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Termpaper, 2002, 14 Pages
Author: Jürgen Menze
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: University of Hannover (Historisches Seminar)
Tags: Amerika, Indianer, Beringstraße, Beringstrasse, Frühe Neuzeit, Sibirien, Migration, Gene, Archäologie, Urzeit, Cloviskultur, Clovis, Nordamerika, Südamerika, Immigration, Einwanderung, Kontinente, Herkunft, Geschichte
Year: 2002
Pages: 14
Grade: 1,4
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-28828-1
ISBN (Book): 978-3-640-28850-2
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Abstract
Mit der Ankunft der Europäer Ende des 15. Jahrhunderts auf dem Doppelkontinent, der später den Namen „Amerika“ erhielt, stellte sich die Frage nach dem Ursprung der dort schon vorhandenen Einwohner, die gemeinhin als „Indianer“ bezeichnet wurden. Papst Julius II. verkündete 1512, dass die Indianer auch als Nachkommen des biblischen ersten Menschenpaares zu sehen seien, so dass sich die Frage stellte, wie diese Nachfahren aus der Alten in die Neue Welt gekommen waren . Die europäischen Geistlichen und Gelehrten des 16. und 17. Jahrhunderts zogen die Bibel und die klassischen Werke der griechischen und römischen Antike, die die einzigen „bekannten Quellen [..], die historische Anhaltspunkte über die Indianer enthalten konnten“, darstellten, zu Rate.
Excerpt (computer-generated)
Universität Hannover
Historisches Seminar
Wintersemester 2001/2002
Hausarbeit
im Rahmen des frühneuzeitlichen Proseminars
Die nordamerikanischen Kolonien im 17. und 18. Jahrhundert bis zur Unabhängigkeit
Die Herkunft der Indianer
auf dem amerikanischen Doppelkontinent
Jürgen Menze
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Frühere Theorien zur Klärung der Frage nach dem Ursprung der Indianer
1
2. Die asiatische Herkunft der ersten Indianer Amerikas
2
3. Beringia als Weg der indianischen Vorfahren von Asien nach Amerika
4
4. Die Einwanderung indianischer Ahnen in den amerikanischen Kontinent
5
4.1. Theorien der Einwanderung über den Seeweg
7
4.2. Immigrationswellen nach der paläoindianischen Einwanderung
8
5. Die Clovis-Kultur und ihr Ende
10
Literaturverzeichnis
11
1. Frühere Theorien zur Klärung der Frage nach dem Ursprung der Indianer
Mit der Ankunft der Europäer Ende des 15. Jahrhunderts auf dem Doppelkontinent, der
später den Namen ,,Amerika" erhielt, stellte sich die Frage nach dem Ursprung der dort
schon vorhandenen Einwohner, die gemeinhin als ,,Indianer" bezeichnet wurden.
Papst Julius II. verkündete 1512, dass die Indianer auch als Nachkommen des biblischen
ersten Menschenpaares zu sehen seien, so dass sich die Frage stellte, wie diese Nachfah-
ren aus der Alten in die Neue Welt gekommen waren1.
Die europäischen Geistlichen und Gelehrten des 16. und 17. Jahrhunderts zogen die Bibel
und die klassischen Werke der griechischen und römischen Antike, die die einzigen ,,be-
kannten Quellen [..], die historische Anhaltspunkte über die Indianer enthalten konnten"2,
darstellten, zu Rate.
Mit Hilfe der Heiligen Schrift versuchte der niederländische Theologe Joannes Fredericus
Lumnius beispielsweise eine Antwort auf die Frage nach der indianischen Herkunft zu
geben. Er stellte 1567 die Vermutung an, die eingeborenen Amerikaner seien Nachfahren
der zehn jüdischen Stämme, die, einer alttestamentarischen Bibelstelle zufolge, nach der
Eroberung Palästinas aus Israel vertrieben worden waren und bis in die Neue Welt ge-
langt seien.3
Das Alte Testament lieferte im 17. Jahrhundert noch eine weitere ,,Erklärung" für die
Existenz des amerikanischen Kontinents und der dort von den Europäern vorgefundenen
alteingesessenen indianischen Bewohner, denn es wurde sich einer Textstelle bedient, in
der vom sagenhaften Land Ophir die Rede ist. Ophir sei ein Land weit entfernt in Über-
see, in dem seltene Bäume wachsen sollen und riesige Mengen an Gold zu finden seien.4
Auch Sagen, die verschwundene Erdteile zum Thema haben, wurden zur Klärung der
Frage nach der Herkunft der Indianer herangezogen. Zwei Beispiele dafür sind die Erzäh-
lungen über Atlantis, das ein riesiger überfluteter Kontinent im Atlantik gewesen sei, und
die Insel Mu, die im östlichen Pazifik gelegen haben soll. Aus diesen versunkenen Län-
dern und Kontinenten, für die es keinerlei Beweise und geologische Zeugnisse gibt, soll-
ten die Vorfahren der Indianer stammen, die auf dem amerikanischen Doppelkontinent
von den Europäern angetroffen wurden.5
1 Farb, 1971: S. 237
2 Fagan, 1990: S. 10
3 ebd.: S. 21
4 Stingl, 1987: S. 15
5 Läng, 1989: S. 13 f.
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