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Termpaper, 2002, 22 Pages
Author: Malko Ebers
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Institution/College: University of Constance (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
Tags: Taylor, Weber, bürokratische Ineffizienz, Verhaltenswissenschaft (March, Cyert, Simon etc.)
Year: 2002
Pages: 22
Grade: 1.7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-18279-9
ISBN (Book): 978-3-638-64236-1
File size: 382 KB
Der Bürokratietypus Max Webers wird vorgestellt, seine Entwicklungsgeschichte (Rationalisierung, Herrschaftsformen), seine Dysfunktionen (strukturelle und ökonomische). Des weiteren werden neuere Ansätze insbesondere die Verhaltenswissenschaft sowie Lern/Motivationstheorien diesem Typus gegenübergestelt.Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. 441 KB
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Abstract
Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Organisationsmodell zweier Klassiker: Max Weber und Frederic Winslow Taylor und der Frage inweiweit wir diese klassischen Konzepte für heutige Organisationskonzeptionen berücksichtigen sollten. Max Webers Interesse galt dabei vornehmlich der Eigenart und Entwicklung des westlichen Kulturkreises, dem er kulturelle und institutionelle Erfindungen von universeller Bedeutung zuschrieb, wie etwa den bürokratischen Verfassungsstaat, oder den marktwirtschaftlichen Kapitalismus. Seine Organisationstheorie entwickelte er aus der Analyse langfristiger gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und geistesgeschichtlicher Entwicklungsprozesse. Für Weber den „Nestor und Primus unter den Bürokratieforschern“ (Scott 1986: 48) und „Vater der Organisationstheorie“ (Schreyögg 2000: 32) ist die Bürokratie eine Verwaltungsform, die geeignet ist den höchsten Effizienzgrad zu erreichen. Nachdem in einem ersten Teil die Strukturmerkmale eines solchen Idealtypus dargestellt werden, soll von diesen Strukturmerkmalen sowohl der weberschen als auch der taylorschen Konzeption ausgehend die bürokratische Organisationsform dieses Typus hinsichtlich ihrer Effizient untersucht werden. Zwangsläufig muss diese Betrachtung defizitär bleiben, da sich insbesondere an Webers Konzeption ein Großteil der gesamten Organisationstheorie festmachen lässt. Selbst stark abweichende, weniger strukturzentrierte Konzepte sind oftmals als Gegenposition zu Weber verfasst, als “Korrekturen“ des Idealtypus. Dennoch sollen einige Dysfunktionen des im ersten Teil dargestellten Modells und ergänzende Konzepte kurz vorgestellt werden, um die These zu prüfen, dass sich die Konzeptionen von Weber und Taylor heutzutage weitgehend als ineffizient erweisen.
Excerpt (computer-generated)
Universität Konstanz
Fachbereich Geschichte und Soziologie
Seminar: Organisationssoziologie
Seminararbeit
Die Bürokratische Organisation
Wirtschaftsunternehmen und Staatsverwaltung
Malko Ebers
Literaturverzeichnis
1. Prolog 3
2. Entstehungsgeschichte der modernen Bürokratie 4
3. Max Webers Generalperspektive – Rationalisierung der Herrschaftsformen 5
3.1. Die Entzauberung der Welt 6
3.2. Rationalisierung auf der Ebene der Institutionen 7
3.3. Das “stahlharte Gehäuse“ der Bürokratie 9
4. Frederic Taylors Scientific Management 10
5. Weiterentwicklungen und Kritik
5.1. Das Menschenbild 12
5.2. Strukturelle Dysfunktionen 15
5.3. Bürokratische Ineffizienz – eine ökonomische Betrachtung 16
6. Würdigung, Einordnung und Ausblick - ein kritisches Fazit 18
7. Literaturverzeichnis 22
Why is there any organisation?
Ronald H. Coase
Prolog
Den Hochwasseropfern müsse schnell und unbürokratisch geholfen werden, die EU- Administration sei zu bürokratisch, oder Formulare und sei es die Steuererklärung seien zumindest für den einfachen Bürger zu kompliziert. Alles Sätze, die derzeit in den Medien häufig gebraucht werden.
Doch auf welches Bürokratie- Strukturmodell wird sich hierbei bezogen? Welche Vor- und Nachteile assoziiert man gemeinhin mit dem Begriff der Bürokratie? Hiermit bin ich bei der Frage nach dem Erkenntnisinteresse der vorliegenden Arbeit. Diese Arbeit soll in erster Linie das Bürokratiemodell Max Webers und hieraus abgeleitet Frederic Taylors darstellen.
Max Weber (1864 – 1920), erst Rechtswissenschaftler, dann Nationalökonom, schließlich Soziologe, gehört zu den weltweit anerkannten deutschen Wissenschaftlern des 20. Jahrhunderts. Wichtige Teile seines Werkes sind inzwischen in viele Sprachen übersetzt. Er gab der im 19. Jahrhundert entstandenen Soziologie eine neue Richtung, indem er Verstehen und Erklären, sowie vergleichende und entwicklungsgeschichtliche Betrachtung bei der Untersuchung der großen Kulturkreise der Menschheit miteinander verband.
Sein Interesse galt dabei vornehmlich der Eigenart und Entwicklung des westlichen Kulturkreises, dem er kulturelle und institutionelle Erfindungen von universeller Bedeutung zuschrieb, wie etwa den bürokratischen Verfassungsstaat, oder den marktwirtschaftlichen Kapitalismus. Diese Sondererscheinungen stellte Weber in einen Zusammenhang mit dem Prozess der Rationalisierung, das heißt „mit der sich im Lauf der Geschichte steigernden Fähigkeit des Menschen, sich mit der natürlichen und sozialen Umwelt geistig auseinander zusetzen und gestaltend in sie einzugreifen“ (Kieser 2001: 39).
Seine Organisationstheorie entwickelte er aus der Analyse langfristiger gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und geistesgeschichtlicher Entwicklungsprozesse. Für Weber den „Nestor und Primus unter den Bürokratieforschern“ (Scott 1986: 48) und „Vater der Organisationstheorie“ (Schreyögg 2000: 32) ist die Bürokratie eine Verwaltungsform, die geeignet ist den höchsten Effizienzgrad zu erreichen.
Nachdem in einem ersten Teil die Strukturmerkmale eines solchen Idealtypus dargestellt werden, soll von diesen Strukturmerkmalen sowohl der weberschen als auch der taylorschen Konzeption ausgehend die bürokratische Organisationsform dieses Typus hinsichtlich ihrer Effizient untersucht werden. Zwangsläufig muss diese Betrachtung defizitär bleiben, da sich insbesondere an Webers Konzeption ein Großteil der gesamten Organisationstheorie festmachen lässt. Selbst stark abweichende, weniger strukturzentrierte Konzepte sind oftmals als Gegenposition zu Weber verfasst, als “Korrekturen“ des Idealtypus. Dennoch sollen einige Dysfunktionen des im ersten Teil dargestellten Modells und ergänzende Konzepte kurz vorgestellt werden, um die These zu prüfen, dass sich die Konzeptionen von Weber und Taylor heutzutage als ineffizient erweisen.
2. Entstehungsgeschichte der modernen Bürokratie
Die Entstehung der öffentlichen Verwaltung wie wir sie heute kennen, ist Ergebnis eines langen historischen Entwicklungsprozesses. Erste Vorläufer ließen sich bereits 2700 v.Chr. beim Bau der Cheops Pyramide konstatieren (vergleiche hierzu ausführlich Kieser 2001: 65f). Zu einem typischen Merkmal aller modernen Gesellschaften wurde sie jedoch erst im 19. Jahrhundert als Parallelentwicklung des zentralisierten Staatswesens, weshalb die Erklärung mit diesem Zeitabschnitt beginnen soll.
Nach Max Weber ist das Entstehen größerer Territorialstaaten eng mit der Entwicklung der Bürokratie verbunden, wodurch Herrschaft zentralisiert und ein Gewaltmonopol geschaffen wurde.
Die grundlegenden Bedingungen für die Schaffung dieses staatlichen Gewaltmonopols bis zur Mitte des 17.Jahrhunderts waren struktureller und technologischer Natur. Stehende Massenheere waren allen anderen Kriegsakteuren überlegen, doch mussten sie langfristig ausgebildet und durch hohen finanziellen und bürokratischen Aufwand unterhalten werden (vgl. H. Münkler 2001:226-228). Hinzu kam die Entwicklung schwerer Geschütze. Dies stärkte die Offensivkraft des Heeres, wodurch großflächige Eroberungen und die damit verbundene Bildung großer Territorialstaaten beschleunigt wurde. Nur größere Staaten konnten sich längerfristig die Unterhaltung von Artillerie und stehenden Heeren leisten, wodurch private Kriegsunternehmer und Raubritter allmählich verschwanden. Nicht mehr der Krieg per se versorgte den Soldaten, sondern der Staat als Kriegsmonopolist.
Eine weitere das Entstehen von Bürokratien begünstigende Voraussetzung, ist die Geldwirtschaft, verbunden mit einem festen Steuersystem. Dieses Steuersystem war einerseits Grundlage zur dauerhaften Finanzierung stehender Heere andererseits wurde das staatliche Gewaltmonopol geschützt, wodurch sich das Gesamtsystem wechselseitig stabilisierte „Auf der Basis des Steuersystems entstand dann der moderne Staat“ (Mayntz 1978: 18).
Die großen Bürokratien des Altertums (Ägypten, das Römische Reich oder das byzantinische Staatswesen), wie auch die Kirche seit Beginn des Mittelalters beruhten zwar weitgehend auf Naturalienentlohnung, jedoch bedeute sie im Gegensatz zur Geldentlohnung eine Lockerung des hierarchischen Verhältnisses und sei eher Schwankungen unterworfen (vgl. Weber 1964: 709 ff.). Das Geld „hat den Zweckverband zu seinen reinen Formen entwickelt, jene Organisationsart, die sozusagen das Unpersönliche an den Individuen zu einer Aktion vereinigt und uns die bisher einzige Möglichkeit gelehrt hat, wie sich Personen unter absoluter Reserve alles Persönlichen und Spezifischen vereinigen können“ (Simmel 2000: 468). Ein weiterer Faktor liege nach Weber in der quantitativen Ausweitung der Aufgaben der Verwaltung als Folge der Entwicklung von Großstaaten, Massenparteien, aber auch der Sozialgesetzgebung (Weber 1964: 713 f.).
Aufgrund wachsender Kompliziertheit der Aufgaben und steigender Ansprüche an die Verwaltung sind Bürokratien zugleich an die Verfügbarkeit über die technischen Hilfsmittel des Transports, des Verkehrs und der Kommunikation gebunden. Aus Gründen der technischen Realisierbarkeit, aber auch aus Zweckmäßigkeits- erwägungen heraus werden sie umso häufiger zentral, bürokratischgemeinwirtschaftlich verwaltet (z.B. Bahn, Post), je stärker die sachlichen Betriebsmittel in der Hand der Regierung bzw. des Unternehmers zentriert sind. Der entscheidende Grund liegt nach Weber (1964: 716 ff) jedoch in ihrer rein technischen Überlegenheit im Vergleich zur Feudal- oder Honoratiorenverwaltung. Dieses von Weber besonders hervorgehobene Kriterium technischer Effizienz soll gesondert behandelt werden.
3. Max Webers
Generalperspektive:
Rationalisierung der Herrschaftsformen
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