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Hauptseminararbeit, 2006, 22 Seiten
Autor: Magister Artium Björn Kohlhepp
Fach: Skandinavistik
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Tags: Bjørnstjerne, Bjørnson, Ibsen, Henrik, Ibsen, Dramatiker
Jahr: 2006
Seiten: 22
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-29419-0
ISBN (Buch): 978-3-640-29504-3
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Zusammenfassung / Abstract
Ziel dieser Arbeit ist eine kurze Darstellung der wichtigsten Stationen im Leben und Werk Bjørnstjerne Bjørnsons, der als „Volkserzieher und Dichter, Politiker und Sänger, Redner, Journalist und Theaterregisseur, Patriot und Kosmopolit“ die überragende „Kulturpersönlichkeit“ im Norwegen des ausgehenden 19. Jahrhunderts genannt werden kann . Insbesondere soll dabei der Beziehung Bjørnsons zu seinem berühmten Landsmann, Zeitgenossen, Rivalen und Freund Henrik Ibsen nachgespürt werden. Es werden außerdem Unterschiede in der Persönlichkeit sowie Differenzen und Parallelen im (literarischen) Werk der beiden norwegischen Dichter aufgezeigt. Zunächst werden jedoch einleitend – in äußerst knapper Form – die Literatur und das Drama in Norwegen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vor allen Dingen ab etwa 1830, dargestellt, der Zeit also, welche dem Beginn des literarischen Schaffens der beiden herausragenden norwegischen Dichter der Folgezeit unmittelbar vorausging.
Textauszug (computergeneriert)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
HS Henrik Ibsen als Dramatiker
SS 2006
Bjørnstjerne Bjørnson und Ibsen
von
Björn Kohlhepp
2
Inhaltsverzeichnis
1.
ZIEL DIESER ARBEIT 3
2.
LITERATUR UND DRAMA IN NORWEGEN IN DER ERSTEN HÄLFTE DES 19.
JAHRHUNDERTS 3
3.
STATIONEN IM LEBEN BJØRNSONS UND VERHÄLTNIS ZU IBSEN 5
3.1
KINDHEIT UND JUGEND 5
3.2
CHRISTIANIA 5
3.3
DAS DEBÜT ALS DICHTER 6
3.4
BERGEN 7
3.5
RÜCKKEHR NACH CHRISTIANIA 7
3.6
ITALIEN 8
3.7
ZURÜCK IN NORWEGEN 9
3.8
ENDE DER 1860-ER UND ANFANG DER 1870-ER JAHRE 11
3.9
DIE ZEIT DES WANDELS 12
3.10
ABFALL VOM KINDERGLAUBEN 13
3.11
DIE 1880-ER JAHRE 13
3.12
DIE 1890-ER JAHRE 14
3.13
DIE LETZTEN JAHRE 15
4.
WESENSVERSCHIEDENHEIT 15
5.
BEDEUTUNG DES WERKS BJØRNSONS 16
6.
PARALLELEN ZUM WERK IBSENS 17
7.
UNTERSCHIEDE ZUM WERK IBSENS 17
8.
RESÜMEE 19
3
1. Ziel dieser Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist eine kurze Darstellung der wichtigsten Stationen im Leben und
Werk Bjørnstjerne Bjørnsons, der als ,,Volkserzieher und Dichter, Politiker und Sänger,
Redner, Journalist und Theaterregisseur, Patriot und Kosmopolit"1 die überragende
,,Kulturpersönlichkeit" im Norwegen des ausgehenden 19. Jahrhunderts genannt werden
kann2. Insbesondere soll dabei der Beziehung Bjørnsons zu seinem berühmten
Landsmann, Zeitgenossen, Rivalen und Freund Henrik Ibsen nachgespürt werden. Es
werden außerdem Unterschiede in der Persönlichkeit sowie einige Differenzen und
Parallelen im (literarischen) Werk der beiden norwegischen Dichter aufgezeigt.
Zunächst werden jedoch einleitend in äußerst knapper Form die Literatur und das
Drama in Norwegen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vor allen Dingen ab etwa
1830, dargestellt, der Zeit also, welche dem Beginn des literarischen Schaffens der
beiden herausragenden norwegischen Dichter der Folgezeit unmittelbar vorausging.
2. Literatur und Drama in Norwegen in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts
Nach der kurzen Unabhängigkeit Norwegens und dem erzwungenen Zusammenschluss
mit Schweden im Jahre 1814 begann man sich in Norwegen wieder für die Zeit der
Sagas, als Norwegen unabhängig war, zu interessieren.3 Bis etwa 1830 ist für die noch
unsichere norwegische Dichtung ,,die kraftpatriotische Lyrik, ein Strom mittelmäßiger,
aber umso prahlerischer poetischer Erzeugnisse"4 charakteristisch.
Die 1830-er Jahre sind unter anderem durch die Fehde zwischen den Dichtern
Wergeland und Welhaven gekennzeichnet. Vor allem durch Wergeland schaffte die
norwegische Literatur nun den Durchbruch.5 So schrieb er 1837 mit seinem Stück
Campbellerne
auch das Drama, durch das ,,zum erstenmal norwegische Sprache und
spezifisch norwegisches Denken, spezifisch norwegische Lebensformen" in Christiania,
1 Hallberg, P.:
1860-1890. Norwegen
. In: Mogens Brøndsted (Hg.): Nordische Literaturgeschichte. Band
II. Von 1860 bis zur Gegenwart. München 1984, S. 20
2 Vgl. Butt, W.:
Der moderne Durchbruch und die Zeit bis zur Jahrhundertwende. Norwegen
. In: Fritz
Paul (Hg.): Grundzüge der neueren skandinavischen Literaturen. Darmstadt 1982, S. 185
3 Vgl. Beyer, E.:
Utsyn over norsk litteratur
. Lund 1966, S. 44
4 Houm, P.:
1830-1860. Norwegen
. In: Mogens Brøndsted (Hg.): Nordische Literaturgeschichte. Band I.
Von den Anfängen bis zum Jahre 1860. München 1982, S. 408
5 Vgl. ebd., S. 408-411
4
namentlich im Christiania-Theater, auf die Bühne kamen. Das mit zwei norwegischen
Stücken eröffnete Christiania-Theater musste allerdings bald zur dänischen Sprache und
zu dänischen Schauspielern zurückkehren.6
Im folgenden Jahrzehnt erwachte in Norwegen ,,das Bedürfnis, eine neue historische
und kulturelle Grundlage zu schaffen"7. Es entstand die nationalromantische Epoche,
mit der das Interesse an Volkskunst, Volksleben und der Volkssprache wie auch an
Natur und Geschichte aufkam.8 Nach dem Vorbild der Gebrüder Grimm brachten nun
Asbjørnsen und Moe Sammlungen norwegischer Volksmärchen heraus, die in der Folge
sehr große Bedeutung gewannen.9 Erwähnenswert sind die stark realistischen
Tendenzen, wie beispielsweise der Versuch einer Annäherung an die Sprache und
Ausdrucksweise des Volkes, wodurch die beiden einen eigenen norwegischen Erzählstil
und nicht zuletzt das ,,Riksmål" schufen.10 In diese Zeit fiel auch der Beginn der
Sprachforschung Aasens, der im Bemühen um eine ,,echte norwegische Sprache" auf
der Grundlage westnorwegischer Dialekte das ,,Landsmål" kreierte.11 Im Jahre 1849
wurde in Bergen das Norwegische Theater gegründet und somit der Forderung nach
einer Bühne mit norwegischen Schauspielern Genüge geleistet. Christiania zog mit
einem neuen Theater drei Jahre später nach.12
Das Genre des Romans war bis dato in der norwegischen Literatur kaum verwendet
worden. Die Schwester Wergelands, Camilla Collett, schrieb mit
Amtmandens Døttre
(1854-55) alsdann den ersten modernen Roman Norwegens. Mit diesem Werk bahnte
sie den Weg für die realistische Problemdichtung wie auch für die Diskussion über die
gesellschaftliche Position der Frau.13
6 Vgl. Kindermann, H.:
Theatergeschichte Europas
. VI. Band.
Romantik
. Salzburg 1964, S. 233-234
7 Rossel, S. H.:
Skandinavische Literatur. 1870-1970
. Stuttgart 1973, S. 22
8 Vgl. Beyer (1966), S. 47
9 Vgl. Houm, S. 422-423
10 Vgl. Beyer (1966), S. 45
11 Vgl. Christiansen, H.:
Norwegische Literaturgeschichte. Von der Edda bis zur Gegenwart
. Berlin 1953,
S. 29
12 Vgl. Kindermann (1964), S. 234
13 Vgl. Rossel, S. 23
5
3. Stationen im Leben Bjørnsons und Verhältnis zu Ibsen
3.1 Kindheit und Jugend
Bjørnson wurde am 8. Dezember 1832 als Bjørnstjerne Martinius Bjørnson in Kvikne,
einer Gebirgsgegend im nördlichen Norwegen zwischen dem Østerdal und dem
Gudbrandsdal, geboren. Er war das älteste Kind des Pastors Peder Bjørnson, der vor
Ablegung seines theologischen Examens den väterlichen Hof bewirtschaftet hatte und
zeit seines Lebens gleichermaßen Bauer wie Priester war.14
Im sechsten Lebensjahr Bjørnsons wurde sein Vater nach Nesset im Romsdal versetzt,
wo der Junge den größten Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte. Die
Natureindrücke, die gewaltigen Gegensätze zwischen Berg und Fjord, prägten sich ihm
für immer ein und den Menschen dort fühlte er sich auf ewig verbunden. ,,Der ble jeg
til, av det land og det folkeferd er jeg særpreget"15, schrieb er im Alter von siebzig
Jahren an Kielland.16
Zwischen seinem zwölften und seinem siebzehnten Lebensjahr wohnte Bjørnson in
Molde, wo er die Molde Middelskole besuchte. Nach einem anfänglichen Gefühl der
Einsamkeit gründete er bald allerlei Vereine und wurde zum selbstverständlichen
Anführer und auch Unruhestifter.17
3.2 Christiania
Siebzehnjährig kam Bjørnson dann 1850 in die Hauptstadt Christiania, um in Heltbergs
,,studentfabrikk" sein Abitur zu machen, was ihm zwei Jahre später auch gelang.18 Dort
lernte er neben Vinje und Lie auch schon Ibsen kennen.19 Eine Freundschaft zum vier
Jahre älteren Ibsen entwickelte sich indes erst durch die Distanz, die entstand, als Ibsen
1851 als Dramaturg an das oben erwähnte Norwegische Theater in Bergen berufen
wurde.20
14 Vgl. Beyer, E.:
Norges litteraturhistorie
. Bind 3.
Fra Ibsen til Garborg
. Oslo 1975, S. 96 und Hallberg,
S. 21
15 Beyer (1975), S. 96
16 Vgl. ebd. und Hallberg, S. 21
17 Vgl. Amdam, P.:
Bjørnstjerne Bjørnson. Kunstneren og samfunnsmennesket. 1832-1880
. Oslo 1993, S.
57-62
18 Vgl. Beyer (1975), S. 97 und Hallberg, S. 21
19 Vgl. Beyer (1975), S. 97-98
20 Vgl. Amdam, S. 358
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