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Offenes Lernen - Innovationsstrategien zur Förderung selbständigen Lernens an Handelsakademien

Subtitle: Ursprung und Formen offenen Lernens (z.B. COOL) an Handelsakademien und Handelsschulen

Scholarly Research Paper, 2009, 31 Pages
Authors: Claudia Tusek, Cornelia Hausner-Ghazal
Subject: Pedagogy - Miscellaneous Topics

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2009
Pages: 31
Grade: Sehr gut
Bibliography: ~ 30  Entries
Language: German
Archive No.: V123820
ISBN (E-book): 978-3-640-29346-9
ISBN (Book): 978-3-640-29370-4

Abstract

Wie viel „neuen“ Unterricht braucht unsere Schule? Im ersten Teil werden die historischen Wurzeln und die Formen von offenem Unterricht skizziert. Im zweiten Teil wird ein derzeit (Stand: 2009) aktuelles Modell, "COOL" näher beleuchtet. In Österreich gibt es derzeit 33 BHS und weitere 50 AHS und Hauptschulen, die COOL als Unterrichtsmethode praktizieren. Es sind ca. 1.000 Lehrkräfte und 20.000 SchülerInnen in die COOL-Praxis involviert. [Zahlen: DIE PRESSE, 27. Oktober 2008, S 8] Als LehrerIn hat man u. a. die Aufgabe gewählt, neuen Lehrstoff an die SchülerInnen verständlich zu vermitteln und den Unterricht interessant zu gestalten. Unterricht soll sowohl den Lernenden als auch den Lehrenden Freude und Spaß bereiten. Es gibt die Möglichkeit einen guten handlungsorientierten Unterricht in der Klasse auszuüben - ohne das Steuer aus der Hand zu geben und als pädagogisch ausgebildete Lehrkraft seine Ressourcen zu verschleudern.


Excerpt (computer-generated)

Seminararbeit

aus

LV 1983

Vertiefungsgebiete der Wirtschaftspädagogik II

im

WS 2008/09

Offenes Lernen

­

Innovationsstrategien zur Förderung selbstständigen Lernens

an Handelsakademien? Darstel ung von Formen offenen

Lernens sowie unterschiedlicher Wurzeln. Überblick über

Formen offenen Lernens (z.B. ,,Cool") an Handelsakademien

und Handelsschulen.

?

von

Cornelia HAUSNER-GHAZAL

Claudia TUSEK


Vertiefungsgebiete der Wirtschaftspädagogik II

WS 2008/09

Prof. Josef AFF

LV 1983

Inhaltsverzeichnis:

1. Die Begriffe ,,Kooperatives Lernen" und ,,Offenes Lernen" 4

1.1. Die Merkmale des ,,Kooperatives Lernens" 4

1.2. Die Merkmale des ,,Offenes Lernens" 4

1.2.1. Vorteile des offenen Lernens 5

1.2.2. Gefahren des offenen Lernens 6

1.2.3. Anforderungen an die LehrerInnen-Rol e 7

1.2.4. Formen von offenem Unterricht ­ Fazit 8

1.3. Zitierte Literatur 8

2. Wurzeln des offenen Lernens 9

2.1. Montessori-Pädagogik 9

2.1.1. Sensible Phasen: 9

2.1.2. Vorbereitete Umgebung: 10

2.1.3. Polarisation der Aufmerksamkeit 10

2.1.4. Freiheit der Wahl 10

2.1.5. Kindliche Gesetzmäßigkeiten 10

2.1.6. Lehrer/In in Beobachterrol e 11

2.1.7. Keine Fehlerkorrekur 11

2.2. Freinet-Pädagogik 12

2.2.1. Freie Entfaltung der Persönlichkeit 12

2.2.2. Kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt 13

2.2.3. Selbstverantwortlichkeit des Kindes 13

2.2.4. Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortung 13

2.3. Jenaplan-Pädagogik 13

2.4. Daltonplan-Pädagogik 14

2.4.1. Strukturierung und Organisation des Unterrichts 14

2.4.2. Freiheit 15

2.4.3. Verantwortung 15

2.4.4. Zusammenarbeit 15

2.4.5. Selbständigkeit 15

2.4.6.Vorteile des Daltonplan-Unterrichts 15

2.4.7. Gefahren des Daltonplan-Unterrichts 16

2.5. ,,Kleinster gemeinsamer Nenner" - Fazit 16

2.6. Zitierte Literatur/Quel en 16

Cornelia HAUSNER-GHAZAL, Claudia TUSEK

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Vertiefungsgebiete der Wirtschaftspädagogik II

WS 2008/09

Prof. Josef AFF

LV 1983

3. ,,COOL" 17

3.1. Was ist COOL? 17

3.2. Entstehung des Cooperativen Offenen Lernens in Österreich 18

3.3. Grundzüge des Cooperativen Offenen Lernens 18

3.3.1 Cool Stunden 19

3.3.2. Arbeitsvertrag - Assignment 21

3.3.3. Cool + eLearning = eCool 24

3.3.4. Der Klassenrat 24

3.4. Kritische Anmerkungen zu Cool 25

3.5. Fazit 27

3.6. Zitierte Literatur/Quel en 27

4. Graphikverzeichnis 28

Anhang 29

Artikel ,,Rotes Licht für Radau-Verursacher" 29

Artikel ,,Cool, eine eher exotische Sache" 30

Cornelia HAUSNER-GHAZAL, Claudia TUSEK

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Vertiefungsgebiete der Wirtschaftspädagogik II

WS 2008/09

Prof. Josef AFF

LV 1983

1. Die Begriffe ,,Kooperatives Lernen" und ,,Offenes Lernen"

1.1. Die Merkmale des ,,Kooperatives Lernens"

Unter ,,Kooperatives Lernen" werden Lernformen verstanden, ,,

in denen in Gruppen

unterschiedlicher Größe gelernt und an Aufgaben gearbeitet wird

." [GREIMEL-FUHRMANN

2007, Seite I.] Das kann sowohl in Zweierteams (auch Tandem oder Partnerarbeit

genannt) als auch in größeren Gruppen erfolgen. Dabei steht nicht nur die (Fach-)

Wissensvermittlung sondern auch der Erwerb von kommunikativen und sozialen

Kompetenzen im Vordergrund. Die Gruppenmitglieder sind nicht nur für den eigenen

Lernerfolg sondern für den der gesamten Gruppe verantwortlich [vgl. GREIMEL-

FUHRMANN 2007]. Die Lehrperson zieht sich als BeobachterIn und BeraterIn zurück und

greift nur ,,responsiv", d.h. von der Gruppe selbst gefordert, ein [vgl. GUDJONS 2006 bzw.

DUBS 1995]. Kooperatives Lernen setzt eine angenehme und angstfreie

Lernatmosphäre voraus, weiters gruppenstärkende Maßnahmen und geeignete

strukturel e Bedingungen (z.B. Raumverhältnisse) [vgl. WEIDNER 2003, DUBS 1995].

1.2. Die Merkmale des ,,Offenes Lernens"

Gudjons (2006) stel te fest: ,,

Offenen Unterricht zu fassen ist schwerer als einen

Pudding an die Wand zu nageln

" [GUDJONS 2006, S 53]. Es gibt eine Vielzahl an

Definitions- und Erklärungsversuchen, aber bis heute ,,

weder eine stringente Systematik

noch eine differenzierte didaktische Theorie

" [GUDJONS 2006, a.o.O.]

Apel (2002) erkennt folgende Merkmale eines offenen Unterrichts [vgl. APEL 2002]:

· Auswahl von Inhalten, Arbeitsmitteln und Methoden erfolgt unter Mitbestimmung

der SchülerInnen,

· Selbstorganisiertes und entdeckendes Lernen anhand problemhaltiger Aufgaben

bei zeitgleicher Zurückhaltung der Lehrperson,

· Eigenverantwortliche Unterrichtsmethoden bzw. ­formen, wie z. B. Projektarbeit,

Wochenplan, Stationenlernen, Freiarbeit.

Offenes Lernen bedeutet ,,

inhaltliche, methodische und institutionelle Offenheit

"

[GREIMEL-FUHRMANN 2007, S II]. Inhaltliche Offenheit bedeutet Lehrinhalte, die einen

Bezug zur Realität außerhalb der Schule besitzen oder fächerübergreifende Komplexität

aufweisen. Methodische Offenheit geschieht durch die Selbstbestimmung bzw.

Mitbestimmung der Lernenden bei der Auswahl von Unterrichtsmethoden und ­

materialien und bei der Erstel ung ihrer eigenen Zeit- und Arbeitsplänen. Institutionel e

Cornelia HAUSNER-GHAZAL, Claudia TUSEK

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Vertiefungsgebiete der Wirtschaftspädagogik II

WS 2008/09

Prof. Josef AFF

LV 1983

Offenheit umfasst die strukturel en Bedingungen des Lernens, z.B. die freie Raumwahl

[vgl. GREIMEL-FUHRMANN 2007].

Offenes Lernen darf aber nicht mit ,,Laissez-Faire" verwechselt werden.

Verhaltensregeln und Maßnahmen bei Verstößen gegen diese existieren auch bei

offenen Unterrichtsformen. Die Lehrperson entscheidet auch, ,,

was offen sein soll. ...

SchülerInnen sollen das wollen, was sie sollen.

" [GUDJONS 2006, S 54]. Offener

Unterricht dreht somit nicht die LehrerInnen-SchülerInnen-Rol en um, sondern hält an

der grundsätzlichen Funktionsteilung des Unterrichts fest: LehrerInnen haben die

Aufgabe zu lehren und SchülerInnen die zu lernen [vgl. HEID 1996, S 160].

Offenes Lernen ist auch nicht als einzig richtiges Gesamtkonzept für erfolgreichen

Unterricht zu sehen. Es ist viel mehr ,,Teil eines unterrichtlichen Gesamtarrangements"

[GUDJONS 2006, S 57]. Freie, offene Unterrichtsphasen sol ten immer von

lehrerzentrierten Unterrichtsformen (insbesondere Frontalunterricht) angeleitet, begleitet

und gestützt werden. Ohne anregenden und instruierenden Frontalunterricht ist eine

sinnvol e offene Lernphase im Sinne der Lernzielerreichung und der Ergebnisqualität

nahezu unmöglich [vlg. GUDJONS 2006, a.o.O.].

1.2.1. Vorteile des offenen Lernens

Die bisherigen empirischen Befunde zeigen die Vorteile des offenen Lernens vor al em

in folgenden positiven Auswirkungen auf die Lernenden:

· Lernleistung

· Motivation

· Soziales Verhalten

· Persönliche Selbständigkeit

[vgl. HELMKE/WEINERT 1997, S 136f].

H. Meyer (2001 bzw. 2007) beschreibt in seinen ,,Grundformen des Unterrichts" die

,,Freiarbeit" und die ,,Projektarbeit" als Form von selbstorganisiertem Lernen. Beide

Grundformen sind für den Aufbau von Methodenkompetenz, der Festigung und der

Kontrol e des Gelernten, der Einübung solidarischen Handelns und des Erwerb von

Handlungskompetenz und Selbstwertgefühl förderlich [vgl. MEYER 2001, S 187ff bzw.

MEYER 2007, S 78ff].

Cornelia HAUSNER-GHAZAL, Claudia TUSEK

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Vertiefungsgebiete der Wirtschaftspädagogik II

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H. Klippert (2007) zitiert in seinem Buch ,,Methodentraining" unter anderem Rainer

(1981) ,,

Nur wer gelernt hat, seinen eigenen Lernprozess selbständig zu organisieren,

... wird gemeinsam mit anderen zu mündiger Selbstbestimmung finden

" [RAINER 1981,

S 132 In: KLIPPERT 2007, S 27]. Neben der Entwicklung der SchülerInnen zu mündigen

Personen wird auch noch die Verbesserung des Lernerfolgs der SchülerInnen als

Vorteil selbstorganisierten Lernens erwähnt [vgl. KLIPPERT 2007, S 17 - 36]

1.2.2. Gefahren des offenen Lernens

Offenes Lernen hängt ­ wie al e Unterrichtsformen ­ von der

Qualität der Gestaltung

ab. Hierbei ist vor al em die Lehrperson zur Verantwortung verpflichtet, dass das

selbstgesteuerte Lernen nicht nur Spaß sondern auch Sinn macht. Die SchülerInnen

benötigen das ,,Gefühl, es ist nicht egal, ob sie oder er arbeitet" [GUDJONS 2006, S 32].

Diese Verbindlichkeit führt im Idealfal bei den SchülerInnen zum Gefühl der

Selbstwirksamkeit, d.h. sie erleben sich selbst als die Ursache ihrer Erfolge. [vgl.

GUDJONS 2006, S 32].

Weiters sol te das Niveau der Anforderungen nie ausschließlich von den SchülerInnen

bestimmt werden dürfen [vgl. GUDJONS 2006, S 57]. Dies zeigt sich unter anderem in

der

Qualität der Arbeitsaufträge

.

Die Dimension des fachübergreifenden Lernens sol te auch nicht zulasten der

Fachkompetenz

überbewertet werden. Weinert (2002) weist darauf hin, dass

,,

mangelndes fachübergreifendes Wissen zwar durch inhaltliches Wissen kompensiert

werden kann, fehlendes inhaltliches Wissen jedoch nicht durch fachübergreifende

Fähigkeiten ausgeglichen werden kann"

[vgl. WEINERT 2002]. Methoden- und

Medienvielfalt al eine ist somit nicht ausreichend für qualitativ hochwertigen Unterricht.

Bei komplizierten Inhalten besteht die Gefahr, dass es zu Aneignung von falschem oder

geringerem Fachwissen kommen kann. Selbstständig gelernte Fehler sind zudem

schwieriger zu korrektieren [vgl. GREIMEL-FUHRMANN 2007. S V].

Ebenso sol te nicht auf die

notwendigen

Eingangsvoraussetzungen

seitens der

Lernenden vergessen werden. Sowohl fachliche als auch soziale Fähigkeiten sind

notwendig, um im Team bzw. selbständig arbeiten zu können. Starke Unterschiede bei

den SchülerInnen-Voraussetzungen könnten Leistungsunterschiede noch vergrößern,

da eher ,,gute" SchülerInnen das Potential offenen Unterrichts für sich nutzen können.

Cornelia HAUSNER-GHAZAL, Claudia TUSEK

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