der Interviewer bei Sharon Stone, Pamela
Anderson oder Sean Penn stundenlang auf dem Schoß gesessen. Im Jahr
2000 enthüllte «Focus» dann, dass ein Großteil dieser Gespräche frei erfunden
waren. Kummer wurde daraufhin nicht mehr beschäftigt. Beim «SZ»-Magazin
mussten die beiden Chefredakteure ihren Hut nehmen. Tom Kummer lebt noch
immer in Los Angeles, wo er als Tennislehrer in einem exklusiven Club arbeitet.
Nun hat er im Blumenbar-Verlag ein Buch über seine journalistische Karriere
veröffentlicht.
[...]
>> zu Fußnote 9
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14796/1.html
Der Fake-Journalismus
Der junge Journalist Jayson Blair erfand jahrelang seine Reportagen für die
New York Times, aber er ist kein Einzelfal , sondern womöglich nur die Spitze
eines Trends
Die New York Times hat jetzt auch ihre "Hitler-Tagebücher". Der Reporter
Jayson Blair hat mehrere Jahre systematisch Artikel gefälscht, Fakten erfunden
und Recherchen vorgetäuscht. Die Redaktion spricht von einem "Tiefpunkt in
152 Jahren Zeitungsgeschichte".
>> zu Fußnote 10
http://rhein-zeitung.de/old/96/09/26/topnews/born.html
26 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Geld, Lügen und Video . . .
. . . oder "Volkstheater"? - TV-Fälscher Born und das TV-System
Um Haaresbreite wäre Michael Born, dem seit vergangener Woche vor allem
wegen Betrugsverdachtes in 32 Fäl en der Prozeß gemacht wird, schon vor fünf
Jahren aufgeflogen. Nicht wegen der nachgestellten Szenen, die Küppersbusch
mit grimmigem Humor als "Volkstheaterstücke" klassifiziert. In dem
"Schlepper"-Stück ist auf den angeblich am 1. Juni 1991 gedrehten Aufnahmen
von der österreichischen Grenze deutlich Schnee zu sehen. Das machte die
ZAK-Redaktion stutzig, wie der Moderator und zwei Redakteure vor Gericht
aussagen. Ein WDR-Mann rief beim österreichischen Wetteramt an. Seine
Auskunft: Tatsächlich fiel in der hochgelegenen Region Schnee; die Sorgen der
Redaktion um die Echtheit des Streifens waren zunächst einmal beschwichtigt.
Der meteorologische Zufal fuchst Küppersbusch heute noch.
Erste Warnung vor unsauberen Geschäften
Denn die öffentlich-rechtlichen Fernsehmacher um Küppersbusch erlebten
einen Reinfall. Zuschauer riefen nach Ausstrahlung des Beitrages an und
erinnerten sich, die angeblich exklusiven Bilder bereits woanders gesehen zu
haben. Beim Münchener Privatsender Tele5 wurden die WDR-Leute fündig.
Die Folge: Born bekam kein Geld und auch keine Aufträge der ARD-Anstalten
mehr. Eine erste Warnung vor unsauberen Geschäftsmethoden Michael Borns
kursierte in der Branche und erreichte nach Angaben der als WDR-Mitarbeiter
geladenen Zeugen des Gerichtes angeblich auch den späteren "SternTV"-Chef
Andreas Zaik.
"Ich soll für die anderen gehängt werden"
Dabei konnte die ZAK-Redaktion im Sommer 1991 noch gar nicht das ganze
Ausmaß von Borns Verstrickungen erahnen, in denen es um Geld, Lügen und
Video ging und um das ganze System vom Kampf um TV-Quoten und
Werbekundschaft. Denn Born, der sich als Journalist versteht, wurde im Laufe
weniger Jahre zum Undercover-Schauspieler und Regisseur einer
Laienspielschar. Von schräg hinten und mit verdecktem Gesicht ließ er sich als
Schlepper auf Videoband bannen, in manchen Fällen dachte er sich
"sensationelle" Geschichten aus. Weil er bei der ARD nicht mehr landen
konnte, bot er die Fälschungen vor allem den Privatsendern an. Die meisten
Beiträge landete er bei "SternTV".
27 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Weil ihm mehrere Jahre Haft drohen, versuchte Born in seinem Prozeß
verzweifelt, den Spieß herumzudrehen: "Ich soll für die anderen gehängt
werden", hielt er der Justiz vor. Bei Magazinsendungen würden Dinge verlangt,
"die nicht machbar sind". Deswegen sei es üblich, bei Bedarf Filmszenen
nachzustellen oder Archivmaterial zu verwenden, ohne dies kenntlich zu
machen. Pro7-Chefredakteur Gerd Berger beteuerte dagegen die Unschuld der
Sender: Bis zum Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Born habe er niemals
daran gedacht, daß es solche "Fakes" geben könne, beteuert Berger in
Koblenz.
>> zu Fußnote 30
www.innovations-report.de/html/berichte/studien/bericht-78165.html
Konsumenten stehen auf Werbung
Frauen zeigen mehr Interesse als Männer Werbemedien kommen bei
Konsumenten besser an als allgemein erwartet. Wie aus einer aktuellen Studie
von Mediaedge:cia hervorgeht, wird Werbung hin und wieder tatsächlich gerne
genutzt, gezielt angesteuert und relativ positiv bewertet. Erstaunlicherweise
zählen gratis Anzeigenblätter zu den beliebtesten Werbemedien.
Über die Hälfte der Befragten gab an, sich diese ab und zu gerne bewusst
anzusehen.
"Wir hatten zuvor keine expliziten Erwartungen, waren dann aber doch ein
wenig überrascht über die Ergebnisse und die hohe Zustimmung", sagt Anja
Wenke, MediaLab Director bei Mediaedge:cia, gegenüber pressetext.
Neben Anzeigenblättern ist Werbung in anderen Printmedien ebenfal s gern
gesehen. 44 Prozent mögen Zeitungswerbung, 41 Prozent geben ihre
Zustimmung für Werbung in Zeitschriften. Dahinter folgen Fernsehwerbung mit
35 Prozent Akzeptanz, Werbung auf Plakaten mit 32 und Radiowerbung mit 24
Prozent. Neben diesen klassischen Werbemedien scheint die Zustimmung für
Online-Werbung mit zehn Prozent etwas gering auszufal en. Wenke erklärt dies
aber so: "Internetwerbung, ist eine Form, die nicht so gezielt von den
Konsumenten angesteuert wird wie etwa Anzeigen in Printmedien. Im Internet
stolpert man eher darüber, was jedoch nichts mit der Reichweite von Online-
Werbung zu tun hat."
28 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Generel zeigen Frauen mehr Interesse an Werbung als Männer. Alle
Werbeformen erzielen beim weiblichen Geschlecht höhere Zustimmungswerte.
Das könne daran liegen, dass Frauen häufiger die Haushaltsführung innehaben
und deshalb in Hinblick auf Werbung aufmerksamer sind, meint Wenke. In
punkto Altersgruppen sind die bevorzugten Werbemedien völlig unterschiedlich.
Personen ab 30 Jahren haben mehr Interesse an Printwerbung, vor allem
Anzeigenblätter erhalten mit rund 60 Prozent eine hohe Zustimmung. Die
jüngeren Befragten hingegen interessieren sich generell weniger für Werbung
und bevorzugen TV-, Straßenplakat- und Online-Werbung. Ein offenbar gutes
Image haben Beilagen und Prospekte. Erstens sind sie 80 Prozent der
Befragten bekannt, zweitens werden sie relativ häufig genutzt. So gab etwa
jeder zweite Erwachsene ab 14 Jahren an, regelmäßig Beilagen in
Tageszeitungen und Anzeigenblättern anzusehen. Branchenbeilagen werden
ebenfalls am häufigsten in Zeitungen und Anzeigenblättern konsumiert. Dabei
ist das Interesse für Lebensmittelbeilagen mit 62 Prozent Zustimmung am
höchsten. Dahinter folgen Beilagen für Kleidung mit 47 und Beilagen für
Baumärkte und Warenkaufhäuser mit je 40 Prozent.Claudia Zettel | Quel e:
pressetext.deutschland
>> zu Fußnote 32
www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,346839,00.html
DIGITALFOTOGRAFIE
Vorsicht, Fälschung!
[...] Derart frisierte und geschönte Werbefotos werden vom Betrachter oft nicht
als Fälschung empfunden, manipulierte Pressebilder indes schon. Uschold
definiert Bildfälschung als gegeben, "wenn das Bild eine andere Aussage
bekommt als ursprünglich vorhanden war", wenn also gezielte Täuschung
vorliegt. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, um den Blick auf die Realität
zu verzerren: Entweder verändert man den Inhalt durch Montage oder
Retusche; oder man stel t dem unveränderten Bild eine falsche Beschreibung
zur Seite oder ordnet es dem falschen Kontext zu; oder man sorgt schon bei
der Aufnahme für eine inszenierte Wirklichkeit oder für einen Bildausschnitt, der
die Realität grob verzerrt darstellt.
29 Fotomanipulation:
Fotos als objektives Mittel der Medien
Die meisten Menschen sehen vor al em in inhaltlichen Veränderungen eine
Fälschung, etwa wenn die Klatschpresse Caroline von Monaco wieder einmal
ein fremdes Baby als das eigene in den Arm legt oder wenn, wie in den
Schweizer Medien geschehen, nach dem Attentat auf Touristen im ägyptischen
Luxor eine große Wasserlache zur Blutlache umgefärbt wird. "Ich würde mir ein
Bild immer ganz genau anschauen", sagt Sascha Zmudzinski,
Kodierungsexperte am Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und
Informationssysteme (IPSI) in Darmstadt. "Denn in vielen Fällen geschehen
diese Fälschungen unter einem großen Zeitdruck."
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