Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Medien in Konfliktsituationen in Afrika: Das Beispiel Sudan close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Medien in Konfliktsituationen in Afrika: Das Beispiel Sudan

Hauptseminararbeit, 2008, 15 Seiten
Autor: Sandra Miehlbradt
Fach: Afrikawissenschaften

Details

Veranstaltung: Medien in Afrika
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Afrikanistik)
Tags: Sudan, Medien, Konfliksituationen in Afrika
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2008
Seiten: 15
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V123850
ISBN (E-Book): 978-3-640-29417-6
ISBN (Buch): 978-3-640-29432-9

Zusammenfassung / Abstract

Seit 1956, dem Jahr der Unabhängigkeit,1 ist die politische Lage im Sudan mehr als fragil. Mehr als zehn zivile und militärische Regierungen und mehr als 15 Putschversuche trugen zu dieser instabilen Situation bei.2 Verschiedene Konflikte haben das Land immer wieder in ihrem Würgegriff: Der Bürgerkrieg im Südsudan, der Beja-Konflikt im Ostsudan und der Konflikt von Darfur. Doch auch andere afrikanische Länder werden immer wieder von Bürgerkriegen und Konflikten heimgesucht. Dabei spielen die Medien, die oft von staatlicher Seite gelenkt werden, eine große Rolle. Betrachtet man sich das am Beispiel Ruandas, welches hier später als Vergleichsbeispiel herangezogen werden soll, so ist die Rolle von Rundfunksendern, insbesondere die Rolle von RTML (Radio Télévision des Milles Collines) bei den Vorkommnissen von 1994 oft untersucht worden. Doch welche Rolle nahmen die Medien in den sudanesischen Konflikten ein? In dieser Arbeit soll der südsudanesische Konflikt und die Rolle der Medien, insbesondere jene des Radios näher beleuchtet werden. Dafür werde ich die Fallstudie „The Multiple Voices of Sudanese Airspace“ von Wendy James als Grundlage nehmen. Hierbei werde ich auch die Entwicklung der Medien im Sudan skizzieren sowie einen Blick auf andere afrikanische Länder, vorrangig Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo, werfen.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Leipzig

Institut für Afrikanistik

Seminar: Kommunikation und Medien in Afrika

Wintersemester 2007/08

Medien in Konfliktsituationen in Afrika:

Das Beispiel Sudan

vorgelegt am 23.06.2008 von:

Sandra Miehlbradt

10. Fachsemester


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

3

1. Der südsudanesische Konflikt

3

2. Medien in Afrika

5

2.1. Medien im Sudan

5

3. Das Fallbeispiel Kurmuk im Sudan

7

3.1. Allgemeine Entwicklungen ­ Radio SPLA

7

3.2. Kurmuk

8

4. Die Rolle der Medien in anderen afrikanischen Konflikten

10

5. Schlussfolgerungen

12

6. Literaturverzeichnis

14

2


Seit 1956, dem Jahr der Unabhängigkeit,1 ist die politische Lage im Sudan mehr als

fragil. Mehr als zehn zivile und militärische Regierungen und mehr als 15

Putschversuche trugen zu dieser instabilen Situation bei.2 Verschiedene Konflikte

haben das Land immer wieder in ihrem Würgegriff: Der Bürgerkrieg im Südsudan,

der Beja-Konflikt im Ostsudan und der Konflikt von Darfur. Doch auch andere

afrikanische Länder werden immer wieder von Bürgerkriegen und Konflikten

heimgesucht. Dabei spielen die Medien, die oft von staatlicher Seite gelenkt werden,

eine große Rolle. Betrachtet man sich das am Beispiel Ruandas, welches hier später

als Vergleichsbeispiel herangezogen werden soll, so ist die Rolle von

Rundfunksendern, insbesondere die Rolle von RTML (

Radio Télévision des Milles

Collines

)

bei den Vorkommnissen von 1994 oft untersucht worden. Doch welche

Rolle nahmen die Medien in den sudanesischen Konflikten ein? In dieser Arbeit soll

der südsudanesische Konflikt und die Rolle der Medien, insbesondere jene des

Radios näher beleuchtet werden. Dafür werde ich die Fallstudie ,,The Multiple Voices

of Sudanese Airspace" von Wendy James als Grundlage nehmen. Hierbei werde ich

auch die Entwicklung der Medien im Sudan skizzieren sowie einen Blick auf andere

afrikanische Länder, vorrangig Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik

Kongo, werfen.

1. Der südsudanesische Konflikt

Die Ursachen dieses Konflikts liegen in vorkolonialen Zeiten. Zwischen 1841-1885

stand der Nordsudan unter türkisch-ägyptischer Verwaltung.3 Im Jahre 1885 ergriff

Mohammed Ahmed El Mahdi die Macht im nördlichen Sudan und suchte fortan

Sklavenhandel zu betreiben und die Bodenschätze aus dem Südsudan an sich zu

reißen. Die Briten übernahmen 1899 die Kolonialherrschaft. Sie verfolgten für den

Nord- und Südsudan unterschiedliche Ziele. Bis 1947 wurden Nord- und Südsudan

getrennt verwaltet. Im selben Jahr wurde auf der Juba-Konferenz die

Zusammenlegung beider Landesteile beschlossen, fortan sollte nur noch ein Staat

existieren.4 Im Jahre 1954 übergaben die Briten die Macht in sudanesische Hände.

1 Biel, Melha Rout: Der Sudan zwischen Krieg und Frieden. Marburg. 2003. S. 19.

2 Fadlalla, Mohamed: Sudan. Der große Unbekannte am Nil. Biographie eines Landes. Marburg 2007, S. 170.

3 Biel, Melha Rout (2003): S. 17.

4 Biel, Melha Rout (2003): S. 18.

3


Zwei Jahre später, am 01.01.1956, folgte die Unabhängigkeit. Doch schon am

17.11.1958 erfolgte ein erster Staatsstreich, auf welchen viele folgen sollten.5

Der Bürgerkrieg im südlichen Sudan begann 1955, nur ein paar Monate vor der

Unabhängigkeit. Südsudanesische Anyanya-Rebellen unter Führung von Joseph

Lagu kämpften für die Unabhängigkeit des Südsudans vom arabisch geprägten

Norden.6 Doch die Arabisierung und Islamisierung des südlichen Sudans wurde

vorangetrieben und über die nächsten Jahrzehnte praktiziert. Das spiegelte sich

auch in den Medien wider, besonders im Fernsehen, wo die arabische Sprache

dominierte. Erst 1972 wurde der Konflikt vorläufig mit dem Abkommen von Addis

Abeba beendet. ,,Das Abkommen garantierte dem Süden eine Teilautonomie und

Gleichberechtigung innerhalb der föderalen Struktur des Sudan." 7 Es entstand eine

regionale Regierung unter Einbeziehung der Anyanya ­ Einheiten. Doch dieses

Abkommen wurde nicht eingehalten. Im Jahre 1983 brach Präsident Gaafar

Mohamed El Numeiri das Abkommen, in dem er den südlichen Sudan in drei

Verwaltungsgebiete aufteilte und die zentrale Regierung auf diese Regionen

ausweitete. Im gleichen Jahr wurde die Scharia unter Numeiri eingeführt. Somit

erreichte die Islamisierung ihren Höhepunkt.8 Ein zweiter Bürgerkrieg brach aus, der

den Rahmen für die Feldstudie von Wendy James bildet. Die SPLA (

Sudanese

People′s Liberation Army

) wurde unter John Garang gegründet. Ihr Ziel war die

Vertreibung der Khartoumer Regierung und die Autonomie des Südens.9 Drei Jahre

später, 1986, übernahm Sadiq Al Mahdi die Macht, mit dem Versprechen die

Rechtssprechung zu reformieren, doch derartiges geschah nie. Im Jahre 1991

spaltete sich die SPLA in zwei Gruppierungen, eine unter Führung Riak Machars und

die andere unter Garangs Leitung.10

5 Holt, P.M.: A modern history of the Sudan. London 1961. S. 173.

6 Ismael, Ellen: ,,Sudan. Geschichte, Staat und Politik" 19.03.2008 http://www.inwent.org/v-

ez/lis/sudan/seite2.htm (letzter Zugriff: 18.06.08).

7 Biel, Melha Rout (2003): S. 21.

8 Biel, Melha Rout (2003): S. 22.

9 Chiari, Bernhard/ Kollmer, Dieter H.: Wegweiser zur Geschichte. Sudan. Paderborn. 2008. S. 51.

10 INS Resource information center: ,,Sudan: Human Rights Since the 1989 Coup" Februar 1993

http://www.uscis.gov/files/nativedocuments/sudan93.pdf (letzter Zugriff: 18.06..08).

4



Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/123850/medien-in-konfliktsituationen-in-afrika-das-beispiel-sudan
please wait Bitte warten