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Soziale Schichten - Entwicklung und gesellschaftlicher Wandel

Termpaper, 2002, 15 Pages
Author: Malko Ebers
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 15
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V12387
ISBN (E-book): 978-3-638-18280-5
ISBN (Book): 978-3-638-77120-7
File size: 414 KB
Notes :
Darstellung vorwiegend des schichtungskonzepts Rainer Geißlers, Entwicklungslinien von der Klasse zur Schicht, Fokus im zweiten Teil auf den gesellschaftlichen Wandel der deutschen Geselslchaft unter Bezugnahme zu aktuellen Daten (Datenreport des GESIS, Wohlfahrtssurvey etc.). Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. 493 KB


Abstract

In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Nicht nur die Gesellschaft per se verändert sich und unterliegt stetem Wandel, sondern auch die Sozialstrukturanalyse mit der ihr eigenen Terminologie. Der Begrigg der Klasse scheint insbesondere nach dem Zusammenbruch der Ost-West Systemkonkurrenz Anfang der 1990`er Jahre ausgedient zu haben. Die soziale Marktwirtschaft und eine sich kontinuierlich differenzierende Beschäftigtenstruktur machten eine sich zuspitzende antagonistische Klassenstruktur immer unplausibler. Daher findet sich in der Literatur zur Analyse der bundesdeutschen Sozialstruktur meistens der Begriff der soziale Schicht. In jüngerer Zeit ist diese Begrifflichkeit und seine Aussagekraft nicht nur von Soziologen in Frage gestellt worden. Nach einer Abgrenzung und Bewertung des Klassenmodells gegenüber dem Schichtmodell prüft diese Arbeit die These Rainer Geißlers, dass sich zur Sozialstrukturanalyse der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft der Begriff der sozialen Schicht eignet. Keinesfalls hat die Entstehung von Milleus als nützliche Untersuchungskategorien die Bedeutung sozialer Schichtung überflüssig gemacht.


Excerpt (computer-generated)

Universität Konstanz
Fachbereich: Geschichte und Soziologie
Seminar: Sozialstruktur der BRD

Seminararbeit

Soziale Schichten

Malko Ebers

 

Inhaltsverzeichnis

1. Prolog  2

2. Entwicklungslinien  2
2.1. Soziale Schichten  2
2.1.1. Das Schichtmodell Rainer Geißlers  4
2.2 Von der Klasse zur Schicht  5

3. Der gesellschaftliche Wandel  6
3.1 Die moderne Gesellschaft  6
3.2. Neue Grundschicht  9
3.3. Trend zur Mittelschicht und subjektive Schichteinteilung  10

4. Schlussbemerkung  12

5. Literaturverzeichnis  13

 

1. Prolog

Gesellschaften können als lernendes, sich veränderndes System aufgefasst werden. Technologien und Produktionsweisen verändern sich, kurz, ökonomische, soziale, kulturelle und politische Faktoren unterliegen durch endogene und exogene Faktoren stetigem Wandel.

Zudem stehen alle genannten Faktoren in einem wechselseitigem Abhängigkeitsverhältnis, sie sind je nach Gesellschaftstypus in unterschiedlichem Maße strukturbildend. Ähnliche soziale und ökonomische Bedingungen führen häufig zu einem ähnlichen sozialen Verhalten, zum Beispiel zu einer ähnlichen Wohn- oder Freizeitkultur. Eine Gesellschaftsanalyse, die auf den internen Strukturaufbau abzielt (Sozialstrukturanalyse), muss daher den historischen und gesellschafts- spezifischen Kontext berücksichtigen.

Nicht nur die Gesellschaft per se verändert sich, sondern auch die Sozialstrukturanalyse mit der ihr eigenen Terminologie. Bislang wurde meistens der Begriff soziale Schicht zur Analyse der bundesdeutschen Sozialstruktur angewendet, in jüngster Zeit ist diese Begrifflichkeit und ihre Aussagekraft von Soziologen in Frage gestellt worden. Nach einer Abgrenzung und Bewertung des Klassenmodells gegenüber dem Schichtmodell soll diese Arbeit die These Rainer Geißlers prüfen, dass sich zur Sozialstrukturanalyse der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft der Begriff der sozialen Schicht eignet.

2. Entwicklungslinien

2.1. Soziale Schicht

Das Schichtkonzept ist seit der Schichtungsanalyse Theodor Geigers aus den 30’er Jahren ein soziologischer Grundbegriff vorwiegend der Makrosoziologie. Mit dieser aus der Geologie übernommenen Metapher soll soziale Ungleichheit, wie sie in jeder Gesellschaft existiert analysiert werden. Hierbei zeigen sich jedoch wichtige Unterschiede zu den Erdschichten der Geologie. Soziale Schichten können horizontal wie vertikal angeordnet sein, wohingegen Erdschichten immer übereinander lagern und sich eindeutig abgrenzen. Da zur Bildung eines Schichtindex in der Regel mehrere Faktoren, wie Bildungsabschluss, Einkommen, Sozialprestige etc. sozioökonomisch miteinander kombiniert werden und das daraus resultierende Verhalten nur typisch aber nicht deterministisch ist (nach Theodor Geiger) grenzen sich soziale Schichten an den Randbereichen nur schwach ab. Einfachere eindimensionale Modelle wie Einkommens- oder Berufsschichten lassen sich zwar untereinander klarer abgrenzen, sind dafür weniger realitätsnah.

Die in einen Schichtindex eingehenden Faktoren welche ohnehin gesellschaftsspezifisch unterschiedliche Bedeutung haben verändern sich ständig, wodurch sich auch die sozialen Schichten ändern, es kommt zur „Umschichtung“ (R. Geißler 1990 nach T. Geiger:87). Zudem ist eine soziale Schicht mehrdimensional und es gibt neben dominanter Schichtung mehrere untergeordnete Schichtungen. Dominante Schicht und Subschichten bilden jeweils durch ähnliche Lebensumstände und Lebenslagen typische Schichtmentalitäten, die sich überlagern und so eine Abgrenzung zwischen verschiedenen Schichten erschweren.

Eine Gesellschaft wird nach verschiedenen Determinanten in Schichten unterteilt. Hierbei werden Differenzen in vier unterscheidbaren gesellschaftlichen Teilbereichen unterschiedlich stark einbezogen (siehe Grafik).


[Grafik in Downloaddatei enthalten]

Differenzen im ökonomischen Teilbereich beziehen sich auf die unterschiedliche Stellung des Individuums im System der Erwerbsarbeit (z.B. Betriebshierarchie).Im politischen Teilbereich zeigen sich Unterschiede in Bezug auf Macht- und Herrschaftsstruktur (die Möglichkeit des Einzelnen eigene Zielvorstellungen politisch zu verwirklichen/Einfluss).

Im kulturellen Teilbereich lässt sich eine Gesellschaft nach unterschiedlichen Verhaltens- und Interaktionsmustern, spezifischen Subkulturen, unterschiedlichen Mentalitäten und Lebensstilen differenzieren. Diese typischen Mentalitäten und kulturellen Verhaltensweisen ergeben sich aus ähnlichen Lebenslagen. Interaktionen im politischen und ökonomischen Bereich wirken so auf den kulturellen Teilbereich.

Die drei genannten Teilbereiche sind allesamt “sozial“, schließlich verweisen sie zumeist auf bestimmte Interaktionsmuster und Abhängigkeitsnetzwerke zwischen einzelnen Personen. Dennoch lässt sich ein spezieller sozialer Teilbereich ergänzen, der auf Unterschiede in Prestige, Besitz und Einkommen, sowie im Bildungsniveau verweist.

 

 

[....]


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