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Termpaper, 2006, 32 Pages
Author: B.Sc. Ingo Schuch
Subject: Landscape Management
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Gartenbauwissenschaften)
Tags: Entscheidungskriterien, Baumartenwahl-, Naturstandortes, Phytomedizin, VIII
Year: 2006
Pages: 32
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-29338-4
ISBN (Book): 978-3-640-29363-6
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Abstract
Bäume sind lebensnotwendig für uns Menschen. Als Straßengrün, als Alleen sowie an Wegen und auf Plätzen sind Bäume ein eminent wichtiger Bestandteil unseres Lebensraumes. Sie übernehmen nicht nur gestalterische oder architektonische Funktionen, sondern erfüllen zudem auch städtebauliche und landschaftsprägende Aufgaben. Auch für den Klimaausgleich und die Staubbindung sind die Holzgewächse relevant. Bereits bei der Planung von Baumpflanzungen kann entscheidend auf die Nachhaltigkeit eines Gehölzes Einfluss genommen werden. So muss die Baumartenwahl auf die jeweiligen, teils auch widrigen, standörtlichen Gegebenheiten abgestimmt sein. Dabei sollten insbesondere in urbanen Räumen eine Vielzahl ökologischer Auswahlkriterien beachtet werden, die allerdings nicht immer bei heimischen Bäumen zutreffen. Deshalb kann heutzutage in Städten nicht mehr auf fremdländische Bäume und Züchtungen verzichtet werden. Hierzu sei an dieser Stelle auf die GALK-Straßenbaumliste hingewiesen. Weitere wichtige Aspekte bei der Baumartenwahl und –verwendung sind die Lebenserwartung, der Platzbedarf, die Wuchskraft und Kronenform, aber auch die Stand- und Bruchsicherheit. Nicht weniger ins Gewicht fallende Kriterien sind der Lichtbedarf bzw. die Lichtdurchlässigkeit, die Stadtklimatoleranz und die Resistenz gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Doch nicht nur die oberirdischen Aspekte wie die Baumartenwahl, das Lichtraumprofil oder der Raumbedarf, auf die übrigens ausführlich in den neuen Regelwerken der FLL (Empfehlungen für Baumpflanzungen – Teil 1: Planung, Pflanzarbeiten, Pflege) eingegangen wird, sind entscheidend für nachhaltige Baumpflanzungen. Es sind auch die unterirdischen Standortfaktoren, wie Bodenbelüftung und Wurzelentwicklungsraum.
Excerpt (computer-generated)
HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN
Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät
,,Entscheidungskriterien
zur Baumartenwahl- und verwendung
außerhalb des Naturstandortes"
Hausarbeit im Modul: Phytomedizin VIII
vorgelegt von: Ingo Schuch
Institut für Gartenbauwissenschaften
Fachgebiet Phytomedizin
Bernau, Oktober 2006
I
Entscheidungskriterien
zur Baumartenwahl- und verwendung
außerhalb des Naturstandortes
II
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1
2 Bäume im Lebensraum Stadt
2
2.1 Lebensbedingungen der Stadtbäume
2
3 Kriterien zur Baumartenwahl und -verwendung
5
3.1 Gestalterische Auswahlkriterien
5
3.2 Ökologische Auswahlkriterien
6
3.3 Ökonomische Auswahlkriterien
8
4 Beurteilung von Baumarten für die Verwendung in Städten
9
4.1 GALK-Straßenbaumliste
9
4.1.1 Erläuterungen zur Anwendung
10
4.1.2 Aufgaben und Ziele
11
5 Abschlussbetrachtung
12
6 Quellenverzeichnis
13
7 Anhang
15
III
Abkürzungsverzeichnis
BdB
Bund deutscher Baumschulen e.V.
bzgl.
bezüglich
bzw.
beziehungsweise
ca.
cirka
e.V.
eingetragener Verein
FLL
Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung
Landschaftsbau
e.V.
GALK
Ständige Konferenz der Gartenamtsleiter beim
Deutschen
Städtetag
m.E.
mit Einschränkungen
Tab.
Tabelle
usw.
und so weiter
z.B.
zum Beispiel
Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text auf die doppelte Nennung von femininen
und maskulinen Formen verzichtet. Bezeichnungen in der maskulinen Form sind als
neutral anzusehen und beziehen sich ausdrücklich auf Frauen und Männer.
- Seite 1 -
1 Einleitung
,,Dem Alter gebührt Respekt. Und welche in ihrem Ursprung gebliebene Lebensform ist
älter als die der Bäume? Seit über 400 Millionen Jahren gibt es bereits die
grünbekronten, hölzernen Riesen. Was sind dagegen schon die gerade mal drei
Millionen Jahre, seit denen wir Menschen die Erde besiedeln?
So hat beispielsweise der Ginkobaum, der heutzutage bei uns ein beliebter Parkbaum ist
und in Städten wie Tokio sogar mehr als 50 Prozent der Straßenbäume stellt, schon in
der Prähistorie als stummer Beobachter der Dinosaurierwelt beigewohnt.
Doch wuchsen die Bäume damals noch wild in die Landschaft hinein und brauchten
keine Widerstände zu fürchten, die sich ihrem Wurzelwerk entgegenstellen oder
die freie Ausdehnung ihrer Baumkronen einschränkt, so haben diese Pflanzen
gegenwärtig mit sehr vielen negativen Einflüssen zu kämpfen. Einflüsse, die das Leben
gerade in urbanen Gebieten, Seite an Seite mit dem Menschen, mit sich bringt."
(Zeitschrift Neue Landschaft, Ausgabe Juli 2005, S. 22 ff.)
Selbstverständlich brauchen Menschen das Grün und sie haben sich von jeher gerne im
Grünen aufgehalten. Allerdings stellt dieses Verlangen Planer und Ausführende in der
Außenbegrünung immer wieder vor schwierige und wichtige Entscheidungen. So
sollten die Eigenschaften, die Ansprüche und der Verwendungszweck des Gehölzes
dem gewählten Standort mit seinen spezifischen Bedingungen gerecht werden.
Nur so können nachhaltige Pflanzungen unter den jeweiligen Standortbedingungen
gewährleistet sein.
- Seite 2 -
2 Bäume im Lebensraum Stadt
Linden können an ihrem natürlichen Standort mehr als tausend Jahre alt werden. Als
städtischer Straßenbaum verwendet, hat diese vitale Baumart ihr Lebensoptimum
teilweise bereits mit 50 Jahren überschritten. Auch andere Baumarten haben im
Vergleich zum Naturstandort im Lebensraum Stadt eine verkürzte Lebenserwartung.
(Dobner et al. 1993)
Dies lässt vermuten, dass in der Stadt und insbesondere an Straßen Umweltbedingungen
herrschen, welche den Anforderungen vieler Baumarten nicht entsprechen.
2.1 Lebensbedingungen der Stadtbäume
Es wird häufig gesagt, dass im Artenspektrum der ,,heutigen potentiell natürlichen
Vegetation", die als Indikator für das Potential des jeweiligen Standorts dient, auch
ausreichend Baumarten für die Stadtbegrünung zur Verfügung stehen. Dies gilt für den
anthropogen veränderten Pflanzenstandort im städtischen Siedlungsbereich nur noch
mit großen Einschränkungen. (www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de 06.10.2006)
Es ist aus ökologischer Sicht zu bedenken, dass die Vegetation vom Boden und Klima
sowie von biotischen und abiotischen Faktoren abhängig ist. Die meisten heimischen
Waldgesellschaften sind gekennzeichnet von einer gewissen Tiefgründigkeit des
Bodens mit einem relativ hohen Humusanteil und optimalen Gasaustausch. Viele
Waldbäume sind auf eine Symbiose mit Pilzen angewiesen, wobei sich die
Wurzelenden verpilzt haben und der Pilz für den Baum Wasser und Nährstoffe
aufnimmt, dafür wiederum der Baum den Pilz ernährt. Man nennt diese Symbiose der
Waldbäume mit Pilzen Mykorrhiza. Dabei unterscheidet man in eine obligate
Ektomykorrhiza und fakultative Ektomykorrhiza, wobei der Baum sowohl mit als auch
ohne den Pilz existieren kann, der Pilz sich aber positiv auf das Wachstum des Baumes
auswirkt. Der Pilz ist sehr sauerstoffzehrend und empfindlich gegenüber Luftmangel.
(Odum 1999, Dobner et al. 1993)
Im Gegensatz zu natürlichen Standorten liegen in städtischen Räumen andere
standörtliche Rahmenbedingungen vor. Dort müssen Bäume teils unter extrem widrigen
Einflüssen existieren.
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